Was bleibt
Bleib"Bleib" von Adeline Dieudonné ist nicht mein erstes Buch der Autorin und ich habe schon eine sehr starke Geschichte erwartet. Trotzdem hat diese mich hier mit ihrer Wucht voll erwischt.
Die Erzählerin ...
"Bleib" von Adeline Dieudonné ist nicht mein erstes Buch der Autorin und ich habe schon eine sehr starke Geschichte erwartet. Trotzdem hat diese mich hier mit ihrer Wucht voll erwischt.
Die Erzählerin bleibt namenlos, aber nicht ohne Kontur, der Geliebte wird auch nur M. genannt, wobei si uns wohl sagen möchte, wie unwichtig das hier ist, wie austauschbar.
Die Erzählerin, S., macht einen Kurzurlaub mit ihrem Geliebten, sie sind schon sehr lange miteinander verbunden, in Liebe, in heimlicher Liebe. Und jetzt ist M. tot, ertrunken im See und S. bleibt mit ihrer Trauer, ihrem Erschrecken, ihren Gedanken alleine.
Sie schreibt Briefe an seine Ehefrau, die uns hier auch fremd bleibt. Mit diesen Briefen berichtet sie alles, was in den nächsten Stunden geschieht und auch, wie sie an diesen Punkt ihres Lebens gelangt ist. Sie schreibt einige sehr schöne Sätze über das Leben und den Tod, über das Frausein und was damit verbunden ist.
Diese Erzählung ist ungeschönt und ehrlich, eine Frau schreibt an eine andere, auf Augenhöhe.
Das Buch ist sowohl sprachlich als auch vom Inhalt eine Wucht. Es ist nicht immer leicht zu verdauen, obwohl es auch viele Augenblicke voller Schönheit, ja sogar einen Anflug von Humor gibt. Es ist anders als alles, was ich bisher gelesen habe.