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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.06.2024

Wieviel kann man alleine ertragen

Eine Bonnie kommt niemals allein
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Puh, das war jetzt mal kein ganz einfaches Lesevergnügen.
'Eine Bonnie kommt niemals alleine' geschrieben und erzählt von Bonnie Leben.
Bonnie ist nicht eine sondern Viele.
Die Bonnies sind entstanden ...

Puh, das war jetzt mal kein ganz einfaches Lesevergnügen.
'Eine Bonnie kommt niemals alleine' geschrieben und erzählt von Bonnie Leben.
Bonnie ist nicht eine sondern Viele.
Die Bonnies sind entstanden durch schwere Traumatas in der Kindheit bevor sich die eigene Persönlichkeit manifestiert.
Dies nennt man eine dissoziative Identitätsstörung, kurz DIS und es ist ein Selbstschutz des Körpers. Immer wenn ein Erlebnis in der Kindheit zu schlimm ist um es alleine zu verkraften, hol der Körper sich Hilfe und es entstehen immer neue Persönlichkeiten.
Das dies kein einfaches Leben ist, kann man sich gut vorstellen.
Die Bonnies erzählen gemeinschaftlich wie ein Leben mit einer DIS ist und was es alles zu beachten und zu bewältigen gibt.
Es wird alles aus der Sicht verschiedener Persönlichkeiten gut erklärt, einige Tatsachen wiederholen sich des öfteren.
Die Traumatas selbst, die die Bonnies erleben mussten, werden nicht wirklich beim Namen genannt. Allerdings kann man sich einiges zusammenreimen und sich dadurch gut vorstellen das ein Mensch da Hilfe braucht um nicht zu zerbrechen.
Mir fällt es sehr schwer dieses Buch zu bewerten, da das Thema kein leichtes ist.
Es war sehr lehrreich für mich, da ich vorher keinerlei Berührung mit DIS hatte und finde toll wie offen die Bonnies damit umgehen.
Mir persönlich waren es ein paar Wiederholungen zuviel, aber bitte bildet euch auf jeden Fall selbst eine Meinung dazu.
Ein wirklich ehrliches und informatives Buch.

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Veröffentlicht am 15.06.2024

Eine schöne Reise nach Mexiko

Día de Muertos und die Schönheit des Lebens
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Ich bin wieder zurück von meiner Reise nach Mexiko und hatte eine schöne und aufregende Zeit dort.
In Ihrem Debütroman 'Día de Muertos und die Schönheit des Lebens' von der Autorin Julia Bultmann lernen ...

Ich bin wieder zurück von meiner Reise nach Mexiko und hatte eine schöne und aufregende Zeit dort.
In Ihrem Debütroman 'Día de Muertos und die Schönheit des Lebens' von der Autorin Julia Bultmann lernen wir Nicky kennen.
Nicky war immer eine lebensfrohe junge Frau, bis ein schreckliches Schicksal ihr jegliche Freude geraubt hat.
Nach zwei langen Jahren der Einsamkeit und Trauer lernt Sie durch Zufall Maria kennen und dies ist der Startschuss sich wieder raus zu trauen um die Schönheit des Lebens neu zu entdecken.
Nicky reist nach Mexiko, lernt Land, Leute und Gebräuche kennen. Vorallem der Día de Muertos/Tag der Toten fasziniert Sie und dieser ganz andere Umgang mit dem Tod gibt ihr viel.
Am liebsten mochte ich den Teil der Geschichte der in Mexiko spielt. Man merkt das die Autorin sich dort auskennt. Alles ist so schön anschaulich und Detailreich beschrieben und es macht richtig Spaß mit Nicky in diese fremde Kultur einzutauchen.
Ein traurig schöner Roman der sehr liebevoll geschrieben ist, sich flüssig lesen lässt und einen mit auf eine aufregende Reise nimmt.
Danke für die nette Lesezeit🙂.

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Veröffentlicht am 13.06.2024

Nicht alles ist okay

Im Prinzip ist alles okay
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'In Prinzip ist alles okay'...da ist die Grundessenz des Romans von der Autorin Yasmin Polat 'eigentlich' schon im Titel enthalten.
Es muss alles okay sein, alle denken es ist okay, es darf nicht nicht ...

