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Veröffentlicht am 11.09.2024

Drama übertrifft Drama

From the Embers – Sie müssen erst alles verlieren, um einander zu finden
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Nein, TikTok hat mich nicht dazu bewegt, „From the Embers“ lesen zu wollen. Für mich war es eher das wirklich sehr schöne Cover, das letztlich auch wirklich metaphorisch ideal zum Inhalt passt, und eben ...

Nein, TikTok hat mich nicht dazu bewegt, „From the Embers“ lesen zu wollen. Für mich war es eher das wirklich sehr schöne Cover, das letztlich auch wirklich metaphorisch ideal zum Inhalt passt, und eben der Klappentext, denn die Autorin sagte mir definitiv nichts. Aber ich hatte aufgrund der großen Tragödie, die die Handlung in Gang setzt, sofort angenommen, dass es eine tiefgründige Geschichte wird, und damit hat man mich leicht am Haken.

Letztlich weiß ich aber gar nicht so genau, wie ich „From the Embers“ bewerten soll. Fangen wir vielleicht erstmal mit dem Eindruck an, dass die Geschichte auf eine Weise qualitativ immer mehr nachgelassen hat, wenn das auch nicht ideal meine Wahrnehmung auf den Punkt bringt; aber es ist die passende Tendenz. Eigentlich fand ich es am Anfang anstrengend, Jessica zu erleben, weil ich sie gleich furchtbar fand, aber zum Glück (so böse das inhaltlich klingt) war es schnell vorbei. Aber dann fand ich richtig stark, wie die Nachwirkungen der Katastrophe beschrieben wurden. Easons Schuldgefühle, nicht seine Frau gerettet zu haben, und Bree vor der Herausforderung, dass ausgerechnet Eason übrig geblieben ist, der so viel Widerstand bei ihr hervorgerufen hat und natürlich auch die Herausforderungen mit der Firma und dann drei kleine Kinder groß ziehen zu müssen, wovon einer den Trauerprozess auch wirklich durch macht. Dieser Teil war sehr echt und hatte viele Herausforderungen und Gefühle, die ich sehr authentisch in der Darstellung empfand. Anschließend war auch der Zeitsprung von einem Jahr ideal, denn ansonsten hätte ich wahrscheinlich gemeckert, dass es sich unrealistisch schnell umgekehrt hat. Aber so haben wir immer noch eine Phase der Trauer, aber eine andere.

Nach diesem sehr intensiven Teil, klar, da geht die Tür für eine Liebesgeschichte auf, weil ansonsten hätten wir als Leser wohl nicht zugegriffen. Ich fand auch die Annäherung zwischen den beiden sehr nachvollziehbar. Das Tempo, die Art, aber gleichzeitig auch Schuldgefühle, bis dann eben so ein Bruch kommt, den ich zu dem Zeitpunkt noch gar nicht so als gravierend empfunden haben. Aber Bree und Eason decken ein Geheimnis auf, dass die Handlung gravierend beeinflusst. Zunächst fand ich die Wendung noch ganz okay, denn so mittendrin ein Ausrufezeichen zu setzen, ist keinesfalls schlecht. Aber es war im Grunde eine von vielen weiteren Wendungen, wobei ich irgendwann das Gefühl hatte, es muss sich immer nochmal übertroffen werden. Deswegen sehe ich auch die erste Enthüllung des Geheimnisses im Nachgang kritischer, denn das hat das Tor zum Rest geöffnet. Denn eigentlich bin ich überzeugt, dass die Geschichte auch ohne das ganze Drama funktioniert hätte. Denn Bree und Eason hatten als Persönlichkeiten genug im Gepäck, um Drama zu erzeugen. Denn es ist oft genug betont worden, wie unterschiedlich sie sind und nicht umsonst war es ursprünglich eine Frenemy-Geschichte.

