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Veröffentlicht am 31.10.2017

hatte mir mehr erwartet

Allein im Ozean
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Sarah kann den frühen Tod ihres Vaters nicht verwinden, doch die Biologiestudentin findet Halt in einem waghalsigen Plan: sie will als erste Frau rudernd den Indischen Ozean von Australien aus nach Mauritius ...

Sarah kann den frühen Tod ihres Vaters nicht verwinden, doch die Biologiestudentin findet Halt in einem waghalsigen Plan: sie will als erste Frau rudernd den Indischen Ozean von Australien aus nach Mauritius überqueren.

Die erste Hälfte des Romans beschäftigt sich (zu) lange mit der Vorgeschichte, mit Sarahs Jugend und ihrer Familie, mit dem Tod ihres Vaters, mit der Trauer. Danach wird erzählt, wie man Sponsoren findet, andere von seinem Plan überzeugt, wie man einen Plan aufstellt, ein Boot findet, bauen lässt und endlich: der Aufbruch. Der erste Versuch scheitert nach kurzer Zeit, weil Sarah durch eine unerwartete Abdrift zu sehr nach Süden kommt, sie kehrt noch einmal nach Freemantle zurück und startet erneut.

Der geneigte Leser erhält einen intensiven Eindruck von den mehr als 100 Tagen auf See, die die Autorin erlebte. Sowohl psychische wie physische Energie sind vonnöten, um das Unternehmen durchzustehen. Aus Leiden und Freuden, aus Schmerz und Schönheit, besteht die Reise. Das Wetter ist das Wichtigste, natürlich das Boot, danach spielen Nahrung und Wasser eine Rolle und die Kommunikation mit der Außwelt mittels modernster Technik.

Immer wieder beschreibt Sarah dieselben Dinge, mal mehr, mal weniger literarisch gelungen. Doch viele Fragen, die der Leser gehabt hätte, werden nicht beantwortet, zum Beispiel wie das genau funktioniert mit dem Lotsen von Land aus, warum sie bei den Nahrungsmitteln nicht vorher probiert hat, ob sie ihr schmecken und dergleichen mehr. Die Autorin ist auch nicht so gut darin, über-schwängliche Gefühle in Worte zu fassen. Literarisch wirkt der Bericht oft unstrukturiert, läßt Wichtiges offen, wiederholt sich häufig.

Interessiert hätte es den Leser sehr, zu erfahren, warum Sarah kurz nach der Ankunft ein weiteres Abenteuer ins Auge fasst, ist sie doch mindestens zweimal während der Reise dem Tod nur knapp von der Schippe gesprungen. Sie fühlte sich so lebendig. Ist das die Antwort? Oder der Adrenalinausstoß, wenn man lebend eine Wetterkatastrophe übersteht? Die Befriedigung etwas geschafft zu haben? Sicher ist: Sarah hat außerordentliche Naturerlebnisse für sich verbuchen können.

Extremsportler müssen natürlich daran glauben, dass sie es schaffen, eine gewisse Hybris ist ihnen allen eigen, doch letztlich ist ihr Überleben nicht nur von ihrer Geschicklichkeit abhängig,nicht nur ihrem Mut und ihrer Besonnenheit geschuldet, sondern ist oft vom Zufall und von viel Glück abhängig. Die Zahl der Toten, die es nicht geschafft haben, macht leider selten Schlagzeilen.

Einer der lustigen Höhepunkt der Reise ist es, als die Ruderin vierzehn vakuumverpackte sauber-reine Schlüpfer auspackt, die ihr die Mama in einem Überraschungspäckchen mitgegeben hat. Was doch saubere und trockene Klamotten wert sein können!

Fazit: So richtig rund ist dieser Reisebericht nicht. Dennoch begleitet man die junge Frau mit Bewunderung und Empathie durch den Indischen Ozean.

Veröffentlicht am 27.07.2017

hatte mir mehr erwartet

Eine unbeliebte Frau
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Das Cover fängt die Stimmung recht gut ein, der Titel passt zum Inhalt. Dieses schon vor geraumer Zeit gelesene Buch war mein erstes von Nele Neuhaus und unterhielt mich recht gut. Es machte Spaß, die ...

Das Cover fängt die Stimmung recht gut ein, der Titel passt zum Inhalt. Dieses schon vor geraumer Zeit gelesene Buch war mein erstes von Nele Neuhaus und unterhielt mich recht gut. Es machte Spaß, die neue Truppe von Ermittlern beim gegenseitigen Kennenlernen zu beobachten, einige Einblicke in ihr Privatleben tun zu können und gleichzeitig den Kriminalfall zu verfolgen. Einen besonders Verdächtigen hatte ich nicht von Anfang an im Auge, aber die Auflösung erschien mir plausibel. Es wird nicht die Reihe werden, von der ich unbedingt alle Folgen werden haben müssen, aber es war eine solide und gut gemachte Unterhaltung über ein paar nette Stunden mit kriminellem Milieu, die ich mir gelegentlich wohl wieder einmal gönnen werde.

