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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.06.2024

Aubrys außergewöhnlicher Lebensweg lädt zum philosophieren ein

Die unendliche Reise der Aubry Tourvel
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Als Aubry Tourvel gerade einmal neun Jahre alt ist, wird sie von einer merkwürdigen Krankheit heimgesucht - nie kann sie länger als ein paar Tage am selben Ort bleiben, ansonsten läuft ihr das Blut aus ...

Als Aubry Tourvel gerade einmal neun Jahre alt ist, wird sie von einer merkwürdigen Krankheit heimgesucht - nie kann sie länger als ein paar Tage am selben Ort bleiben, ansonsten läuft ihr das Blut aus Mund, Nase und Ohren und sie wird von unbeschreiblichen Schmerzen gequält. So begibt sie sich auf eine Wanderung, die sie jahrzehntelang um die Welt führt, manchmal mit Begleitern, häufiger aber ganz auf sich allein gestellt. Längere Ruhepausen findet sie nur in einer geheimnisvollen Bibliothek, deren Türen offensichtlich nur für Aubry an verschiedenen Stellen der Erde auftauchen und sie anschließend auf ganz neue Pfade führen.

"Die unendliche Reise der Aubry Tourvel" von Douglas Westerbeke ist eine fantasievoll geschriebene Geschichte über ein ungewöhnliches Leben. Mich hat zunächst die Neugier bewogen, dieses Buch lesen zu wollen, den Einstieg fand ich sehr fesselnd und ich wollte gern die Hintergründe von Aubrys seltsamer Krankheit ergründen - schlussendlich bekam ich ein Leseerlebnis, das sich weit von meinen Erwartungen unterschieden hat, das ich aber nichtsdestotrotz als äußerst spannend und lesenswert empfunden habe. Bis zur letzten Seite mochte ich das Buch kaum aus der Hand legen, anstatt der erhofften Antworten auf die rätselhaften Vorkommnisse fand ich in Aubrys Reiseerlebnissen eine Einladung zum Nachdenken und Fantasieren.

Wer sich auf diesen philosophischen Ansatz einlassen kann, denn erwartet ein mitreißendes Lesevergnügen. Zugegeben, es erfordert stellenweise Geduld, denn Aubry ist die einzige wirklich greifbare Figur in der Handlung. Alle anderen Personen, die ihr begegnen sind vorüberziehende Randfiguren, die Krankheit zwingt die Protagonistin immer wieder dazu, Menschen, die ihr emotional nahe kommen, zurück zu lassen, so dass sie sich auch für mich beim Lesen kaum Tiefgang hatten.

Der Autor schildert einige Begegnungen seiner Hauptfigur, wie kleine Inseln im endlosen Fluss ihrer erzwungenen Reise. Aubry besucht keine Touristenattraktionen, sie läuft abseits der Routen, die andere Reisende bevorzugen und ihr Erlebnisse beziehen sich nicht auf Sehenswürdigkeiten sondern auf einzelne Personen, zu denen sie trotz ihrer kurzen Aufenthaltsdauer emotionale Verbindungen knüpft. Diese Erzählweise hat den Roman für mich zu einer recht einzigartigen Lektüre gemacht, die ich gern weiter empfehle.

Fazit: Es erfordert stellenweise Geduld, sich auf Aubrys ungewöhnlichen Lebensweg einzulassen, mich hat die märchenhaft geschriebene Geschichte bis zur letzten Seite gefesselt. Und obwohl ich etwas ganz anderes bekam, als ich nach Klappentext und Leseprobe erwartet hatte, bin ich rundum zufrieden zurück geblieben, so das ich für dieses einzigartige Buch gern eine Leseempfehlung ausspreche.

Veröffentlicht am 26.06.2024

Spannender Jugendthriller

Thin Air
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Gemeinsam mit elf weiteren Jugendlichen nimmt Emily an einem Wettbewerb um ein Stipendium teil, dafür werden sie mit dem Privatflugzeug der ausrichtenden Stiftung nach Europa gebracht. Niemand ahnt, wie ...

