ein wirklich gutes, aber auch hartes True Crime Buch
Bright Young WomenIch fragte mich, wo wir gewesen waren und was wir gerade getan hatten, als er sich für uns entschieden hatte. (...) Es war besonders verletzten, sich vorzustellen, dass jemand deinen Tod plant, während ...
Ich fragte mich, wo wir gewesen waren und was wir gerade getan hatten, als er sich für uns entschieden hatte. (...) Es war besonders verletzten, sich vorzustellen, dass jemand deinen Tod plant, während du gemütlich mit deiner besten Freundin auf dem Sofa sitzt und eine Seifenoper schaust.
Seite 290
Florida, 1978
In einem Studentenwohnheim tötet ein Unbekannter mehrere junge Frauen. Pamela überlebt, ihre beste Freundin Denise nicht. Und das Monster, wird schon bald zu einem der berüchtigtsten Serienmörder der USA. Die Medien reißen sich um ihn. Doch nicht die Frauen, denen er geschadet hat. Sie jagen ihn. Und sie sind nicht allein.
Ich hatte sehr viel Respekt vor diesem Buch und der Thematik und habe mir vor dem Lesen wirklich Gedanken gemacht. Aber mir gefiel die Leseprobe und ich wollte gerne wissen, was weiter passiert. Das Cover ist nicht so mein Fall, lila und gelb ist nicht meine Farbkombination und dazu der lila Farbschnitt – na ja es fällt auf jeden Fall ins Auge ^^
„Anderen zu helfen ist eine schlechte Angewohnheit?“
„Essen an die Armen zu verteilen ist anderen zu helfen. Ihnen den Kaffee z holen ist Knechtschaft.“
Seite 218
Das Buch wird aus Pamelas Sicht erzählt, aber auch eine zweite Frau erhält eine Perspektive: Ruth. Die beiden Handlungssträngen haben mehrere Jahre Abstand zu einander und sie haben mich beim lesen sehr in Atem gehalten. Es viel mir schwer das Buch wegzulegen, auch wenn ich beim Lesen nicht ganz entspannen konnte. Die Thematik ist einfach nicht leicht und das Buch wirkt so unfassbar echt! Ich hatte das Gefühl mittendrin zu sein und alles mit Pamela und Ruth zu erleben. Es war erschreckend zu lesen, was die Frauen durchmachten mussten, wie wenig Macht sie in ihrer Zeit hatten und wie man mit ihnen umgegangen ist, während der Mörder so anders behandelt wurde. Teilweise ist mir wirklich schlecht geworden.
Ich mochte den Schreibstill sehr, es ist nüchtern und nicht reißerisch und trotzdem kommt das Schlimme der Geschichte gut rüber, ohne aber erdrückend zu werden. Für meinen Geschmack wurde sehr respektvoll mit den Themen umgegangen, aber auch nichts beschönigt. Die zwei Perspektiven fügen sich gut zusammen und halten die Spannung aufrecht.
Hin und wieder war es aber schwierig bei den Zeitsprüngen mitzukommen, zu verstehen an welchem Punkt der Geschichte wir jetzt gerade sind. Teilweise passiert eine lange Zeit gefühlt nichts, dann geht es plötzlich sehr schnell weiter. Damit hatte ich etwas Schwierigkeiten und gerade das letzte Drittel des Buches hat mir nicht so gut gefallen, auch das Ende hat mich etwas enttäuscht zurückgelassen.
Es ist kein entspanntes Buch, keine leichte Lektüre, aber ich würde es trotzdem empfehlen, weil ich schon finde, dass es ein wichtiges Buch ist und Freunde von True Crime z.B. sind hier glaube ich genau richtig. Das Buch beschäftigt sich mit den Opfern dieser Tat, ohne sie zu Opfern zu machen, sondern hier steht wirklich die Sicht dieser Frauen im Vordergrund. Ich hoffe, das Buch wird viele begeisterte Leser und Leserinnen finden =)
Statistisch gesehen war es doch unmöglich, dass etwas Schlimmes passierte, während Barry Gibb mit seiner charakteristischen Fistelstimme Staying Alive sang, aber wir sind wohl das, was Mathematiker als Ausreißer bezeichnen.
Seite 10