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Veröffentlicht am 30.07.2024

Bücherei-Oase

Der Club der Bücherfreundinnen
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Die jungverheiratete Avis übernimmt von ihrem Bruder die Leitung einer Bücherei als er zum Militär geht. Im Gegensatz zu ihm, liest sie eigentlich keine Bücher. Sie interessiert sich vor allem für Zeitschriften ...

Die jungverheiratete Avis übernimmt von ihrem Bruder die Leitung einer Bücherei als er zum Militär geht. Im Gegensatz zu ihm, liest sie eigentlich keine Bücher. Sie interessiert sich vor allem für Zeitschriften und die darin enthaltenen Ratschläge für eine glückliche Ehe. Ihr Mann möchte nichts lieber als auch in der Armee dienen, doch gesundheitliche Gründe halten ihn davon ab.

Die private Bücherei gehört Louise, einer älteren Dame, die nie geheiratet hat. Die Bibliothek hat sie von ihrem Vater geerbt. Doch nun ist es an der Zeit das Gebäude zu räumen, meint sie. Die Räumlichkeiten sind ja auch eine ständige Erinnerung daran, dass ihr Vater kaum Zeit für sie hatte, sondern nur für seine Bücher.

Ginny lebt erst seit kurzem in der Kleinstadt dieser beiden Frauen. Die aufgeschlossene junge Dame sorgt unter ihren Freunden für Lebendigkeit. Sie hat ein Ziel vor Augen. Sie möchte möglichst viel Geld sparen, um das Zuhause ihrer Eltern nach dem Krieg zurückzukaufen.

Martina will nicht gefunden werden. Die italienischstämmige Frau ist auch neu in der Stadt, denn sie hat hier Arbeit gefunden. Ihre beiden Kinder fühlen sich schnell Zuhause, auch wenn sie nur in einem kleinen Wohnwagen leben. Doch bald sieht es so aus als müsste Martina mit ihrer kleinen Familie erneut fliehen.

Abwechselnd erzählt dieses Buch von Avis, Louise, Ginny und Martina. Dazwischen finden sich tagebuchartige Protokolleinträge und Briefe. Die Geschichte beginnt Anfang des Jahres 1942 und verfolgt die Entwicklung dieser Frauen bis zum Herbst desselben Jahres. Ihre Freundschaft festigt sich, indem sie miteinander Bücher lesen und diese bei ihre Treffen besprechen. Sie lernen sich besser kennen und unterstützen einander.

Am Anfang wirken die Ereignisse in diesem Buch ein wenig belanglos, auch wenn die Charaktere gut gezeichnet und sympathisch sind. Im Laufe der Geschichte treten jedoch immer mehr Geheimnisse zutage, die im letzten Viertel des Buches nacheinander aufgelöst werden, wodurch die Geschichte am Ende sehr spannend ist.

Sehr schön an dieser Geschichte sind die vielen Lebensweisheiten, die hin und wieder eingestreut sind. Dabei geht es unter anderem um Freundschaft und Zusammenhalt, um Bücher und um die Bewältigung der Vergangenheit.

Fazit: Ein historischer Roman über die Bedeutung von Freundschaft und Zusammenhalt. Empfehlenswert!

Veröffentlicht am 22.07.2024

Auf der Suche nach wahrer Freiheit

Verstoßen für die Freiheit
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Zadas Familie stammt aus Palästina. Vor ihrer Geburt lebt die Familie zunächst in Jordanien und zieht anschließend nach Deutschland, wo Zada und ihr Zwillingsbruder geboren werden. Sie ist noch klein, ...

Zadas Familie stammt aus Palästina. Vor ihrer Geburt lebt die Familie zunächst in Jordanien und zieht anschließend nach Deutschland, wo Zada und ihr Zwillingsbruder geboren werden. Sie ist noch klein, als ihre Eltern sich scheiden lassen. Nach einigen Jahren bei der Mutter werden die Zwillinge getrennt. Zada bleibt bei der Mutter, ihr Bruder wächst beim Vater auf.

Zadas Mutter war noch sehr jung, als sie geheiratet und Kinder bekommen hat. Selbst in einer lieblosen Umgebung aufgewachsen, misshandelt sie ihre Kinder körperlich und emotional. Die kleine Zada sehnt sich so sehr nach Liebe. Doch sie trifft immer wieder auf Härte, Unverständnis und Lieblosigkeit.

Das junge Mädchen beobachtet, welche Freiheiten Mädchen in Deutschland haben. Sie versteht nicht, warum für sie andere Regeln gelten sollen. Doch immer wieder stößt sie an Grenzen. Es geht um die Familienehre, darum was die anderen sagen werden. Mit 18 Jahren beschließt sie, ihren eigenen Weg zu gehen, auch wenn sie dabei riskiert, von ihrer Familie verstoßen zu werden.