So aber ist die Geschichte nachher in einem Peng aufgegangen, bei dem ich immer noch den Kopf schüttle. Ich bin auch nochmal ein paar Sachen vom Anfang und der Mitte durchgegangen, und finde, dass nicht alle Enthüllungen zu dem Geschehen davor passen. Vielleicht war es auch die Übersetzung Schuld, aber ich war an vielen Stellen soweit, dass es für mich zu widersprüchlich war. Der Knall, der saß, aber nicht die Kongruenz im Gesamtkontext. Zumal für mich dadurch auch Aspekte auf der Strecke liegen blieben. Easons Weg zur Musik hin hätte noch mehr Zeit vertragen, genauso hätte es auch nicht geschadet, generell mehr Texte oder sonstige Ideen seiner Melodien einzubinden. So kam immer ein Einzeiler, worum es ging, fertig. Weil die Musik Eason so ausgemacht hat, da wäre doch mehr gegangen. Umgekehrt war es bei Bree nicht anders. Ich fand es zwar gut, dass sie klare Entscheidungen für sich getroffen hat und auch menschlich dahinter stand, aber es wirkte in sich in einigen Punkten als wäre sie von tough zum Hausmütterchen geworden.

Fazit: „From the Embers“ hat sich in der Wahl der dramatischen Twists einmal um die eigene Achse gedreht. Für mich hat das im Endeffekt bedeutet, dass eine stark startende Handlung sich immer mehr in Effekthascherei verloren hat. Die Ansätze top, aber über die Ziellinie wurde es für mich nicht gebracht.

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Veröffentlicht am 23.05.2024

Zähes Lesen mit immerhin gutem Ende

End of Story - Der Mörder unter uns
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Unglaubliche sechs Jahre ist „The Woman in the Window“ nun schon wieder her. Das kam mir sicherlich nicht so lange vor, weil das Buch von A. J. Finn zum einen verfilmt worden ist und auch Netflix hat auch ...

Unglaubliche sechs Jahre ist „The Woman in the Window“ nun schon wieder her. Das kam mir sicherlich nicht so lange vor, weil das Buch von A. J. Finn zum einen verfilmt worden ist und auch Netflix hat auch eine Art Parodie in Serienform gemacht. Daher war dieses Buch für mich immer noch sehr präsent. Aber auch verdient, weil es damals schon am Anfang eines kleinen Trends stand, weil gewisse Inhalte immer in so Wellen kommen. Finn hat aber in der Zwischenzeit nichts mehr veröffentlicht, was ich so gar nicht wahrgenommen habe. Als ich dann aber „End of Story“ entdeckte und darauf auch geklebt der Hinweis, dass es vom „The Woman in the Window“-Autor ist, da rückte es für mich erst wieder in eine Perspektive. Wie ist also sein zweites Werk?

Vom Klappentext her war zu erkennen, dass es inhaltlich in eine ähnliche Richtung gehen könnte. Wir haben wieder eine Frau als Protagonistin, die in ein Geheimnis eintaucht. Hier war nur schnell offensichtlich, dass Nicky selbst sehr aktiv ist, dass sie von Mysterien offenbar angezogen wird. Dazu fand ich auch, dass es auch mehr in die Richtung von Whodunnit geht. Denn wir bekommen schnell einen Personenkreis präsentiert und es ist klar, davon verbergen welche Geheimnisse und die gilt es herauszufinden. Es war also schon ähnlich und doch anders. Was für mich „End of Story“ dann aber schnell völlig anders gemacht hat, das war der Schreibstil. Auf eine Art hat sich Finn da neu erfunden, was mir als Leserin aber nicht entgegenkam. Gerade im ersten Viertel fand ich es unwahrscheinlich schwierig, ins Geschehen hineinzufinden. Die Sprache war sperrig, weil sie voll von Anspielungen und Gedankensprüngen ist. Es war deutlich zu merken, dass Finn durch die gemeinsame Leidenschaft von Nicky und Sebastian für Literatur sich dann in einer Welt verloren hat, was ich aus leidenschaftlicher Perspektive heraus auch nachvollziehen kann, aber zum Lesen für jemanden, der dort nicht zuhause ist, war es doch zäh und auf eine Art und Weise auch distanzschaffend.

