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Veröffentlicht am 13.08.2024

Zwischen Romance und Gewalt

Letzte Lügen
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Will und Sara haben geheiratet und befinden sich auf Hochzeitsreise. Diese zwei sind ein absolut süßes Paar. Der Umgang der beiden miteinander ist so liebevoll, dass einem das Herz aufgeht. Dadurch ist ...

Will und Sara haben geheiratet und befinden sich auf Hochzeitsreise. Diese zwei sind ein absolut süßes Paar. Der Umgang der beiden miteinander ist so liebevoll, dass einem das Herz aufgeht. Dadurch ist der Thriller eine tolle Mischung aus Liebesdrama, Familiendrama und brutaler Gewalt, die unter die Haut geht.

Will und Sara ist kein erholsamer Honeymoon vergönnt. Schon am ersten Abend stirbt Mercy – eine der Inhaberinnen der Ferienlodge – in Wills Armen. Sie wurde brutal ermordet. Ohne Frage, dass sich die Flitterwöchler sofort in den Fall einmischen. Sie scheinen die Einzigen zu sein, die tatsächlich an der Aufklärung interessiert sind, denn innerhalb Mercys Familie herrscht eine Menge Zwist und Aggression.

Karin Slaughter hat in „Letzte Lügen“ eine Ausgangssituation erschaffen, die an Agatha Christie erinnert. Ein abseits gelegenes Feriendorf, dass nur zu Fuß zu erreichen ist, umgeben von Wäldern und Seen. Dazu erschwerter Zugang zu W-lan und Telefonempfang.
Der Thriller startet richtig stark. Der Mord passiert auf den ersten Seiten und man ist sofort mittendrin. Nach diesem packenden Einstieg musste ich zu meiner Enttäuschung feststellen, dass die Spannung nach den ersten 150 bis 200 Seiten deutlich nachlässt. Es gibt sehr viele Charaktere, die vernommen werden müssen, die auch einiges zu erzählen haben – relevantes und nebensächliches und all das zieht sich auf Dauer ganz schön in die Länge. Die Kapitel sind für meinen Geschmack auch viel zu lang, so dass ich teilweise mitten im Kapitel unterbrechen musste, da ich keine Zeit mehr zum Lesen hatte.
Als ¾ des Buches rum waren, wurde mir bewusst, dass ich im Grunde nicht viel schlauer bin, als zu Beginn.
Zum Ende hin zieht das Tempo erfreulicherweise doch nochmal an und die Autorin überrascht mit einigen Twists, die kurz aufeinander folgen. Die Enthüllung hat es wirklich in sich und ist voller erschütternder Tragik und Grausamkeit. Es macht einen sprachlos, wie ekelhaft die Familie McAlpin ist und es ist schön, dass Karin Slaughter als Gegenpol das Team vom GBI erschaffen hat, deren umsichtiger Umgang untereinander eine Wohlfühlatmosphäre schafft. Neben Will und Sara mag ich auch Faith ausgesprochen gerne.

Insgesamt war „Letzte Lügen“ ein Thriller mit auf und Abs für mich, dem ein paar Kapitel weniger gut getan hätten.

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Veröffentlicht am 30.06.2024

Millie is back

Sie kann dich hören
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4 Jahre sind seit den Ereignissen in „Wenn sie wüsste“ vergangen. In „Sie kann dich hören“ treffen wir erneut auf Millie, die nach der Trennung von Enzo beschlossen hat, ihre unkonventionelle Berufung ...

