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Veröffentlicht am 26.06.2024

Sehr gut!

Karat – Akademie der Tausend Tode
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„𝐊𝐚𝐫𝐚𝐭 – 𝐀𝐤𝐚𝐝𝐞𝐦𝐢𝐞 𝐝𝐞𝐫 𝐭𝐚𝐮𝐬𝐞𝐧𝐝 𝐓𝐨𝐝𝐞“ ist das Debüt von Sandra Daglinger – und was für eines!
Hatte ich mit einer netten Fantasy-Story innerhalb einer Zauberschule und typischen Teenie-Charakteren gerechnet, ...

„𝐊𝐚𝐫𝐚𝐭 – 𝐀𝐤𝐚𝐝𝐞𝐦𝐢𝐞 𝐝𝐞𝐫 𝐭𝐚𝐮𝐬𝐞𝐧𝐝 𝐓𝐨𝐝𝐞“ ist das Debüt von Sandra Daglinger – und was für eines!
Hatte ich mit einer netten Fantasy-Story innerhalb einer Zauberschule und typischen Teenie-Charakteren gerechnet, wurde ich komplett überrascht und umgehauen.
Immer wieder wendet sich Ayumis Weg und mit diesem auch das Bild der Figuren… Unberechenbar wie die Magie selbst.

Wirklich viel zum außergewöhnlichen Verlauf kann ich nicht sagen – denn die Irrungen, die Karat bereithält, müsst ihr selbst gehen, um zu verstehen.

Wir befinden uns an einer Akademie, an der Schwäche und Kontrollverlust den Untergang bedeuten. Das Risiko in jedem Unterrichtsfach, auf jeder Treppe, selbst im Speisesaal lauert. In der der Tod, strikte Hierarchien und Regeln, volle Stundenpläne und schmerzhafte Strafen zum Pflichtprogramm gehören.
Passend, dass der erwartete Young-Adult-Charme nicht zum Einsatz kommt, denn die Handlung mutet komplex an, wurde merklich durchdacht und aufwendig konstruiert. Kein Platz also für dramabehaftete Befindlichkeiten.
Die Geschichte umspielt ein Jahr an der „Akademie der tausend Tode“, das wir aus Ayumis Perspektive verfolgen – begonnen bei der Eignungsprüfung potenzieller SchülerInnen bis hin zum Abschluss. Doch nicht alle haben die Chance, bei der finalen „Auslese“ anzutreten oder diese zu überstehen.
Waren die ersten Kapitel bereits interessant und hart, begleitet von einer vor Bedrohung warnenden, dichten Atmosphäre, kommt die Autorin mit einem Twist um die Ecke, der alles umwirft – in einem Ausmaß, der die Karten stetig neu mischt, bei dem jedes neue Blatt gravierende Veränderungen bereithält. Nichts ist gewiss oder vorhersehbar – nichts.

Abgesehen der Protagonistin, die sich schnell als äußerst verbissen herausstellte, kämpferisch und lebenswillig, impulsiv und stolz, wurden auch weitere Figuren präsent integriert, undurchsichtig und wankelmütig gezeichnet. Nach und nach kristallisieren sich verschiedene Motivationen heraus, die nach moralisch fragwürdigen Taten, Opfern und Wagnissen verlangen.
Daglinger führt uns durch eine nervenaufreibende Storyline, in der Zeit und Raum durcheinander gewirbelt werden, und zieht uns in eine Geschichte, die kaum zu Atem kommen, dafür ungemein mitfühlen und bangen lässt.
„Karat“ war durchweg spannend, mysteriös und mitreißend, der Stil der Autorin sehr gut, und trotz der Dunkelheit, der Gefahren und Grausamkeiten; neben Konkurrenz- und Überlebenskampf, Demütigung und Verlusten finden sich zarte Gefühle, purer Schmerz. Und Entscheidungen, die nicht nur Ayumi alles abverlangen.
Das Setting kam in seinen Details zur Geltung, verwinkelt und voller Wunder, während die Magie häufig zerstörerisch war. Aber auch Momente der Schöpfung, der Faszination schenkte. Und zwar dann, wenn Elemente und Ränge zusammenarbeiteten…
Wer in den Weiten dieser todbringenden Akademie Freund und Feind ist, ein falsches Spiel spielt, manipuliert und intrigiert? Wer dafür sorgt, dass jeder Tag Ayumis letzter sein könnte?