'In Prinzip ist alles okay'...da ist die Grundessenz des Romans von der Autorin Yasmin Polat 'eigentlich' schon im Titel enthalten.
Es muss alles okay sein, alle denken es ist okay, es darf nicht nicht okay sein...
Miryam Topal schlägt sich genau damit rum. Ihr wird suggeriert, mal mehr mal weniger direkt, das Sie sich nicht so anstellen soll. Die Traumatische Kindheit vergessen, noch besser vergeben. Den brutalen und übergriffigen Ex Freund, die toxische Ehe mit einem notorischen Lügner. Miryam ist nun schließlich mittlerweile schon dreißig Jahre alt und Mutter. Blöd nur wenn zu allen anderen schweren Päckchen, den Selbstzweifeln, der früheren Depression jetzt auch noch eine postnatale Depression dazukommt.
Ein Roman der beim lesen weh tut und unterschiedliche Gefühle in einem weckt.
Ich muss zugeben das ich Miri hin und wieder auch echt nervig fand und dann wiederum total mit ihr gelitten habe.
Wie schwer es ist wenn von einem erwartet wird gefälligst glücklich zu sein oder wenigstens zufrieden. Aber jeder Augenblick fällt schwer und Tage kann man nur durchstehen, indem man sie einteilt und Schritt für Schritt 'abarbeitet'. Aber sicher auch nicht einfach mit jemanden zusammen zu leben der diese Probleme hat. Das wurde recht gut dargestellt, wobei Miris Partner nun nicht gerade das Paradebeispiel eines Ehemanns ist.
Ich mochte dieses Buch wirklich gerne lesen und vorallem das Ende fand ich sehr gelungen.
Wer also Lust auf ein forderndes Lesevergnügen hat, sollte gerne zu 'Im Prinzip ist alles okay' greifen.

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Veröffentlicht am 29.05.2024

Keine falsche Scham bitte

Sorry not sorry
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Mit 'Sorry not Sorry' spricht Anika Landsteiner viele Momente der Scham an. Der weibliche Scham, der unbegründeten Scham. Wie gut es doch tut zu lesen das es anderen Frauen oft ähnlich geht und wie wichtig ...

Mit 'Sorry not Sorry' spricht Anika Landsteiner viele Momente der Scham an. Der weibliche Scham, der unbegründeten Scham. Wie gut es doch tut zu lesen das es anderen Frauen oft ähnlich geht und wie wichtig es ist uns immer wieder vor Augen zu führen das wir uns nicht ständig für alles mögliche und unmögliche schämen sollten. Das Buch hat ein bisschen die Aufgabe einer guten Freundin übernommen die einem sagt:" Ist doch nicht schlimm. Du bist wundervoll so wie du bist. Völlig normal. Es ist nicht Deine Schuld".
Wenn man hin und wieder in die feministische Literatur eintaucht und sich damit beschäftigt ist einem natürlich nicht alles komplett neu, aber trotz dessen kann einiges nicht oft genug erwähnt werden.
Einige Aspekte haben aber doch rausgestochen. Zum Beispiel auf das unglaublich häufige weibliche Schamempfinden einzugehen, das Thema Trash- und Reality TV und vorallem das Thema Endometriose und Schwangerschaftsabbruch. Schön finde ich wie persönlich die Autorin uns das alles erzählt. Das macht vieles um einiges greifbarer.
So gerne wie ich die letzten zwei Romane von Anika Landsteiner gelesen habe, so gerne möchte ich Euch ihr neustes (Sach)buch ans Herz legen.
Es liest sich wirklich gut, ist nicht trocken geschrieben, spricht vieles offen an und wartet mit einigen Facts auf die man wissen sollte. Hoffentlich erreicht es ganz viele Menschen.

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Veröffentlicht am 20.05.2024

Schatten der Vergangenheit

Windstärke 17
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'Windstärke 17' von der Autorin Caroline Wahl ist die Fortsetzung ihres Debütromans '22 Bahnen' und ich würde schon empfehlen es auch in dieser Reihenfolge zu lesen, einfach um die Charaktere besser kennenzulernen. ...

'Windstärke 17' von der Autorin Caroline Wahl ist die Fortsetzung ihres Debütromans '22 Bahnen' und ich würde schon empfehlen es auch in dieser Reihenfolge zu lesen, einfach um die Charaktere besser kennenzulernen.
In '22 Bahnen' ist Ida noch klein und es geht größtenteils um ihre große Schwester Tilda und die alkoholkranke Mutter und nun in 'Windstärke 17' haben wir einen ziemlichen Zeitsprung gemacht und Ida ist erwachsen. Sie hat schwer mit den Folgen ihrer Kindheit zu kämpfen und flieht auf die Insel Rügen. Dort weht das Schicksal Ida zu Knut und Marianne und das ist das beste was ihr passieren konnte.
Ich habe mich sehr auf 'Windstärke 17' gefreut und bin durch die Seiten geflogen.
Oft habe ich in Rezensionen gelesen das dieses Buch besser ist als '22 Bahnen' und das empfinde ich nicht so.
Ida ist durch ihre innere Zerrissenheit, welche absolut verständlich ist, etwas anstrengend und ihre Aktionen und Reaktionen sind doch einige Male recht überzogen.
Bei Knut und Marianne hatte ich diese Blitzverliebtheit die ich im ersten Teil bei Tilda und Ida hatte und das mochte ich gerne.
Ich bin jetzt vielleicht nicht sooo euphorisch wie beim Debütroman von der Autorin, aber vielleicht liegt das auch bissl daran das mir der vierte Teil vom Thema her etwas schwer gefallen ist zu lesen und es generell recht viele Wiederholungen gab von Idas Taten, Gedanken und Aussagen.
Ansonsten mag ich den ehrlichen und ungekünstelten Schreibstil sehr gerne, hatte auf jeden Fall eine gute Lesezeit und kann diesen Roman mit ruhigen Gewissen empfehlen.

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