Platzhalter für Profilbild

-Moosmutzel-

Lesejury-Mitglied
offline

-Moosmutzel- ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit -Moosmutzel- über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.10.2024

Die Unmöglichkeit...

Die Unmöglichkeit des Lebens
0

Die Umöglichkeit...des Lebens? Oder der Geschichte? Oder La Presencias?

Dieses Buch lässt mich unglaublich zwiegespalten zurück. Ich habe zu ihm gegriffen, da ich "Die Mitternachtsbibliothek" von Matt ...

Die Umöglichkeit...des Lebens? Oder der Geschichte? Oder La Presencias?

Dieses Buch lässt mich unglaublich zwiegespalten zurück. Ich habe zu ihm gegriffen, da ich "Die Mitternachtsbibliothek" von Matt Haig geliebt habe, ein Buch mit durchaus "unwirklichen Bestandteilen", aber der Schreibstil war einfach so zauberhaft und auch die Geschichte selbst hatte ihren Reiz, so dass ich durchaus bereit war, mich wieder auf diesen Autor einzulassen und auch ein Genre in Kauf zu nehmen, in dem ich eigentlich nicht Zuhause bin, das Übersinnliche, sciencefiction-hafte.

Alles beginnt damit, dass Grace, eine ü70-jährige Britin, einen Brief ihres ehemaligen Schülers Maurice erhält und dies zum Anlass nimmt, ihm zu antworten, in dem sie ihm ihre Geschichte erzählt. Von Maurice hört man an dieser Stelle dann auch zum letzten Mal in diesem Buch, seine Geschichte wird keine Rolle spielen.

Die Kerngeschichte des Buchs muss ich nicht weiter wiedergeben, steht diese doch im Klappentext. Was nur sehr kryptisch im Klappentext steht ist, dass Grace auf der Suche nach ihrer Freundin Christina in Kontakt mit La Presencia kommt, ein seltsames Licht unter dem Meeresspiegel, welches Auserwählten übernatürliche Kräfte verleiht.
Und darum dreht sich eigentlich das gesamte Buch. Leider auch oftmals so detailliert, dass es mich nach manch ausführlicher Beschreibung der gelesenen Gedanken von für die Geschichte unwichtigen Leuten auf der Straße anfing zu stören, dass sich hier wirklich sehr viel um die telepathischen Fähigkeiten von Grace geht.

Ich muss zur Verteidigung des Buchs sagen, dass der Schreibstil jederzeit wunderbar flüssig war und es mich trotz des teilweise etwas skurrilen Inhalts nie davon abhielt weiterlesen zu wollen, das zeichnet Matt Haig wohl irgendwie aus. Leider hat mich die Geschichte an sich dann aber nicht abgeholt, zu viel Fragen blieben am Ende. Zum Beispiel warum auch Menschen, die nichts Gutes im Sinn haben, von La Presencia auserwählt wurden und wie es denn entschieden wird, welche telepathischen Fähigkeiten jetzt mehr wiegen (z. B. Art gg. Grace).

Dabei ist der Kern der Story wirklich schön, die traurige Grace stellt sich ihrer Vergangenheit und findet auf Ibiza wieder neuen Lebensmut und -sinn, die Menschen auf Ibiza stellen sich gegen gierige Geschäftsleute, die nur aus finanziellen Gründen geschützte Sphären dieser Insel gefährden, Gut gewinnt gegen Böse und dass es immer gut ist, die Welt auch mal mit anderen Augen zu betrachten und mit den neuen Perspektiven auch für sich selbst wieder einen Weg zu finden.

Ich war selten so zwiegespalten, was eine Bewertung eines Buchs angeht. Schreibstil und Quintessenz sind für mich eigentlich fünf Sterne, die Story selbst eher 1-2 - bleiben in der Mitte drei Sterne :)

Wenn man sich auf Übersinnliches einlassen kann, kann man hier sicher mindestens einen Stern mehr geben, mir fiel das leider sehr schwer, vielleicht war meine Erwartung an Grace Geschichte auf Ibiza auch eine andere.

Veröffentlicht am 27.09.2024

Hmmm

Die Frauen von Maine
0

"Hmm" war so das, was mir beim Zuklappen des Buchs nach der letzten Seite entfleucht ist. "Hmm" weil ich bei diesem Buch gar nicht so richtig weiß, wie ich es bewerten soll.
Eigentlich ist die Grundidee ...