Zahlreiche Vermutungen über die diversen Intentionen und Wahrheiten häufen sich, werden torpendiert und umgeworfen, bis am Ende, das ebenso unvorhersehbar war wie einzelne Entwicklungen, jedes Puzzle seinen Platz findet.

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Veröffentlicht am 26.06.2024

Wieder ein Roman, in dem Humor und Ernst sich die Waage halten.

Unlock My Heart. Golden-Heights-Reihe, Band 1 (Dein-SPIEGEL-Bestseller | New-Adult-Romance für alle Fans von Stella Tack)
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Logan Maxx – Erbe des reichsten Medienmoguls der Staaten – stehen alle Türen offen, außer einer ganz bestimmten. Und um diese zu knacken, braucht er „Debbie“: Anfang Zwanzig, beherrscht, weder red- noch ...

Logan Maxx – Erbe des reichsten Medienmoguls der Staaten – stehen alle Türen offen, außer einer ganz bestimmten. Und um diese zu knacken, braucht er „Debbie“: Anfang Zwanzig, beherrscht, weder red- noch vertrauensselig, und mit einigen moralisch fragwürdigen Tricks sowie Identitäten im Petto. „Alexa“, die das Angebot des verwöhnten Schönlings nur annimmt, um zu retten, was sie sich mit ihrem Bruder aufgebaut hat, ist sich des Risikos bewusst, erwischt zu werden. Doch niemals hätte sie geahnt, dass Logan selbst ihr gefährlich werden könnte…

„Unlock my Heart“ wird aus wechselnden Perspektiven erzählt, was es leicht macht, Einblicke in ihre Vergangenheiten und Gedanken zu erhaschen. Bruchstückhaft, fragmentartig setzt sich langsam ein Bild der beiden zusammen – zwei Welten prallen aufeinander, doch eines haben sie gemeinsam: Schwäche zeigen war nie eine Option.
Durch eine detailreiche Ausarbeitung sind sämtliche Verhaltensweisen absolut nachvollziehbar. Es war aufregend, Milliardenerbe und Kleinkriminelle einzeln kennenzulernen, und dabei zu sein, als sie sich annäherten. Wenngleich das flaue Gefühl nie abnimmt…
Lexie überzeugt Logan nicht nur mit ihrer schonungslosen, manchmal schmerzhaften Ehrlichkeit, weckt sein Interesse nicht einzig durch die kontrollierte Maske und ihre „besonderen“ Talente, sondern mit ihrer Echtheit. Die Studentin ist taff, schlagfertig – im wortwörtlichen Sinne – und besitzt eine gleichsam starke wie selbstlose Persönlichkeit. Während der Prince of Golden Heights die „Teilzeitopportunistin“ mit Verletzlichkeit und Witz von ihren Vorurteilen abbringt und ihr das gibt, was kaum jemand jemals von dem Erben erhielt: sein wahres Ich, seine Träume. Denn auch wenn Logans Leben objektiv ein einfaches, reiches ist, trägt er doch die Bürde von Erwartungen mit sich und die Gewissheit, dass tausende Menschen auf sein Versagen warten. Er niemals gut genug, nie so gut wie sein Vater sein wird. 

Trotz kribbeliger Verliebtheit und prickelnden Momenten, dem Gefühl von „endlich man selbst zu sein“, sind es kleine Geheimnisse, die jederzeit dafür sorgen können, dass die Schmetterlinge sterben. 

Saskia Louis gab der amüsanten Handlung unerwartete Wendungen, Tiefsinn und Romantik; bestückte ihre locker erzählte Geschichte mit Gefahren, Zynismus und Charakteren, die Fehler haben und machen. Bezeichnend für Bücher der Autorin ist neben dem modernen, lebendigen Stil die große Portion Humor. Auch in Band eins der „Golden Heights“-Reihe warten allerhand Metaphern und spritzige Dialoge; ein Schlagabtausch, triefend vor Sarkasmus, nach dem anderen. Doch diese täuschen nicht darüber hinweg, dass in beiden und zwischen ihnen einiges brodelt.
Zusätzlich der Protagonisten sorgen einige Nebenfiguren für Spaß und pure Unterhaltung: Aiden, Carly und Ty wie auch Logans Eltern wurden authentisch, teilweise mit verschrobenen Eigenheiten, eingebracht und bereichern die Storyline ungemein. Dieser Roman bietet so viel mehr – von Aussagen, über die es sich lohnt nachzudenken, Charme und Authentizität bis hin zu reflektierenden und sich entwickelnden Figuren, überraschend viel Spannung, ein bisschen Drama sowie einen Spritzer Spice. Freundschaften, Familie und Liebe.

