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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.06.2024

Nostalgie des Erwachsenenwerden

Die Sache mit Rachel
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Ich habe mich lange nicht mehr von einem Buch so persönlich angegriffen und gleichzeitig köstlich unterhalten gefühlt. Immer wieder gibt es Momente, in denen man sich fragt, ob einem die Hauptcharaktere ...

Ich habe mich lange nicht mehr von einem Buch so persönlich angegriffen und gleichzeitig köstlich unterhalten gefühlt. Immer wieder gibt es Momente, in denen man sich fragt, ob einem die Hauptcharaktere überhaupt sympathisch sind, in denen man sie für ihre Handlungen verurteilt - nur um dann daran erinnert zu werden, dass man selber mal Anfang 20 war. Auch wenn das eigene Leben nicht ganz so aufregend wie das Jahr 2010 von Rachel und James war, so findet man sich doch laufend in den kleinen und großen Emotionen wieder: Die Langeweile im Nebenjob, der Gedanke, dass man nicht genug bezahlt wird, die Freude über einen aufregenden neuen Kollegen. Der Wunsch und Vorsatz, "erwachsener" zu handeln, und sei es nur die Wäsche richtig zu waschen oder mal früher aufzustehen. Und schließlich die kleinen Schwärmereien, bei denen man genau 2 Tage untröstlich ist und dann eher froh, dass sie jetzt "erledigt" sind - und dazwischen vielleicht die ganz große Liebe mit echten Gefühlen.
An all dies hat das Buch mit viel Humor erinnert und es mit kleinen Details zu einer authentischen Geschichte verknüpft, sodass man sich am Ende wünscht, man hätte auch einen besten Freund namens James in seinem Leben.

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Veröffentlicht am 17.05.2026

Richtig guter Ansatz mit schwächerem Verlauf

Mit anderen Augen
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Manchmal fühlt man sich einfach nicht richtig gesehen oder direkt ganz unsichtbar - in der Welt des Romans ist dies wörtlich zu nehmen. Überwiegend Frauen über 50 Jahren können an Unsichtbarkeit erkranken, ...

Manchmal fühlt man sich einfach nicht richtig gesehen oder direkt ganz unsichtbar - in der Welt des Romans ist dies wörtlich zu nehmen. Überwiegend Frauen über 50 Jahren können an Unsichtbarkeit erkranken, nach und nach werden ihre Körperteile unsichtbar. Auch Tilda ist hiervon betroffen, doch sie will es nicht akzeptieren und macht sich auf die Suche nach der Heilung.

Die Geschichte hat so gut begonnen, dann aber im Mittelteil und Ende leider wieder nachgelassen und ich finde es richtig schade.
Zu Beginn überzeugen die Protagonistin sowie die Nebencharaktere mit wunderbarer Selbstironie und tollem Humor, man findet sie direkt sympathisch und kann sowohl die Familienbande als auch die Freundinnenschaften echt feiern.
Dazu werden extrem wichtige gesellschaftskritische und feministische Themen auf eine gleichzeitig unterhaltsame und doch emotionale und leicht anklagende Art aufgegriffen, sodass man durch die Seiten fliegt und dabei noch viel Stoff zum Nachdenken findet. Genau wie Tilda kann man gut über sich selbst reflektieren und wertvolle Lektionen für das eigene Leben mitnehmen.

Irgendwann im Mittelteil hat mir der Wandel der Erzählung dann aber nicht mehr so gut gefallen: Es wirkt ein wenig wie ein Selbsthilferatgeber, dazu werden (für meinen Geschmack zu viele) Elemente der Meditation eingebaut und dies in Kombination als Wundermittel verkauft. Ich persönlich konnte damit nicht so viel anfangen und fands auch schade, dass sich Probleme viel zu einfach wieder lösen. Die Bezeichnung des Klappentextes als "Märchen" ist hier echt passend, auch wenn es ganz anders angefangen hat.
Eine andere Richtung hätte das Buch überragend machen können, so wird es mir leider nur als ganz nette Unterhaltung im Gedächtnis bleiben.

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Veröffentlicht am 02.05.2026

What happens in Vegas...

Illusion – A Lie Worth Believing
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Stella jobbt als Sängerin und Kellnerin in einer kleinen Bar, doch das Publikum hört ihr nur halbherzig zu und der Lohn reicht kaum für die Miete.
Als jedoch der Illusionist Levin im Publikum sitzt und ...

Stella jobbt als Sängerin und Kellnerin in einer kleinen Bar, doch das Publikum hört ihr nur halbherzig zu und der Lohn reicht kaum für die Miete.
Als jedoch der Illusionist Levin im Publikum sitzt und ihr einen Job in seiner Las Vegas Show anbietet, könnte sich ihr ganzes Leben ändern - doch natürlich ist nichts so, wie es scheint.
Die Gestaltung des Buches ist sehr süß gemacht und mit Liebe zum Detail, zu Beginn gibt es eine Playlist, im Text immer wieder Zeitungsartikel, Chatverläufe, Spielkarten und andere Illustrationen und Grafiken. Diese Kleinigkeiten haben die Geschichte nochmal zusätzlich lebendiger gemacht.

Erzählt wird sie aus den Perspektiven von Stella und Levin, was mir überwiegend gut gefallen hat. Durch Levins Sicht bekommt man schnell einige Antworten, aber auch noch mehr Fragen. Teilweise hat dies geheimnisvoll und spannend gewirkt, teilweise aber auch etwas frustriert. Ich war neugierig auf die Rätsel der Geschichte, aber wollte auch nicht durchgängig daran erinnert werden.
Das Erzähltempo zu Beginn hat mir sehr gut gefallen, im Mittelteil wurde es dann jedoch ein wenig schwächer, generell konnte ich das Buch aber schön flüssig lesen.

