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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.10.2024

Untypisch für den Autor

In Zeiten des Todes
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Normalerweise liebe ich die Thriller von Luca D'Andrea und war sehr glücklich, dass nach Jahren endlich mal wieder ein neues Buch von ihm erscheint.
Allerdings ist diese Geschichte das völlig Gegenteil ...

Normalerweise liebe ich die Thriller von Luca D'Andrea und war sehr glücklich, dass nach Jahren endlich mal wieder ein neues Buch von ihm erscheint.
Allerdings ist diese Geschichte das völlig Gegenteil von dem, was er bisher geschrieben hat. Ich schätze ihn für seine Thriller, die in den abgelegenen Bergen spielen, in einem sehr kleinen Personenkreis und die spannend hoch 1000 sind.
Hier bekommt man einen Ermittlerkrimi, der über 700 Seiten lang ist, in der Stadt spielt und der überladen ist mit italienischen Namen und Dienstgraden, die ich beim besten Willen nicht auseinandergehalten bekomme.
Sein Schreibstil ist nach wie vor mitreißend, aber die Handlung erschöpft sich in der immer gleichen Ermittlungsarbeit ohne Erfolg. Sogar der Hauptermittler macht auf mich den Eindruck, dass er überhaupt keinen Bock auf die Story hatte.
Tja, ich nach reichlichen 100 Seiten auch nicht mehr, zumal ich wegen des Namen und Dienstgradproblems sowieso völlig aufgeschmissen war und längst nicht mehr wusste, wer von denen jetzt überhaupt das Opfer und wer Täter und Ermittler war. Deswegen habe ich das Buch abgebrochen und kann es - vor allem eingefleischten Fans des Autors - nicht empfehlen.

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Veröffentlicht am 03.10.2024

Wieso ist das für einen Preis nominiert?

Die schönste Version
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Auf dieses Buch war ich sehr gespannt und das nicht nur, weil die Handlung quasi um die Ecke spielt. Nein, es soll ja auch um ein Tabuthema gehen, es soll ein wichtiges Buch sein, das jede Frau gelesen ...

Auf dieses Buch war ich sehr gespannt und das nicht nur, weil die Handlung quasi um die Ecke spielt. Nein, es soll ja auch um ein Tabuthema gehen, es soll ein wichtiges Buch sein, das jede Frau gelesen haben soll! Und Männer erst Recht! Und dafür ist es dann auch nominiert für den deutschen Buchpreis!

Aber schnell wird mir klar: Das wird nichts mit uns. Ich quäle mich durch und merke wieder einmal, warum ich Lektüre eigentlich abbreche, wenn es nicht gleich zu Beginn gefunkt hat.

Die Sprache ist gelinde gesagt grässlich. Sie setzt wohl darauf, Lesende zu schockieren, denn es wird derb über Sx geredet. Und zwar ständig. Egal, ob es handlungstragend ist oder nicht.

Die Figuren sind unsympathisch. Ja, alles beide. Zwar ist Jella das Opfer und da man gleich zu Beginn mit dem Thema häusliche Gewalt konfrontiert wird, liest man alles schon kritisch durch diese Brille. Aber das Mädel ist mindestens genauso toxisch, wie ihr Freund.

Achtung, ganz böses Schlussurteil: Ganz ehrlich, das Cover ist schon rosa. Wäre es kein Hardcover, wäre es aus einem anderen Verlag (oder wenigstens Imprint ...
hust Kyss hust*) und wäre es nicht auf der Longlist für den deutschen Buchpreis gewesen, man hätte es ins New Adult Regal stellen können und es hätte keiner einen Unterschied bemerkt.

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Veröffentlicht am 15.06.2024

Zieht sich in die Länge

Die Verlierer
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Leider einer dieser Krimis, die sich gefühlt nur in Nebensächlichkeiten verzetteln und einfach nicht zum Punkt kommen. :(
Der Einstieg ist zwar spannend, aber dann weiß man ewig nicht, wie das mit dem ...

Leider einer dieser Krimis, die sich gefühlt nur in Nebensächlichkeiten verzetteln und einfach nicht zum Punkt kommen. :(
Der Einstieg ist zwar spannend, aber dann weiß man ewig nicht, wie das mit dem Rest zusammenpasst (also man kann es sich denken, aber es wird nicht aufgeklärt).
Man erfährt reichlich über die privaten Probleme der Polizist:innen, die sich gegenseitig beharken und vorhalten, was sie alles falsch gemacht haben, während die Aufklärung des Falls einfach nicht weitergeht. Also genau der Teil, der für mich als Lesenden am spannendsten sein sollte, der wird einfach nicht zufriedenstellend auserzählt.
Dazwischen werden zufällig Erzählungen einer Person eingespielt, die eine schlimme Kindheit hatte ... auch hier scheinbar zusammenhanglos.
Nach ungefähr einem Viertel habe ich jedenfalls keine Motivation mehr, bis zum Ende durchzuhalten.

