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Veröffentlicht am 12.06.2024

das Plastikzeitalter

Partikel
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Von Wolf Harlander habe ich bisher alle Thriller gelesen, mir gefällt dass er immer aktuelle Themen aufgreift, so auch diesmal. Mikroplastik, eine Bedrohung für die Umwelt, Mensch und Tier.

Als vor der ...

Von Wolf Harlander habe ich bisher alle Thriller gelesen, mir gefällt dass er immer aktuelle Themen aufgreift, so auch diesmal. Mikroplastik, eine Bedrohung für die Umwelt, Mensch und Tier.

Als vor der marokkanischen Küste ein Frachtschiff, das mit illegalem Plastikmüll beladen ist, sinkt, droht eine Umweltkatastrophe gigantischen Ausmaßes. Ein Teppich aus Mikroplastik bedeckt die Küsten Marokkos und die der umliegender Länder, der Tourismus leidet. Nelson Carius und Diana Winkels vom BND untersuchen den Fall.

Doch die Haupthandlung dreht sich um die Journalistin Melissa, deren zweijährige Nichte durch Mikroplastik unheilbar erkrankt ist. Da Melissa schon einige Artikel zum Thema Mikroplastik veröffentlicht hat, erweckt sie das Interesse des amerikanischen Startups Cyaclean, das eine Methode entwickelt, Mikroplastik mittels Algen aufzulösen. Sie bekommt die Chance für ein Interview mit dem Gründer. Zwei Stränge, die wie erwartet irgendwann zusammenlaufen.

Das Buch fängt dramatisch an, man lernt die Protagonisten nach und nach kennen und erfährt wichtige Fakten zum Thema Mikroplastik. Ich war von Anfang an gefesselt und habe die Handlung gespannt verfolgt. Die Figuren sind interessant, ich konnte mit Melissa mitfühlen. Bis zur Mitte hätte die Story von mir 5 Sterne bekommen, leider flach die Spannung merklich ab, die Handlung dümpelt vor sich hin. Was ich schon bei den vorigen Büchern bemängelt hatte, gilt auch für "Partikel": Eine Straffung um 100 Seiten, weniger ausufernde Dialoge und ich hätte die Geschichte verschlungen. So musste ich mich zwingen, zu Ende zu lesen. Zudem rückt das Thema Mikroplastik im Verlauf in den Hintergrund.

Gut fand ich das Wiedersehen mit Nelson Carius und Diana Winkels, den schon bekannten Charakteren. Nelson versucht immer noch den Tod seiner Eltern aufzuklären.

Fazit: 3,5 Sterne, aufgerundet auf 4 für einen Thriller mit aktueller Thematik.

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Veröffentlicht am 06.06.2024

die perfekte Clique

Wenn sie lügt
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Von Linus Geschke habe ich einige Bücher gelesen, auf "Wenn sie lügt" war ich deswegen sehr gespannt. Es geht um ein Geheimnis, das ca. 20 Jahre zurückliegt. Um eine Clique, die damals perfekt schien: ...

Von Linus Geschke habe ich einige Bücher gelesen, auf "Wenn sie lügt" war ich deswegen sehr gespannt. Es geht um ein Geheimnis, das ca. 20 Jahre zurückliegt. Um eine Clique, die damals perfekt schien: Norah, Goran und die anderen haben zusammengehalten und hatten eine tolle Zeit. Doch dann geschah ein Doppelmord, der die Clique trennte. Jetzt ist Goran wieder zurück in seiner alten Heimat, da Norah anonyme Drohbriefe erhält.

Die Story wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt und kommt mit einer guten Handvoll Charakteren aus, die man sehr gut kennenlernt. Sie sind perfekt gezeichnet, haben Tiefe und Facetten. Goran kommt trotz seines zwielichtigen Jobs sehr sympathisch rüber. Figuren, mit denen man mitfiebern und mitleiden kann. Die Sicht des geheimnisvollen "Er" bleibt bis zum Schluss im Dunkeln.

Linus Geschke hat eine dichte Story gewoben, tolle Charaktere geschaffen, trotzdem hat mich die Geschichte nicht komplett überzeugt. Für einen Thriller war es für mich zu viel Lovestory und Beziehungs-"Kram", zu wenig Thrill trotz einiger spannender Momente. Nichts desto trotz war das Buch fesselnd, 3,5 Sterne, aufgerundet auf 4.

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Veröffentlicht am 26.02.2024

Pageturner

Der Ausflug - Nur einer kehrt zurück
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Schauplatz Schweden, Nationalpark Sarek: Wie jedes Jahr haben Anna, ihr Freund Henrik und ihre Freundin Milena eine Wanderung durch Schwedens Nationalparks geplant. Doch kurz vor Start der Wanderung schlägt ...

Schauplatz Schweden, Nationalpark Sarek: Wie jedes Jahr haben Anna, ihr Freund Henrik und ihre Freundin Milena eine Wanderung durch Schwedens Nationalparks geplant. Doch kurz vor Start der Wanderung schlägt Milena vor, dass ihr neuer Freund Jakob sie begleiten soll.

Jakob ist dominant und schlägt gleich eine Änderung der Route vor, der die anderen eher widerstrebend zustimmen. Die Wanderung ist aufgrund der Wetterlage und des schwierigen Geländes eine Herausforderung und bringt alle an ihre Grenzen. Die psychische Belastung ist ebenso hoch, es kommt zum Streit und die Situation eskaliert.