"Hmm" war so das, was mir beim Zuklappen des Buchs nach der letzten Seite entfleucht ist. "Hmm" weil ich bei diesem Buch gar nicht so richtig weiß, wie ich es bewerten soll.
Eigentlich ist die Grundidee schön, ein altes Haus mit Geschichte auf einem Felsen am Meer, in Jugendtagen leerstehend inspiziert trifft man als Erwachsene wieder auf das Haus und fängt an, seine Geschichte und die der Bewohnerinnen zu erforschen. Doch irgendwie sprang der Funke nicht so richtig über.

Da sind Jane und Allison als beste Freundinnen, Jane wiederholt in ihrem Leben mehr oder wenig unwissentlich mit ihrem Alkoholismus die Geschichte ihrer Mutter, Allison hingegen führt zumindest augenscheinlich das perfekte Leben als Mutter und Pensionsbesitzerin. Genevieve als neue Besitzerin des Hauses am Meer hingegen spielt in einer ganz anderen Liga und scheint als Frau des reichen Unternehmers eher bald zwanghaft Freundschaften schließen zu wollen, was ihr mit ihrer Art aber eher so gar nicht gelingen will. Und sie beauftragt Jane, mehr über die Geschichte des Hauses herauszufinden, nach dem ihr Sohn Benjamin in seinem Zimmer einem Geist in Form eines kleines Mädchen begegnet ist.
Und dann taucht man eigentlich ein in die Geschichte der indigenen Bevölkerung, die ehemaligen Bewohner des Hauses und auch wenn eigentlich alles miteinander verflochten ist, kam bei mir doch keine richtige Verbundenheit zwischen den Personen auf.

Zwischendurch gab es immer wieder Passagen, die ich am Stück lesen musste, weil es so interessant war, wie z. B. den Teil um den Seefahrer Littleton, Hannah und Eliza oder die Geschichte um Marilyn und Daisy. Dann wiederum folgten ewig lange Abschnitte, die sich leider sehr hinzogen. Und man möchte Jane eigentlich ständig schütteln, damit sie ihre Lage erkennt und endlich in's Handeln kommt.

Und am Ende ein "hmm" zum Fazit des Buchs, das schon schlüssig war, aber eben ja, ein "hmm". Dennoch sicher alles Geschmackssache und deshalb noch lange kein schlechtes Buch, nur bisschen viel lange Passagen und für meinen Geschmack zu viel Geister.

Veröffentlicht am 04.07.2024

Kein Stillstand

Die unendliche Reise der Aubry Tourvel
0

Aubry Tourvel - die Frau, die nicht bleiben kann. Eigentlich ein verlockender Gedanke, das ganze Leben mit einer Weltreise verbringen zu dürfen. Aber wenn es ein Muss ist? Da scheint es den Reiz das ein ...

Aubry Tourvel - die Frau, die nicht bleiben kann. Eigentlich ein verlockender Gedanke, das ganze Leben mit einer Weltreise verbringen zu dürfen. Aber wenn es ein Muss ist? Da scheint es den Reiz das ein oder andere Mal doch zu verlieren. Aubry ereilt mit neun Jahren eine mysteriöse Krankheit, die sie dazu zwingt, jeden Ort im Leben nur einmal besuchen zu können, nach wenigen Tagen kommt die Krankheit wieder und sie muss weiterreisen, um zu überleben. Sie lässt ihr Zuhause somit hinter sich und zieht durch die Welt, einzig geheimnisvolle Bibliotheken geben ihr die Gelegenheit zu Ruh und Rast, ohne, dass sie die Symptome der Krankheit heimsuchen.

Der Klappentext und die Leseprobe haben mich ganz sehr an ein anderes Buch erinnert, nämlich "Das unsichtbare Leben der Addie LaRue" - ein ganz bezauberndes Roman, so dass meine Erwartungen hier zugegeben sehr hoch waren und zu Beginn des Buchs auch erfüllt schienen. Leider entwickelt sich das Buch dann doch sehr zäh, manche Orte werden ewig lang beschrieben, manche Begegnungen so detailreich, andere wiederum viel zu oberflächlich. Das Buch lebt von vielen Zeitsprüngen, durch welche ich hier und da nicht mehr richtig folgen konnte. Bedingt durch die erzwungene Rastlosigkeit werden aus selbst tiefgründigeren Begegnungen dann keine tiefgründigen Beziehungen, so dass man eigentlich ein wenig durch Aubrys Leben hastet. Sie kommt eben nie an, wie soll der Leser oder die Leserin das dann schaffen. Einzig mit Marta scheint es mal eine Episode zu sein, die sich über einige Jahre zieht. Die Journalistin Marta ist von Aubrys Leben so fasziniert, dass sie sich ihr anschließt. Weitere Begegungen wie Uzair, der Prinz Surasiva oder Lionel Kyengi enden dann doch immer wieder so schnell, wie sie begonnen haben.