Die Schreibweise hat auch dafür gesorgt, dass ich manchmal komplett den Faden verloren haben. Wer ist gerade mit wem wo und ähnliche konfuse Situationen ergaben sich. Ich konnte mich immer wieder orientieren, aber es ist tatsächlich ein Umstand, den ich ungerne in meiner Lektüre habe, weil es total aufhält und keinen Lesefluss erzeugt. Mal vom Schreibstil abgesehen, wobei es hat eigentlich doch auch noch damit zu tun, ist die Charakterdarstellung schwierig. Es ist keine Figur, an die man sich sofort binden kann. Selbst Nicky nicht, die ich ursprünglich dafür vermutet hätte. Sie ist nicht unsympathisch, aber dafür, dass sie so neugierig dargestellt wird und auch als sehr intelligent, wunderte ich mich zwischendurch doch, warum sie da locker gelassen hat, wenn ich eigentlich das Gefühl hatte, wir sind etwas auf der Spur. Madeleine ist eine zweite Figur, die auch Kapitel aus ihrer Sicht bekommt. Aber sie ist tatsächlich als Figur sehr durcheinander und emotional angegriffen, weswegen sie in meinen Augen ein wenig das Pendant zu Anna aus „The Woman in the Window“ war. Ihre Kommunikation, die sie mit ihrem vermeintlichen Bruder war, das hätte ich zwischendurch gerne als komplett erfunden akzeptiert.

Zur Entwicklung der Handlung muss ich sagen, dass sich das Buch schon steigert. Natürlich habe ich mich auch an die Stilistik besser gewöhnt, so dass sich gerade im letzten Viertel nochmal ein Sog aufgebaut hat. Ich war auch richtig überrascht von den letztlichen Enthüllungen. Bei einer lag ich im Vorfeld richtig, der Rest kam aber aus dem Nichts. Wobei das klingt zu negativ, als sei es an den Haaren herbeigezogen gewesen. Das war es keinesfalls. Ich habe nur die Hinweise (möglicherweise auch wegen des Stils) völlig überlesen, so dass die Überraschung positiv war. Würde ich das Buch nochmal lesen, es wäre sicherlich mit ganz anderen Augen. Auch wenn die Erklärungen sich dann nochmal in sich selbst verloren haben, so bleibt das Ende doch eindeutig das Stärkste am Buch.

Fazit: „End of Story“ ist ein wirkliches zähes Ding. Ich habe unheimlich schwer herausgefunden und auch durch die Charakterentwicklung habe ich mich emotional nicht einfinden können. Das Ende bleibt als gut stehen, was angesichts des Titels dann auch irgendwie wieder passt. Als Fan von „The Woman in the Window“ war ich letztlich aber doch enttäuscht.

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Veröffentlicht am 15.05.2024

Eher abschreckender Reihenauftakt

A Fall to Forgive
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Morgane Moncomble ist für deutsche Fans mit der neuen „Season“-Reihe zurück und eine so lange zusammenhängende Reihe war bislang noch nicht ihr Stil, weswegen ich doch sehr gespannt war, was uns nun erwartet ...

Morgane Moncomble ist für deutsche Fans mit der neuen „Season“-Reihe zurück und eine so lange zusammenhängende Reihe war bislang noch nicht ihr Stil, weswegen ich doch sehr gespannt war, was uns nun erwartet und die Benennung nach Jahreszeiten fand ich in jedem Fall sehr ansprechend.