Die Idee hinter der Illusionsshow war sehr cool, quasi Magie durch Programmieren und technische Errungenschaften. Manche der Tricks konnte ich mir jedoch nicht ganz so gut vorstellen, dafür fand ich die Atmosphäre in Vegas generell aber gut beschrieben.
Stella als Protagonistin war mir sympathisch, sie hatte eine witzige Art und ich mochte es, dass sie grundsätzlich skeptisch dargestellt wurde. Manche ihrer Handlungen haben dazu dann aber nicht komplett gepasst, auch die Liebesgeschichte ging mir ein wenig zu schnell.
Die Nebencharaktere haben Potential, besonders durch ihre Eigenheiten und Rollen in der Show, hier würde ich aber gerne noch mehr in die Tiefe gehen - vielleicht ja in Band 2 dann?

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Veröffentlicht am 27.04.2026

Unterwegs mit Loki

Loki − Her Twisted Heart
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Griechische, römische und nordische Götter, alle zusammen in einer Welt, getrennt durch ein Tor von der Welt der Menschen.
Das Setting hat mir von Anfang an richtig gut gefallen, vor allem da die Götterwelten ...

Griechische, römische und nordische Götter, alle zusammen in einer Welt, getrennt durch ein Tor von der Welt der Menschen.
Das Setting hat mir von Anfang an richtig gut gefallen, vor allem da die Götterwelten normalerweise ja eher getrennt sind. Eine Karte ihrer Welt veranschaulicht das Ganze zusätzlich nochmal schön.
Mitten drin sind natürlich der allseits bekannte Gott Loki sowie Harlow, die als eine Agrai die Welt der Menschen bewacht.
Auch das Konzept der Agrai fand ich sehr interessant und spannend, ebenso wie die Beschreibungen der Götterwelt samt Göttern und mystischen Wesen.

Die Geschichte wird überwiegend aus Harlows Perspektive erzählt, jedoch kommt auch Loki vereinzelt mal zu Wort. Sein Anteil hätte gerne noch ein wenig größer ausfallen können, aber generell hat mir Harlow als Erzählerin auch gefallen.
Der Schreibstil war angenehm zu lesen, nur das Tempo habe ich teilweise als etwas komisch empfunden: Manche Szenen fühlten sich leicht überhastet an, andere hingegen als etwas zu lang.
Überwiegend mochte ich den Aufbau aber - die Einführung gelingt gut, es werden direkt einige Fragen aufgeworfen, die neugierig machen, während man in kleinen Häppchen mehr Infos über die Welt etc. erhält.
Während manche Fragen schnell beantwortet werden, kommen immer wieder auch neue hinzu, sodass die Spannung aufrechterhalten wird.
Auch die Kampfszenen und die Beschreibungen der Welt haben mir sehr gefallen, ebenso wie Lokis Charme in großen Teilen. Bei ihm habe ich manchmal allerdings noch den Funken des gewissen Etwas vermisst, genau wie bei der Liebesgeschichte.
Insgesamt hat mich die Geschichte aber bisher gut unterhalten und ich bin auf die Fortsetzung gespannt.

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Veröffentlicht am 26.04.2026

Fantasy Slice of Life

The House Witch 1
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Finlay ist nicht nur der neue Koch im Königsschloss einer Fantasy-Welt, sondern gleichzeitig auch heimlich eine Haushexe. Was das bedeutet? Fliegende Teller, sich selbst schälendes Gemüse und laufende ...

Finlay ist nicht nur der neue Koch im Königsschloss einer Fantasy-Welt, sondern gleichzeitig auch heimlich eine Haushexe. Was das bedeutet? Fliegende Teller, sich selbst schälendes Gemüse und laufende Besen, dazu ein süßer Kater.
Wir begleiten ihn bei seiner Ankunft und erleben, wie er nach und nach die Schlossbewohner besser kennenlernt und für Aufruhr sorgt.

Dieses Buch passt perfekt zum Cozy Genre, es ist einfach super entspannt zu lesen und sorgt immer wieder für ein schönes warmes Gefühl.
Gleichzeitig hat es mich sehr an eine Art Slice of Life Serie erinnert, die Kapitel wirken wie eine kurze Episode, in der nur Kleinigkeiten passieren und zwischendurch mal etwas über die Rahmenhandlung erzählt wird.
Dies ist super, wenn man nur immer wieder mal ein paar Kapitel zwischendurch lesen will, führt allerdings auch zu einigen Längen, wenn man viele Seiten am Stück liest.

Dabei ist der Weltenaufbau relativ unkompliziert, sodass man die Grundlagen der Magie und Länderpolitik schnell versteht.
Die Idee einer (männlichen) Haushexe hat mir auch besonders gut gefallen, es passt auch perfekt zu einer cozy Fantasy Geschichte. Mein Highlight waren die verschiedenen Beziehungen und wie sich diese entwickelt haben, sei es zum Küchenpersonal oder auch zum Königspaar selbst.
Wer einfach nur immer wieder mal ein bisschen mit einem Buch in eine gemütliche Welt abtauchen will, ist hier gut mit beraten, wer atemlose Spannung sucht jedoch eher fehl am Platze.

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