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Veröffentlicht am 04.07.2024

Beeindruckendes Unterwasser-Worldbuilding

Secrets in the deep
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Protagonistin Linnéa wünscht sich nichts mehr, als endlich als Journalistin durchzustarten und einen großen Artikel zu veröffentlichen. Doch während einer Recherchereise findet sie sich plötzlich in den ...

Protagonistin Linnéa wünscht sich nichts mehr, als endlich als Journalistin durchzustarten und einen großen Artikel zu veröffentlichen. Doch während einer Recherchereise findet sie sich plötzlich in den Fängen einer unbekannten Spezies, viele Meter unter der Meeresoberfläche wieder. Dort lernt sie ihren Entführer näher kennen und es ist spannend zu lesen, wie sich die beiden Charaktere annähern.

Besonders gelungen ist das Worldbuilding. Mit viel Detailreichtum und Phantasie hat die Autorin eine beeindruckende Unterwasserwelt geschaffen. In jedem Satz scheint ihre Liebe für unsere Meere und die darin lebenden Tiere und Pflanzen durch. Bei dem Zusammentreffen der Protagonistin mit Mantas, Putzerfischen und Delfinen wird das Setting lebendig und ruft einem einmal mehr in Erinnerung, wie schützenswert die bunte Artenvielfalt in den Weltmeeren ist.

Hinzu kommt die Spezies der Aqua‘lu, die sich evolutionär und kulturell schon vor tausenden von Jahren anders entwickelt hat und nun mit allen Mitteln versucht, ihren Fortbestand und ihr Überleben im Geheimen zu sichern. Auch hier hat die Autorin eine große Phantasie bewiesen und der Clash zwischen den Kulturen ist sehr einfallsreich und unterhaltsam beschrieben.

Stilistisch musste ich mit dem Buch ehrlich gesagt erst etwas warm werden. Es liest sich insgesamt sehr flüssig und gut, benutzt hier und da aber ein paar eigenwillige Formulierungen, über deren Sinn ich dann erst nachdenken musste. Daran konnte ich mich aber gewöhnen, denn die Geschichte war wirklich schön und fesselnd - kann ich durchaus empfehlen.

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Veröffentlicht am 15.06.2024

Eine erschütternde Autobiografie

Solito
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In Solito („alleine“) schildert der Autor Javier Zamora seine eigenen, traumatischen Kindheitserinnerungen. Als Neunjähriger wurde er für alt genug befunden, sich mit der Hilfe von Schleusern und einer ...

In Solito („alleine“) schildert der Autor Javier Zamora seine eigenen, traumatischen Kindheitserinnerungen. Als Neunjähriger wurde er für alt genug befunden, sich mit der Hilfe von Schleusern und einer kleinen Gruppe Flüchtlinge auf die gefährliche Reise zu seinen Eltern nach Kalifornien zu machen. Diese hatten El Salvador schon einige Jahre zuvor verlassen, um vor den Todesschwadronen und der Aussichtslosigkeit zu fliehen.

Über Guatemala und Mexiko geht es über die Grenze nach Amerika - mit gefälschten Pässen, durch Kontrollen, auf Lastwagen, zu Fuß, über das Meer und durch die Wüste.

Der Schreibstil ist recht nüchtern aber ich halte dies für absolut angemessen. Ich denke, eine gewisse Distanz war die einzige Möglichkeit für den Autor, diese unfassbare Flucht zu Papier zu bringen. Er selbst schreibt, dass ihm das ohne die Hilfe seiner Therapeutin nicht möglich gewesen wäre. Zudem wird die lange Zeit der Reise, während der die Gefühle permanenter Angst, des Wartens und der akuten Lebensbedrohung vorherrschen, sehr eindrücklich geschildert.

Sich immer wieder bewusst zu machen, dass all dies einem Kind tatsächlich passiert ist, ist kaum zu ertragen. Umso dankbarer ist man für die anderen Menschen der Gruppe, die in Zeiten der eigenen Verzweiflung und Angst eine unfassbare Stärke und Menschlichkeit zeigen.