Ich hatte mich wirklich unheimlich auf die Reihe gefreut und bin daher nach dem Herbst-Abenteuer nun etwas ernüchtert. Ich bin immer begeistert, wenn Autoren und Autorinnen mal etwas Neues wagen und ich finde auch, dass sich Moncomble bislang auch schon sehr ausgetobt hat. Immer andere Länder, andere Settings, auch unterschiedliche Stufen, was die Emotionalität geht. Man weiß also im Vorfeld wirklich nie, was man von der französischen Jungautorin wohl diesmal bekommt, aber eigentlich ist es immer Unterhaltung. „A Fall to Forgive“ war jetzt keinesfalls nicht unterhaltsam, aber es war auf eine Art und Weise doch schon wieder zu ungewöhnlich und dann auch in sich nicht konsequent genug, um mich von der Stilistik zu überzeugen. Mit dem Prolog war ich eigentlich noch voll in Ordnung, denn wir haben Einblicke in eine Vergangenheit, durch die klar wird, dass unsere Protagonistin Camelia Opfer von Mobbing geworden ist, weil sie Lou, der in den Fängen von Rory und seiner Clique war, zu nahe gekommen ist. Das war sicherlich mal ein interessanter Ausgang, aber danach kam alles ganz anders.

Ich find es auch nicht verkehrt, dass Moncomble aus dem Buch quasi eine Detektivgeschichte gemacht hat. Das war eigentlich auch das, was mich hat weiterlesen lassen, weil Krimis/Thriller bei mir hoch im Kurs stehen. Aber die ganze Ausgangssituation war mir einfach unsympathisch. Mit dem Zeitsprung stehen wir wieder bei Null und ich habe mich unfassbar schwer getan, Verbindungen zu den Figuren zu entdecken. Camelia wäre eigentlich so die gewesen, bei der ich ursprünglich gedacht hätte, dass sie mein Kompass in der Geschichte wird, aber dem war nicht so. Ich fand sie zwar nicht unsympathisch, aber sie war für mich überhaupt nicht wirklich ausgearbeitet. Da sich die ganze Reihe um die Blumenmädchen-Gruppe dreht, hätte ich es angemessen gefunden, wenn die Freundschaft der Mädels auch richtig ergründet wird. Wenn man so verteilt in der Welt lebt, muss einen doch etwas zueinander ziehen. Die Freundschaft einfach als gegeben hinnehmen, ist mir da zu wenig. Aber so willkürlich wie diese Beziehungen wirkten, so kam dann auch Carmelias ganzes Verhalten rüber. Mal war sie voller Hass und auf Krawall gebrüstet, dann wiederum war sie furchtbar naiv und leicht zu manipulieren. Eine Sache, die für sie und Lou auch gleichermaßen gilt, ist dazu, dass die Elternbeziehung jeweils als sehr schlecht dargestellt wird. Doch es gibt keinen direkten Kontakt, bei beiden Figuren nicht. Wenn ich solche Beziehungen habe, die meine Charaktere so nachhaltig geprägt haben, dann muss ich sie auch ergründen, sonst verstehe ich meine Figuren nicht.

Lou umgekehrt hat es für mich auch auf vielen Ebenen nicht besser gemacht. Seine Beziehung zu dem Freundeskreis im Allgemeinen ist schon suspekt, aber speziell diese seltsame Beziehung zu Rory… Ich fand das wirklich abstoßend und es ging auch das gesamte Buch eigentlich darum, wie viel sie geteilt haben und dass Lou zwar vielleicht nicht alles wusste, was Rory getan hat, aber mehr als genug und trotzdem hat er ihm quasi den Boden vor seinen Füßen geguckt. Diese kranke Beziehung dominierte die Handlung doch so sehr, dass ich das langsame Annähern von Carmelia und Lou gar nicht richtig wahrnehmen konnte. Da hat für mich nichts geprickelt, das war eher zäh und keine Liebesgeschichte, für die ich begeistert eine Fahne schwenken würde. Bei dem Detektiv-Anteil muss ich zwar sagen, dass er eindeutig der stärkste Teil des Buchs war, aber man muss auch sagen, dass der Kreis der Verdächtigen so knapp gehalten worden ist, dass ich schon im Verdacht hatte, dass da noch etwas im Busch ist. Ich bin nicht auf die finale Lösung gekommen, was gut war, aber da hat man schon gemerkt, dass es für Moncomble (noch) nicht das Alltagsgeschäft ist.

