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Veröffentlicht am 21.08.2024

✎ Anna Seidl - Es wird keine Helden geben

Es wird keine Helden geben
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„Es wird keine Helden geben“, was bei meiner Aktion „vergessene Schätze“ Zwerghuhn damals vorgestellt hatte, ist schon das zweite Jugenddrama unter meinen Büchern, welches einen Amoklauf zum Thema hat. ...

„Es wird keine Helden geben“, was bei meiner Aktion „vergessene Schätze“ Zwerghuhn damals vorgestellt hatte, ist schon das zweite Jugenddrama unter meinen Büchern, welches einen Amoklauf zum Thema hat. 2013 las ich bereits „Klassenziel“.

Schon bei den ersten Zeilen wurde ich direkt ins Jahr 2002 katapultiert. Der Amoklauf in Erfurt wird wahrscheinlich nie aus meinem Gedächtnis verschwinden. Ich selbst war damals auf einem Gymnasium, 60km entfernt. Die Angst griff um uns, obwohl wir nicht unmittelbar betroffen waren. Heute spüre ich die Angst noch intensiver, denn ab September wird mein eigenes Kind auf eine große Schule gehen …

Die Geschichte wird aus Miriams Sicht erzählt. Somit haben wir ein Opfer, welches hautnah dabei war.
Die Autorin schildert den Weg während des Amoklaufs und ganz ausführlich die Zeit danach. Oft gibt es zudem Rückblenden in das Leben vor der Tat.

Die emotionale Ebene von Miriam hat Anna Seidl gut eingefangen. Zwar konnte ich nicht wirklich mit ihr mitleiden, doch das lag eben daran, wie sie sich früher benommen hat. Ich kann ihr kein Mitleid entgegenbringen, weil ich sie vielmehr für ihre Fehler hasse. Sie und ihre Freundinnen haben sich benommen wie der letzte Dreck! Mobbing ist einfach nie ok!

»All diese Dinge bereue ich erst jetzt, wo es zu spät ist, sie noch zu ändern. Ich werde damit leben müssen. Für den Rest meines Lebens.« (S. 80)

Ja, verdammt! Und es ist richtig so in meinen Augen. Man kann sich mal daneben benehmen, aber dann sollte es auch wieder gut sein und nicht das Leben eines anderen Menschen zerstören!
Und trotzdem möchte ich den Amoklauf nicht schönreden oder gar gutheißen, denn:

»Das Leben ist eine zerbrechliche, kurze Sache. Jeder lebt nur ein einziges Mal. Jeder ist etwas Besonderes. Und deshalb zerstört man nicht nur einen Menschen, sondern eine ganze Welt. Deshalb hat niemand das Recht, eine Waffe auf dich zu richten. Niemals.« (S. 205)

Das ist dann auch etwas gewesen, was mich arg gestört hat: die Stereotypen. Miriam und ihre Freund
innen waren top, Matias hingegen fett, unbeliebt, ein Opfer.

»Ich habe ein schönes Leben. Bin beliebt, habe den perfekten Freund, die tollste beste Freundin der Welt. Ich habe keine Mutter, die Stress macht wie Joannes. Ich fühle mich einfach wunderbar und zeige das auch allen.« (S. 96)

Auch Miriams früheres Leben stößt bei mir eher auf Unverständnis. Sie war bereits früh (mit 14?) das erste Mal besoffen. Und auch die Jungfräulichkeit ist in ihrem Alter ein großes Problem. Ich finde dies sehr verantwortungslos in einem Jugendbuch, denn das setzt Lesende enorm unter Druck, obwohl es das nicht sollte.

Gut dargestellt wurden die unterschiedlichen Auswirkungen des Amoklaufs auf die unterschiedlichen Personen. Manche haben schnell „zurück“ gefunden, manche nie wieder. Obwohl mich Miriam selbst emotional nicht wirklich berühren konnte, hat es die Autorin mit einer Szene jedoch geschafft. Und diese nehme ich ihr auch ab.

Da das Attentat selbst nur am Anfang detailliert erwähnt wird, sind die Ursachen für Miriams emotionale Empfindungen leicht austauschbar. Es hätte ebenso ein Unfall mit Todesfolge oder dergleichen sein können.

Das Ende fand ich dann zu sehr an den Haaren herbeigezogen. Vielleicht braucht man ein Happy End nach einer solch schweren Kost, doch dieses hier ist einfach nur unglaubwürdig.

Mich persönlich hat der Roman wenig abholen können, doch ich denke, als Klassenlektüre würde er so manchen die Augen öffnen.

©2024 Mademoiselle Cake

weitere Zitate:

»Wenn die Stille dir das Leben rettet, definierst du neu, was laut und was leise ist.« (S. 11)

»Denn das Leben ist es, wovor wir Angst haben sollten. Während der Tod die Erlösung ist, zwingt uns das Leben immer wieder in die Knie.« (S. 28)

Veröffentlicht am 02.08.2024

✎ Bastian Ludwig - Des Teufels Mörder

Des Teufels Mörder
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Bei meiner Aktion „vergessene Schätze“ hatte Celine damals „Des Teufels Mörder“ vorgestellt. Nun bin ich dazu gekommen, den historischen Krimi zu lesen.

Mich hat er nicht nachhaltig überzeugt.

Es gibt ...

Bei meiner Aktion „vergessene Schätze“ hatte Celine damals „Des Teufels Mörder“ vorgestellt. Nun bin ich dazu gekommen, den historischen Krimi zu lesen.

Mich hat er nicht nachhaltig überzeugt.

Es gibt zum Beispiel sehr viele Bezüge zu „früher“ in der Geschichte. Doch wenn meine Recherchen richtig sind, ist dies der einzige Roman, den Bastian Ludwig rund um Everd Edinger geschrieben hat. Viele Andeutungen waren in meinen Augen für den Fortgang der Geschichte nicht nötig, wodurch ich es teilweise ein bisschen langatmig fand.

Zudem waren die Wendungen oft vorhersehbar. Am Schluss wird dann alles noch wortreich aufgedröselt. Ich hätte mir gewünscht, den Täter länger im Verborgenen zu wissen und miträtseln zu können, doch der Autor gibt explizite Hinweise, die man einfach nicht übersehen kann.

Dadurch, dass ständig neue Personen auftauchen, wird wiederholt das Tempo aus der Erzählung genommen.

Was genau jetzt der im Titel erwähnte Teufel mit der sehr interessanten Thematik zu tun hat, hat sich mir bis zum Schluss nicht erschlossen.

Für mich ist es daher kein Krimi, den ich weiterempfehlen würde. Zu unausgereift und zu langatmig, auch wenn die Idee des Riesenwolfs und dessen Aufklärung außergewöhnlich war und ich die Beschreibung der Umgebung mochte.

©2024 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 02.07.2024

✎ Claudia Kühn - Stolz und Vorurteil

Stolz und Vorurteil - Die Graphic Novel nach Jane Austen
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Bin ich eine Kunstbanausin, weil ich noch kein Buch von Jane Austen gelesen habe? (obwohl sie auf meiner to-read-Liste steht) Würde ich nicht direkt sagen. Meine Leseinteressen liegen meist ganz woanders. ...

Bin ich eine Kunstbanausin, weil ich noch kein Buch von Jane Austen gelesen habe? (obwohl sie auf meiner to-read-Liste steht) Würde ich nicht direkt sagen. Meine Leseinteressen liegen meist ganz woanders. Und ob ich mir mit dieser Graphic Novel einen Gefallen getan habe, mag ich langsam zu bezweifeln …

Mich hat das Cover direkt angesprochen. Klare Linien, kräftige Farben. Dies setzt sich auch im Inneren fort.
Leider ist der Zeichenstil wenig abwechslungsreich. Viele Personen ähneln sich zu sehr und erst beim zweiten Lesen konnte ich sie definitiv unterscheiden. Beim ersten Mal musste ich öfter zurück blättern, um nachzuschauen, wer wer ist.
Hinzu kommt, dass eine Schrift in den Briefen gewählt wurde, die ich nur mit Mühe lesen konnte.

Da ich die Originalversion nicht kenne, habe ich keinen Vergleich zu der vorliegenden. Und doch wage ich zu behaupten, dass manch Entscheidendes fehlt.
Die Geschichte war teilweise sehr sprunghaft, nicht ganz nachvollziehbar. Es fehlt an Tiefe und mir an Hintergrundwissen. Wer den Roman kennt, wird an dieser Stelle wahrscheinlich einen Vorteil haben. Ich hatte keine Möglichkeit, richtig in das Geschehen einzutauchen.

Dennoch gab mir die Graphic Novel einen kleinen Einblick in die Urfassung und ich habe nun jedenfalls beschlossen, dass Jane Austens Version derzeit wohl eher keine Lektüre für mich ist.

©2024 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 27.06.2024

✎ Nora Imlau - Ein total genialer Mummeltag

Ein total genialer Mummeltag
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Ich kenne bereits 3 Ratgeber von Nora Imlau und war nun auf dieses Bilderbuch von ihr gespannt.
Uns hat es angesprochen, weil wir auf Farbe stehen und bereits das Cover fröhlichbunt ist.

Als wir das Buch ...

Ich kenne bereits 3 Ratgeber von Nora Imlau und war nun auf dieses Bilderbuch von ihr gespannt.
Uns hat es angesprochen, weil wir auf Farbe stehen und bereits das Cover fröhlichbunt ist.

Als wir das Buch dann aufschlugen, wurden wir direkt ein wenig erschlagen.

Der Text ist für 3-Jährige zu viel. Die Sätze sind teilweise sehr verschachtelt; das Wort „Mummel“ kommt in nahezu jedem vor.
Selbst für meine 6-Jährige war es als Einschlafgeschichte nicht passend. (wir haben es dann tagsüber gelesen)

Die Zeichnungen innen sind so bunt und vielfältig wie außen. Für meine Tochter super, doch für die Kleinsten der Zielgruppe zu überladen, denn es gibt teilweise mehrere Szenen auf einer Doppelseite.

Ich als Erwachsene bzw. als Mama finde mich im Text und in den Illustrationen wieder. Und unser Nachwuchs musste sich eingestehen, dass es genau so auch mal hier abläuft und wir deswegen bereits einige Gespräche hatten.

Irgendwann wird erklärt, was der Unterschied zwischen Wunsch und Bedürfnis ist. Mein Vorschulkind hat es so einigermaßen verstanden. Dazu haben wir jedoch noch weiter ausgeholt und konkrete Beispiele gesucht. Ob 3-Jährige das schon begreifen - zumal es wirklich nur kurz angeschnitten wird -, wage ich zu bezweifeln.

Meine Empfehlung geht definitiv in Richtung „ab 5 Jahre“. Das zumindest ist meine persönliche Erfahrung mit Kindern

Frage meiner 6-Jährigen: Warum hat der Regenbogen einen rosa Streifen über dem roten?

©2024 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 19.06.2024

✎ Kerstin Gier - Silber-Trilogie 1 Das erste Buch der Träume

Silber - Das erste Buch der Träume
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Oft sehe ich Bücher in unserer Grundschulbibliothek, die auf Social Media gehypt wurden/werden, die ich selbst jedoch (noch) nicht kenne. Wenn sich die Gelegenheit also bietet, versuche ich hinein zu lesen, ...

Oft sehe ich Bücher in unserer Grundschulbibliothek, die auf Social Media gehypt wurden/werden, die ich selbst jedoch (noch) nicht kenne. Wenn sich die Gelegenheit also bietet, versuche ich hinein zu lesen, um bei den Kindern eventuell mitsprechen zu können.

Die Silber-Trilogie gehört da neuerdings dazu.

Ich muss leider sagen, dass es nichts ist, was mir im Gedächtnis bleiben wird.
Es passiert so viel und doch nichts.
Das Viele wird dann oft auch nur angefangen und nicht zu Ende erzählt, sodass am Schluss noch sehr viele Fragen offen sind.

Was mich aber am meisten gestört hat, war die Diskriminierung, die hier stattfindet.
Das ging teilweise überhaupt nicht und war für mich persönlich auch nicht mehr mit einem Augenzwinkern zu sehen.

Ich habe auf einer Plattform gelesen, dass manche Eltern das Buch ab 5 Jahren empfehlen. Eine offiziellere Stelle meint „ab 14“. Ich persönlich würde es Viellesenden ab 12 vorschlagen, obwohl sie sich mit den Charakteren wahrscheinlich nicht wirklich identifizieren werden können.

Es gibt ein paar niedliche Elemente und ein paar witzige Stellen. Doch ich denke, dass ich aus der Trilogie bereits herausgewachsen bin, denn zumindest der erste Band gab mir nicht wirklich was. Zudem wurden mir zu viele Klischees untergebracht.
Meine Neugier ging jedoch zumindest soweit, den zweiten Teil zu starten, denn ich erhoffte mir ein paar Antworten …

©2024 Mademoiselle Cake