4 Jahre sind seit den Ereignissen in „Wenn sie wüsste“ vergangen. In „Sie kann dich hören“ treffen wir erneut auf Millie, die nach der Trennung von Enzo beschlossen hat, ihre unkonventionelle Berufung an den Nagel zu hängen. Sie will nun seriös und regelkonform mit einem neuen Freund durchstarten. Doch das Schicksal hat andere Pläne mit ihr und so lernt Millie Wendy kennen, die dringend Hilfe benötigt.
Auch der zweite Band hat mich sehr schnell abgeholt und ich bin nur so durch die kurzen Kapitel geflogen. Der Schreibstil ist wieder sehr angenehm zu lesen und baut stetig Spannung auf.
Die Geschichte scheint zunächst eindeutig – bis sie es eben nicht mehr ist. Ich war direkt überrascht, wie sich die Handlung entwickelt hat.
Im Vergleich zum ersten Band hat mir diesmal allerdings das Bitterböse gefehlt, dass auch mal dafür sorgt, dass man lachen muss.
Gut gefallen hat mir, dass trotz grundsätzlicher Ähnlichkeiten (Haushälterin, Gewalt an Frauen, reiche Leute...) „Sie kann dich hören“ eine ganz andere Geschichte ist als „Wenn sie wüsste“.
Ich freue mich, dass es noch einen dritten Band geben wird und möchte diesen am Liebsten sofort lesen.

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Veröffentlicht am 30.06.2024

Zwischenband ohne große Überraschungen

Das Erbe der Greiffenbergs - Zu neuen Ufern
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Nach dem der erste Teil von „Das Erbe der Greiffenbergs“ letztes Jahr ein Highlight für mich war, war die Fortsetzung natürlich Pflicht.
Ich hatte schon vermutet, dass mir Band 2 nicht ganz so gut gefallen ...

Nach dem der erste Teil von „Das Erbe der Greiffenbergs“ letztes Jahr ein Highlight für mich war, war die Fortsetzung natürlich Pflicht.
Ich hatte schon vermutet, dass mir Band 2 nicht ganz so gut gefallen wird, was sich auch bewahrheitet hat. Der Grund ist, dass die zentrale Hauptfigur Ferdinand ist, den ich als anstrengenden Charakter empfinde. Ein vom Erfolg verwöhnter Womanzier, der ohne Frage seine charmanten Momente hat. Er ist allerdings in vielen seiner Handlungen sorglos und macht sich erst zu spät Gedanken, ob er vielleicht seine Mitmenschen verletzt. Auch wenn er jedes Mal Reue empfindet, wäre eine frühere Einsicht oft von Vorteil.
Ferdinand arbeitet als Stuntman. Ein schwerer Unfall wirft sein Leben völlig durcheinander und es stellt sich die Frage, wie es nun für ihn weitergehen soll. Und dann ist da auch noch Christina, die zwar nicht in sein gewohntes Beuteschema passt, aber ihm trotzdem nicht mehr aus dem Sinn geht.
Der Rest der Familie kämpft gegen den drohenden Konkurs der Firma und auch das Verschwinden des Familienoberhaupts wird immer mysteriöser.
Pauline spielt diesmal leider nur eine untergeordnete Rolle, dafür lernen wir Nesthäckchen Antonia besser kennen. Ich freue mich bereits jetzt, dass sie im dritten Band im Fokus stehen wird.
Oma Elsa sorgt für den ein oder anderen Lacher und begeistert einmal mehr mit ihrer resoluten Art.
Auch wenn sich "Das Erbe der Greiffenbergs – Zu neuen Ufern" insgesamt sehr angenehm lesen lässt, war die Handlung doch ziemlich vorhesehbar und die Dramen der Familie von Greiffenberg brachten wenig Überraschungen mit sich.
Es war ein typischer Zwischenband. Nun sind noch einige Fragen offen, auf deren Klärung ich im Finale gespannt bin.

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Veröffentlicht am 15.06.2024

Brutaler Grönland-Thriller

Eis. Kalt. Tot.
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„Eis. Kalt. Tot“ von Anne Nordby ist definitiv der brutalste Krimi, den ich seit langem gelesen habe und nichts für schwache Nerven.

Die Polizei tauft den Killer, der in Kopenhagen sein Unwesen treibt, ...

„Eis. Kalt. Tot“ von Anne Nordby ist definitiv der brutalste Krimi, den ich seit langem gelesen habe und nichts für schwache Nerven.

Die Polizei tauft den Killer, der in Kopenhagen sein Unwesen treibt, schnell den „Horrormetzger“, da dieser durch beispiellose Grausamkeit auffällt. Menschliche und tierische Körper werden zersägt und zu einem neuen Geschöpf zusammengenäht.
Alle Opfer haben eine Verbindung zu einer schiefgegangenen Expedition in Grönland.