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Veröffentlicht am 13.06.2024

Ein gelungener New Adult Roman.

The Truth in your Lies
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In ihrem New Adult Roman „The Truth in your Lies“ lässt Julia Pauss gegensätzliche Welten aufeinander prallen und riskiert eine Kollision, die nicht nur die High-Society aufschreckt, sondern auch die Herzen ...

In ihrem New Adult Roman „The Truth in your Lies“ lässt Julia Pauss gegensätzliche Welten aufeinander prallen und riskiert eine Kollision, die nicht nur die High-Society aufschreckt, sondern auch die Herzen zweier Menschen dazu bringt, im Gleichklang zu schlagen …

Die erste Begegnung von Memphis und Noelle könnte einem Märchen entspringen: auf einer angesehen Wohltätigkeitsgala verlieben sich die beiden während eines zärtlichen Tanzes auf den ersten Blick. Leider ist die wahre Ausgangssituation eine andere und so sind es lediglich Fotos der Presse, die die Hotelerbin dazu verleiten, den fremden Kleinkriminellen vor ihrem herrischen Vater als ihren Verlobten auszugeben.

Fake-Dating, poor-x-rich und Probleme, die nicht realistischer aufgegriffen werden können, viel Spaß und Gefühl finden sich in dieser Romance.

„The Truth in your Lies“ wird aus wechselnder Perspektive erzählt, sodass die unterschiedlichen Leben der Protagonisten freigelegt, ihr Innerstes greifbar wurde. Es war so leicht, sich in Frust, Motivation und Gedanken zu verlieren, mitzufühlen und zu verstehen.
Während es Noelle gewohnt ist, sich inmitten der Elite des Landes zu bewegen, umgeben von Prunk und Eleganz, hält sich Memphis – ein Bad Boy mit Charme und einer gewissen Art Anstand – nicht nur mit einem Nebenjob über Wasser, sondern vorrangig durch illegale Aktivitäten.
Obwohl der erste Eindruck vermuten lässt, dass die junge Frau alles hat, was man sich wünschen kann, fehlen ihr jene Dinge, die wirklich zählen: Freiheit. Selbstbestimmung.
Menschen, die sie lieben und stützen. Denn das Leben – unterdrückt, bevormundet – der 24-jährigen gleicht einer seelischen Tortur. Gefangen in einem Käfig, der angefüllt ist mit Erwartungen, Druck und Zweifeln, die vor allem ihr Vater und die Gesellschaft, in der sich die Dunhills bewegen, stetig schüren. … Ein Dasein, das trotz Reichtum und zahlreichen offenen Türen nicht glänzt. Und so wurde sie auch als Charakter dargestellt, oft melancholisch und hart, mit bedenklichen Verhaltensweisen, die kompensieren, was sie nicht offen fühlen, zeigen darf. Verstrickt in Unzufriedenheit und Pflichten.
Unerwartet also, dass gerade Memphis Erzählung, dem seine Herkunft hauptsächlich Steine vor die Füße wirft, Leichtigkeit und Humor versprüht. Seine persönliche Geschichte kommt erst nach und nach völlig zur Geltung, aber, auch wenn er hier und da moralisch fragwürdig agiert, ist er ein empathischer und verständnisvoller Mann.

Pauss schafft es, innerhalb der Geschichte ihren Stil den Figuren anzupassen, was nicht selbstverständlich ist. Dadurch gewannen die Protagonisten an deutlich mehr Authentizität und Tiefe, die Storyline selbst an Abwechslung und der Verlauf stetig an neuen Eindrücken. Die Dynamik entwickelt sich auf wunderbar spritzige Art, die Handlungsorte kamen detailreich zur Geltung und die Atmosphäre war, wie auch die Emotionen, ein Wechselbad.

