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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.07.2025

Eine würdige Fortsetzung

Season for Scandal
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Selten habe ich mich in letzter Zeit so sehr auf eine Fortsetzung gefreut, wie auf diese hier und ich wurde nicht enttäuscht.
Ich liebe Laura Woods Schreibstil. Es fällt einfach so schwer, ihre Bücher ...

Selten habe ich mich in letzter Zeit so sehr auf eine Fortsetzung gefreut, wie auf diese hier und ich wurde nicht enttäuscht.
Ich liebe Laura Woods Schreibstil. Es fällt einfach so schwer, ihre Bücher aus der Hand zu legen, weil sie Spannung, teils schwermütigen Tiefgang und Humor abwechslungsreich zu verbinden weiß. Auch diese Geschichte sorgt mit schlagfertigen Dialogen für gute Laune, bietet Momente zum Schmachten und Mitfiebern. Besonders haben mir die passend zu Marigolds Job als Blumenhändlerin liebevoll eingestreuten Details um die Bedeutung von Blumenarten gefallen.
Die Protagonistin ist eine beeindruckende junge Frau, ihr Schwanken zwischen Liebe und Sorge für ihre Familie und eigenen Zukunftswünschen erschien sehr gut nachvollziehbar. Die Sympathie für Oliver wuchs bei mir entsprechend seiner harten Schale und grummeligen Art erst mit einigen Enthüllungen. Es hat diesmal etwas gedauert, bis ich die Funken zwischen dem Paar gespürt habe, letztendlich hat mich das romantische Finale dann aber sogar zu Tränen gerührt. Die Krimihandlung hat jedoch sofort zum Miträtseln eingeladen und zusätzlich dafür gesorgt, dass ich gar nicht bemerkt habe, wie die Zeit während des Lesens verflogen ist.
Ganz besonders hat mich das Wiedersehen mit den Charakteren aus dem ersten Band gefreut sowie die Tatsache, dass wir hier Mrs. Finch etwas näher kennenlernen. Dieser herrlich bunte Freundeskreis hat eindeutig mein Herz erobert und ich erwarte bereits gespannt den dritten Teil der Reihe.
Auch wenn dieser Band ernster und erwachsener als der Vorgänger gestartet ist, merkt man an manch rosaroter Abhandlung von Problemen zum Ende hin doch, dass das Buch auf ein jüngeres Publikum abzielt. Dennoch empfehle ich es allen, die auf der Suche nach einem spicefreien, aber sehr romantischen Mix aus Krimi und Liebesgeschichte vor - keinesfalls verherrlichtem - historischem Setting sind und sich eine ordentliche Prise Feminismus wünschen.

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Veröffentlicht am 09.02.2025

Emotionsgeladene, düstere Urban Fantasy

Die Asche in ihm
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Da ziemlich viel Zeit seit meiner Lektüre des Auftaktbands vergangen war, fand ich etwas schwer zurück in die Geschichte. Als mein Vorwissen aufgefrischt war, kam ich aber dank so manch schockierender ...

Da ziemlich viel Zeit seit meiner Lektüre des Auftaktbands vergangen war, fand ich etwas schwer zurück in die Geschichte. Als mein Vorwissen aufgefrischt war, kam ich aber dank so manch schockierender Entwicklung gut voran.
Nach Band 1 habe ich noch kritisiert, dass ich keine Verbindung zu den Figuren aufbauen konnte. Doch genau das wurde zur größten Stärke des Folgebands. Was habe ich mit den Charakteren gelitten. Mir liefen kalte Schauer über den Rücken, mein Herz wurde mir eng in der Brust und ich habe so manche Träne verdrückt. Man garniere diese Gefühlsachterbahn mit Wendungen, die mich völlig überraschen konnten und erhalte einen der besten Mittelbände, die ich je gelesen habe.
Nach wie vor konnte mich die düstere Atmosphäre völlig überzeugen. Ständig hat man das Gefühl, jederzeit auf das Schlimmste gefasst sein zu müssen. Dazu tragen auch die ProtagonistInnen selbst bei. Mehr als einmal hätte ich Personen gerne lauthals gefragt, was sie dort tun. Zwischendurch wusste ich ebenso wenig wie so mancher Charakter, wer überhaupt noch als vertrauenswürdig gelten kann.
So sehr ich auch leiden musste, habe ich es doch genossen, die Charaktere tiefer kennenzulernen. Der heimliche Star unter ihnen ist für mich mit Askas Bruder Lian eigentlich eher unter den Nebenfiguren zu suchen. Allerdings hat er mein Herz gehörig zum Schmelzen gebracht und seine Interaktionen ließen so manch dunkle Situation erträglicher wirken. Der alltägliche Überlebenskampf, die Bewältigung von vergangenen Taten, Traumata und neuen Erkenntnissen sowie (erneutes) Zueinanderfinden stehen nämlich im Fokus der Handlung und sorgen für harte Kost, aber furchtbar realistisch wirkende mentale Belastungen. Ich für meinen Teil musste das Gelesene erstmal eine Weile sacken lassen.
Dieser Band wirkt in sich abgeschlossen und kommt zu einem runden, ungemein befriedigenden Ende. Dennoch werde ich auch den dritten Band noch anschließen, da ich einfach noch nicht bereit bin, die liebgewonnenen Charaktere ziehen zu lassen.