Gemeinsam mit elf weiteren Jugendlichen nimmt Emily an einem Wettbewerb um ein Stipendium teil, dafür werden sie mit dem Privatflugzeug der ausrichtenden Stiftung nach Europa gebracht. Niemand ahnt, wie dringend Emily auf dieses Stipendium angewiesen ist, denn sie und ihre Mutter leben im Auto. Bereits kurz nachdem der Flieger gestartet ist, spitzt sich die Situation allerdings zu, die Jugendlichen müssen in Spielen gegeneinander antreten, die offensichtlich manipuliert worden sind - und es dauert gar nicht lange, bis es den ersten Toten gibt. Emily, die emotional zwischen zwei Jungen steht, versucht heraus zu finden, wer ihnen Böses will, doch schon bald wird sie selbst von ihren Mitstreitern verdächtigt, so dass sie nicht nur um ihr Leben fürchten, sondern auch noch Beweise für ihre Unschuld erbringen muss.

"Thin Air" von Kellie M. Parker ist ein spannender Thriller für Jugendliche. Dabei ist Emily keine perfekte Protagonistin, um in die Endauswahl um das Stipendium zu kommen, musste sie betrügen, was nicht nur ihr Gewissen belastet, sondern auch dem unbekannten Täter Material bietet, mit dem er ihr schaden kann. Obwohl die gesamte Handlung aus ihrer Perspektive geschrieben ist, hatte ich beim Lesen den Eindruck, erst nach und nach kleine Einblicke in ihre Persönlichkeit zu erhalten, eventuell um die Spannung zusätzlich zu schüren. Alle anderen Figuren konnte ich lediglich durch Emilys Augen betrachten, so dass ich keinen von ihnen wirklich einschätzen konnte - damit war es mir trotz des einen oder anderen Verdachtsmoments nicht möglich, sie als Täter zu überführen bzw. auszuschließen. Authentisch fand ich sie allesamt dargestellt, ich habe sie von Anfang an als reale Personen angesehen.

Den Schreibstil kann ich nur als fesselnd bezeichnen, die Spannung hat sich für mich auf einem konsequent hohen Niveau durch das gesamte Buch gezogen, wobei mich die Autorin geschickt mal in die eine und mal in die andere Richtung gelenkt hat. Dadurch habe ich immer mal wieder eine andere Person verdächtigt, dennoch wurde ich von der Auflösung schlussendlich sehr überrascht. Vielleicht könnte man hier bemängeln, dass die Autorin kaum Hinweise zum Motiv des Täters gezeigt hat, so dass es so gut wie unmöglich war, ihn zu enttarnen, für den Plot eines Jugendbuches fand ich das aber ganz passend. Die emotionalen Irrungen und Wirrungen, die Emily während des Fluges durchläuft, habe ich ebenfalls als recht Teenager-typisch empfunden, dem Lesevergnügen hat das meiner Meinung nach keinen Abbruch getan. Insgesamt habe ich mich von diesem Roman gut unterhalten gefühlt, so dass ich dafür gern eine Leseempfehlung (nicht nur an Jugendliche) ausspreche.

Fazit: Trotz einiger emotionaler Irrungen und Wirrungen, wie ich sie bei einer Gruppe Teenager nicht anders erwartet hätte, hielt sich die Spannung für mich auf einem hohen Level und ich habe (vergeblich) gerätselt, wer der Täter sein könnte. Dieses äußerst fesselnde Jugendbuch empfehle ich gern weiter.

Veröffentlicht am 24.06.2024

Jugendliche Sommerromanze

Could it be Love?
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Obwohl die siebzehnjährige Bonnie schon des Öfteren verliebt war, hatte sie noch keine Beziehung, denn sie ist viel zu schüchtern, um tatsächlich Kontakt zu ihren Crushes aufzunehmen. Als sie eines Nachmittags ...

Obwohl die siebzehnjährige Bonnie schon des Öfteren verliebt war, hatte sie noch keine Beziehung, denn sie ist viel zu schüchtern, um tatsächlich Kontakt zu ihren Crushes aufzunehmen. Als sie eines Nachmittags eine der Playlists anhört, die sie seinerzeit für einen heimlichen Schwarm erstellt hatte, wird sie unvermittelt in eine Parallelwelt gerissen, in der sie offensichtlich mit ihrer früheren Sommerliebe zusammen ist. im Lauf des Sommers folgen noch weitere Sprünge in alternative Realitäten, die immer mit einer der Personen zusammenhängen, in die Bonnie heimlich verliebt war. Doch kann sie die Erkenntnisse aus diesen Reisen in ihrem echten Leben anwenden, z.B. um auf Dee zu zugehen, mit der sie während der Ferien gemeinsam in einem Plattenladen jobbt?