Fazit: Wenn man vom Cover absieht, ist „The Truth in your Lies“ ein sehr gelungener Roman, der aufzeigt, dass Liebe wertvoller ist als es Reichtum je sein könnte.

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Veröffentlicht am 10.06.2024

Ein spannender Auftakt, der mit viel Humor daherkommt.

Die Erben von Camelot
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»𝘌𝘴 𝘴𝘱𝘪𝘦𝘭𝘵 𝘬𝘦𝘪𝘯𝘦 𝘙𝘰𝘭𝘭𝘦, 𝘸𝘢𝘴 𝘪𝘤𝘩 𝘨𝘭𝘢𝘶𝘣𝘦 𝘰𝘥𝘦𝘳 𝘯𝘪𝘤𝘩𝘵, 𝘴𝘰𝘭𝘢𝘯𝘨𝘦 𝘪𝘤𝘩 𝘦𝘴 𝘯𝘪𝘤𝘩𝘵 𝘸𝘦𝘯𝘪𝘨𝘴𝘵𝘦𝘯𝘴 𝘷𝘦𝘳𝘴𝘶𝘤𝘩𝘦.«
»𝘜𝘯𝘥 𝘸𝘢𝘴, 𝘸𝘦𝘯𝘯 𝘦𝘴 𝘥𝘪𝘤𝘩 𝘥𝘢𝘴 𝘓𝘦𝘣𝘦𝘯 𝘬𝘰𝘴𝘵𝘦𝘵?«
»𝘋𝘢𝘯𝘯 𝘴𝘵𝘦𝘳𝘣𝘦 𝘪𝘤𝘩 𝘧𝘶𝘦𝘳 𝘦𝘵𝘸𝘢𝘴, 𝘥𝘢𝘴 𝘪𝘤𝘩 𝘭𝘪𝘦𝘣𝘦«

„𝐃𝐢𝐞 𝐄𝐫𝐛𝐞𝐧 𝐯𝐨𝐧 𝐂𝐚𝐦𝐞𝐥𝐨𝐭“ ...

»𝘌𝘴 𝘴𝘱𝘪𝘦𝘭𝘵 𝘬𝘦𝘪𝘯𝘦 𝘙𝘰𝘭𝘭𝘦, 𝘸𝘢𝘴 𝘪𝘤𝘩 𝘨𝘭𝘢𝘶𝘣𝘦 𝘰𝘥𝘦𝘳 𝘯𝘪𝘤𝘩𝘵, 𝘴𝘰𝘭𝘢𝘯𝘨𝘦 𝘪𝘤𝘩 𝘦𝘴 𝘯𝘪𝘤𝘩𝘵 𝘸𝘦𝘯𝘪𝘨𝘴𝘵𝘦𝘯𝘴 𝘷𝘦𝘳𝘴𝘶𝘤𝘩𝘦.«
»𝘜𝘯𝘥 𝘸𝘢𝘴, 𝘸𝘦𝘯𝘯 𝘦𝘴 𝘥𝘪𝘤𝘩 𝘥𝘢𝘴 𝘓𝘦𝘣𝘦𝘯 𝘬𝘰𝘴𝘵𝘦𝘵?«
»𝘋𝘢𝘯𝘯 𝘴𝘵𝘦𝘳𝘣𝘦 𝘪𝘤𝘩 𝘧𝘶𝘦𝘳 𝘦𝘵𝘸𝘢𝘴, 𝘥𝘢𝘴 𝘪𝘤𝘩 𝘭𝘪𝘦𝘣𝘦«

„𝐃𝐢𝐞 𝐄𝐫𝐛𝐞𝐧 𝐯𝐨𝐧 𝐂𝐚𝐦𝐞𝐥𝐨𝐭“ ist Band eins einer Fantasy-Reihe, die sich an der – bisweilen häufig neu interpretierten – Artus-Sage orientiert und 100 Jahre nach der legendären Schlacht von Camlann spielt, in der der glorreiche König mithilfe von Excalibur den „falschen Zauberer“ Mordred bezwang, jedoch auch sein Leben verlor.

