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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.09.2025

Das F-Wort allein macht kein gutes Buch

Die subtile Kunst des Daraufscheißens
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45 / 100 (Anmerkung: Ich habe die englischsprachige Originalausgabe gelesen.)
Wer meint, die ausufernde Verwendung des Wortes „F--k“ sei ein Qualitätsmerkmal und macht ein Buch praktisch von allein zu ...

45 / 100 (Anmerkung: Ich habe die englischsprachige Originalausgabe gelesen.)
Wer meint, die ausufernde Verwendung des Wortes „F--k“ sei ein Qualitätsmerkmal und macht ein Buch praktisch von allein zu einem Meisterwerk, dem ist nicht mehr zu helfen.

Dieses Buch ist derart amerikanisch und voller hohlem Geschwafel, dass es mir bange wird, sieht man sich die Absatzzahlen an. Die Ratschläge hätten wohl auch auf ein A4-Blatt gepasst, sind sie doch einerseits viel zu universell und andererseits viel zu spezifisch – dazwischen gibt es nichts.

Es freut mich für den Autor, dass er aus einem schlimmen persönlichen Ereignis immerhin Kraft und Motivation schöpfen konnte, um das eigene Leben umzukrempeln, aber inwiefern ist das allgemeingültig? Aus meiner Sicht kaum. Wild, dass er das trotzdem als Aufhänger nimmt, ein solches Buch zu verfassen. Von der Wirkung des Covers bleibt einfach viel zu wenig übrig.

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Veröffentlicht am 25.09.2025

Enttäuschte Neugier

Männliche Sexualität
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48 / 100
Bei manchen Titeln, die hier in der Lesejury gelistet sind, frage ich mich, woher sie kommen. Auch dass dieses vergleichsweise alte Buch (im Original erschienen 1989) hier zur Rezension zur Verfügung ...

48 / 100
Bei manchen Titeln, die hier in der Lesejury gelistet sind, frage ich mich, woher sie kommen. Auch dass dieses vergleichsweise alte Buch (im Original erschienen 1989) hier zur Rezension zur Verfügung steht, ist geradezu sensationell… wobei das auch schon alles Sensationelle daran ist.

Was erwartet man von einem heftähnlichen Druckwerk, dass auf rund einhundert Seiten dieses doch recht komplexe Thema abarbeiten will? Inwieweit fand in den letzten 35 Jahren eine wissenschaftliche Entwicklung statt? Selbst für derartige Vergleiche ist das vorliegende Werk nicht geeignet, denn es setzt sehr viele sehr oberflächliche Stiche und geht niemals sonderlich tief auf einzelne Aspekte ein. Im selben Moment ist es auch zu wenig Substanz, um als Überblickslektüre zu gelten – es ist nichts Halbes und nichts Ganzes, vor allem aber ein heilloses Durcheinander.

Dazu gibt es zahllose Rechtschreib- und Auszeichnungsfehler, inhaltliche Querverweise, die keinen Sinn ergeben und wieder (wie mir schon mal bei einem Buch auffiel, das von zwei Personen gemeinsam verfasst wurde) Doppelungen und Überschneidungen, die spätestens im Lektorat eigentlich hätten auffallen müssen.

Ein Buch aus der Kategorie: Man hat's gelesen und ist nicht wirklich schlauer geworden, vor allem und erst recht nicht in heutigen Zeiten, in denen das Wissen nur wenige Handtippse entfernt ist.

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Veröffentlicht am 03.03.2025

Was soll das Buch?

schwulsinn
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47 / 100
Samuel Libersum, Autor des Buchs und heute – trotz offenherziger Ankündigungen im Buch und in Autorenvorstellungen – ein ziemliches Phantom im Internet, hatte vor ein paar Jahren offenbar die ...

47 / 100
Samuel Libersum, Autor des Buchs und heute – trotz offenherziger Ankündigungen im Buch und in Autorenvorstellungen – ein ziemliches Phantom im Internet, hatte vor ein paar Jahren offenbar die Idee, als Mittdreißiger ein wenig öffentliche Lebensbewältigung zu betreiben.

Jetzt ist das so eine Sache, wenn jemand, den im Leben genau genommen nichts so RICHTIG Erwähnenswertes auszeichnet, meint, er müsse ein Buch über für Außenstehende (mit Verlaub) Belangloses der eigenen Lebensgeschichte schreiben. Versteht mich nicht falsch, sicher gibt es Stories und Schicksale, die ihr interessiertes Publikum finden, aber in diesem kurzen Buch findet wirklich nichts statt, das Mitgefühl und gleichzeitig Leseinteresse weckt. Das liegt nicht zuletzt daran, dass eben doch viele Details ausgespart werden (Privatsphäre™) und dass viele Namen und Gegebenheiten im wahrsten Sinne des Wortes fallengelassen werden (Beispiel: Der (ehemals) beste Freund stirbt tragischerweise sehr jung – naja, next, ich hatte dann die nächste Beziehung...). Wenn das Ergebnis bester Freundschaft diese beiläufige Erwähnung ist, möchte ich eigentlich nichts weiter von den scheinbar sehr oberflächlichen zwischenmenschlichen Beziehungen des Autors wissen.

