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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.07.2024

Überraschend mitreißend

Die Sache mit Rachel
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Cover und Titel wirkten auf mich zuerst irgendwie nichtssagend, aber zumindest der Titel wird innerhalb der Handlung grandios aufgegriffen und passt dann letztendlich doch wie die Faust aufs Auge. Ich ...

Cover und Titel wirkten auf mich zuerst irgendwie nichtssagend, aber zumindest der Titel wird innerhalb der Handlung grandios aufgegriffen und passt dann letztendlich doch wie die Faust aufs Auge. Ich mochte die spielerische Erzählweise, das Ausreizen von Grenzen und das Maß an Manipulation, dass sich nah an der Grenze dessen bewegt, was gesellschaftlich vertretbar ist. Hat mir überraschend gut gefallen.

Zum Inhalt: Rachel ist jung und unscheinbar, als sie bei ihrem Job im Buchladen James kennenlernt, der so schillernd und einnehmend ist. Und er will ausgerechnet mit ihr befreundet sein. Schnell beginnen die beiden alles zu teilen- von Geheimnissen, über eine Wohnung bis zum Crush auf Rachels Literaturprofessor. Was sie nicht wissen ist, dass dies ihr gemeinsames Leben und das von Dr. Fred Bryne gehörig auf den Kopf stellen wird.

Die Geschichte ist schon eher kontrovers angelegt, spielt mit einem gewissen Machtgefüge und veranschaulicht, zu was in die Enge getriebene Menschen fähig sind. Mir hat es total gut gefallen, wie hier die Grauzonen der Moral ausgelotet werden und sich Beziehungsgefüge bilden, die zum Scheitern verdammt sind.

Gleichzeitig beleuchtet das Buch auf eindrucksvolle Weise die Lebensumstände junger Erwachsener im Cork der frühen 2000er- mit schäbigen Wohnungen, mangelnden Jobs und Perspektiven. Ich fand das Lebensgefühl von Rachel und James gut rübergebracht, diesen Zustand des Wartens auf den Übergang, das Ausharren und Verzweifeln. Es ist eine interessante Mischung aus Coming of Age und Sozialporträt, irgendwie ein Liebesroman und gleichzeitig eine Ode an die Art von Freundschaften, bei denen Fremde zu Familie werden.

Rachel und James probieren sich aus, lernen was es heißt erwachsen zu sein und machen viel zusammen durch. Und mir hat es großen Spaß bereitet ihnen dabei zuzusehen, wie sie mit den Herannahenden Katastrophen ihres Lebens umgehen. Gleichzeitig schläft das Buch auch immer wieder einen ernsteren Ton an, greift sozialpolitischen Themen auf und spannt damit einen interessanten, einfühlsamen Bogen. Hat mir gut gefallen.

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Veröffentlicht am 07.07.2024

Zwischen alten Erinnerungen und neuen Emotionen

Nightbane
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Lightlark hatte mir richtig gut gefallen und so war ich sehr gespannt auf die Fortsetzung der Reihe. Ich hab bei Nightbane etwas gebraucht um wieder in die Handlung reinzukommen, Band 1 muss man zwingend ...

Lightlark hatte mir richtig gut gefallen und so war ich sehr gespannt auf die Fortsetzung der Reihe. Ich hab bei Nightbane etwas gebraucht um wieder in die Handlung reinzukommen, Band 1 muss man zwingend gelesen haben und mir hat es sehr geholfen die letzten Kapitel nochmal zu überfliegen. Die Geschichte ist fantastisch geplottet und hält einiges an Überraschungen bereit.

Zum Inhalt: nachdem Isla den magischen Fluch, der auf den sechs lastete, gebrochen hat, herrscht sie an Oros Seite als Anführerin des Wild Folk. Doch um ihren Volk Schutz und Sicherheit zu bieten, während sich die nächste Bedrohung andeutet, muss sie ihren eigenen Fähigkeiten unter Kontrolle bekommen. Und um das zu tun, muss sie sich ihren Erinnerungen stellen, die alle mit Grim verbunden.