Wow, das Buch ist ein richtiger Pageturner. Aus Annas Perspektive rollt sich die Handlung auf, aus ihrer Sicht lernt man Milena und Henrik kennen, auch wie sie Henrik kennengelernt hat. Die erste Begegnung mit Jakob zeigt, dass der ganze Ausflug unter keinem guten Stern steht.

Der Autor schafft eine einzigartige Atmosphäre in der wilden Landschaft des Sarek, ich hatte die unwirtliche Umgebung vor Augen und das Gefühl, mitten drin zu sein. Sehr spannend ist der Kampf ums Überleben geschildert, ebenso die Dynamik zwischen den vier Akteuren.

Ich fand den Thriller unglaublich spannend, einzig für das unbefriedigende Ende gibt es einen Stern Abzug.

Fazit: Genialer Pageturner in der wilden Landschaft des Sarek.

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Veröffentlicht am 05.01.2024

solider Krimi

Kant und das Leben nach dem Tod
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Schauplatz München und Umgebung: Nähe der A8 werden Leichenteile gefunden, die wohl längere Zeit tiefgekühlt waren. Hauptkommissar Kant und sein Team ermitteln und erste Erkenntnisse führen sie ins Stadtviertel ...

Schauplatz München und Umgebung: Nähe der A8 werden Leichenteile gefunden, die wohl längere Zeit tiefgekühlt waren. Hauptkommissar Kant und sein Team ermitteln und erste Erkenntnisse führen sie ins Stadtviertel Hasenbergl zu einer anonymen Hochhaussiedlung.

In einem weiteren Strang lernen wir Toni kennen, die ihre Kindheit und Jugendzeit mit ihrer Mutter in Portugal verbracht hat. Nach deren Tod strandet sie in München bei ihrem Großvater den sie eigentlich gar nicht kennt. Ihr Großvater wohnt in eben jener anonymen Hochhaussiedlung, in der Kant ermittelt.

"Kant und das Leben nach dem Tod" ist der dritte Teil der Reihe, für mich war es der erste. Da der Fall in sich abgeschlossen ist, kann er natürlich als Standalone gelesen werden, es es empfiehlt sich aber wohl, auch die vorherigen Bände zu kennen. Denn mir fiel es ohne Vorwissen nicht leicht, mit den Ermittlern warm zu werden. Sie blieben für mich viel zu blass, als dass ich hätte richtig mitfiebern können. Eigentlich schade, denn in den meisten anderen Reihen werden die Ermittler ausreichend umrissen, so dass man auch als Quereinsteiger mit den Charakteren warm wird.

Die Handlung ist definitiv gut mit einem wichtigen Thema: alte Menschen, die einsam sind und vergessen werden. Was die Ermittlungen angeht hatte ich leider viel zu früh den richtigen Riecher, so dass die Auflösung für mich keine Überraschung mehr war. Die Ermittlungsarbeit ist authentisch beschrieben, die vielen Befragungen, das Klinkenputzen. Auch die anonyme Siedlung hatte ich bildlich vor Augen. Austauschbar, die gleichen Betonklötze wie man sie in jeder größeren Stadt findet. Münchner Flair kam leider nicht auf.

Fazit: Wichtiges Thema, für mich leider zu vorhersehbar. 3,5 Sterne, aufgerundet auf 4.

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Veröffentlicht am 15.12.2023

anders als erwartet

Das Nachthaus
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Richard ist 14 und lebt in der Kleinstadt Ballantyne, er ist der typische Außenseiter. Als sein Freund verschwindet, gerät Richard in den Fokus der Polizei, da er der letzte war, der ihn gesehen hat. Richards ...

Richard ist 14 und lebt in der Kleinstadt Ballantyne, er ist der typische Außenseiter. Als sein Freund verschwindet, gerät Richard in den Fokus der Polizei, da er der letzte war, der ihn gesehen hat. Richards Erklärungen glaubt ihm niemand, zu fantastisch sind sie, um glaubwürdig zu sein. Richard bleibt nur übrig, selbst auf Spurensuche zu gehen. Seine Recherchen führen ihn zu einem geheimnisvollen Mann, der vor vielen Jahren in Ballantyne gelebt hat und im Nachthaus wohnte.

Nachdem ich das Buch beendet habe, lässt mich die Geschichte zwiespältig zurück. Einerseits hat mir die Idee gefallen, mich an Werke von Stephen King erinnert. Allerdings ohne an Kings geniale Figurenzeichnung heranzukommen und den subtilen Horror zu transportieren. Dazu ist das Buch, verglichen mit Kings Werken, auch zu kurz.

Der Schreibstil ist wie gewohnt klasse, ich fand die Idee gut, der Autor baut auch Twists ein, die überraschen. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, wohin diese Geschichte führt. Die Erklärung ist schlüssig und hat mich auch überzeugt.

Trotzdem fehlte mir das gewisse Etwas. Ein Punkt ist für mich definitiv die Figurenzeichnung, die ausführlicher hätte ausfallen können. Ich könnte mir das Buch aber sehr gut verfilmt vorstellen.

Fazit: Fantasy-Horror-Thriller mit überraschender Auflösung.

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