Evelyne Aschwanden bringt frischen Wind, Moderne und Humor in die Geschichte. Aber auch intensive Recherche ist zu vernehmen, treffen wir doch auf bekannte Figuren und Erwähnungen.
Im Fokus stehen Caelia Evergreen – eine taffe Diebin mit besonderen Kräften –, ihr Ziehvater und gleichsam Schwerenöter Hector sowie die pflichtbewusste Ritterin Anallyn Benedict. Als Camelot – als uneinnehmbar geltend – während des Thronjubiläums von König Gawain fällt, retten sich die drei einander aus den Überresten der Stadt. Auf den Fersen ausgestorbene Geschöpfe und dunkle Ritter eines unbekannten Wappens …
Schock und Unglauben in den Knochen, Trauer im Herzen beschließt die ungleiche Gemeinschaft, das Unmögliche zu wagen: Excalibur zu suchen, Mordreds Anhänger zu vernichten und Camelot zurückzuerobern.
Doch wie ein Schwert finden, das seit Jahrzehnten verschwunden ist? Wie eine Macht besiegen, die längst verwest sein sollte? Und wieso zur Hölle ist es gerade Hector, der auf vieles eine Antwort weiß?

Aschwanden schrieb einen abenteuerlichen Roman, der nicht nur Fans der Sage viel Freude bereiten wird. Neben allerhand Geheimnissen, die den Weg Richtung Artefakt säumen, verschweigen auch die Hauptcharaktere so einiges voreinander. So manch Offenbarung war unvorhersehbar, fügte sich jedoch perfekt ein und weckte die Neugier, was Caelia, Hector und Lynn noch verstecken. Zusätzlich empfand ich die Protagonisten als sehr authentisch, ihre individuellen Motivationen, die Stadt zu retten, Reaktionen und Gedanken waren nachvollziehbar, die innere Verletzlichkeit echt und der Verlauf im Gesamten tempo- und ereignisreich. Sowohl Magierin wie Ritterin sind nicht gewillt, ihr Leben und die Entscheidungen, die sie trafen und treffen, dem Schicksal zuzuschreiben, sich von Angst und Erwartungen unterdrücken zu lassen. Evelyne schuf detailreiche Orte und Wesen, spielte gekonnt mit magischen Elementen, Mythen und Spannung. Schafft es, zu fesseln, zu faszinieren.
Die Gegebenheiten der Welten waren durchdacht, Anspannung und eine Schwere, die mit Hoffnungslosigkeit und Verdrängung einhergeht, dicht, doch nie allumfassend, denn der Ton war leicht, locker und etliche Situationen trotz der ernsten Lage urkomisch.
Obgleich zwischen Lynn und Cae, abseits des trockenen Humors und des spritzigen Schlagabtausches, auch eine leichte Anziehung, eine vertrauensvolle Verbindung zu spüren war, blieb die große Romantik aus. Aber nicht die Gefühle: Denn neben ihrem Zuhause, ihren Aufgaben und zahlreichen Existenzen verloren FreundInnen ihr Leben, traten Wahrheiten ans Licht, die alles änderten.
Band eins der Jugend-Fantasy-Trilogie endet mit einem Spektakel und dem tristen Gedanken, dass die nervenaufreibende, gefährliche Reise, der aufgebrachte Mut vergebens war und alles verloren ist.

Ihr sucht nach Witz und starken Frauen, einem fantastischen Setting und Action? Dann lasst euch „Die Erben von Camelot“ nicht entgehen!

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Veröffentlicht am 03.06.2024

Cozy-Fantasy mit einer seichten Slow-Burn-Romance, Humor und allerhand Tiefgang.

Miss Moons höchst geheimer Club für ungewöhnliche Hexen
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Habe ich lediglich eine leichte Lektüre mit Unterhaltungs- und Gemütlichkeitsfaktor erwartet, so kreierte Sangu Mandanna ein weitaus originelleres Rezept für ihren Plot:
Man nehme etliche Emotionen, eine ...


Habe ich lediglich eine leichte Lektüre mit Unterhaltungs- und Gemütlichkeitsfaktor erwartet, so kreierte Sangu Mandanna ein weitaus originelleres Rezept für ihren Plot:
Man nehme etliche Emotionen, eine Handvoll verschrobener Charaktere, verstreut allerhand Humor und Wohlfühlmomente, gibt je eine Prise Spannung, Magie und Romantik hinzu und schüttelt alles mit diversen sensiblen Themen durch. Zum Schluss unbedingt mit Herzlichkeit garnieren.