Fazit: Bei „A Fall to Forgive“ habe ich doch mehrfach mich gefragt, ob ich vielleicht einen falschen Inhalt zwischen die Buchdeckel bekommen habe. Man macht sich vorher so seine Gedanken, aber ich habe wirklich überhaupt nicht das bekommen, was ich erwartet hatte. Die Geschichte war durch den Detektiv-Anteil auf jeden Fall mit einer guten Idee ausgestattet, aber ansonsten fand ich vieles problematisch. Ich konnte auch mit den Figuren individuell, geschweige denn mit ihnen als Paar etwas anfangen. Deswegen kann ich nur hoffen, dass die anderen drei Geschichten der Reihe ganz anders werden.

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Veröffentlicht am 24.01.2024

Kompletter inhaltlicher Umschwung

All Our Golden Dreams
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Als ich die Dankesworte von Mounia Jayawanth am Ende von „All Our Golden Dreams“ gelesen habe, da hat sich mir erklärt, warum diese Dilogie insgesamt leider keinen Funken entwickeln konnte, der mich richtig ...

Als ich die Dankesworte von Mounia Jayawanth am Ende von „All Our Golden Dreams“ gelesen habe, da hat sich mir erklärt, warum diese Dilogie insgesamt leider keinen Funken entwickeln konnte, der mich richtig überzeugt hat. Dort hat sie verraten, dass die Van Day-Reihe eigentlich als Einzelband geplant war, dann aber wegen einer Idee für Ryan doch nochmal ausgebaut wurde. Wie viel letztlich dadurch in Band 1 geändert wurde, für mich natürlich unklar, aber erste Intuitionen sind oftmals die besseren und hier haben die Änderungen vielleicht eher geschadet als funktioniert.

Schon bei „All My Golden Memories“ hatte ich den Eindruck, dass die Handlung unnötig gestreckt wird und das passt recht gut zu der Enthüllung, dass es ein Einzelband sein sollte, denn man hat einfach gemerkt, dass nicht genug Inhalt zur Verfügung war. Vielleicht hat sich Jayawanth dann letztlich auch mit der Neuerung (ob nun eigene Idee oder Lektorat etc., mal völlig egal) etwas selbst verloren. Während es im ersten Band vor allem um die neuerliche Annäherung von Ellis und Ryan ging sowie das Mysterium mit den Gerüchten über das Hotel, schlägt Band 2 dann wieder eine ganz andere Richtung ein. Und das Thema ist eigentlich so wichtig, dass es mich doppelt und dreifach ärgert, dass es für mich hier nicht funktioniert hat. Jayawanth selbst hat ihre Essstörung bekannt gemacht, sie ist also eine Autorin, die in der Thematik aus eigenen Erfahrungen schöpfen kann. Das finde ich immer besonders authentisch, auch weil man die Unterschiede in der Erzählung oft doch merken kann. Deswegen fand ich Ryans inneren Kampf an sich sicherlich gut und nachvollziehbar dargestellt, aber es kam für mich in dieser Reihe einfach so unerwartet und hat alles auf den Kopf gestellt. Ellis ist in diesem Band kaum noch von eigener Bedeutung und auch ansonsten hat die Erzählung bis auf die Erkrankung keinen roten Faden mehr. Das Hotel war irgendwann völlig unwichtig, da lief man nur noch ein paarmal ein und aus, das war es. Das war alles nicht mehr das, warum ich ursprünglich überhaupt zu der Reihe gegriffen haben. Von daher wäre es angesichts des Potenzials der Handlung vielleicht cleverer gewesen, wenn Jayawanth sie in einer ganz anderen Geschichte verbaut hätte. Wo sie eben nicht eine Idee über die Hintertür ist, sondern das Zentrum, wo sie dann ihre eigenen Erfahrungen auch ganz anders hätte ausspielen können.