Da mir die Idee der Geschichte allerdings weiterhin gut gefallen hat, war ich dann natürlich auch auf die Auflösung gespannt. Doch diese ließ mich dann doch eher verwirrt zurück. Vielleicht muss man Fantasy mehr lieben, als ich es tue, um mit dem Buch richtig warm zu werden, es war in Summe doch märchenhafter und fantastischer, als ich es erwartet habe, vielleicht liegt da auch der Grund, dass ich mich in diesem Buch nicht so richtig wiederfinden konnte.

Die Sprache, die geschriebenen Bilder und die Grundidee der Geschichte sind für mich in Summe dann aber zumindest die drei Sterne wert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.02.2024

Zwiegespalten

Krummes Holz
0

Krummes Holz - ein Buch, bei dem ich nicht so recht wusste, was mich erwartet.

Jirka, der nach Jahren im Internat das erste Mal in sein Elternhaus zurückkehrt. Die Heimkehr des verlorenen Sohnes? Oder ...

Krummes Holz - ein Buch, bei dem ich nicht so recht wusste, was mich erwartet.

Jirka, der nach Jahren im Internat das erste Mal in sein Elternhaus zurückkehrt. Die Heimkehr des verlorenen Sohnes? Oder Bruders? Oder Freundes? Jirka, der auf eine Wand aus Schweigen stößt, die sich aber auch nicht so schnell auflöst, wie man es erwartet. Jirka, der mit seinen Dämonen der Vergangenheit kämpft. Jirka, der von seinen eigenen Gefühlen überfordert ist. Seit Kindertagen. Ein riesiger Haufen unaufgearbeiteter Konflikte in der Familie und keiner redet darüber.

Das ganze Buch hat eine für mich wahnsinnig destruktive Stimmung, die ich wie eine Welle vor mir hergeschoben habe. Das letzte Mal diese Art Gefühle beim Lesen hatte ich bei "Ein wenig Leben" - leider empfinde ich "Krummes Holz" aus literarischer Sicht nicht halb so stark und kraftvoll. Ich hatte teilweise Probleme, den Zeitsprüngen zu folgen, die ganze Zeit wartete ich eigentlich darauf, dass etwas passiert. So tiefgründig das Buch ist, so wenig Handlung hat es. Eine interessante Diskrepanz und auch generell sicher überhaupt nichts Schlechtes, aber damit leider nicht mein Genre.

Es las sich aber dennoch recht flüssig und ich wollte wissen, wie es weiter geht, das rettet die Sterne für mich ein wenig. Kann mir aber gut vorstellen, dass andere Leser*innen das ganz anders empfinden.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.02.2025

Leider nicht mein Stil

In einem Zug
0

Das Konzept klang vielversprechend, ein Buch über einen Dialog zwischen zwei fremden Menschen während einer Zugfahrt. Hier hat man sofort eigene Erfahrungen im Kopf, sind doch fremde Gespräche manchmal ...

Das Konzept klang vielversprechend, ein Buch über einen Dialog zwischen zwei fremden Menschen während einer Zugfahrt. Hier hat man sofort eigene Erfahrungen im Kopf, sind doch fremde Gespräche manchmal super spannend auch ohne die Beteiligten zu kennen. Doch Fehlanzeige. Das Buch ähnelt einem Kammerspiel und hier ist es eben die große Kunst, den Zuschauer (oder hier den Leser) bei der Stange zu halten. Das klappt oder eben nicht. Hier ist es Herrn Glattauer zumindest bei mir nicht gelungen.
Das Gespräch ist für mich, auch wenn man es thematisch anders vermuten lässt, ohne Tiefgang. Catrin schmeißt mit Plattitüden um sich, um "Edi" aus der Reserve zu locken ("Irgendwann wir das Liebesleben doch in jeder Beziehung fad.") Anfangs glaubt man noch, sie tut das zur Bestätigung ihrer eigenen Misere und Beziehungsunfähigkeit, die Auflösung ist am Ende eine ganz andere, aber, ohne zu spoilern, leider für mich schlussendlich nicht überzeugend. Zu Ende gelesen habe ich es eigentlich nur, um zu wissen, wohin das Gespräch schlussendlich denn nun führt und weil ich Bücher nur selten abbreche. Schade, leider nicht mein Stil, aber die anderen Rezensionen zeigen, dass das wohl durchaus Geschmackssache ist.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere