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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.09.2024

Die Gefahr lauert ganz in der Nähe

Unser Buch der seltsamen Dinge
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Ein Kriminalfall aus Sicht eines Kindes klang für mich erstmal total spannend und interessant. Ich muss sagen, dass das Buch nicht spannend im herkömmlichen Sinne ist, was vor allem auch an der Erzählart ...

Ein Kriminalfall aus Sicht eines Kindes klang für mich erstmal total spannend und interessant. Ich muss sagen, dass das Buch nicht spannend im herkömmlichen Sinne ist, was vor allem auch an der Erzählart und der kindlich naiven Sicht und Handlungsweise der Protagonisten lag. Stattdessen überzeugt das Buch auf einer tieferen Ebene und durch seine feinfühlige und doch schonungslose Betrachtungsweise des Lebens in Yorkshire in den 1970ern.

Das Buch greift viele ernste und wichtig Themen auf, die damals wie heute relevant sind und das Alltagsleben der Menschen bestimmen. Und trotz allem, wirkt die Geschichte überhaupt nicht überladen, sondern sehr stimmig, weil diese stellvertretenden Einzelschicksale sehr authentisch erzählt werden.

Generell tritt der Fall rund um den Ripper schnell in den Hintergrund und wird eher zum Hintergrund des für mich eigentlichen Inhalt des Buches: die Sozialstruktur und das Gemeinschaftsleben in Yorkshire abzubilden. Und das gelingt wirklich eindrucksvoll. Es wird ein umfassendes Bild von Mivs Umfeld geschaffen, von den Menschen, denen sie täglich begegnet und was diese bewegt.

Durch die wechselnden Perspektiven bekommt der Leser viele eindrückliche Situationen vermittelt, die das Leben in einer kleinen Stadt, wo jeder jeden kennt und man viele Berührungspunkte hat, aber trotzdem gezielt aneinander vorbeilebt und gezielt wegsieht, gut einfangen. Vor allem das Kleinreden von Problemen fand ich hier sehr gut eingefangen, dieses Relativieren und Verharmlosen, bis es dann doch eskaliert.

Das Ende ist überraschend und absolut tragisch. Gleichzeitig hat es etwas Hoffnungsvolles und tröstliches, so als könnte aus den Schrecken der vergangenen Zeit auch etwas Gutes erwachsen.
Ein Buch, das nachdenklich stimmt und trotzdem zu unterhalten weiß. Für mich ein Buch, dass mich total überrascht hat und mich sicher noch lange gedanklich begleiten wird.

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Veröffentlicht am 21.07.2024

Wilder Ritt

Fear - Grab des Schreckens
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Ich habe einige Bücher von Preston und Child gelesen, aber scheinbar nicht alle, denn ich hatte eine offensichtliche Wissenslücke als ich in die Geschichte gestartet bin. Kann man diesen Band unabhängig ...

Ich habe einige Bücher von Preston und Child gelesen, aber scheinbar nicht alle, denn ich hatte eine offensichtliche Wissenslücke als ich in die Geschichte gestartet bin. Kann man diesen Band unabhängig lesen? Jain, man bekommt durchaus ausreichend Kontext, sodass es funktioniert, aber es ist der dritte Band einer Trilogie um Pendergasts Familiengeschichte, weshalb ich empfehlen würde die anderen beiden Bände zuerst zu lesen.

Zum Inhalt: Agent Pendergast glaubte, dass seine Frau Helen tot ist. Doch dann taucht sie plötzlich wieder auf, auf der Flucht und wird vor seinen Augen entführt. Und wieder sieht er alles was er liebt an sich vorbeiziehen. Doch diesmal nimmt er die Verfolgung auf und ist bestrebt dir Hintermänner der Operation zu Fall zu bringen. Währenddessen erschüttert eine Mordserie New York, die persönlich auf Pendergast zugeschnitten scheint.

Dieses Buch hat einfach alles, was fulminante, spektakuläre Action-Thriller brauchen: kaltblütige Morde, genetische Experimente im tiefsten Urwald, versteckte Nazi-Kolonien und einen Ermittler, der Amok läuft. Ist das teilweise etwas überzogen und hart an der Grenze der Glaubwürdigkeit- absolut. Macht es trotzdem Spaß- garantiert.