Dieses Buch kann ich wirklich jedem ans Herz legen. Der einzige Grund, warum ich keine 5 Sterne vergebe sind die vielen Wörter, Phrasen und Sätze, die unübersetzt in Spanisch im Text stehen. Als Leserin ohne Spanischkenntnisse hat es gravierend meinen Lesefluss gestört, all diese Phrasen im Anhang nachschlagen zu müssen. Bei Eigennamen, Spitznamen oder ähnlichem macht das auch Sinn und man hätte die Übersetzung vielleicht direkt im Text oder als Fußnote auf der Seite einfließen lassen können. Aber wenn dann auch Wörter wie „beinahe“ oder „natürlich“ nicht übersetzt werden, erschließt sich mir das nicht.

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Veröffentlicht am 10.06.2024

Die Magie der ersten Liebe

Bring Me Your Midnight
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„Bring me your midnight“ ist eine schöne und wahrlich magische Geschichte über die erste Liebe. Der Fantasy-Roman für jugendliche Leser:Innen ab 14 Jahren behandelt unter anderem das beliebte Thema „verbotene ...

„Bring me your midnight“ ist eine schöne und wahrlich magische Geschichte über die erste Liebe. Der Fantasy-Roman für jugendliche Leser:Innen ab 14 Jahren behandelt unter anderem das beliebte Thema „verbotene Liebe“ und stellt die Frage nach Pflichterfüllung vs. Liebe.

Tana ist eine Hexe und lebt mit den weiteren Mitgliedern des Zirkels auf einer Insel vor dem Festland. Um den Frieden mit den Menschen zu wahren, haben sie einem Großteil ihrer Magie abgeschworen und praktizieren nur noch niedere Magie. Tana soll diesen Frieden nun durch eine arrangierte Ehe langfristig sichern.

Die Protagonistin ist eine junge Frau - sympathisch aber zunächst auch ziemlich angepasst. Seit ihrer Geburt wird sie auf die ihr abverlangte Pflicht vorbereitet und stellt diese auch nicht in Frage. Der Autorin gelingt es gut, die entstehende innere Zerrissenheit und ihre Entwicklung zu einer selbstbestimmten Person zu vermitteln. Die Leidenschaft, die Tana für die Natur, die hohe Magie und den jungen Wolfe empfindet ist sehr intensiv beschrieben und lässt einen mitfühlen. Manchmal ist sie mir ein bisschen zu schnell dabei ihre Meinung zu ändern und manchmal möchte man sie auch schütteln und fragen, was sie da eigentlich gerade tut - aber insgesamt macht es Spaß mit ihr durch Höhen und Tiefen zu wandern.

Der Schreibstil ist wirklich schön und lässt sich gut und flüssig lesen und das ganze Setting und die Idee hinter dem Roman gefallen mir sehr gut.

Für mich persönlich wären noch etwas mehr Dramatik und Tiefe schön gewesen, aber für ein Jugendbuch - das es ja ist - finde ich es sehr gut. Ich denke, dass sich der eine oder die andere in den Figuren und den aufgeworfenen Fragen sehr gut wiederfinden können wird.

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Veröffentlicht am 04.06.2024

Verschwunden im Wolfswald

Wolfszone
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Außergewöhnlicher near-future Cyber-Thriller - versehen mit einem fulminanten Show-Down.

Privatermittler Joe wird von seiner prominenten Auftraggeberin in die brandenburgische „Wolfszone“ geschickt, um ...

Außergewöhnlicher near-future Cyber-Thriller - versehen mit einem fulminanten Show-Down.

Privatermittler Joe wird von seiner prominenten Auftraggeberin in die brandenburgische „Wolfszone“ geschickt, um deren vermisste Tochter Lisa aufzuspüren. Lisa hatte sich als Aktivistin einer Pro-Wolf-Gruppe angeschlossen, die für den Erhalt der mutierten Nanotechnologie-Tier-Wölfe kämpft.

