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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.07.2024

Gelungenes Debüt

Mord im Antiquitätenladen
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Thematisch geht dieser Krimi in eine ähnlich Richtung wie "Der falsche Vogel" - zumindest spielen beide im Antiquitätenmilieu. Scheint irgendwie ein neuer Trend in der Spannung zu werden?
Dabei würde mir ...

Thematisch geht dieser Krimi in eine ähnlich Richtung wie "Der falsche Vogel" - zumindest spielen beide im Antiquitätenmilieu. Scheint irgendwie ein neuer Trend in der Spannung zu werden?
Dabei würde mir von den beiden aber immer dieser hier besser gefallen. Zwar wird für Waldi Lehnertz nicht soviel Werbung gemacht, aber das muss man auch gar nicht. Er ist bekannter Antiquitätenhändler und das merkt man seinem Buch auch an: dass er Ahnung von der Materie hat. Mit Miriam Rademacher hat er außerdem eine Co-Autorin, die richtig Ahnung von Krimis hat.
Bei "Mord im Antiquitätenladen" hat man einen ziemlich kleinen, geschlossenen Personenkreis und einen gut erkennbaren roten Faden. Darin erinnert der Roman an klassische Detektivgeschichten al la Sherlock Holmes.
Es gibt viele gelungene Rätsel, wie die Leiche, die erst auftaucht und dann verschwindet und auch einige falsche Fährten. Die fand ich teilweise ziemlich durchsichtig, aber die Auflösung dennoch überraschend.
Bisher ein sehr gelungener Stand Alone, der aber noch zur Reihe werden könnte.

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Veröffentlicht am 22.07.2024

Literarisch anspruchsvoller Krimi

Feuerjagd
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Tana French schreibt Kriminalromane für alle, die beim Krimi nicht auf ihren literarischen Anspruch verzichten wollen. So ist auch dieser wieder sprachlich ein Genuß.
Nach "Der Sucher", wo es um Cal Hooper ...

Tana French schreibt Kriminalromane für alle, die beim Krimi nicht auf ihren literarischen Anspruch verzichten wollen. So ist auch dieser wieder sprachlich ein Genuß.
Nach "Der Sucher", wo es um Cal Hooper ging, geht es in diesem Band um seine >>Assistentin<< Trey. Damit bleibt sie ihrem Schema treu, immer eine Nebenfigur zur Hauptfigur im nächsten Buch zu machen. Ich finde das sehr gut, weil man damit eine Reihe hat, aber jeden Band dennoch gut für sich lesen kann.
Der Fall ist dieses Mal nicht so offensichtlich spannend, wie ein Mord. Ich fand, dass es sich leider ein bisschen gezogen hat, obwohl der Hintergrund sehr ernst war. Aber es hat eben ziemlich lange gedauert, bis man emotional so weit in den Fall involviert war, dass man mitgefiebert hat. Hier war es tatsächlich mehr gesellschaftskritischer Roman als Krimi.
Trotzdem - wenn man Tana French Fan ist, ist dieser Band ein Muss. Und wenn man sie noch nicht kennt, kann man mit dem Buch hier gut starten und hat dann noch viel von ihr zu entdecken!

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Veröffentlicht am 10.07.2024

Ein zwei Chancen Buch

Meeresfriedhof
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Beim Lesen hatte ich den Eindruck, dass ich kaum vorankomme, weswegen ich nach reichlich 100 Seiten aufs Hörbuch umgestiegen bin. Und siehe da, hätte ich beim Selberlesen behauptet, dass ich das Buch nicht ...