Die Geschichte ist sehr temporeich und verknüpft mehrere Figuren und Fälle rund um Agent Pendergast. Es gibt quasi vier Handlungsstränge, die teilweise nur lose miteinander zu tun haben. Da ich mich im Pendergast-Universum bereits auskenne, viel es mir trotz „Quereinstieg“ leicht, mich zurechtzufinden.

Ich mag ja Pendergasts nonchalante Art und auch hier sorgt sein Verhalten anderen Beamten gegenüber, sowie auch in unmittelbaren Gefahrensituationen für Unterhaltswert. Die Geschichte ist insgesamt voller Täuschungen und Geheimnisse, die offenbart werden, sodass es durchweg spannend und interessant bleibt.

Die Kapitel haben eine angenehme Länge, manchmal fand ich die Perspektivwechsel, wenn es gerade besonders spannend war, ein bisschen nervend, gleichzeitig aber auch nervenaufreibend und intensiv. Ich hab das Buch quasi verschlungen!

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Veröffentlicht am 14.07.2024

Düster mythische Romantasy

One Dark Window - Die Schatten zwischen uns
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abenteuerlichen Heldenmut einer Rebellenbewegung, gepaart mit einer sanften Lovestory. Und genau das war es letztendlich für mich auch und hat mir dabei richtig gut gefallen. Es handelt sich hier um einen ...

abenteuerlichen Heldenmut einer Rebellenbewegung, gepaart mit einer sanften Lovestory. Und genau das war es letztendlich für mich auch und hat mir dabei richtig gut gefallen. Es handelt sich hier um einen Auftaktband, sodass ich der Geschichte verzeihen kann, dass ich noch eine Fragezeichen bzgl. Der Geschichte im Kopf habe.

Zum Inhalt: Kinder die vom Nebel des Waldes berührt und infiziert werden, müssen dem König übergeben und getötet werden. Denn niemandem ist es erlaubt Magie auszuüben, die nicht von den magischen Karten der Hering des Waldes kommt. Doch Elspeth hat überlebt- versteckt von ihrer Familie und weil sie nie Zeichen von Magie zeigte. Doch was niemand ahnt: Elspeth ist nicht allein in ihrem Kopf, seit sie eine der Karten berührt hat. Als sie im Wald auf einen Mann trifft, der die Karten vereinen und die Magie brechen will, schließt sie sich ihm an. In der Hoffnung, auch sich selbst dadurch zu retten.

Ich mochte das Magiekonzept mit den Karten- die Kraft die sie entfesseln und die Gefahren die sie bergen. Dieses fragile Gleichgewicht der Kräfte aus dem sich die Magie speist fand ich interessant geplottet und gut umgesetzt. Ich mochte die atmosphärischen Szenen im und um den Wald, die mysteriösen Kräfte die im Nebel verborgen liegen und die Stimmung der Ungewissheit und Bedrohlichkeit, die dieses Setting erzeugt.

Was es mit dem Nebel, der Herrin des Waldes und dem Hirtenkönig genau auf sich hat fand ich etwas undurchsichtig. Grob wird das zwar in Form von Überlieferungen wiedergegeben und gegen Ende wird das ganze auch etwas deutlicher beleuchtet, aber für mich blieb da einiges an Fragen offen. Da es aber ja der erste Band einer Dilogie ist, kommt da vermutlich noch einiges dazu im Folgeband.

Ich muss sagen dass die größte Überraschung und die spannendsten Kapitel für mich am Ende kamen und ich allein dadurch eigentlich richtig Bock auf Band 2 habe, weil dieser sehr vielsprechend angeteasert wird mit dem gigantischen Cliffhanger.

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Veröffentlicht am 07.07.2024

Packender Reihenauftakt

Vermisst - Der Fall Anna
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Ich lese Bücher von Christine Brand total gerne. Vermutlich weil sie sich auch mit True Crime beschäftigt sind die von ihr konstruierten Fälle immer wahnsinnig packend und authentisch. Nachdem ihre letzte ...

Ich lese Bücher von Christine Brand total gerne. Vermutlich weil sie sich auch mit True Crime beschäftigt sind die von ihr konstruierten Fälle immer wahnsinnig packend und authentisch. Nachdem ihre letzte Reihe mich am Ende ein bisschen verloren hatte, war ich sehr gespannt auf eine neue Storyline. Richtig cool, dass die neue Reihe im selben Berner Kosmos spielt, sodass es auch ein Wiedersehen mit Sandra und Milla gab. Dieser neue Reihenauftakt hat mir richtig gut gefallen.

Zum Inhalt: Darius Mutter verschwand vor 30 Jahren, genau an seinem fünften Geburtstag. Und jedes Jahr wieder erhält er eine Geburtstagskarte, immer mit der selben Botschaft. Polizistin Malou ermutigt ihn, nach seiner Mutter zu suchen und verstrickt sich dabei in einen Fall, der größer ist als von ihr angenommen.

Malou ist eine bemerkenswerte Protagonistin- sie ist ambitioniert, mutig, intelligent und sehr sympathisch. Ich mag ihre pragmatische Art und wie sie sich in einen Fall festbeißt, den sie eigentlich,lich nicht hätte annehmen sollen. Als Leser erfährt man auch viel über Malous Familiengeschichte, die eine interessante Nebenhandlung eröffnet, die wohl auch in den Folgebüchern noch weiterverfolgt wird. Ich mag sowas immer ganz gerne und fand diese Nebenhandlung auch gut angelegt- sie sieht der Haupthandlung nicht die Show, ist aber präsent genug um neugierig zu machen.

Der Fall selbst war gut geplottet, hielt ein paar clevere Wendungen parat und war spannend zu verfolgen. Das Ende fand ich sehr überraschend aber auch total ansprechend. Es öffnet den Handlungsrahmen auf jeden Fall für die weitere Entwicklung von Malou, sodass ich total gespannt bin, in welche Richtung sich die Handlung im nächsten Buch entwickeln wird.

Mir hat dieser Reihenauftakt richtig gut gefallen und irgendwie finde ich es total schön, dass Christine Brand sich nicht völlig von ihren alten Charakteren getrennt hat. Ich werde die Reihe auf jeden Fall weiterverfolgen.

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Veröffentlicht am 16.06.2024

Nein Schicksale, eine gemeinsame Schuld

Neun Leben
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Dieser Roman erinnert an klassische Kriminalromane im Stile von Agatha Christie oder Edgar Wallace. Christie wird sogar immer wieder referenziert, die Ähnlichkeit ist also vermutlich gewollt. Das Buch ...

Dieser Roman erinnert an klassische Kriminalromane im Stile von Agatha Christie oder Edgar Wallace. Christie wird sogar immer wieder referenziert, die Ähnlichkeit ist also vermutlich gewollt. Das Buch ist spannend geplottet und die Auflösung stimmig umgesetzt. Hat mir gut gefallen und war tolle Werbung für Christie, deren referenziertes Werk ich mir nun auch bestellt habe.

Zum Inhalt: neun Personen, verteilt auf ganz Amerika, die einander nicht kennen, bekommen denselben Brief: eine Liste mit neun Namen. Und als der erste von dieser Liste tot gefunden wird ist klar, dass hier jemanden einen mörderischen Plan verfolgt.

Zu Anfang gibt es ein kurzes Personenregister der neun Namen von der Liste, was ich sehr hilfreich fand um den Überblick zu behalten. Die Kapitel zählen von Neun aus runter, wie ein Todescountdown, was ich eine gelungene Idee fand. Die Geschichte ist in kurzen Kapiteln erzählt, die nicht nur die neun Personen begleiten, sondern auch auch Ermittler, Killer und fälsche Fährten beinhalten. Insgesamt fand ich das Gesamtkonstrukt als Ausgangsposition richtig gut.

Im Verlauf der Geschichte gibt es immer mehr Hinweise darauf, was hinter der Liste steckt, sodass sich das Motiv offenbart. Die Enthüllung des Täters fand ich nicht vorhersehbar, sodass die Auflösung für mich eine gelungene Überraschung darstellte.
Die Morde sind schnell und unblutig, die Tat selbst steht nicht im Vordergrund, sondern ganz klar die Entschlüsselung des Motivs, was mir sehr gefallen hat.

Für mich eine gelungene, stimmungsvolle Erzählung, die einige Überraschungen bereithält.

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