Veröffentlicht am 21.07.2017

kein wirkliches muss

Veronika beschließt zu sterben
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Der Titel passt zum Buchinhalt, das Cover passt ebenfalls dazu, hätte aber meiner Auffassung nach durchaus auch etwas aussagekräftiger ausfallen dürfen. Veronikas Erlebnisse, wie sie diese verarbeitet ...

Der Titel passt zum Buchinhalt, das Cover passt ebenfalls dazu, hätte aber meiner Auffassung nach durchaus auch etwas aussagekräftiger ausfallen dürfen. Veronikas Erlebnisse, wie sie diese verarbeitet und welche Konsequenzen sie letztendlich daraus zieht, wird in leicht lesbarem Stil dargelegt und regt zum Nachdenken an. Allerdings konnte ich nicht alle Handlungen und Entscheidungen nachvollziehen und Manches wirkte doch ein wenig klischeehaft auf mich. Nachhaltig getrübt hat dies meinen Eindruck allerdings auch wieder nicht. Ich fühlte mich recht gut unterhalten, konnte den "Hype", der um die meisten Coelhobücher gemacht wird, jedoch wie schon beim "Alchimist" nicht ganz nachvollziehen und hätte wohl auch nicht sonderlich viel versäumt, wenn ich es nicht gelesen hätte. Gesamturteil: Interessant, ganz nett, keine verschwendete Lesezeit, aber auch kein "Muss".

Veröffentlicht am 21.07.2017

hatte etwas anderes erwartet

Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens
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Das Coverbild gefiel mir sehr gut, es ist originell gestaltet und passt zu den in der Inhaltsangabe geweckten Erwartungen den Buchinhalt betreffend. Dies trifft auch auf den Buchtitel zu. Soweit so gut. ...

Das Coverbild gefiel mir sehr gut, es ist originell gestaltet und passt zu den in der Inhaltsangabe geweckten Erwartungen den Buchinhalt betreffend. Dies trifft auch auf den Buchtitel zu. Soweit so gut. Hapern tut es aber mit eben diesem Buchinhalt. Ich hatte erwartet, Einblicke in die Lebensgeschichte und den gewiss aufregenden Berufsalltag der Starköchin Eva Thorwald zu erhalten. Oder wenigstens etwas über die ebenfalls auf der Buchrückseite erwähnte Cynthia Hargreave zu erfahren. Beide Personen sind jedoch nur weitere Perlen in einer Kette von Personen, die mehr oder auch weniger - meistens das letztere - mit einer Familie aus dem Mittleren Westen der Vereinigten Staaten von Nordamerika zu tun haben. Die einzelnen Schicksale sind nicht uninteressant, manchmal sogar ziemlich berührend, oft allerdings auch sehr detailliert brutal und deprimierend geschildert. Mit Küchengeheimnissen hat das Ganze in meinen Augen trotz einiger weniger Rezepte kaum etwas zu tun...

Veröffentlicht am 20.07.2017

authentisch geschrieben

Und unter uns die Welt
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Schon als kleiner Junge auf Sylt will Christian Nielsen nur eins: fliegen lernen. Aber die Nielsens sind arme Inselbewohner, und als sein Vater im Ersten Weltkrieg fällt, ist der Traum vom Fliegen vollends ...

Schon als kleiner Junge auf Sylt will Christian Nielsen nur eins: fliegen lernen. Aber die Nielsens sind arme Inselbewohner, und als sein Vater im Ersten Weltkrieg fällt, ist der Traum vom Fliegen vollends unerreichbar. Immerhin kann er auf der Yacht eines amerikanischen Millionärs anheuern und mit ihm auf Weltreise gehen. Die junge Lil Kimming will in New York Karriere als Journalistin machen und über die erste Weltumrundung mit dem Luftschiff schreiben. Die Amerikaner sind begeistert von der Erfindung des deutschen Zeppelins. Also klappert sie die Redaktionen der großen New Yorker Zeitungen ab. Auf der Straße stolpert sie und wird gerade noch von einem jungen, fremden Matrosen aufgefangen. Sie haben keine Zeit, sich miteinander bekannt zu machen, aber Lil kann ihn nicht vergessen. Dann bricht die Börse an der Wall Street zusammen, die größte Wirtschaftskrise der Geschichte beginnt, und es scheint, als hätten sich Christian und Lil für immer verloren. Aber Christians Traum geht doch noch in Erfüllung: er wird Luftschiff-Offizier – und kann wieder nach Amerika reisen. Im Mai 1937 bricht er als Navigator auf der "Hindenburg" nach Lakehurst bei New York auf, um seine Lil wiederzusehen. Doch dann geht der Zeppelin in Flammen auf...Die Hamburger Journalistin Maiken Nielsen erzählt die Zeppelin-Ära anhand der Lebensgeschichte ihres Großvaters - ein Stoff für einen großen Roman.