Wenn der Traumort zum Alptraum wird
The Surf HouseStellt euch folgendes vor:
Ihr seid umgeben von einem traumhaften weißen Strand, bei dem der Sand eine angenehme Wärme abstrahlt. Die Sonne scheint hoch am Horizont, hell und klar und ihr könnt die Strahlen ...
Stellt euch folgendes vor:
Ihr seid umgeben von einem traumhaften weißen Strand, bei dem der Sand eine angenehme Wärme abstrahlt. Die Sonne scheint hoch am Horizont, hell und klar und ihr könnt die Strahlen förmlich auf der Haut spüren. Der Wind streicht zart über euren Körper und trägt neben einigen kleineren Sandkörnern eine kalte Meeresbrise zu euch heran. Wenn ihr die Augen öffnet seht ihr zudem auf einen seichten Wellengang, der an einigen Stellen etwas stärker ist und dazu einlädt, in das kalte Nass zu springen. Als plötzlich aus den Wellen eine Leiche zu euch herangetragen wird.
Der erste Teil klang doch traumhaft, oder nicht? Bis die Leiche auftauchte und das ganze Idyll zerstörte.
Genau so erging es mir auch beim Lesen. So sehr war ich gefangen in dieser wunderschönen Umgebung und fand die neue Welt, die mir da eröffnet wurde einfach traumhaft. Doch als es einer der Gäste tot aufgefunden wird, fängt die eigentliche Spannung erst so richtig an.
Bea und ihre Entscheidungen konnte ich nicht immer vollständig nachvollziehen und hätte mir manchmal gewünscht, sie würde mehr hinterfragen, statt blind zu vertrauen. Zwar hat sie öfters auf ihr Gefühl vertraut, hat sie aber auch in den vergangenen Jahren weniger mit Menschen zu tun gehabt, die ihr wirklich etwas Gutes wollten.
Die Auflösung des Falles fand ich wiederum sehr raffiniert. Nie im Leben hätte ich damit gerechnet. Es gab zwar verschiedene Verdachtsmomente auf die eine oder andere Person, aber die Hinweise waren so gut platziert, dass diese in eine andere Richtung führten und nicht nur Bea, sondern auch mich getäuscht haben.
Den Schreibstil mochte ich auch unglaublich gern. Denn obwohl ich noch nie in Marokko war und manche Orte der Phantasie der Autorin entsprangen, hatte ich ein genaues Bild von Land und Leuten vor Augen. Gleiches gilt für die Empfindungen, die die Umgebung zurücklasst, sodass es mich beim Lesen wirklich in seinen Bann gezogen hat.