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Veröffentlicht am 17.03.2025

Eine Familiengeschichte

Die Fletchers von Long Island
5

Carl Fletcher ein reicher Fabrikant, wird vor seinem Haus in Long Island gekidnappt. Nach Zahlung des Lösegelds wird er nach 5 Tagen freigelassen. Carl und seine Familie versuchen den Vorfall zu vergessen, ...

Carl Fletcher ein reicher Fabrikant, wird vor seinem Haus in Long Island gekidnappt. Nach Zahlung des Lösegelds wird er nach 5 Tagen freigelassen. Carl und seine Familie versuchen den Vorfall zu vergessen, doch die Entführung hat Spuren hinterlassen. Und das bei der ganzen Familien.
Als sie sich 40 Jahre danach zu einem Familienfeier trifft, werden die Auswirkungen sichtbar.

Die Fletchers von Long Island ist eine jüdisch- amerikanische Familiengeschichte.
Eine Familie am Rande des Nervenzusammenbruchs.

Taffy Brodesser Akner beschreibt in diesen Roman das Leben von Carl, Ruth, Nathan, Bernard genannt Beamer und Jenny. Sie alle leben im muffigen Vorort Middle Rock, in einer luxuriösen Villa, und gelten als die Reichsten der Stadt. Doch schaut die Autorin hinter die Fassade und zeigt das Leben der einzelnen Personen auf, und der Leser erkennt sofort, die Entführung hat bei jedem ein Trauma hinterlassen, das jeder auf seine Weise zu bewältigen versucht. Was meistens nicht gelingt.
Auch der Leser wird davon angesteckt, und durch den grandiosen Schreibstiel fliegt man nur so über die 571 Seiten, und ist am Ende mancher Kapitel genauso geschafft wie die Fletchers. Die Geschichte ist tramatisch, verstörend aber auch amüsant und witzig zugleich.
Ruth stellt die Frage: "Warum besteht diese Familie nur aus Verrückten "
Und ihr Schlußwort lautet: "So sind die Reichen. Was willst du mehr"

Die Fletchers von Long Island ist ein großartiger Roman, der mir Spaß gemacht hat, ihn zu lesen. Hier blickt man in das Leben der Reichen, die sich selbst zerstören und doch immer wieder durch Glück obenauf bleiben.
Dieses Lesevergnügen kann ich sehr empfehlen, für alle die staunen, mitleiden und laut lachen wollen.

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  • Themen
Veröffentlicht am 02.09.2024

Die Leuchtturmbauer-Dynastie

Die Leuchttürme der Stevensons
4

Dies ist ein historischer Roman über eine Leuchtturmbauer-Dynastie. Seit Jahrzenten sind die Stevensons berühmt für ihre Leuchttürme an der schottischen Küste.
Als der 18jährige Louis studieren, und danach ...

Dies ist ein historischer Roman über eine Leuchtturmbauer-Dynastie. Seit Jahrzenten sind die Stevensons berühmt für ihre Leuchttürme an der schottischen Küste.
Als der 18jährige Louis studieren, und danach das Geschäft seines Vaters übernehmen soll, träumt er aber von einem Leben als Schriftsteller.
Hier wird die Lebensgeschichte des berühmten Robert Louis Stevenson, der unter anderem, Die Schatzinsel und Dr. Jekyll und Mr. Hyde geschrieben hat, erzählt.
Sein Vater lässt ihn eine Zeit lang gewähren, doch als er sein Studium vernachlässigt, und auch noch, im prüden viktorianischen Schottland des Jahres 1868, sich unstandesgemäß verliebt, nimmt ihn sein Vater mit auf eine Inspektionsreise. Somit scheint sein sein Lebensweg vorprogrammiert. Das Buch beschreibt sein Leben von Kindesalter in Schottland 1857, bis 1894 auf Samoa.
Der Schreibstiel ist flüssig.
Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und widerspiegeln, einerseits die Frömmigkeit der damaligen Zeit, andererseits auch das raue Klima Schottlands.
Die Leuchttürme der Stevensons von Sabine Weiss, ist ein bemerkenswerter Romen. Er beschreibt das schwere Leben des Schriftstellers, gekonnt und detailgetreu.
Ich habe es gerne gelesen, und kann ihn weiterempfehlen.

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  • Geschichte
Veröffentlicht am 10.06.2024

Super spannend

Ihr raffiniertes Spiel
2

Eine Frau stürzt von der Dachterrasse eines Londoner Hochhauses. Zehn Tage später wird Tate Kinsella wegen Mordes verhaftet. Tate behauptet im Verhör, die Frau auf einer Weihnachtsfeier kennen gelernt ...