Auch wenn Murder Mystery für Band 1 etwas übertrieben war, weil es ja gar nicht wirklich einen Mord gab, so gab es doch einige Rätsel und ein großes betraf noch Riley. Das wurde in Band 2 als völlig harmlos aufgelöst und auch ansonsten waren die Rätsel gar nicht mehr von Bedeutung. Vielleicht war es noch spannend, was genau zwischen Emory und Deb gelaufen ist, aber ansonsten war die ganze Stilistik so anders und wie gesagt, es hat mich geärgert, dass nach dem Anfangsviertel, wo Ellis noch gleichberechtigt war, sie dann völlig als Nebenfigur abgetaucht ist. Ja, sie war für Ryan wichtig, aber nachdem sich für sie alle Probleme einfach in Wohlgefallen aufgelöst haben, ist Jayawanth für sie offenbar nichts mehr groß eingefallen. Das ist einfach schade, denn wenn ich Liebesgeschichten erzähle, dann sollte es doch am Ende ausgeglichen sein. Es muss kein Wettkampf sein, wer hat es schlimmer, aber dass doch beide weiter kontinuierlich ihren Weg mit ihren eigenen Steinen im Weg gehen. Hier kam wirklich einiges sehr ungünstig zusammen, weswegen ich den zweiten Band leider nochmal schwächer als den ersten fand. Es ärgert mich wirklich, zumal es die zweite Reihe war und ich mir da nochmal einen Sprung in der Qualität gewünscht hätte. Bessere Qualität heißt zwar auch nicht, dass mich die Geschichte dadurch auch auf jeden Fall einfängt, aber ich kann sie dennoch festmachen und hier ist mit dem erzählerischen Chaos vor allem in der Stilistik ein Rückschritt gemacht worden. Die Darstellung von Ryan wiederum hat gezeigt, was wirklich drin ist. Das ist der Maßstab, der aber nicht in diesen Band gepasst hat.

Fazit: Insgesamt habe ich mir unter der Van-Day-Dilogie wirklich etwas anderes vorgestellt. Die zwei Bände passen nicht so recht zusammen, weil die Stilistik des ersten Bandes (die schon ausbauwürdig war) einem sehr sensiblen Thema gewichen ist, das in einer Reihe viel besser untergebracht gewesen wäre. Ich bin leider etwas enttäuscht, weil das Potenzial war da.

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Veröffentlicht am 11.01.2024

Künstlicher und toxischer Eindruck

There With You
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Langsam stellt sich bei mir ein Gefühl ein in Bezug auf Samantha Young, was mich nicht unbedingt optimistisch stimmt. Sie hat damals mit ihrer allersten Reihe in Dublin für mich eine neue Ära eingeschlagen, ...

Langsam stellt sich bei mir ein Gefühl ein in Bezug auf Samantha Young, was mich nicht unbedingt optimistisch stimmt. Sie hat damals mit ihrer allersten Reihe in Dublin für mich eine neue Ära eingeschlagen, aber so langsam scheint sie nicht mehr so richtig zu meinem Geschmack zu passen, was ja durchaus normal sein kann, aber traurig stimmt es mich dennoch. Ich habe bei dieser Adair-Reihe den Eindruck, dass es gewisse künstliche Elemente gibt, als ob es wirklich eine Checkbox gibt, die Young abarbeitet, statt einfach ihre Geschichten fließen zu lassen. Gewisse Sätze müssen immer geschrieben werden, als ob die Fans das erwarten. Vielleicht tun sie das wirklich, ich weiß es nicht, aber wenn die Geschichten sich nicht mehr natürlich anfühlen, dann wird es schwierig.

