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Veröffentlicht am 10.06.2024

Ein kniffliger Fall für Fentje und Niklas

Akte Nordsee - Das schweigende Dorf
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Mitten in der Nacht erhält Fentje Jacobsen einen mysteriösen Anruf. Ein Mann bittet um Hilfe, denn er befürchtet des Mordes verdächtigt zu werden. Am nächsten Morgen werden zwei Tote in dem kleinen Dorf ...

Mitten in der Nacht erhält Fentje Jacobsen einen mysteriösen Anruf. Ein Mann bittet um Hilfe, denn er befürchtet des Mordes verdächtigt zu werden. Am nächsten Morgen werden zwei Tote in dem kleinen Dorf Helendeich gefunden und die Polizei geht erstmal von Mord mit anschließendem Suizid aus. Als dem Journalisten Niklas John bei der Besichtigung des Tatorts Ungereimtheiten auffallen, beginnen beide zu recherchieren und stoßen aber schnell auf eine Mauer des Schweigens.
"Das schweigende Dorf" ist bereits der dritte Fall für die Akte Nordsee auf der Eiderstedter Halbinsel den man aber durchaus auch ohne Vorkenntnisse lesen kann. Alle wichtigen Informationen wurden geschickt in die Story mit eingeflochten.
Bei dieser eher ruhigen Nordsee-Krimi-Reihe stehen nicht die polizeilichen Ermittlungen im Vordergrund, sondern die Nachforschungen und Befragungen von der Anwältin Fentje und dem Journalisten Niklas. Besonders schön hat die Autorin wieder ihre Hauptprotagonisten in Szene gesetzt. Aber auch Oma Gretje kam hier immer wieder zu Wort. Allerdings hat mich ihre Art Fentje unter die Haube zu bringen diesmal etwas irritiert und genervt.
Der Kriminalfall an sich ist lange undurchsichtig und ich habe einige Zeit an den Zusammenhängen gerätselt. Klar ist recht früh, dass die Bewohner des kleinen Dorfes Helenendeich etwas zu verbergen haben und keiner etwas verraten will.
Ich kenne bereits die ersten beiden Bände dieser herrlichen Serie, doch fehlte mir leider diesmal die besondere Ausarbeitung des Motivs, auch mit der persönlichen Beziehung zwischen Fentje und Niklas könnte es jetzt mal weitergehen, das ständige Hin und Her wird mir sonst zu langweilig. Ich bin gespannt auf den nächsten Fall.

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  • Spannung
Veröffentlicht am 27.04.2024

Atmosphärischer Nordseekrimi

Das Blut der Nordsee
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Teeske Saathoff wird am niederländischen Oosterschelde-Speerwerk tot aufgefunden. Als Redakteurin des Föhrer Inselboten hat sie Informationen über die für den Küstenschutz an der Nordsee zuständige niederländische ...

Teeske Saathoff wird am niederländischen Oosterschelde-Speerwerk tot aufgefunden. Als Redakteurin des Föhrer Inselboten hat sie Informationen über die für den Küstenschutz an der Nordsee zuständige niederländische Firma Epsilon erhalten. War sie einem großen Betrug auf der Spur? Musste sie deshalb sterben? Doch bei Befragungen ihrer Familie auf Föhr stellt sich heraus, dass es hier scheinbar auch ein dunkles Geheimnis gibt. Iska van Loon und Marten Jaspari ermitteln auf Hochtouren.
Fynn Jacob hat mit Band 2 um das Ermittlerteam Iska und Marten einen spannen Krimi zum Thema Klimawandel und den damit einhergehenden Küstenschutz geschrieben Mit dem tollen Cover wird der Leser gleich auf eine bedrohliche Story eingestimmt.
Interessant fand ich die grenzüberschreitenden Ermittlungen von den beiden sympathischen Hauptprotagonisten. Iska an der niederländischen und Marten an der deutschen Nordsee. Gefallen hat mir wie der Autor das Privatleben der beiden gut in die Geschichte mit eingeflochten hat.
Die Ermittlungen laden zum Miträtseln ein und durch einige unerwartete Wendungen war ich von der Auflösung des Falls am Ende überrascht.

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Veröffentlicht am 08.11.2023

Ruhiger Schweden-Krimi

Schwarzvogel
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Eine junge Frau läuft panisch auf einen zugefrorenen See hinaus, bricht ein und ertrinkt in Sekundenschnelle im eiskalten Wasser. Gleich an ihrem ersten Tag bei der Polizei in Lund muss die Ermittlerin ...