Eine Frau stürzt von der Dachterrasse eines Londoner Hochhauses. Zehn Tage später wird Tate Kinsella wegen Mordes verhaftet. Tate behauptet im Verhör, die Frau auf einer Weihnachtsfeier kennen gelernt zu haben. Damals wollte sie schon vom Dach springen. Tate gibt sich die Schuld, die Frau auch diesmal nicht von der Tat abgehalten zu haben, beteuert aber jede Schuld am Tod der Frau.
Die Polizei entdeckt Ungereimtheiten, und Tates Anwältin glaubt die ganze Geschichte nicht. Dadurch entwickelt sich eine spannende Geschichte, die durch viele Wendungen in den Erzählungen von Tate, den Leser von der ersten Seite fesselt. Glaubt man Tates erste Geschichte vom Tathergang, ergibt sich dann durch den Einwand der Anwältin, eine neue Wendung des Falls, der aber durch weitere Erkenntnisse, neue Tatsachen offenbart. Dieser Thriller wird den Lesr bis zum Ende nicht mehr loslassen.
Ruth Mancini hat hier wirklich einen raffiniertes Buch geschrieben, das auch durch seinen flüssigen Schreibstiel, lesenswert ist. Durch eine Rückblende, 9 Jahre zuvor, wird die Geschichte erst logisch, und entwickelt sich zu einem hochspannenden Ende.

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  • Spannung
Veröffentlicht am 08.01.2024

Aus Sicht der weiblichen Hauptfigur

Julia
0

Georg Orwells distopischer Roman 1984, geschrieben 1940,ist die Vision eines totalitären Staates, mit totaler Überwachung. Winston Smith, Geschichtsfälscher im Staatsdienst, verliebt sich in die schöne, ...

Georg Orwells distopischer Roman 1984, geschrieben 1940,ist die Vision eines totalitären Staates, mit totaler Überwachung. Winston Smith, Geschichtsfälscher im Staatsdienst, verliebt sich in die schöne, geheimnisvolle Julia. Gemeinsam begehen sie Sexkrime, weil Sex verboten ist. Hier erzählt Orwell die Geschichte von Winston, geprägt von Verhaftung, Gefängnis und Folter.

Sandra Newman beschreibt in ihrem Buch, das Leben von Julia, aus der Sicht der weiblichen Hauptfigur. Sie ist Maschinistin und führt ein verbotenes, von Sex dominiertes Leben. Als sie Winston kennenlernt, verliebt sie sich in ihn.
" THE BIG BROTHER IS WATCHING YOU "
Beide beginnen ein geheimes Liebesleben, doch schon bald gerät es aus den Fugen.

Sandra Newman hat die Original Dialoge zwischen Winston und Sandra übernommen.
Doch es ist eine andere Erzählung, freier, sexbezogener und lebhafter.
Zu Schluß geht das Buch weiter als das von Orwell.
Was passiert nach den Folterungen ?
Leben Julia und Winston weiter ?
Bleibt der totalitäre Staat bestehen ?
Wie verläuft der Krieg ?
Gibt es eine Gegenrevolte ?
Newman hat einen flüssigen Schreibstiel. Die Sprache ist extrem vulgär. Die Folterszenen realistisch, und nichts für schwache Nerven.

Ich hatte 1984 von Orwell gelesen und war gespannt auf die Fassung. Das Buch hat mir sehr gut gefallen und ich wurde nicht enttäuscht. Ich kann es sehr empfehlen.

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  • Cover
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 25.04.2026

Das Mittelalter

Helden
0

Jacob der Fuchs, der Held aus dem Weltbestseller von Frank Schätzing, "Tod und Teufel", erlebt ein weiteres Abenteuer. Es ist das Jahr 1263, und Jacob steckt in Schwierigkeiten. Nach seinen Erlebnissen ...

Jacob der Fuchs, der Held aus dem Weltbestseller von Frank Schätzing, "Tod und Teufel", erlebt ein weiteres Abenteuer. Es ist das Jahr 1263, und Jacob steckt in Schwierigkeiten. Nach seinen Erlebnissen in Köln vor 3 Jahren, als er durch eine Intrige der Patrizier nur knapp dem Tod entging, ist er jetzt ehrbar geworden. Aus dem Dieb von damals wurde ein Kaufmannslehrling. Doch wieder muss er um sein Leben kämpfen. Geister der Vergangenheit verfolgen ihn, sowie schottische Soldaten und die Blonde Hexe.

Frank Schätzing beschreibt auf über 1000 Seiten, ein Bild der abendländischen Gesellschaft. Ein Volk im Umbruch, auf dem Weg in die Neuzeit. Und so sollte man das Buch auch sehen. Es ist ein Roman, aber auch ein geschichliches Sachbuch der Zeit im 13. Jahrhundert.
Der Schreibstiel ist anstrengend.
Die Spannung ist nicht ständig vorhanden. Da sind 1026 Seiten schwer zu erarbeiten. Trotzdem ist es ein Buch für Mittelalterfans.

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