Ich finde allein schon die Geschichte rund um Isla, ihre Herkunft und ihre Fähigkeiten sehr interessant und sie macht eine nachvollziehbare und authentische Entwicklung innerhalb der Geschichte durch, sodass ich sie als Protagonistin nahbar und angenehm verletzlich, aber auch willensstark und mutig erlebt habe.

Die Geschichte umfasst zahlreiche Erinnerungssequenzen, sodass es quasi zwei Handlungsstränge gibt. Ich kann hier ganz klar sagen, dass ich zum Team Grim gehöre. Nichts gegen Oro, aber da gibt es für meinen Geschmack nicht genug Spannung. Und ich habe total mitgefiebert, wie sich Isla wohl am Ende entscheidet.

Ich mochte die vielen aufgedeckten Erinnerungen total gerne, die mit vielen kleinen und liebevollen Details zu Isla und Grim gespickt sind und viel darüber verraten, wer sie tief im Inneren sind. Einige der offenbarten Geheimnisse kamen für mich sehr überraschend, was mir richtig gut gefallen hat. Ich habe generell das Gefühl, dass es innerhalb der Handlung noch viel zu entdecken gibt und freue mich sehr auf Band 3

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Veröffentlicht am 07.07.2024

Schaurig schön geplottet

Girls Night - Nur eine kennt die ganze Wahrheit
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Ich bin schon lange Fan von Claire Douglas und nachdem ich zuletzt ihre Thriller nicht mehr ganz so mitreißend fand, wie zu Anfang, gefällt mir dieser hier wieder richtig gut. Eine Geschichte, die den ...

Ich bin schon lange Fan von Claire Douglas und nachdem ich zuletzt ihre Thriller nicht mehr ganz so mitreißend fand, wie zu Anfang, gefällt mir dieser hier wieder richtig gut. Eine Geschichte, die den Leser ganz schön auf die Folter spannt und ein paar überraschende Wendungen bereithält.

Zum Inhalt: vier Freundinnen, die zusammen feiern gehen und ihr Leben genießen. Doch nur eine von ihnen soll den Abend und einen schrecklichen Autounfall überleben. Von den anderen fehlt seitdem jede Spur. Als sich die Unfallnacht zum 20. Mal jährt, will Journalistin Jenna einen True Crime Podcast über jene Nacht herausbringen. Und setzt damit eine Reihe bedrohlicher Ereignisse in gang.

Ich fand die Geschichte sehr geschickt geplottet. Neben der Haupthandlung gibt es einen zweiten Handlungsstrang, bei dem bis zum Schluss nicht klar ist, wie er zur Handlung passt, der sich aber gleichwohl bedrohlich aufbaut. Die Geschichte steckt voller Lügen und Geheimnisse, sodass der Plot sehr wendungsreich und vielschichtig ist.

Ich mochte den True Crime Charakter der Geschichte sehr gern, vor allem weil der Fall so aufsehenerregend ist. Jenna ist eine Protagonistin die anfangs etwas unnahbar daherkommt, mit der man aber gut mitfiebern kann. So lüftet sie Stück für Stück dir Geheimnisse des Ortes und des Unfalls auf dem Devil‘s Corridor lüftet.

Ich fand dir Geschichte eigentlich von Beginn an spannend und fand den Fall selbst sehr mitreißend.

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Veröffentlicht am 30.06.2024

Cooler Jugendthriller

Thin Air
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Das comicartige Cover ist mir direkt ins Auge gesprungen und ich fand das Konzept eines Psychothrillers für Leser ab 14 total interessant und war neugierig, wie das wohl umgesetzt wird. Ich war überrascht ...

Das comicartige Cover ist mir direkt ins Auge gesprungen und ich fand das Konzept eines Psychothrillers für Leser ab 14 total interessant und war neugierig, wie das wohl umgesetzt wird. Ich war überrascht wie mitreißend dieses Buch auch für mich, obwohl ich deutlich älter bin, war. Es steht regulären Thrillern spannungstechnisch in nichts nach und war wirklich packend und atmosphärisch.

Zum Inhalt: 12 Schüler von Privatschulen kämpfen um ein begehrtes Stipendium. Unter ihnen auch Emily, für die das Studium der letzte Ausweg scheint um ihre Lebenssituationen rumzureißen. Was sie alle nicht wissen, als sie an Bord des schicken Privatjets gehen, der sie zu den Aufnahmetests bringen soll: das Spiel hat längst begonnen und nicht jeder wird es überleben.