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Veröffentlicht am 15.05.2024

Tolles Thema, ABER

Eine Fingerkuppe Freiheit
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Auf dieses Buch hatte ich mich sehr gefreut, weil es ein sehr interessantes Thema behandelt: die Erfindung der Blindenschrift durch Louis Braille. Damit hat man als sehender Mensch ja nur wenige Berührungspunkte.

Leider ...

Auf dieses Buch hatte ich mich sehr gefreut, weil es ein sehr interessantes Thema behandelt: die Erfindung der Blindenschrift durch Louis Braille. Damit hat man als sehender Mensch ja nur wenige Berührungspunkte.

Leider hat sich das Buch schon in den ersten Kapiteln für mich als unlesbar herausgestellt.
Durch die Art der Sprache bin ich einfach in keinen Lesefluss gekommen ... Es ist eine sehr blumige Sprache, die aber nicht natürlich, sondern auf mich sehr bemüht wirkte. Außerdem werden sehr seltsame Beschreibungen verwendet, die keinen Sinn ergeben und/oder einen lächerlichen Eindruck hinterlassen. Als Beispiel seien hier genannt: "streckte seinen Nasenmuskel genießerisch aus", "schrillem Hufeisengebimmel" oder "rollte die Pupillen wie Monde um einen fernen Stern".
Das könnte daran liegen, dass der Autor blind ist und es eine Art ist, wie man einem Blinden oder jemand Blindes die Welt beschreibt? Aber es hat mich so sehr vom Inhalt abgelenkt, dass ich das Buch nicht bis zum Ende lesen konnte.

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Veröffentlicht am 14.09.2025

Leider ein Satz mit X...

I Know Where You Buried Your Husband
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... Das war wohl nix. Bzw. es ist bisher der Flop des Jahres.
Nachdem das Buch groß mit schwarzem Humor beworben wurde und ich die Leseprobe sehr spannend fand, waren meine Erwartungen sehr groß. Und sind ...

... Das war wohl nix. Bzw. es ist bisher der Flop des Jahres.
Nachdem das Buch groß mit schwarzem Humor beworben wurde und ich die Leseprobe sehr spannend fand, waren meine Erwartungen sehr groß. Und sind leider sehr enttäuscht worden.
Direkt anschließend an die Leseprobe kam direkt Magik (eine osteuropäische Magieform) ins Spiel, um die Leiche zu vertuschen. Allerdings nicht witzig, sondern durchaus ernst gemeint und es wurde später auch wieder aufgegriffen. Sowas kann ich persönlich gar nicht leiden und hätte ich es gewusst, wäre es schon ein Grund gewesen, das Buch gar nicht zu lesen.

Dann merkt man beim Lesen relativ schnell, dass alle beteiligten Frauen durchweg unsympathisch sind und dass es auch keine starken Frauenfiguren sind, sondern allesamt Versagerinnen. Lediglich Safa hatte den Mut, sich von ihrem Mann zu trennen, fängt aber auch schnell an, diese Entscheidung zu hinterfragen...
Sofia will als Erwachsene wieder mit der Frau befreunden sein, die sie in der Schule schon gemobbt hat. Warum?
Ella ist eine grässliche Mutter und zu lesen, wie sie ihren Sohn behandelt, dürfte für Menschen mit Kindern ein echt fieser Trigger sein.
Ajola hat ihr Studium geschmissen, um bei Tesco zu arbeiten und trauert ihrem Selbstbild als Professorin hinterher, obwohl sie es mittlerweile zur Lehrerin gebracht hat - immerhin wird dieser Erzählstrang aufgeklärt, da war mir nämlich lange unklar, welche der sich widersprechenden Aussagen stimmt.
Und Caoimhe ist das volle Klischee eines Pick me Girls und sowas von unangenehm zu lesen.
Und das sind die Personen, die die "Guten" sein sollen, also die, welche man als Leser:in mögen soll.

Die Geschichte selber empfand ich als ziemlich wirr erzählt, zwischendrin vermischten sich Erzählstränge, wie bei Ajola, die mal Lehrerin ist und mal bei Tesco arbeitet. Zwar wird es am Ende aufgelöst, aber ganz ehrlich ohne Leserunde hätte ich diesen Fiebertraum von Buch abgebrochen! Und das Ende hat es halt auch nicht wettgemacht. Im Gegenteil, auch das war echt weit hergeholt, um nicht zu sagen, regelrecht an den Haaren herbeigezogen.
Der vielgepriesene schwarze Humor fehlte für mich völlig. Vielleicht sollten es die Filmzitate sein, die sich die Frauen gegenseitig um die Ohren hauen. Allerdings kenne ich nichts davon, obwohl ich altersmäßig die Zielgruppe bin. Hier kann ich nur auf eine Mitlesende vertrauen, die meinte, dass die Zitate nichtmal gut passen.
Alles in allem leider weit WEIT hinter meinen Erwartungen und leider keine Empfehlung.

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