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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.07.2024

Häusliche Gewalt humorvoll erzählt

Ein Mann zum Vergraben
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In „Ein Mann zum Vergraben“ erzählt Alexia Casale die Geschichte von Sally, die nach über 20 Jahren häuslicher Gewalt ihren Ehemann in Notwehr tötet. Die Handlung spielt während der Corona-Pandemie, was ...

In „Ein Mann zum Vergraben“ erzählt Alexia Casale die Geschichte von Sally, die nach über 20 Jahren häuslicher Gewalt ihren Ehemann in Notwehr tötet. Die Handlung spielt während der Corona-Pandemie, was die Geschichte sehr präsent macht. Sallys verzweifelter Versuch, einer Gefängnisstrafe zu entgehen, führt sie zu drei weiteren Frauen, die ähnliche Schicksale teilen. Gemeinsam gründen sie den „Club der geheimen Witwen“ und schmieden Pläne, um ihre Männer verschwinden zu lassen.

Der Autorin gelingt es, das ernste Thema der häuslichen Gewalt mit schwarzem Humor zu behandeln, ohne dabei die Ernsthaftigkeit zu verlieren. Besonders beeindruckend ist das Fingerspitzengefühl im Umgang mit dem heiklen Thema. Die Autorin schafft es, die Leser für die stillen Anzeichen häuslicher Gewalt zu sensibilisieren und gleichzeitig eine spannende und unterhaltsame Geschichte zu erzählen. Das Buch bietet sowohl kurzweilige Unterhaltung als auch einen wichtigen Denkanstoß.

Insgesamt ist „Ein Mann zum Vergraben“ ein lesenswertes Buch, das auf humorvolle und gefühlvolle Weise ein ernstes Thema beleuchtet. Es ist eine Empfehlung für alle, die sich der Thematik grundsätzlich nähern möchten, ohne dabei zu sehr in die Tiefe zu gehen.

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Veröffentlicht am 09.07.2024

Eine faszinierende Reise

Die unendliche Reise der Aubry Tourvel
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Der Autor bietet uns in „Die unendliche Reise der Aubry Tourvel“ genau das – eine unendliche Reise durch die geografische und gedankliche Welt.

Die Protagonistin Aubry Tourvel leidet an einer seltsamen ...

Der Autor bietet uns in „Die unendliche Reise der Aubry Tourvel“ genau das – eine unendliche Reise durch die geografische und gedankliche Welt.

Die Protagonistin Aubry Tourvel leidet an einer seltsamen Krankheit, die sie dazu zwingt, ständig zu reisen – ein Fluch und gleichzeitig ein Geschenk. Der Autor verwebt geschickt historische und kulturelle Einflüsse mit fiktiven Elementen, während Aubry durch verschiedene Länder und Kulturen reist.

Aubry selbst ist eine vielschichtige Figur, deren innere Kämpfe und Entwicklungen den Kern der Geschichte bilden. Ihre unerschütterliche Entschlossenheit und ihr Sinn für Humor machen sie für mich zu einer tollen Figur, mit der ich mitfühlen kann.

Der Schreibstil ist poetisch und bildhaft, die Themen zuweilen sehr tiefgründig. Auch nach der letzten Seiten lässt mich die Geschichte nicht los. Wer gerne einmal so richtig abtauchen möchte, dem sei dieses Buch empfohlen :)

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Veröffentlicht am 17.05.2024

Cozy Crime für den Strand

Südlich von Porto wartet die Schuld
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In „Südlich von Porto wartet die Schuld“ entführt uns Mariana Da Silva in die malerische Küstenstadt Torreira, wo die Protagonistin Ria Almeida vor der Herausforderung steht, sich in einer neuen Heimat ...

In „Südlich von Porto wartet die Schuld“ entführt uns Mariana Da Silva in die malerische Küstenstadt Torreira, wo die Protagonistin Ria Almeida vor der Herausforderung steht, sich in einer neuen Heimat zurechtzufinden und gleichzeitig einen Kriminalfall zu lösen. Der Roman zeichnet sich durch seine lebendige Darstellung des portugiesischen Lebens aus, wobei die kulturellen Nuancen und das Flair des Landes im Vordergrund stehen.

Da Silva gelingt es, eine Welt zu erschaffen, in der die Leserinnen die salzige Meeresbrise fast spüren und die herzliche Gastfreundschaft der Einheimischen fast schmecken können. Die Figuren sind authentisch und nahbar.

Die Handlung selbst mag zwar nicht von tiefgreifenden Wendungen geprägt sein, eignet sich aber hervorragend als Cozy Crime Lektüre am Strand. Der Titel ist für mich weniger ein klassischer Krimi voller Nervenkitzel, sondern vielmehr eine Hommage an Portugal.