Könnte sein, dass es im echten Leben ganz anders ist – aber wenn, dann gelingt die Vermittlung dieses Bildes überhaupt nicht. Aus meiner Sicht hat das Buch auch für unsichere Menschen mit einer nicht-heteronormativen Gefühlswelt nur einen verschwindend geringen Mehrwert.

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Veröffentlicht am 28.06.2024

Pubertärer Witz

Frau zündet Penis an (Bebildert)
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45 / 100
Naja, mit 14 oder 15 Jahren fand man solche Exzesse von bizarren Stories über pseudo-witzige Namens-/Berufskombinationen und verrückten amerikanischen Gesetzen noch spaßig, mittlerweile sind sie ...

45 / 100
Naja, mit 14 oder 15 Jahren fand man solche Exzesse von bizarren Stories über pseudo-witzige Namens-/Berufskombinationen und verrückten amerikanischen Gesetzen noch spaßig, mittlerweile sind sie kaum noch ein müdes Lächeln wert.

Hinzu kommen groteske Interpunktionsfehler, Formfehler, fehlende Wörter (teilweise fehlt sogar die Pointe), mehrfache Dopplungen im Abstand weniger Seiten und die allgemeine Frage, wie viel ist Wahrheit, wie viel „urban myths“. Die „Bebilderung“ erfolgt durch lieblos eingescannte Zeitungsschnipsel, wobei die Dreckflecken auf dem Vorlagenglas stets mitgescannt wurden.

Und: Bei den Absätzen, die tatsächlich belegbar sind, ist inhaltlich der Rotstift anzusetzen, etwa bei dem Schicksal von Garry Hoy: Nicht das Fensterglas zersprang (das blieb – wie oft von ihm demonstriert – heil), sondern die Verankerung löste sich durch die Krafteinwirkung seines Körpers. Wenn solche Details schon nicht ganz stimmen, was ist dann erst mit dem ganzen Rest?

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Veröffentlicht am 20.08.2025

Das Buch, das dem eigentlichen Thema nicht gerecht wird

Schwerbehindert durch das Zuginferno von Eschede - wie der ICE 884 mein Leben veränderte
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38 / 100
Ein Dreivierteljahr zuvor habe ich das erste Buch von Udo Bauch gelesen und schrieb in meiner damaligen Rezension, dass ich hoffte, mit seinem zweiten Buch ein konkreteres Bild seiner Person und ...

38 / 100
Ein Dreivierteljahr zuvor habe ich das erste Buch von Udo Bauch gelesen und schrieb in meiner damaligen Rezension, dass ich hoffte, mit seinem zweiten Buch ein konkreteres Bild seiner Person und Umstände zeichnen zu können.

Seitentechnisch hat dieses Buch den vierfachen Umfang und ich dachte, die Beschreibung seiner Situation im Kontext des ICE-Unglücks würde detaillierter und präziser dargestellt – weit gefehlt.

Spätestens ab der Hälfte des Buchs geht es überhaupt nicht mehr um den Unfall, sondern Kurzbiografien der Menschen in seinem Umfeld. Irgendwann habe ich aufgehört zu zählen, aber mit diesen vielen lose hingeschriebenen Namen von Menschen, über die man so gut wie nichts erfährt, kann wohl niemand außer den Beschriebenen etwas anfangen.

Und so geht es weiter: Ein ewiges Wiederholen, dass der Unfall vermeidbar gewesen wäre (aber nicht zwei- oder dreimal, sondern etwa 30-mal); ständiges „Ich bin damit, damit und damit unzufrieden“ in einer Wortwahl, die keine Empathie auslöst; eine geradezu als ausschlachtend zu bezeichnende Textflut zu persönlichen Schicksalen seiner Angehörigen wie etwa der Unfalltod des Lebensgefährten einer seiner Töchter (was in aller Welt haben diese hochsensiblen Stories überhaupt in einem Buch UND dann auch noch in einem zu suchen, das ihn und das Zugunglück zum Thema haben?!); das uferlose Nennen von Bekannten und Verwandten und nicht zuletzt die fürchterliche Formatierung des Buchs. Eingangs erwähnt der Autor, dass er alles daran selbst machen wollte – das ist allerdings selten eine gute Entscheidung und meistens reiner Aktionismus: Schriftarten, -größen und -farben unsystematisch vermischt; Rechtschreib-, Interpunktions- und Auszeichnungsfehler ohne Ende und bestenfalls ein loser Rahmen um die Inhalte.

So hat mir das Buch auf keiner Ebene hervorstechende Erkenntnisse geliefert und ich frage mich, ob das Ansinnen, zum 25. Jahrestag des Unfalls ein neues Buch zu schreiben, nicht als vorübergehender Krampf hätte verworfen werden sollen.

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