Zada Wagner beschreibt in diesem Buch die Gefühle und Gedanken eines Mädchens mit Migrationshintergrund in Deutschland. Sie zeigt, wie sehr sich die Erwartungen und Vorschriften in einer arabischen Familie von den Gepflogenheiten in einem deutschen Zuhause unterscheiden. Sie erzählt von ihrem Kampf gegen den lieblosem Druck ihrer Familie und von ihrem Umgang mit den Wunden, die ihre Eltern und erweiterte Familie ihr zugefügt haben. In den letzten Kapiteln berichtet sie schließlich, wie sie von ihrer Depression geheilt wird und wahre Freiheit findet.

Es ist interessant zu lesen, wie ein junges Mädchen den Unterschied zwischen ihrer arabischen Familie und der deutschen Kultur um sich herum erlebt. Beeindruckend ist auch, wie wenig von außen nötig ist, damit sie einen neuen Lebensweg findet, da Gott mit Sicherheit schon lange im Hintergrund am Wirken war in ihrem Leben. Das macht Mut genau hinzusehen und aufmerksam auf Menschen in unserer Umgebung zu achten, denn vielleicht brauchen sie nur einen kleinen Anstoß, den wir geben können.

Fazit: Ein bewegendes Buch über die Suche einer arabischen Frau nach wahrer Freiheit und Heilung von ihren Lebenswunden. Sehr empfehlenswert!

Veröffentlicht am 08.07.2024

Verwandlung

Frucht, die nach Gott schmeckt
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Liebe.
Freude.
Friede.
Geduld.
Freundlichkeit.
Güte.
Treue.
Sanftmut.
Enthaltsamkeit.

Diese neun Eigenschaften wachsen im Leben eines Menschen, der sich vom Heiligen Geist leiten lässt, schreibt Paulus ...

Liebe.
Freude.
Friede.
Geduld.
Freundlichkeit.
Güte.
Treue.
Sanftmut.
Enthaltsamkeit.

Diese neun Eigenschaften wachsen im Leben eines Menschen, der sich vom Heiligen Geist leiten lässt, schreibt Paulus im Galaterbrief. In diesem Buch beschreibt die Autorin und Referentin Nicola Vollkommer diese Frucht. Sie zeigt anhand von biblischen Beispielen und Anekdoten aus dem täglichen Leben, wie diese Wesensarten im Leben entstehen, welche Hindernisse es gibt und wie ein fruchtbares Leben aussieht. Ihre Ausführungen sind lebensnah, einleuchtend und herausfordernd.

Wie wichtig es ist, auf das innere Leben zu achten, erklärt die Autorin folgendermaßen: „Ob ich es will oder nicht: Ich bin die Schnittstelle, an der andere entscheiden, ob sie sich auf den christlichen Glauben einlassen wollen oder nicht. Wir als christliche Gemeinschaft sind gemeinsam die Erfolgsformel.“

Jedes Kapitel erstreckt sich über etwa zwanzig Seiten und beleuchtet die entsprechende Frucht von allen Seiten. Neben Erfahrungen biblischer Vorbilder finden die Leser viele Bibelstellen und praktische Beispiele als Veranschaulichung. Jedes Kapitel endet mit mehreren Fragen zum Nachdenken und zur Vertiefung.

Die Ausführungen sind sehr praktisch und beziehen sich auf konkrete Alltagserfahrungen. Die Ausrichtung der Autorin ist bibelnah und eher konservativ.

Fazit: Eine genaue Betrachtung der Frucht des Geistes, die in Galater 5,22 beschrieben ist. Ob allein oder in einer Kleingruppe, dieses Buch fordert Leser heraus, im eigenen Leben genau hinzuschauen und einen Lebensstil zu pflegen, in dem die Frucht des Geistes mehr und mehr zum Vorschein kommen kann. Sehr empfehlenswert!

Veröffentlicht am 06.07.2024

Traditionelle chinesische Kochkunst trifft metropolitane französische Cuisine

China-Kochbuch
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Die Chinesin Céline Chung ist in Frankreich aufgewachsen. In ihrer Kindheit lernt sie sowohl chinesisches als auch französisches Essen kennen und lieben. Als junge Erwachsene bereist die Wirtschaftsstudentin ...

Die Chinesin Céline Chung ist in Frankreich aufgewachsen. In ihrer Kindheit lernt sie sowohl chinesisches als auch französisches Essen kennen und lieben. Als junge Erwachsene bereist die Wirtschaftsstudentin China, um die vielfältigen kulinarischen Köstlichkeiten in den vielen Provinzen des Landes kennenzulernen. Nudeln im Norden und Reis im Süden, scharf im Osten und säuerlich im Westen, so unterschiedlich sind die Gerichte in diesem großen Land. Nach dieser Reise wünscht sich die Autorin schon bald, dass es die köstlichen Gerichte, die sie in China kennengelernt hat, auch in Paris gibt. So entsteht die Idee eines Restaurants. In diesem Buch stellen sie und ihre „Bao-Familie“ ihre Liebe zur chinesischen Kochkunst vor.

Das Buch beginnt mit Hinweisen zu bekannten und außergewöhnlichen Zutaten und Utensilien. Leser erfahren beispielsweise, was Enoki und Daikon sind, und wie Schöpfkelle und Wok gehandhabt werden.

