Essays zur Selbstakzeptanz mit Yoga
Es ist ein Fulltime-Job, sich selbst zu liebenJessamyn Stanley kenne ich von Social Media, aus Werbekampagnen und vor allem durch ihr erstes Buch. Daher war ich sehr gespannt auf dieses noch persönlichere Buch und mehr Einblicke in Stanleys Weg hin ...
Jessamyn Stanley kenne ich von Social Media, aus Werbekampagnen und vor allem durch ihr erstes Buch. Daher war ich sehr gespannt auf dieses noch persönlichere Buch und mehr Einblicke in Stanleys Weg hin zum Yoga - vor allem in Bezug auf die Selbstakzeptanz und Selbstliebe.
"Es ist ein Fulltime-Job, sich selbst zu lieben" besteht aus 13 Essays, in denen Jessamyn Stanley über die Yoga-Praktiken in den USA schreibt und von ihrem Weg hin zum Yoga schreibt. Als queere, fette, Schwarze Femme aus den Südstaaten der USA hatte sie es nicht leicht in den Yoga-Studios und mit den Yoga-Coaches. Die Essays sind autobiographisch und daher sehr persönlich und in meinen Augen auch emotional aufgeladen - häufig durch Wut, oftmals in Form von Sarkasmus und Zynismus. Jessamyn Stanley schreibt über Segregation, Kapitalismus, Rassismus und die weißen Schönheitsideale im Yoga. Sie erzählt davon, wie sie ihren Körper wahrgenommen hat, wie sich diese Wahrnehmung durch Yoga verändert hat, welche Grenzen es für sie gab und welche sie überschreiten/ausweiten konnte. Dieser Weg führte für sie nicht nur zu einem bewussten Körpergefühl und Beweglichkeit, sondern auch zu Selbstakzeptanz und einem Bewusstsein für Körperbilder und Schönheitsideale sowie dessen Reflexion und Einordnung.
"Es ist ein Fulltime-Job, sich selbst zu lieben" ist ein sehr persönliches Buch und rechnet mit den westlichen, weißen Yoga-Praktiken ab. Unter dem Gesichtspunkt, Einblicke in und Kritik an die segregativen, kapitalistischen und kulturell angeeigneten Aspekte des Yogas zu lesen, in Kombination mit persönlichen Geschichten und der Perspektive einer Schwarzen, queeren, fetten Femme hat das Buch vieles zu bieten und hatte für mich Mehrwert.