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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.03.2018

Schade- Kein würdiger Abschluss

Der Glanz der Dunkelheit
1

Ich habe mich sehr auf diesen Abschlussband gefreut, da mir die ganze Reihe bisher unglaublich gut gefallen hat und dementsprechend hatte ich hohe Erwartungen -vielleicht zu hohe.
Dass es sich in der Originalsprache ...

Ich habe mich sehr auf diesen Abschlussband gefreut, da mir die ganze Reihe bisher unglaublich gut gefallen hat und dementsprechend hatte ich hohe Erwartungen -vielleicht zu hohe.
Dass es sich in der Originalsprache eigentlich um eine Trilogie handelt und man im Deutschen den letzten Band aufgeteilt hat, hat man leider deutlich gemerkt und die Teilung hat der Geschichte nicht unbedingt gut getan. Man ist zwar sofort wieder im Geschehen drin, aber es fehlt der individuelle Handlungsstrang, die konkrete Struktur, die diese Erzählung zu einem eigenständigen Roman macht. Auch wenn das Buch rund 450 Seiten fasst, liest es sich eher wie ein etwas ausufernder Epilog, der schnell alles zu einem Ende bringen will und versucht alle zuvor angerissenen Themen zusammenzubringen und abzuhaken.
Besonders auffällig ist dies bei den Textausschnitten, die manchmal den Kapiteln vorangestellt werden und indirekt mit den Entstehungsgeschichten der einzelnen Königreiche oder Prophezeiungen zusammenhängen. Eigentlich haben mir diese Passagen immer gut gefallen, da sie zum Nachdenken über Gründungsmythen von Nationen und allgemein das Geschichtsbewusstsein anregen, denn gerade in der heutigen Zeit ist es (auch für Jugendliche) wichtig, sich mit der nationalen Identität auseinanderzusetzen. Allerdings habe ich vergeblich darauf gewartet, dass noch ein konkreter Handlungsbezug hergestellt wird, abgesehen davon, dass Lia diese Texte übersetzt.
Und so wie hier ging es mir noch mit vielen anderen Aspekten der Geschichte: Dinge, die so lange vorbereitet wurden, auf die so lange hingearbeitet wurde, wurden einfach innerhalb einer Seite ohne viel Tiefgang abgehandelt und aufgelöst. Beispiele hierfür sind die Konfrontation von Lia mit ihren Eltern, aber auch das Widersehen mit ihren Freunden aus Terravin, die Geburt von Paulines Kind, das geplante Überführen der Verräter und auch der entscheidende Kampf. Es wird zwar alles erwähnt, aber überhaupt nicht ausgestaltet, nur so lieblos hingeschrieben, als würde Pearson endlich fertig werden wollen und hätte ein Seitenlimit einzuhalten.
Abgesehen von der Handlung hatte ich inzwischen aber auch einige Probleme mit den Charakteren. Zum Einen, weil abgesehen von der Protagonistin Lia keine der Nebenfiguren mehr richtig ausgestaltet wurde. Rafe ist jetzt zwar König und hat ab und zu etwas Text, aber was zu sagen hat er nicht. Er tanzt nach Lias Pfeife, steckt stets für sie zurück und eilt zu ihrer Rettung herbei. Kann man zwar romantisch finden, aber in meinen Augen ist er einfach nur schwach geworden. Seine Freunde und Berater dagegen, die noch im zweiten Band eine so wichtige Rolle gespielt haben, wurden nun einfach zu Statisten degradiert, die nichts zum Fortgang der Handlung beitrugen und komplett überflüssig wirkten -die typischen Bauernopfer. Das Potenzial, welches diese Figuren gehabt hätten, ist gnadenlos und unnötig verschenkt worden. Ähnlich verhielt es sich bei dem einstmals starken, wenn auch ambivalenten Attentäter Kaden, der zuvor mein Lieblingscharakter war. Auf einmal ist er geläutert, wirkt manchmal gar wie ein weinerlicher kleiner Junge und baut plötzliche neue Beziehungen auf.
Generell ist alles inzwischen zu stark auf Lia fokussiert -klar, sie ist die Hauptperson, aber Nebencharaktere und deren Ausgestaltung sind auch wichtig und machen doch eine Geschichte erst lebendig. Pearson allerdings gibt ihnen hier kaum Raum sondern stellt Lia stets in den Mittelpunkt und als absoluten Übermensch dar. Sie ist die vom Universum Auserwählte, die in einer Prophezeiung Erwartete, ein Heilsbringer gleich Jesus. Dabei führt sie sich auch andauernd wie ein Moralapostel auf, tritt für Gleichberechtigung von Völkern und Geschlechtern ein, gegenseitiges Verständnis und Zusammenarbeit. Und alle haben plötzlich ein Einsehen! Ich lese zwar gerne von starken Frauenfiguren, aber ich bevorzuge auch etwas Realismus. Ein Mädchen, dass ohne Ausbildung plötzlich problemlos über militärische und wirtschaftliche Belange entscheidet, den totalen Durchblick hat und für jedes Problem -größtenteils dank übersinnlicher Eingebungen- eine Lösung findet, kann ich irgendwie nicht so ganz ernst nehmen. Gerade in einem Jugendbuch sollte meiner Ansicht nach dargestellt werden, dass man sich Dinge erarbeiten und vor allem viel lernen muss und nicht, dass einem alles in den Schoß fällt und alles schon gut wird, wenn man nur macht, was man selbst für richtig hält. Abgesehen davon hat sie auf einmal gar nicht mehr mit ihrer Identität zu kämpfen. Sie akzeptiert, dass sie nicht sein kann, wer sie sein will und jemand anders werden muss, als sie schon ist… Nun ja. Diese Akzeptanz von dem Kreislauf der Geschichte und der Wiederholung des Schicksals steht im Widerspruch zu den andauernd auch von Lia angepriesenen Wahlmöglichkeiten: „Die Wahl zu haben ist ein mächtiges Geschenk und kann zu großem führen – aber dieses Geschenk darf nicht in den Händen einiger weniger liegen.“ (S. 421)
Zum Schluss möchte ich noch einmal ein zentrales Thema hervorheben, das sich konsequent durch die Reihe gezogen hat und auch im Finale nochmals passend aufgegriffen wurde. Hierzu ein weiteres Zitat von unserer kleinen Prophetin Lia: „Wahrheit ist so frei wie Luft, und wir alle haben das Recht, Luft zu holen, so tief uns so viel wir wollen. Sie darf nicht nur für einen einzigen da sein.“ (S. 125) Alles begann mit Lügen und Intrigen, mangelndem Vertrauen und schlichten Unwahrheiten. Jetzt schließt sich der Kreis, die Wahrheit (oder was jeder dafür halten mag) kommt ans Licht, es wird mit Irrtümern aufgeräumt und so kann ein Neuanfang gewagt werden. Endlich mal eine gute Botschaft, die uns da mit auf den Weg gegeben wird.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Atmosphäre
  • Figuren
  • Handlung
  • Spannung
Veröffentlicht am 17.06.2024

Naja

A Touch of Malice
0

Reihe wurde von Band zu Band schwächer und ist immer noch nicht zu Ende. Eigentliche Handlung kaum existent, stattdessen viel Füllstoff und extrem viel Erotik. Muss man mögen.

Reihe wurde von Band zu Band schwächer und ist immer noch nicht zu Ende. Eigentliche Handlung kaum existent, stattdessen viel Füllstoff und extrem viel Erotik. Muss man mögen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.10.2022

Tolle Idee, aber holprig umgesetzt

The Witches of Silent Creek 1: Unendliche Macht
4

Nach dem Tod ihrer Eltern kehrt Helena in die schottische Heimatstadt ihrer Mutter zurück und muss schon bald feststellen, dass es Magie und böse Mächte gibt. Außerdem trifft sie auf Tyrael, einen mysteriösen ...

Nach dem Tod ihrer Eltern kehrt Helena in die schottische Heimatstadt ihrer Mutter zurück und muss schon bald feststellen, dass es Magie und böse Mächte gibt. Außerdem trifft sie auf Tyrael, einen mysteriösen Bad Boy, der ebenfalls in all diese Geheimnisse verstrickt zu sein scheint, und von dem sie unwiderstehlich angezogen wird.

Für mich versprach diese Geschichte alles, was ich liebe: das Setting einer geheimnisvollen schottischen Küstenstadt, Magie und eine sich anbahnende Liebesgeschichte. Leider konnte das Buch meinen Erwartungen aber nur bedingt entsprechen.  Während ich zu Beginn noch gut in das Buch hineingefunden habe, wurde ich mit jedem Fortschreiten der Handlung immer verwirrter. Die Autorin hatte wirklich wahnsinnig viele Ideen und hat versucht sie alle irgendwie in diese Geschichte reinzuquetschen, was mir einfach zu viel war. Weniger ist manchmal mehr und das Buch hätte davon profitiert, wenn der Fokus auf weniger Aspekte gelegt wprden wäre.

Durch das ständige Aufwerfen neuer Fragen und Handlungsstränge konnte ich mich auch nicht emotional auf die Figuren oder generell die Handlung einlassen, denn es blieb einfach zu wenig Raum um mal an einer Stelle zu verweilen und die Charaktere oder die Stimmung allgemein richtig kennenzulernen. Stattdessen habe ich nur versucht irgendwie am Ball zu bleiben, um halbwegs nachzuvollziehen, was eigentlich gerade passiert.

Dabei war es auch nicht so hilfreicht, dass aus etlichen Ich-Perspektiven geschrieben wurde, wobei es sich bei den Erzählern teilweise wirklich nur um Nebenfiguren handelte, die erst gegen Ende relevant wurden. Auch hier hätte ich es besser gefunden, wenn der Fokus bei den Protagonisten Helena und Tyrael geblieben wäre, damit man wenigsten sie richtig zu fassen bekommen hätte. 

Dafür war aber der Schreibstil angenehm zu lesen, auch wenn er bisweilen wie die Handlung etwas sprunghaft wirkte, kam ich insgesamt damit gut klar. 

Insgesamt konnte mich das Buch leider nicht überzeugen, und wenn das Buch nicht mit einem so fiesen Cliffhange geendet hätte und ich nicht noch einige Fragen geklärt haben wollen würde, würde ich nicht unbedingt die Fortsetzung lesen wollen. Aber man kann der Autorin zu gute halten, dass sie sich viele Gedanken gemacht hat und einige tolle Ideen hatte, nur sollte sie diese für ihr nächstes Werk vielleicht etwas dosierter einstetzen.

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  • Fantasy
Veröffentlicht am 17.01.2026

Naja

Half His Age
0

Also, man sollte meinen diese Dynamik wurde mittlerweile bis zum Erbrechen diskutiert. Wir haben sie aus jedem Blickwinkel, aus jeder Geschlechterperspektive, von oben nach unten und umgekehrt beleuchtet. ...

Also, man sollte meinen diese Dynamik wurde mittlerweile bis zum Erbrechen diskutiert. Wir haben sie aus jedem Blickwinkel, aus jeder Geschlechterperspektive, von oben nach unten und umgekehrt beleuchtet. Meiner bescheidenen Meinung nach muss eine Geschichte über die Beziehung zwischen einem Schüler und seinem Lehrer im Jahr 2026 etwas Neues bieten. Sie muss subversiv wirken, eine neue Wendung der uralten Geschichte darstellen oder zumindest verdammt gut geschrieben sein. Nichts davon trifft hier zu. Sicher, sie mag plumper sein als die vielen Vorgänger, aber ich bin mir nicht sicher, ob das die Originalität ist, die ich suche. Sie folgt ihrem vorhersehbaren Muster, bleibt angenehm an der Oberfläche und endet genau so, wie man es erwartet. Die Einbindung der Digitalsisierung war ganz nett, aber auch nicht so neuartig. Kann man lesen, muss man aber nicht.

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Veröffentlicht am 02.01.2026

Enttäuschend

The Woman in Suite 11
0

Lo Blacklock ist mittlerweile mit Judah verheiratet und hat zwei Söhne. Nach fünf Jahren Pause vom Schreiben ist die Reisejournalistin bereit, ihre Karriere wieder aufzunehmen. Sie ist überrascht, als ...