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Veröffentlicht am 19.06.2024

Brutal gute Unterhaltung

Ära der Dunkelheit
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Das großartig gestaltete Cover passt durch die dunkle Farbgebung hervorragend zum Genre und den nordischen Elementen der Geschichte.
Zum Inhalt: Junas Welt gerät aus den Fugen, als ihre Heimatstadt überfallen ...

Das großartig gestaltete Cover passt durch die dunkle Farbgebung hervorragend zum Genre und den nordischen Elementen der Geschichte.
Zum Inhalt: Junas Welt gerät aus den Fugen, als ihre Heimatstadt überfallen wird. Gemeinsam mit anderen jungen Frauen wird sie von grausamen Schattenmagiern in den Norden verschleppt, nichts ahnend welch besondere Fähigkeiten in ihr schlummern...
Wenn ihr darüber nachdenkt dieses Buch zu lesen, schaut euch vorher bitte unbedingt die Triggerwarnungen an. Hier ist drin, was draufsteht: Dark Fantasy!
Die vielen Perspektivwechsel sorgen für kurzweilige Unterhaltung. Daneben greift das unwirtliche nordische High Fantasy-Setting die grausamen Inhaltselemente gelungen auf. Dieses Buch macht regelrecht süchtig. Ich habe den rasanten Start am Stück verschlungen, dann eine dringend benötigte Atempause im Spannungsaufbau genossen, bevor ich für das letzte Drittel Teile meiner Nachtruhe geopfert habe, nur, um vor einem recht gemeinen Cliffhanger zu stehen. Was soll ich sagen? Die Geschichte hat mich in ihren Bann gezogen. Teilweise wäre ich gerne in sie hineingeschlüpft, um jemanden zu schütteln oder gleich mitzukämpfen.
Auch wenn ich gerade die jüngeren Charaktere durchaus sympathisch fand, blieb immer eine gewisse Distanz. Diese ist bei allem, was ihnen widerfährt, allerdings auch durchaus nützlich. Ich habe dennoch mit den Figuren gelitten, gehasst und gehofft.
Die düstere und durchweg bedrohliche Atmosphäre hat dafür gesorgt, dass ich niemandem wirklich getraut habe. Aufwühlend und pulsbeschleunigend ist das Leseerlebnis daher allemal, weshalb die aufkeimenden Freundschaften und der Funken Liebe Balsam für die Seele waren.
Obwohl ich einige Wendungen bereits erahnt habe, saß ich beim Lesen trotzdem wie auf glühenden Kohlen, weshalb ich es kaum erwarten kann, mit dem Folgeband zu starten. Ich bin vor allem auf Junas und Aidens Charakterentwicklungen gespannt.
Halten wir also fest: ein gelungener Auftaktband, der Lust auf mehr macht. Fans von finsteren Actionfilmen und Game of Thrones Intrigen werden hier sicher auf ihre Kosten kommen.

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Veröffentlicht am 05.08.2023

Charmante, queere Kleinstadtromanze

Bright Falls 1. Delilah Green Doesn't Care
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Das deutsche Cover ist leider echt nicht meins. Auch wenn es zum Genre der Liebesromane passt, ist es mir doch zu bunt und zu verspielt. Die gute Nachricht aber lautet: Ein Blick dahinter lohnt sich.
Zum ...