Danach folgen die Rezepte, unterteilt in Kategorien, die auf einer Speisekarte zu finden sein könnten. Frühstück, Vorspeisen, Suppen, Desserts, und natürlich Hauptspeisen. Außerdem ist ein ganzes Kapitel Baos und Dim Sums gewidmet.

Die Rezepte erstrecken sich jeweils über eine Doppelseite. Auf der rechten Seite ist das fertige Gericht zu sehen, auf der linken eine Liste der Zutaten und eine Schritt-für-Schritt Anleitung. Zubereitungszeiten und Kalorienangaben sind nicht angegeben. Die meisten Zutaten sind leicht erhältlich, einige werden aber schwer zu finden sein. Leider werden keine Alternativen genannt, was aber vielleicht daran liegt, dass hier die Kochkunst im Vordergrund steht und nicht nur die schnelle Zubereitung eines Gerichts, um den Hunger zu stillen.

Die Auswahl der Rezepte ist überraschend. Neben bekannten Speisen wie Peking Ente und Frühlingsrollen, findet sich Exotisches für Experimentierfreudige. Neben Gerichten mit Rindfleisch und Huhn, gibt es auch viele Speisen mit Fisch und Meeresfrüchten und auch genügend vegetarische Gerichte.

Fazit: Ein sehr ansprechendes und ungewöhnliches Buch, das Liebe für gutes Essen ausstrahlt. Liebevoll gestaltet und mit einer großen Vielfalt an Rezepten, ist dieses Buch sehr empfehlenswert, vor allem für Kochbegeisterte!

Veröffentlicht am 05.07.2024

In Frieden zusammenleben

Mein Land, mein Leben
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Nienke ist eine junge holländische Frau mit einem großen Herz für Israel. Sie ist sehr traurig über das, was den Juden im Dritten Reich angetan wurde. Als kleine Wiedergutmachung möchte sie den betroffenen ...

Nienke ist eine junge holländische Frau mit einem großen Herz für Israel. Sie ist sehr traurig über das, was den Juden im Dritten Reich angetan wurde. Als kleine Wiedergutmachung möchte sie den betroffenen Menschen dienen. Darum reist sie als Freiwillige nach Israel, um in einem Altenheim in Tel Aviv zu arbeiten. Dabei lernt sie den Enkelsohn einer Patientin besser kennen. Sie werden ein Paar, aber eine gemeinsame Zukunft scheint unmöglich zu sein, da Nienke keine Jüdin ist.

Nienkes Freund hat eine Zwillingsschwester, die während ihrer Militärzeit etwas Traumatisches erlebt hat. Sie wünscht sich nun, dass alle in ihrem Land in Frieden zusammenleben. Auch wenn Freunde und Familie sie nicht verstehen, sie setzt sich mit aller Kraft für Versöhnung ein.

Der Palästinenser Wael ist seit Jahren verliebt. Der Vater seiner Angebeteten stimmt einer Eheschließung allerdings nur unter einer Bedingung zu. Wael muss ein eigenes Haus für seine Braut haben. Wann immer er kann, arbeitet Wael an diesem Haus, doch ihm fehlen sowohl Zeit als auch Mittel. Der träumerisch veranlagte junge Mann muss zudem mit vielen Verlusten zurechtkommen. Er liebt Bücher. Doch als jemand ihm ein verbotenes Buch schenkt, ist er nicht sicher, was er damit anfangen soll.

In diesem Roman werden die Hoffnungen und Träume von mehreren jungen Menschen beschrieben, die in den Jahren 2015 bis 2017 in Israel leben. Sie sehnen sich alle nach Frieden, doch die einen wollen sich dieses Ziel erkämpfen, die anderen wünschen sich Vergebung und Versöhnung. Sie alle müssen damit leben, dass ein Anschlag in ihrer unmittelbaren Nähe ihrem Leben oder dem Leben eines geliebten Menschen ein Ende setzen könnte. Das Leben geht trotzdem weiter.

Dieses Buch nimmt Leser mit hinein in den Alltag in diesem umstrittenen Land. Es wird schnell deutlich, dass die Autorin von etwas schreibt, das sie sehr gut kennt. Hebräische und arabische Begriffe machen den Text authentisch. Die Schauplätze werden anschaulich beschrieben. Vor allem aber, gibt die Autorin das Lebensgefühl der Bewohner Israels gut wieder.

Die Handlung dieses langen Romans ist zwar spannend, aber nicht besonders fesselnd. Das Ende kommt unerwartet und ist etwas enttäuschend. Vielleicht liegt es an der Vielzahl der Personen, die auftauchen, aber eine Identifikation mit den Charakteren fällt schwer. Nienke ist wohl diejenige, die mit ihren Emotionen und Beweggründen am besten beschrieben wird, doch selbst bei ihr bleibt vieles unverständlich. Vielleicht wäre diese Geschichte mit weniger Personen eindrücklicher.

Fazit: Dieses Buch gibt Lesern ein gutes Bild vom alltäglichen Leben in Israel, ohne die Anliegen einer bestimmten Gruppe besonders hervorzuheben. Sehr empfehlenswert für Menschen, die dieses besondere Land besser verstehen wollen!