"Could it be Love?" von Lea Kaib ist ein Jugendroman über Verliebtheit und Selbstfindung von dem ich mich trotz kleinerer Längen zwischendurch recht gut unterhalten gefühlt habe. Die schüchterne Bonnie war mir schnell ans Herz gewachsen, sie selbst und auch die Figuren in ihrem Umfeld habe ich authentisch und lebensecht dargestellt empfunden. Die Protagonistin ist in meinen Augen ein typischer Teenager, unsicher in ihren Entscheidungen und gerade erst am Beginn ihrer Selbstfindungsphase - ich hatte viel Freude dabei, sie auf einem Stück ihres Weges zu begleiten.

Der Schreibstil hat mich locker und entspannt durch die Geschichte gleiten lassen, das fand ich genau passend für ein Jugendbuch. Die Leichtigkeit der sich langsam anbahnenden Romanze, die immer noch vordergründige Trauer um Bonnies Vater und ihre intensive Beschäftigung mit den Ursachen ihrer Parallelweltsprünge fügten sich zu einer unterhaltsamen Sommerlektüre zusammen. Dieses Buch eignete sich meiner Meinung nach wunderbar als Urlaubslektüre, beim Lesen habe ich beinahe die Sonne auf der Haut und den Sand unter den Füßen gespürt, am Ende war es gar nicht weiter schlimm, dass es kaum eine Erklärung für Bonnies Reisen gab. Für den Roman spreche ich daher gern eine Leseempfehlung aus.

Fazit: Trotzdem es in Bonnies Leben auch ernstere Themen gibt, hat mich diese Geschichte mit Leichtigkeit und etwas Romantik gut unterhalten, dieses sommerliche Lesevergnügen empfehle ich gern weiter.

Veröffentlicht am 17.06.2024

Vergnügliche Unterhaltung

Ehemänner
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Eines Nachts kommt Lauren vom Junggesellinnenabschied ihrer besten Freundin nach Hause und obwohl sie Single ist, findet sie in ihrer Wohnung einen Fremden, der behauptet, ihr Ehemann zu sein. Sämtliche ...

Eines Nachts kommt Lauren vom Junggesellinnenabschied ihrer besten Freundin nach Hause und obwohl sie Single ist, findet sie in ihrer Wohnung einen Fremden, der behauptet, ihr Ehemann zu sein. Sämtliche Freunde und auch die Fotos im Handy bestätigen, dass sie bereits einige Jahre mit Micheal verheiratet ist. Als der allerdings auf den Dachboden steigt, kommt zu Laurens Erstaunen ein anderer Ehemann herunter, auch die Wohnungseinrichtung hat sich geringfügig verändert. So wie ein Zauberer die rosaroten Kaninchen aus dem Hut zieht, so schnell bringt Laurens Dachboden immer wieder neue Ehemänner hervor - doch welcher wird am Ende der Richtige für sie sein?

"Ehemänner" von Holly Gramazio ist eine unterhaltsame Geschichte, die die Ansprüche bei der Partnersuche auf humorvolle Weise beleuchtet. Beim Lesen habe ich ziemlich häufig geschmunzelt, zwischendurch hat sich die Geschichte zwar einmal ein wenig gezogen, aber vom Großteil des Buches habe ich mich doch recht gut unterhalten gefühlt. Manchmal hatte ich beim Lesen den Eindruck, dass es mir von den ständig wechselnden Männern regelrecht schwindelig werden könnte. Lauren dagegen stellt sich überraschend gelassen auf jede neue Situation ein, mir war die Protagonistin schnell sympathisch und ich habe es genossen, an ihrer Seite sämtliche skurrilen Situationen mit zu erleben.