Auch wenn ich den ersten Band nicht schlecht fand, aber in meinem Hinterkopf war schon ein Gedanke, dass sich etwas anders anfühlt und jetzt mit dem zweiten Band wurde dieses Künstliche für mich immer deutlicher. Deswegen fällt es mir bei „There With You“ auch wirklich schwer, noch positive Aspekte zu finden. Was aber für mich definitiv doch festzuhalten ist, das ist wie mit den Kindern in dem Buch umgegangen wird. Thema Nanny, klar, dass sie dann einen großen Auftritt haben. Und ich fand es toll, wie Thane mit ihnen als Vater umgegangen ist, liebevoll, aber auch eine nötige Portion Strenge und eben auch die Priorisierung von ihnen zu jedem Zeitpunkt. Aber auch Regan war wirklich toll. Natürlich waren sie Kinder für sie, aber dennoch ist sie ihnen auf Augenhöhe begegnet und sie hat beide als Individuum gesehen und sich ihnen gegenüber jeweils unterschiedlich verhalten. Das hat für mich wirklich alles wunderbar gepasst, aber so schön diese Familienstimmung war, umso unverständlicher ist es eigentlich, wie Regan und Thane miteinander umgegangen sind.

Für sich sind Regan und Thane wahrscheinlich echt gute Menschen. Ich sage auch oft, wie man mit Tiere und Kindern umgeht, das sagt viel über einen aus. Sie hatten also das Potenzial. Warum sind sie also so fürchterlich miteinander umgegangen, wobei ich Thane noch unsensibler als Regan fand. Ja, beide haben ihr Päckchen zu tragen, aber das ist in Liebesgeschichten immer so, es ist also keine Entschuldigung. Aber die haben sich mehr gestritten und von sich gestoßen, als dass sie wirklich miteinander glücklich waren. Soll das bei einer Liebesgeschichte am Ende im Kopf bleiben? Und Young hat es auch nicht geschafft, irgendwie Ruhe reinzubringen. Das erste Mal miteinander, prompt Selbstzweifel und erstmal in der Dusche weinen gehen. Ein wunderschöner Ausflug, mal schnell eine Eifersuchtsgeschichte hinterherschieben. Es war wirklich anstrengend und ich habe zunehmend gemerkt, dass es mir eben auch die Freude an den schönen Momenten genommen hat, weil es war klar, gleich kommt ja doch wieder was und alles liegt in Scherben. Dann kommt noch dieser künstliche Eindruck, der vor allem auch viel durch die Nebencharaktere erzeugt wird. Lachlan und Robyn kenne ich ja eigentlich schon, aber auch sie konnte ich nicht wirklich ausnehmen. Aber die Mutter von Robyn und Regan? Unfassbar! Diese Frau ist genauso geschrieben worden, wie es die Geschichte brauchte, ebenso wie ein späterer Filmstar, da bin ich einfach an die Decke gegangen, weil es nicht natürlich wirkte, sondern weil es maximal für Stress sorgen sollte.

Der erste Band hatte auch viele Thriller-Momente und das durchgängig. Da war ich schon gespannt, wie das nun in „There With You“ fortgeführt wird, denn innerhalb einer Reihe von Mischung aus Romantik und Thrill zu nur Romantik, nein, das passt nicht. Dennoch ist „There With You“ anders. Es gibt die Bedrohung durch die Ex-Affäre von Thanes verstorbener Frau und wir haben den Stalker von Regan. Die Elemente sind also da, doch sie sind sehr zurückgefahren, bis es am Ende dann von jetzt auf gleich richtig rund geht. Da war der erste Band besser ausgestaltet, weil es besser mit regelmäßigen Höhepunkten ineinander gegriffen hat. Hier war es dann ein Schwerpunkt ganz am Ende und fertig. Das hat auch dazu beigetragen, dass ich nun wirklich immens zweifle, ob mich die Adairs nochmal wiedersehen.

Fazit: Entweder Samantha Young hat sich gewandelt oder ich habe mich zu sehr von ihr fortbewegt. Denn was bislang nur ein vages Gefühl ist, das ist nun mehr Gewissheit. Die Adair-Reihe ist mir zu künstlich. Es wirkt wie das Abhaken von Erwartungen und so ist eine zutiefst toxische Liebesgeschichte entstanden, wo dann auch das Thrill-Element am Ende nicht mehr passte. Vielleicht müsste ich die früheren Bücher von Young nochmal lesen, ob es immer schon so war, aber das hier war anstrengend.

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