Das unendliche Leiden der Natascha K., Teil 2
10 Jahre Freiheit77 / 100
Sechs Jahre vergingen zwischen Buch 1 und 2, die Analogien sind unüberschaubar: wortgewandt, klar und intellektuell versucht Natascha Kampusch die Zeit nach ihrer Entführung und Selbstbefreiung ...
77 / 100
Sechs Jahre vergingen zwischen Buch 1 und 2, die Analogien sind unüberschaubar: wortgewandt, klar und intellektuell versucht Natascha Kampusch die Zeit nach ihrer Entführung und Selbstbefreiung für Außenstehende zu beschreiben.
Die schiere Menge an Missgunst, Hass und Ausgrenzung, die sie am eigentlichen Ende ihrer mit deutlichen Anführungszeichen versehenen „Heldinnnenreise“ durchleben musste, machen es mir unmöglich, gegenüber jenen empathielosen Unmenschen auch nur einen Hauch von Respekt zu empfinden. Die Autorin formuliert selbst viele Sätze, die ihr Martyrium in den zehn Jahren danach passend beschreiben. Wie müssen all die Vorwürfe und Verständnislosigkeit auf sie gewirkt haben (und wirken)? Es bleibt unvorstellbar. Außerdem geht sie auf die Entstehung des Spielfilms „3096 Tage“ ein (und übt Kritik, dass die Story dramaturgisch verfremdet und sie selbst kaum an der Entwicklung beteiligt war).
Das zweite Buch über ihr Schicksal knüpft inhaltlich und stilistisch unmittelbar an das erste Buch an und ich verwahre mich dagegen beurteilen zu können, welches das ergreifendere Buch von beiden ist.