Der Schreibstil hat mich leicht und locker durch die Geschichte gleiten lassen, zwar hatte ich lange Zeit überhaupt keine Vorstellung, worauf die Handlung letztendlich hinaus laufen könnte, das Lesevergnügen wurde dadurch aber keineswegs geschmälert. Und das ist es, was meiner Meinung nach dieses Buch ausmacht, die humorvoll geschriebene Komödie nimmt zwar durchaus das heutige Datingverhalten auf´s Korn, dient in meinen Augen aber in erster Linie der Unterhaltung. Wer sich auf darauf einlassen kann, den erwarten vergnügliche Lesestunden, diesen Roman empfehle ich gern weiter.

Fazit: In humorvollem Schreibstil parodiert die Autorin die Ansprüche bei der modernen Partnersuche, wer locker-leichte Unterhaltung mag, dem wird dieses Buch das eine oder andere Schmunzeln ins Gesicht zaubern. Für die äußerst amüsante Lektüre spreche ich gern eine Leseempfehlung aus.

Veröffentlicht am 28.05.2024

Unterhaltsames Finale der dystopischen Dilogie für Jugendliche

Solartopia – Bis zum Ende der Zeit
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Obwohl Nova glücklich ist, wieder bei ihrem Garten in Turris zu sein, weiß sie, dass ihr Aufenthalt gemeinsam mit Jett, Harlin und Euly nur eine kurze Verschnaufpause sein kann. Denn der Gärtner will Solartopia ...

Obwohl Nova glücklich ist, wieder bei ihrem Garten in Turris zu sein, weiß sie, dass ihr Aufenthalt gemeinsam mit Jett, Harlin und Euly nur eine kurze Verschnaufpause sein kann. Denn der Gärtner will Solartopia und den Großteil der Bewohner dem giftigen Smog überlassen, während er sich selbst und einige ausgewählte Helfer in ein neu errichtetes Hochhaus rettet. Um das zu verhindern, geht Nova mit ihren Freunden in die Stadt zurück, an der Solaris-Akademie hofft sie, die genauen Pläne des Gärtners in Erfahrung zu bringen. Was hat es mit den seltsamen Pflanzen auf sich, die neuerdings überall in Solartopia wachsen, warum wirken ihre Pheromone so träge und warum kann Nova nicht mit ihnen kommunizieren?

"Solartopia - Bis zum Ende der Zeit" von Victoria Hume ist der zweite Band einer spannenden Jugenddystopie, zum Verständnis sehe ich es als unabdingbar an, zunächst den ersten Teil gelesen zu haben, da die Geschichte fortlaufend erzählt wird. Obwohl es bereits einige Monate her ist, seit ich den Vorgänger gelesen hatte, war ich schnell wieder in Novas Welt versunken, auch wenn es im Mittelteil kleinere Längen gab. Die Protagonistin Nova war mir bereits in Band 1 ans Herz gewachsen und es hat mir gefallen, sie erneut zu begleiten. Die Handlung wird komplett aus ihrer Perspektive beschrieben, so hatte ich beim Lesen den Eindruck, mich gut in Nova hinein versetzen zu können.

Der Schreibstil hat mich wieder locker und leicht durch die Geschichte geführt, auch die Spannung war meiner Meinung nach genau im richtigen Maß eingesetzt, die Altersempfehlung (Jugendliche ab 12 Jahren) finde ich angemessen. Das Thema Umgang mit der Umwelt, das den Hintergrund dieser Buchdilogie bildet, fand ich hier noch intensiver heraus gearbeitet, neben dem fesselnden, fantasievollen Leseerlebnis bietet diese Fortsetzung auch genügend Denkanstöße, ohne dabei besserwisserisch oder belehrend zu wirken. Insgesamt habe ich mich fantastisch unterhalten gefühlt, so dass ich für diesen Roman, genau wie für seinen Vorgängerband, gern eine Leseempfehlung ausspreche.

Fazit: Schreibstil und Spannungsbogen fand ich passend auf die jugendliche Zielgruppe zugeschnitten, die kleinen Längen im Mittelteil waren schnell überwunden und schlussendlich hatte ich ein angenehmes, fantasievolles Leseerlebnis, das ich gern weiter empfehle.