Wenig Thrill, viel Tiefgang
Die Abschaffung des TodesJames Windover, Herausgeber einer exklusiven Zeitung für Milliardäre, soll im Auftrag einer Leserin ein ehrgeiziges Forschungsprojekt untersuchen, das angeblich den Tod besiegen soll. Während er den Plänen ...
James Windover, Herausgeber einer exklusiven Zeitung für Milliardäre, soll im Auftrag einer Leserin ein ehrgeiziges Forschungsprojekt untersuchen, das angeblich den Tod besiegen soll. Während er den Plänen der Firma Youvatar nachgeht, stößt er nicht nur auf wissenschaftliche und ethische Herausforderungen, sondern auch auf eine Verschwörung um einen verschwundenen Autor.
Als großer Fan von Andreas Eschbach gefällt mir vor allem sein mitreißender Erzählstil, der durch eine klare und zugleich tiefgründige Sprache überzeugt. In "Die Abschaffung des Todes" beweist Eschbach wieder seine Fähigkeit, komplexe wissenschaftliche und philosophische Themen spannend und verständlich zu vermitteln. Das Buch beschäftigt sich mit der Frage, ob Unsterblichkeit wirklich erstrebenswert ist und welche Folgen dies für die Gesellschaft haben könnte.
Eschbachs Sprache ist präzise, klar und flüssig zu lesen, und auch der trockene Humor des Protagonisten James Windover bereichert die Geschichte. Ich finde aber, der Begriff Thriller trifft es hier nicht. Zwar gibt es spannende Momente, Verfolgungsjagden und durchaus actionreiche Szenen, aber der Schwerpunkt des Buches liegt eindeutig mehr auf der philosophischen und wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Thema Unsterblichkeit. Die Handlung entwickelt sich eher gemächlich und die Spannungskurve bleibt über weite Strecken niedrig. Wer einen rasanten Thriller erwartet, könnte enttäuscht werden. Aber als jemand, der Eschbachs tiefsinnige Geschichten mag, haben mir das gemächliche Tempo und die detaillierten Ausführungen über Hirnforschung und philosophische Überlegungen sehr gefallen.
Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, auch wenn einige Nebenfiguren etwas zu kurz kommen. Vor allem Anahit Kevorkian, Windovers Auftraggeberin, bringt frischen Wind in die Handlung und die dynamischen Dialoge zwischen den Figuren machen viel Spaß.
Alles in allem hat mir "Die Abschaffung des Todes" trotz kleiner Schwächen sehr gut gefallen. Es ist weniger ein Thriller als vielmehr ein spannender, gut durchdachter Science-Fiction-Roman mit philosophischen Untertönen. Wer sich auf die Geschichte einlässt und wem Eschbachs Stil zusagt, wird nicht enttäuscht. Die Themen regen zum Nachdenken an und bieten viel Raum für Diskussionen. Auch wenn ich mir an manchen Stellen etwas mehr Tempo gewünscht hätte, ist es eine spannende und gut erzählte Geschichte, die nicht nur unterhält, sondern auch zum Nachdenken anregt.