Beim Lesen hatte ich den Eindruck, dass ich kaum vorankomme, weswegen ich nach reichlich 100 Seiten aufs Hörbuch umgestiegen bin. Und siehe da, hätte ich beim Selberlesen behauptet, dass ich das Buch nicht mag - als Hörbuch mochte ich es plötzlich sehr gerne! (Was Lieblingssprecher so alles bewirken können...)
Wahrscheinlich ist einfach der Beginn ziemlich zäh und auch etwas verwirrend. Es gibt viele Personen und da alle mehr oder weniger zu einer Familie gehören, heißen sie natürlich auch noch alle Falck. Die Hölle für Personen mit einem schwachen Namensgedächtnis! Als ich mich endlich reingefunden habe, waren die ganzen Verknüpfungen zwischen den Leuten dann aber mit das Spannendeste am ganzen Buch. Eigentlich sogar so sehr, dass die durchaus spannende Geschichte im 12. Weltkrieg zur Randkulisse dieses Familienstreits verkommt.
Man sollte sich bewusst sein, dass es insgesamt drei Bände werden, also noch nicht alles vollständig aufgelöst wird. Im Gegenteil, Band 1 endete mit einem ordentlichen Knall. Jetzt will ich doch unbedingt wissen, wie es weitergeht!

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Veröffentlicht am 26.06.2024

Entsetzlich erschreckend!

VIEWS
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Ein echt erschreckender Thriller über die (unschönen) technischen Möglichkeiten unserer "schönen" neuen Welt.
Und das im typischen Marc-Uwe Kling Stil.
Da denkt man zuerst, dass das zusammen nicht geht, ...

Ein echt erschreckender Thriller über die (unschönen) technischen Möglichkeiten unserer "schönen" neuen Welt.
Und das im typischen Marc-Uwe Kling Stil.
Da denkt man zuerst, dass das zusammen nicht geht, aber es geht doch und wie!
Ich habe bei dem Buch zwischen selberlesen und Hörbuch gewechselt, weil ich die Bücher, die der Autor selber liest, auch sehr gerne als Hörbuch mag. Beim Hörbuch fand ich, dass man den unterschwelligen Witz etwas besser mitbekommt, aber die Geschichte selber ist so spannend, dass es mir nur im Hörbuch zu langsam vorwärts ging.
Einen der Twists kannte ich schon von der Vorschauvorstellung, allerdings gibt es noch einige weitere, sodass es mich letztlich doch ziemlich kalt erwischt hat, was jetzt endgültig als Auflösung kam.
Vieles in dem Buch ist wirklich schlimm, vor allem, weil es sehr realistisch ist, es ist nicht umsonst als Thriller eingestuft, das sollte man vorher wissen und abkönnen. Aber es ist wirklich entsetzlich-erschreckend-aktuell und auch wenn die Zielgruppe nicht so groß ist, wie bei den Känguruchroniken oder Qualityland, wird es doch hoffentlich viele Leser:innen erreichen.

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Veröffentlicht am 14.06.2024

Eher ein Kinderbuch, aber sehr süß

Kikis kleiner Lieferservice
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Obwohl hier eine eher erwachsene Zielgruppe angesprochen wird, die den Ghiblifilm kennt, ist es doch ein Kinderbuch. Dafür ein wirklich süßes, ich würde es mit "Die kleine Hexe" von Otfried Preußler vergleichen, ...

Obwohl hier eine eher erwachsene Zielgruppe angesprochen wird, die den Ghiblifilm kennt, ist es doch ein Kinderbuch. Dafür ein wirklich süßes, ich würde es mit "Die kleine Hexe" von Otfried Preußler vergleichen, nur, dass es eben in Japan spielt. Und mit einem Kater statt einem Raben
Was ich ein bisschen seltsam finde, ist das Alter der angepeilten Leserschaft und von Kiki. Angeblich kann das Buch ab 8 Jahren gelesen werden - was auch passt, es passiert nichts Schlimmes - aber Kiki ist 13. Das ist ein bisschen weit weg von der Zielgruppe, vor allem, weil mit einer ersten Verliebtheit von Kiki damit auch "Probleme" im Buch beschrieben werden, die für 8-Jährige nicht unbedingt dringend sind. Aber trotzdem irgendwie enorm jung, um ein ganzes Jahr von Zuhause weg zu leben? Das könnte aber ein kultureller Unterschied zwischen Deutschland und Japan sein, der mich das empfinden lässt.
Insgesamt hat mit das Buch gut gefallen, besonders die humorige Note, die mit dm Kater Jiji hineingebracht wird.

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