Es ist ein Hexenkessel verschiedener Positionen, denn es steht eine Entscheidung der Bundesregierung bevor, wie mit den Wölfen verfahren werden soll.

Der Roman erzählt aus der Perspektive verschiedener Charaktere in wechselnden, kurzen Kapiteln. Mir hat das gut gefallen - auch weil ich die Personen mit ihren individuellen Geschichten interessant fand. Dies hat dem Autoren auch ermöglicht, sein near-future Szenario mit verschiedenen Aspekten zu versehen: Auswirkungen des Klimawandels, Forschung, Technologie, Politik…

Joe ist ein kantiger Ermittler, der sich nicht scheut, Leuten auch mal auf die Füße zu treten. Mit den Konsequenzen muss er dann natürlich umgehen. Ich mag solche Protagonisten, die entgegen aller Widerstände ihr Ding durchziehen und ich konnte gut mit ihm mitfiebern - aber durchaus auch mal mit den Augen rollen. ☺️

Der Kriminalfall selbst entwickelt sich zunächst langsam. Hier und da hätte vielleicht eine Wiederholung weniger und etwas Tempo gut getan, aber dafür explodiert das Geschehen gegen Ende regelrecht in einem fulminanten Show-Down.

Mir hat der Thriller sehr gut gefallen, der Autor schreibt in einem angenehmen Stil und schafft es sprachlich durchaus in Situationen Spannung und Atmosphäre aufzubauen.

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Veröffentlicht am 17.05.2024

Über innere und äußere Schönheit

Die Schönheit der Rosalind Bone
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Bildgewaltige und symbolstarke Erzählung - atmosphärisch sehr dicht erzählt. Ein außergewöhnliches Büchlein.

„Die Schönheit der Rosalind Bone“ ist eine wirklich außergewöhnliche Erzählung. Angesiedelt ...

Bildgewaltige und symbolstarke Erzählung - atmosphärisch sehr dicht erzählt. Ein außergewöhnliches Büchlein.

„Die Schönheit der Rosalind Bone“ ist eine wirklich außergewöhnliche Erzählung. Angesiedelt ist die Handlung in dem kleinen walisischen Dorf Cwmcysgod, in dem ehemals Bergbau betrieben wurde. Sehr dankbar bin ich in diesem Kontext für die kurze Einführung in die walisische Aussprache zu Beginn des Buches. Eine wirklich sehr hilfreiche Ergänzung, dank derer ich weiß, das man den Ort „Kumkasgod“ ausspricht.

In diesem Ort leben allerhand verschiedene Menschen ein recht klischeehaftes Dorfleben - im übelsten Sinne: Tratschen, wegsehen, verurteilen, übergriffig werden, Ausweglosigkeit, Einsamkeit…alles existent. In kurzen Kapiteln wechseln wir zwischen verschiedenen Personen und deren Erzählperspektive und erfahren so allerhand über das Dorf, seine Bewohner und die titelgebende Figur Rosalind Bone. Ein junges Mädchen, das mit einer fast übermenschlichen Schönheit … ja, man muss sagen gestraft ist.

Insgesamt spielt der Begriff der Schönheit eine wichtige Rolle. Die Gegensetzlichkeit der oberflächlichen, äußeren Schönheit und welches Leid diese verursachen kann sowie der Stärke innerer Schönheit wird symbolstark in Szene gesetzt. Insgesamt steckt in dem eigentlich recht kleinen Büchlein unfassbar viel Handlung und Aussagekraft.

Der Erzählstil ist flüssig, dicht und etwas distanziert. Ich würde sagen, das passt gut zu der Erzählung hat mir am Anfang aber etwas Schwierigkeiten bereitet warm zu werden mit den handelnden Personen. Auch das Bild, das von den Dorfbewohnern - insgesamt, aber vor allem auch von den Männern - gezeichnet wird ist alles andere als wohlwollend. Es trägt sicherlich dazu bei, die Aussage zu stützen und zu intensivieren - aber ich hoffe dann doch, dass es auch in kleinen, abgehängten Dörfern noch etwas mehr Menschlichkeit gibt.

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