Ich mochte, dass hier sehr schnell Stimmung und auch Dramatik aufgebaut wurde, ohne dass es blutig oder brutal war. Viel mehr liegt es an der Konkurrenzkampf-Atmosphäre und dem allgemeinen Misstrauen, was gut rübergebracht wurde. Ich fand, dass das Buch von Beginn an für einen Jugendthriller gut Spannung aufbaut und das Setting tut sein übriges dazu, durch seine Extravaganz und Dekadenz.

Die Figuren entsprechen gängigen Stereotypen wie man sie aus amerikanischen Highschool-Filmen kennt. Dadurch kann man sich aber gefühlt mit mindestens einer der Personen identifizieren. Die Probleme mit denen sich die Charaktere herumschlagen wirken schon sehr klischeehaft und natürlich total überspitzt. Bin ich jetzt nich wahnsinnig Fan von, aber passt zum elitären Setting. Jeder hat Geheimnisse und alle wirken verdächtig.

Die Geschichte wird temporeich erzählt, die Charaktere bleiben eher oberflächlich und unnahbar, der Fokus liegt hier schon eher auf den Aufgaben und der bedrohlichen Setting. Die Auflösung kam überraschend und war für meinen Geschmack „drüber“, also vom Motiv nicht wirklich nachvollziehbar und einfach gemessen daran total übertrieben.

Insgesamt aber ein total gut gemachter Jugendthriller, bei dem ich durchaus mitgefiebert habe. Lädt zum miträtseln ein, wer hier ein perfides Spiel mit seinen Mitreisenden spielt.

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Veröffentlicht am 30.06.2024

Weniger vertrackt als seine Vorgänger

Das Dorf der acht Gräber
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Ich liebe die Kriminalfälle von Seishi Yokomizo, die sich immer so ein bisschen wie eine Mischung aus Detektiv Conan und Agatha Christie lesen und bei denen ich immer so gerne miträtsel. Mir kam dieser ...

Ich liebe die Kriminalfälle von Seishi Yokomizo, die sich immer so ein bisschen wie eine Mischung aus Detektiv Conan und Agatha Christie lesen und bei denen ich immer so gerne miträtsel. Mir kam dieser Fall weniger verwinkelt vor als seine Vorgänger, aber wieder genauso unterhaltsam. Die Fälle sind auch einzeln und unabhängig voneinander fantastisch lesbar.

Zum Inhalt: Das Dorf der acht Gräber verdankt seinem Namen einer düsteren Legende und macht seinem alle Ehre. Denn ein dunkler Fluch scheint auf dem Dorf zu liegen, sodass es zu einem Massaker ungeahnten Ausmaßes kommt. Jahre später kehrt ein Fremder in das Dorf ein und mit ihm eine weitere Mordserie, die die Einwohner des Dorfes das Fürchten lehrt.

Ich mochte die Einleitung in die Geschichte total gern, die fast schon mythische Erzählung zur Entstehung des Dorfes und dann das Massaker, das den Bogen zur gegenwärtigen Handlung schlägt. Das hat richtig gut Stimmung aufgebaut unf Lust auf die Geschichte gemacht. Auch das Setting des Dorf mit dem verzweigten Höhlensystem ist wieder sehr gelungen angelegt.

Ich war überrascht, dass die Reihenübergreifene Hauptfigur des Privatdetektivs Kosuke Kindaichi diesmal nur so spärlich vorkam, stattdessen wird die Geschichte retrospektiv aus der Sicht des Hauptverdächtigen erzählt. An sich an spannender Erzählansatz aber ich bin Fan der Deduktionen von Kindaichi und habe den in diesem Buch einfach vermisst.

Ansonsten war der Fall aber auch diesmal wieder sehr lesenswert und spannend geplottet. Die Handlung verdichtet sich zunehmend und ich war richtig neugierig auf dir Auflösung, weil die einzelnen Teile für mich nicht so recht zusammenpassen wollten. Die Auflösung gestaltete sich dann aber überraschend schlüssig. Hat mir wieder gut gefallen.

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