Das deutsche Cover ist leider echt nicht meins. Auch wenn es zum Genre der Liebesromane passt, ist es mir doch zu bunt und zu verspielt. Die gute Nachricht aber lautet: Ein Blick dahinter lohnt sich.
Zum Inhalt: Delilah Green kehrt als Fotografin der Hochzeit ihrer entfremdeten Stiefschwester Astrid in ihre verhasste Heimatstadt zurück. Dort trifft sie auf Claire Sutherland, eine der besten Freundinnen ihrer Schwester. Bald muss sich Delilah fragen, ob das Leben dort eventuell nicht mehr ganz so negativ erscheint wie in der Vergangenheit.
Der Schreibstil konnte mich vollends überzeugen. Die Geschichte ist leicht lesbar, humorvolle Schlagabtausche und knisternde Atmosphäre zwischen den Protagonistinnen sorgen für zusätzliche Unterhaltung. Wechselnde Perspektiven, wenn auch teilweise etwas lange Kapitel, ermöglichen es, die Gefühlswelten von Delilah und Claire nachzuvollziehen.
Delilah ist eine kreative, ungeschliffene und garantiert nicht auf den Mund gefallene Protagonistin. Ihren Humor muss man mögen, aber mir war sie direkt sympathisch. Claire ist eine liebevolle alleinerziehende Mutter mit einem riesigen Herzen. Doch die Protagonistinnen sind nicht nur einzeln nahbare, liebenswerte Charaktere, deren Chemie untereinander definitiv stimmt und beim Lesen spürbar wird. Viel wichtiger ist, dass wir mit ihnen ein Paar vorgestellt bekommen, dass tatsächlich einmal gut füreinander ist, weshalb man nur mit ihnen mitfiebern kann. Ich für meinen Teil habe mit den beiden gelacht, geschwärmt und geweint. Kurzum: Diese Liebesgeschichte ist echt und lädt zum Mitfühlen und -leiden ein.
Ergänzt wird die herzerwärmende Liebesgeschichte von liebevoll ausgearbeiteten Hintergrundgeschichten rund um realistische Familiendynamiken und einen stärkenden Freundeskreis. Unnötiges Drama, dass nur Seiten füllen soll, sucht man hier vergebens.
Ich wurde hervorragend unterhalten und kann es kaum erwarten, den nächsten Band der Reihe zu lesen. Wer eine queere romantische Komödie - in der nicht alles rosarot gezuckert ist, sondern auch Geister der Vergangenheit zu bewältigen sind - mit Kleinstadt-Setting und liebenswerten Protagonistinnen sucht, sollte hier unbedingt einmal reinlesen.

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Veröffentlicht am 02.12.2022

Beeindruckende Rechercheleistung

Imperium der Schmerzen
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Das Cover gefällt mir sehr gut. Die Schlichtheit entspricht dem Sachbuchcharakter und trotzdem springt es ins Auge, nicht zuletzt dank der gelungenen Hervorhebung des Titels.
Zum Inhalt: Die Sacklers waren ...

Das Cover gefällt mir sehr gut. Die Schlichtheit entspricht dem Sachbuchcharakter und trotzdem springt es ins Auge, nicht zuletzt dank der gelungenen Hervorhebung des Titels.
Zum Inhalt: Die Sacklers waren über mehrere Generationen im Verkauf und Marketing von Medikamenten tätig. OxyContin, eines dieser Medikamente, ist für die Abhängigkeit von Millionen von Menschen verantwortlich. Patrick Radden Keefe zeichnet in diesem Buch ein umfassendes Bild der Unternehmerfamilie, des persönlichen und beruflichen Werdegangs ihrer einflussreichsten Mitglieder und zeigt dabei, wie das Streben nach Geld und Macht den Weg der Sacklers prägte.
Insgesamt handelt es sich hier um ein absolut lesenswertes Sachbuch, das die Augen öffnet, erschreckt und fassungslos macht, sich dabei aber gleichzeitig durch eine aufwendige Rechercheleistung sowie eine exzellente Argumentationsstruktur und einen grundsätzlich soliden Spannungsaufbau auszeichnet. Ich habe lange kein Sachbuch mehr gelesen, dass so gelungen informiert, dabei aber auch auf emotionaler Ebene berührt.
Abzug gibt es für mich letztlich nur beim Punkt der Lesbarkeit. Es handelt sich hier um ein monumentales Werk, das teilweise spannend wie ein Thriller erscheint. Durch andere Passagen musste ich mich aufgrund der Detailfülle und des teilweise etwas umständlichen Satzbaus eher ein wenig quälen. Zudem bedarf die Lektüre eines hohen Maßes an Konzentration, weshalb ich eine Weile gebraucht habe, um dieses Buch zu beenden. Letztlich könnte man das Buch jedoch gut schrittweise lesen - also zur Seite legen und irgendwann wieder zur Hand nehmen, da der Autor mit Wiederholungen arbeitet, die einem den Wiedereinstieg vereinfachen dürften.
Patrick Radden Keefe zeichnet in diesem Buch ein detailliertes dynastisches Portrait der Sacklers, eingebettet in die neueste US-amerikanische Geschichte. Dadurch erhält man beim Lesen unter anderem tiefe Einblicke in die Gesellschaft, das Justizsystem sowie die Medizingeschichte der USA. Damit trägt die Lektüre obendrein auch noch zum Aufbau des Allgemeinwissens bei.
Wen die oben erwähnten inhaltlichen Elemente interessieren oder wer auf der Suche nach einem faszinierenden, dramatischen und fesselnden Familienportrait ist, sollte unbedingt einmal in das Buch hineinlesen.

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