Lo Blacklock ist mittlerweile mit Judah verheiratet und hat zwei Söhne. Nach fünf Jahren Pause vom Schreiben ist die Reisejournalistin bereit, ihre Karriere wieder aufzunehmen. Sie ist überrascht, als sie eine Einladung zur Presseeröffnung eines Luxushotels der Leidmann-Gruppe am Genfersee erhält. Judah ermutigt sie, hinzugehen, und sie hofft, ein oder zwei bezahlte Artikel zu ergattern, insbesondere wenn sie Marcus Leidmann, den zurückgezogen lebenden Milliardär und Eigentümer, interviewen kann. Nach der Veranstaltung kann sie ihre Mutter in England für ein paar Tage besuchen.
Lo ist sofort überrascht, dass ihr Flugticket in die erste Klasse aufgewertet wurde. Im Hotel angekommen, trifft sie überraschend auf drei Personen aus ihrer Vergangenheit: Ben Edward (ihren Ex-Freund), Alexander, einen Gourmetkritiker, und Cole, einen Fotografen. Sie alle waren mit ihr auf der Aurora, und sie hat darüber einen Bestseller geschrieben („Dark Waters“). Dann findet man in ihrem Zimmer eine Nachricht, dass sie so schnell wie möglich in Suite 11 kommen soll. Die Leser werden gespannt sein, wie und welche Entscheidungen Lo erneut in die missliche Lage einer anderen Person verwickeln. Lo scheint das Unglück zu verfolgen, sobald sie auf Missionen geht.

Erinnern Sie sich an die Handlung von „Die Frauen in Kabine 10“? Oder gehören Sie zu denen, die Ruth Ware um eine Fortsetzung gebeten haben? Mir fällt kein einziger Grund ein, warum man sich eine Fortsetzung eines Thrillers wie „Die Frauen in Kabine 10“ wünschen sollte. Er endete perfekt.

Ich brauche ganz bestimmt keine Fortsetzung eines Buches, das ich vor neun Jahren gelesen habe. Und trotzdem haben wir hier eine mittelmäßige Fortsetzung. Ich stimme einigen anderen zu, die Folgendes gesagt haben: Ein Thriller braucht NIEMALS eine Fortsetzung. Thriller sollen fesseln, nicht neun Jahre lang in die Länge gezogen werden!

Als Fan von Ruth Ware freue ich mich natürlich auf ihre nächsten Bücher, egal ob Fortsetzung nötig ist oder nicht.

Über dieses Buch gibt es allerdings nicht viel zu sagen. Es ist ein typischer, temporeicher Ruth-Ware-Roman, den wir alle kennen und lieben. Ihr Schreibstil fesselt den Leser und macht es schwer, das Buch aus der Hand zu legen.

Ich finde den Inhalt dieses Buches allerdings nervig. Das Einzige, was man über „Die Frau in Suite 11“ wissen muss, ist, dass die Hauptfigur Lo Blacklock unglaublich naiv ist. Sie wiederholt dieselben Fehler, ohne daraus zu lernen, was die Geschichte unrealistisch macht.

Es ist schade, denn ich hatte mich auf ein weiteres Buch von Ruth Ware gefreut. Hoffentlich hat sie in ihrem nächsten Buch etwas Spannenderes zu bieten. Ich vermisse ihre früheren Werke. Ich würde dieses Buch meinen lesebegeisterten Freunden nicht empfehlen; es ist aber trotzdem einigermaßen unterhaltsam. Auch wenn man sich während des Lesens immer wieder über Los Dummheit ärgern wird.

Ich konnte es kaum glauben, dass das die Gesamtzahl war! Ich habe jedes einzelne Wort markiert und zweimal gezählt. Diese übermäßige Verwendung von Schimpfwörtern hat jegliche Spannung und Faszination zerstört. Auch die Handlung fand ich unrealistisch, substanzlos und repetitiv; die Hauptfigur wirkte flach und oberflächlich, und die Nebenfiguren waren eindimensional, sodass man ihnen nicht die Daumen drücken konnte. Ich hätte das Buch beinahe nicht zu Ende gelesen, aber meine Neugierde siegte. 🤷🏻‍♀️ Ich wollte wissen, wie sich die Handlung entwickelt und außerdem herausfinden, wie viele Schimpfwörter insgesamt fallen.

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