Es ist ein Buch, das zum Träumen einlädt und diejenigen belohnt, die sich auf eine ruhigere, aber nicht weniger faszinierende Erzählweise einlassen möchten. Ein Buch, das sicherlich viele Leser
innen dazu inspirieren wird, selbst einmal die Schönheit Portugals entdecken zu wollen.

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Veröffentlicht am 24.03.2024

Eine besondere Freundschaft

Der ehrliche Finder
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Lize Spits Roman "Der ehrliche Finder" ist eine Geschichte, die sich mit den Themen Freundschaft, Flucht und dem Erwachsenwerden auseinandersetzt. Durch die Augen des jungen Jimmy erleben wir, wie er und ...

Lize Spits Roman "Der ehrliche Finder" ist eine Geschichte, die sich mit den Themen Freundschaft, Flucht und dem Erwachsenwerden auseinandersetzt. Durch die Augen des jungen Jimmy erleben wir, wie er und Tristan, ein Junge aus dem Kosovo, eine ungewöhnliche Freundschaft aufbauen. Die Autorin schafft es, die kindliche Unschuld mit der harten Realität zu kontrastieren und dabei eine Geschichte zu weben, die sowohl herzerwärmend als auch nachdenklich stimmt.

Die Erzählung ist geprägt von Jimmys Perspektive, einem Außenseiter, der in Tristan nicht nur einen Freund, sondern auch eine Flucht aus seiner eigenen, oft schwierigen Realität findet. Spit verwebt geschickt die Themen Sammeln und Finden, die für Jimmy mehr als nur Hobbys sind. Der Roman ist nicht nur eine Erzählung über die Freundschaft zweier Jungen, sondern auch eine tiefgründige Betrachtung darüber, was es bedeutet, anders zu sein und seinen Platz in der Welt zu finden.

Die Autorin nutzt die belgische Landschaft und die politischen Hintergründe des Kosovo-Konflikts, um eine Atmosphäre zu schaffen, die sowohl historisch als auch zeitlos ist und wir erleben die Herausforderungen, die mit der Integration in eine neue Kultur verbunden sind.

"Der ehrliche Finder" ist ein Roman, der langsam an Fahrt gewinnt und die Leser*innen bis zur letzten Seite fesselt. Es ist eine Geschichte, die zeigt, wie Freundschaft und Menschlichkeit in Zeiten der Not über kulturelle und sprachliche Barrieren hinweg bestehen können.

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Veröffentlicht am 24.03.2024

Was ist Heimat?

Kosakenberg
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In "Kosakenberg" entführt uns Sabine Rennefanz in die Welt von Kathleen, einer jungen Frau, die sich nach der Wende in einem Deutschland wiederfindet, das sich ebenso im Umbruch befindet wie sie selbst. ...

In "Kosakenberg" entführt uns Sabine Rennefanz in die Welt von Kathleen, einer jungen Frau, die sich nach der Wende in einem Deutschland wiederfindet, das sich ebenso im Umbruch befindet wie sie selbst. Rennefanz zeichnet ein feinfühliges Porträt einer Generation, die zwischen Vergangenheit und Zukunft, zwischen Heimat und Fremde hin- und hergerissen ist.

Die Autorin schafft es, die Leser*innen mit einer Sprache, die sowohl Melancholie als auch Hoffnung einfängt, in den Bann zu ziehen. Sie erzählt von Kathleens Flucht aus dem beengenden Kosakenberg, einem Ort, der symbolisch für die Enge und die Begrenztheit steht, die viele Ostdeutsche nach der Wende empfanden. Kathleen sucht nach Freiheit und Selbstverwirklichung, doch die Vergangenheit lässt sich nicht so leicht abschütteln.

Rennefanz gelingt es, die Zerrissenheit ihrer Protagonistin greifbar zu machen. Kathleen ist eine Figur voller Widersprüche, deren innere Konflikte und Sehnsüchte exemplarisch für die Erfahrungen vieler Menschen stehen, die ihre Heimat verlassen haben. Die Rückkehr in das Dorf, das sie einst verließ, konfrontiert sie mit einer Mischung aus Ablehnung und Sehnsucht.

"Kosakenberg" ist mehr als nur eine Geschichte über das Weggehen und Ankommen; es ist eine Auseinandersetzung mit dem Konzept von Heimat und den vielen Facetten, die dieses Wort umfasst.

Dieses Buch ist eine kluge und berührende Reflexion über das Leben in einem geteilten und dann wiedervereinigten Deutschland, über die Suche nach einem Platz in der Welt und die Frage, was es bedeutet, irgendwo wirklich zu Hause zu sein. Es ist eine Geschichte, die nachklingt und zum Nachdenken anregt, lange nachdem die letzte Seite umgeblättert wurde.

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