Eine junge Frau läuft panisch auf einen zugefrorenen See hinaus, bricht ein und ertrinkt in Sekundenschnelle im eiskalten Wasser. Gleich an ihrem ersten Tag bei der Polizei in Lund muss die Ermittlerin Fredrika Storm zusammen mit ihrem Kollegen Henry Calment an diesem sehr undurchsichtigen Fall arbeiten.
Der Klappentext und das Cover haben mich auf die Story neugierig gemacht. Der erste Fall für Fredrika beginnt auch sehr vielversprechend, doch die gut verwobenen Fährten und Handlungsstränge entwickeln sich leider eher schleppend und zäh.
Im Mittelpunkt stehen hauptsächlich die zahlreichen Familienverhältnisse der Hauptprotagonistin, die für mich hier zu viel Raum eingenommen haben. Gefallen hat mir der gut zu lesende Schreibstil und die vielen Puzzlestücke die nach und nach zusammengesetzt wurden, so entwickelte sich eine komplexe Geschichte mit vielen Verdächtigen. Der Fall an sich wird zum Ende mehr zufällig und plötzlich aufgelöst, das hatte nichts mit Ermittlungsarbeit zu tun.
Anfangs fand ich Fredrika noch sympathisch, doch im weiteren Verlauf hat sich diese Sympathie durch ihre Impulsivität und Respektlosigkeit verflüchtigt. Ihre Eigenart sich in die vorhandenen Spuren zu verbeißen, ist ja eigentlich positiv und zeichnet eine gute Ermittlerin aus, aber die Herangehensweise und ihre vielen Alleingänge sind eher fragwürdig.
Ihr Kollege Henry ist von seiner Art her sehr speziell, blieb aber, genau wie viele andere Charaktere eher blass. Da es sich hier um einen Reihenauftakt handelt, kommt dazu aber sicherlich mehr in den Folgebänden.

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Veröffentlicht am 06.11.2023

Eiskalter Krimi

Im Herzen so kalt (Ein Fall für Maya Topelius 1)
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Der Geschäftsführer einer Umweltorganisation wird erschossen und die Kriminalinspektorin Maya Tepelius und ihr Partner Pär Stenqvist werden ins tief verschneite Jämtland gerufen um die örtliche Polizei ...

Der Geschäftsführer einer Umweltorganisation wird erschossen und die Kriminalinspektorin Maya Tepelius und ihr Partner Pär Stenqvist werden ins tief verschneite Jämtland gerufen um die örtliche Polizei zu unterstützen.
"Im Herzen so kalt" ist der Auftakt einer neuen schwedischen Krimireihe mit einer taffen Ermittlerin mit deutschen Wurzeln und ihrem Partner Pär, der kurz vor der Pensionierung steht, aber mit seiner Berufserfahrung und seiner beruhigenden Art punktet. Ihre humorvollen Dialoge haben mich das ein oder andere Mal zum Schmunzeln gebracht.
Die Autorin lässt uns einen Blick in eine wunderschön verschneite Landschaft werfen und die Darstellung der verschlossenen und wortkargen Jämtländer ist ihr gelungen.
Neben dem Kriminalfall wurden Themen wie illegale Abholzung der Wälder, Klimawandel und #Me too abgehandelt. Gerade das Thema bewirtschaftete Wälder und deren Auswirkung auf die Umweltbelange fand ich sehr interessant.
In einem weiteren Handlungsstrang wird Majas beste Freundin Sanna, Opfer eines sexuellen Übergriffs. Die Wechsel zwischen den beiden Handlungen war mir oft zu abrupt und trugen leider nicht unbedingt zum Spannungsaufbau bei. Auch nahm mir die private Geschichte um Maya zu viel Raum ein. Ich hätte mir hier mehr Handlungen zum Krimi gewünscht. Ich habe mich trotzdem unterhalten gefühlt und vergebe 3,5 Sterne

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Veröffentlicht am 19.09.2023

Ein kurzweiliger Krimi

Unter falscher Flagge
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In ihrem ersten Fall bekommt es Svea Roth, Polizeitaucherin beim LKA in Hamburg mit einer Gruppe Umweltaktivisten zu tun. Als diese die Jacht vom Baulöwen Teschner kapern, eskaliert die Situation und Teschner ...

In ihrem ersten Fall bekommt es Svea Roth, Polizeitaucherin beim LKA in Hamburg mit einer Gruppe Umweltaktivisten zu tun. Als diese die Jacht vom Baulöwen Teschner kapern, eskaliert die Situation und Teschner wird angeschossen. Svea und ihr neuer Partner Jan Brixn haben alle Hände voll zu tun die Spuren richtig zu deuten und geraten in einige brenzliche Situationen.
Svea ist zwar eine interessante Protagonistin, allerdings mit vielen privaten Problemen. Sie hat ihre Tochter verloren, dadurch von ihrem Mann getrennt, ihre Mutter wurde erschossen und ihre Schwester hat einen gewalttätigen Mann. Dies ist mir alles zu viel, gerade auch in der Hinsicht, dass man als Leser ständig mit Rückblenden konfrontiert wird, die nichts zur Lösung des Falls beitragen und in diesem Buch auch nicht zu Ende erzählt werden. Da es sich hier um den ersten Teil einer Reihe handelt, scheint dies Stoff für die folgenden Bände zu sein. Fast alle offenen Fragen zum Krimifall wurden aber aufgelöst, das Buch kann also durchaus eigenständig gelesen werden.
Der Plot ist rasant und fesselnd geschrieben, aber richtig überzeugt hat mich der Fall nicht, zumal die Wendung zum Schluss für mich keine Überraschung war. Gerne hätte ich noch mehr über die Ermittlungen gelesen und gerade über die Arbeit und das Vorgehen der Polizeitaucher erfahren.
Wechselnde Perspektiven ließen keine Langeweile aufkommen, nur die schnodderige Schreibweise mancher Dialoge haben mich ein bisschen genervt, trotzdem habe ich das Buch gerne gelesen.

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