Mika Moon, eine außergewöhnliche Person, die vor Bindungen jeglicher Art samt dem „Wurzeln schlagen“ zurückschreckt und den stillen Wunsch hegt, einzig um ihretwillen geliebt zu werden. Ständig im Klinsch mit ihren Selbstzweifeln und Unsicherheiten hat die 31-Jährige, trotz ihrer treuen Hündin Circe und den Kojs, beständig das Gefühl, dass irgendetwas in ihrem Leben fehlt.
Nie hätte sie gedacht, dass sie in einem bunten Haushalt, inmitten eines turbulenten und unberechenbaren Alltags, Ruhe findet.
Freunde. Ein zu Hause. Und so viel mehr...

Stilistisch tragen uns klare Worte, Details und Moderne durch den Verlauf. Mandanna hält eine gewisse Distanz aufrecht, was dem oft „trockenen und sarkastischen“ Tonfall zugutekommt und im starken Kontrast zu den angesprochenen Inhalten und bewegenden Einblicken steht. Viele wahre Aussagen, leise Gesellschaftskritik, schlagfertige Dialoge und Witz finden sich, während Mika plötzlich, nach all den einsamen Jahren, an einen Ort kommt, in den sie sich perfekt schmiegt. Dabei sind die Umstände in Nowhere House definitiv regelwidrig, gar gefährlich, wenn sie ihrer Mentorin Glauben schenken darf.
Immerhin wurde der Hexe seit jeher eingeredet, dass Menschen wie sie unauffällig bleiben, sich anpassen müssen und nur alleine überleben können. Bereits in ihrer Kindheit wurde die einfallsreiche, taffe und manchmal äußerst aufmüpfige Frau von dem Gedanken begleitet, nicht wichtig zu sein, nicht gut und liebenswert genug, niemand, an den man sich erinnert. Dass sie gerade durch ihren „Alterego“ – einen Social-Media-Kanal, auf dem sie ihre Fähigkeiten zumindest als Trick getarnt teilen kann – die Chance bekommt, alles umzukrempeln, ihren Lebensstil und ihr Denken, damit hat wohl niemand aus der „sehr geheimen Gesellschaft“ gerechnet. ...

Welche Anforderungen und Aufgaben Ian & Co an Miss Moon stellen? Steigt ein in Besenstiel und erkundet dieses heimelige Fleckchen.

Die Autorin gab ihren lebendigen, fast gänzlich unvoreingenommenen, aber dennoch vorsichtigen Figuren Hintergründe, die Reaktionen und Intentionen nachvollziehbar werden lassen, Ecken und Eigenheiten. Trotz all der Fröhlichkeit und der Wärme verstecken die BewohnerInnen des herrschaftlichen, verborgenen Anwesens mehr als nur drei kleine Hexen. Durchweg schwingen neben Mystery und Zauberei auch Melancholie und Traurigkeit mit. Magische Gegebenheiten wurden aufschlussreich dargelegt, die Phantastik fließt sacht, dennoch ebenso deutlich durch die Zeilen wie eine bittersüße Nuance.
Angst vor den eigenen Besonderheiten, davor, zu lieben und verletzt zu werden, und vor dem Schmerz jener, die geliebt werden. Kampf gegen Vorurteile, Traumata und die Definition von „richtig sein“.

Da der Found-Family-Aspekt, Selbstfindung und einige innere wie zwischenmenschliche Entwicklungen, verschiedenste Empfindungen – von Unzulänglichkeit bis hin zum Misstrauen – im Fokus stehen, blieb der romantische Anteil eher im Hintergrund und lief im Slow-Burn-Modus ab. Aber das heißt nicht, dass Sangu Mandanna auf Momente zum Dahinschmelzen verzichtet.

„Miss Moons höchst geheimer Club für ungewöhnliche Hexen“ hält einen unglaublich stimmigen Mix aus Emotionen, Magie, Humor, Geheimnissen und Konflikten bereit. Ich würde lügen, wenn ich sage, dass dieser Roman eine Kuscheldecke ist, denn die Intensität der sensiblen Themen samt der oft unangenehmen Realität zwicken hier und da. Nichtsdestotrotz lädt Mikas Geschichte zum Wohlfühlen, Hoffen und Träumen ein.

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