„Eis. Kalt. Tot“ fesselt mit einem originellen Plot. Insbesondere das Grönland Thema mit all den dazugehörigen Ritualen und Sagen fand ich ausgesprochen interessant. Es ist mal etwas ganz anderes, wenn die Ermittler durch eine ewige Eis- und Schneelandschaft stapfen und Stunden bei Minusgraden in einem Zelt ausharren.
Der Fall baut sich vielschichtig auf und löst sich prinzipiell nachvollziehbar, auch wenn mir diese extreme Brutalität und der Aufwand der betrieben wurde, unlogisch erschien, da dem Täter von Anfang an klar sein musste, dass er mit dieser Nummer nicht durchkommt.

Die Hauptermittlerin Kirsten fand ich einfach nur unfreundlich.
Deutlich lieber mochte ich Marit, die aufgrund ihrer grönländischen Herkunft und der Tatsache, dass sie eine Superrecognizerin ist, eine äußerst interessante Protagonistin abgab.
Auch mit Jasper Baek konnte ich nach einer Weile einigermaßen warm werden.
Insgesamt ist es allerdings so, dass ich keinen der Charaktere so richtig leiden konnte.

Zusammenfassend fand ich „Eis. Kalt. Tot“ originell und überwiegend spannend. Ein Must-read ist es meiner Meinung nach jedoch nicht.

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Veröffentlicht am 27.04.2024

Super Unterhaltung

Wenn sie wüsste
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Um „Wenn sie wüsste“ gibt es schon seit Monaten einen absoluten Hype. Deswegen war meine Neugierde auf diesen Thriller riesig. Letztendlich war es zwar kein Jahreshighlight für mich, aber ein Buch, dass ...

Um „Wenn sie wüsste“ gibt es schon seit Monaten einen absoluten Hype. Deswegen war meine Neugierde auf diesen Thriller riesig. Letztendlich war es zwar kein Jahreshighlight für mich, aber ein Buch, dass ich mit großem Vergnügen gelesen habe. Insbesondere kann ich es auch Gelegenheitslesern oder jemand, der sich gerade in einer Flaute befindet empfehlen. Der Schreibstil von Freida McFadden ist nämlich außerordentlich fesselnd und es ist quasi unmöglich, das Buch aus der Hand zu legen.

Nach 10 Jahren Gefängnis ist Millie auf der Suche nach einem Neustart. Doch die Leute begegnen ihr mit Misstrauen und kaum jemand möchte ihr eine Chance geben. Als sie als Haushaltshilfe bei dem wohlhabenden Paar Nina und Andrew Winchester anfangen kann, wirkt alles zunächst wie ein 6er im Lotto. Doch Nina mutiert schnell zum absoluten Drachen und generell scheint in dieser Familie einiges merkwürdig zu sein.

„Wenn sie wüsste“ beginnt wie ein Liebesroman. Das Aschenputtel Millie schwärmt für ihren reichen, attraktiven Chef, der sich mit seiner verrückten Gattin herumplagen muss.
Oft mag man die Charaktere in Psychothrillern nicht so gerne, aber Millie habe ich schnell ins Herz geschlossen. Sie ist hilfsbereit und immer gut gelaunt. Man ist als Leser 100prozentig auf ihrer Seite.

Der Klappentext verspricht ein paar Twists. Ich muss sagen, das ich die erste große Wendung schon vorhergesehen habe und auch die anderen nur teilweise überraschend für mich waren. Was ich besonders an dem Buch finde ist, dass man dadurch, dass man so stark mit Millie sympathisiert, jede Wendung feiert und mit einem Lächeln auf den Lippen verfolgt, obwohl es teilweise ganz schön starker Tobak ist.
Der Entertainment-Faktor von „Wenn sie wüsste“ war die kompletten 400 Seiten über sehr hoch und ich freue mich, dass es noch zwei weitere Abenteuer mit Millie geben wird.

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