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Veröffentlicht am 23.10.2024

Zwiegespalten, aber gut

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Wenn man mittendrin ist und gar nicht weiß, wie man das Buch finden soll... Der Beginn ist tatsächlich sehr spannend. Lena ist verschwunden und missbraucht von einer Gruppe Fremder. Ein Verbrechen das ...

Wenn man mittendrin ist und gar nicht weiß, wie man das Buch finden soll... Der Beginn ist tatsächlich sehr spannend. Lena ist verschwunden und missbraucht von einer Gruppe Fremder. Ein Verbrechen das es aufzulösen gilt. Es werden einige sehe unterschiedliche Personen mit ins Spiel gebracht, was die Ermittlungen wirklich interessant macht. Auch die Ermittlerin, die durch die Erfahrungen mit ihrer eigenen Tochter viel Persönlichkeit und Empathie mitbringt, hat mir gut gefallen. Obwohl ich den Autor zuvor nur als humoristischen Schreiber kannte, empfand ich seinen Schreibstil hier als sehr ernsthaft und dem Genrewechsel angemessen. Positiv auch, dass trotz Ermittlerperspektive nicht zu nüchtern erzählt wurde. So fällt es nicht schwer direkt eine Verbindung zur Story aufzubauen. Die Wendung später, in der die Medien und auch die Frage was echt ist und was fake ist, regt zum Nachdenken an. Man hinterfragt direkt, ob man alles glauben sollte, was man sieht und was ist, wenn man etwas im falschen Moment eben nicht glaubt? Wo sind die Grenzen? Wo ist die Realität? Mir war das Ende etwas zu künstlich und übertrieben. Etwas so, als hätte man den leichtesten Weg gewählt um schnell zum Ende zu kommen. Die Idee war gut, die Aufklärung Lenas Todesfalls mir dann doch etwas zu schnell und flach, daher einen Stern Abzug. Trotzdem insgesamt ein kurzweiliges Buch, das gerade Social Media Konsumenten ruhig mal lesen könnten.

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Veröffentlicht am 06.10.2024

Düster, melancholisch, herbstlich, Volltreffer

A Study in Drowning (A Study in Drowning, Band 1)
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Hier folgt Geheimnis auf Geheimnis und jedes wartet nur darauf entdeckt zu werden. Effy ist als Hauptfigur eine sehr konfliktbeladene Persönlichkeit, die es in ihrem Leben nie wirklich einfach hatte. Nirgens ...

Hier folgt Geheimnis auf Geheimnis und jedes wartet nur darauf entdeckt zu werden. Effy ist als Hauptfigur eine sehr konfliktbeladene Persönlichkeit, die es in ihrem Leben nie wirklich einfach hatte. Nirgens so richtig gewollt, weder bei ihrer Familie, bei Gleichaltrigen oder auch in der Universität. Überall steht sie auf dem Abschussbrett. Da scheint es doch direkt als größter Logikfehler des Buches, dass ausgerechnet Effi, trotz ihrer schlechten Leistungen als Erstsemesterstudentin ausgewählt wird das Haus ihres Lieblingsautoren zu renovieren. Vieles wirkt zu Beginn ziemlich unlogisch und seltsam, was den Einstieg in die Handlung nicht ganz einfach gestaltet. Die wahnsinnig herbstlich, spookige Atmosphäre macht es jedoch sofort zur Mission dranzubleiben und es lohnt sich, denn alle Fragezeichen werden geklärt. Versprochen. Und zurück bleibt ein gerade zum Ende hin sehr rasantes, spannendes Buch, dass nach rauen Herbstabenden und einer Tasse beruhigenden Tee schreit.

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Veröffentlicht am 30.07.2024

Trust the process!

When The Moon Hatched
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Der Beginn eines neuen Drachen-Epos? In "When the moon hatched" begleiten wir die weibliche Hauptfigur in eine Welt, wie wir es noch nie gelesen haben.

Das Hauptargument sich für oder gegen dieses Buch ...

Der Beginn eines neuen Drachen-Epos? In "When the moon hatched" begleiten wir die weibliche Hauptfigur in eine Welt, wie wir es noch nie gelesen haben.

Das Hauptargument sich für oder gegen dieses Buch zu entscheiden, ist ganz klar das Worldbuilding. Wenn man es mag auf eine Welt zu treffen in der gar nichts ist, wie wir es gewohnt sind, in der es auf jeder Seite etwas neues zu entdecken gibt, dann ist man hier richtig. Auch wenn wir von einem nach den vier Elementen gestalteten Magiesystem schon häufig gehört haben, ist die Gestaltung hier etwas ganz neues. Es gibt unzählige verschiedene Fähigkeiten, ein sehr ausgeklügeltes politisches und gesellschaftliches System, eine komplett fremde Zeiteinteilung, gefühlt unendlich viele neue magische Tierwesen und natürlich fantastisch vielschichtige Charaktere.

Da es sich hier um Band 1 einer Reihe handelt, findet man hier genau dies vorrangig: Worldbuilding. Langsam wird der Leser in diese sehr komplexe Welt eingeführt. Die Beschreibungen sind super detailliert und bildlich, sodass die Vorstellungskraft maximal angeregt wird. Außerdem lernen wir die wichtigsten Charaktere und ihre Beziehungen kennen. Besonders gut gefallen hat mir hier auch, dass wir einige Perspektivwechsel haben und zwischen 4 Blickwinkeln switchen dürfen. Wobei die Hauptfigur die ganze Zeit im Mittelpunkt der Story bleibt.

Dadurch, dass alles so neu ist, ist die Spannung und der Drang mehr zu erfahren stets präsent. Für mich gibt es nur einen kleinen Abzug, weil die Komplexität es teilweise doch schwer zu lesen gemacht hat. Durch die ersten 200 Seiten muss man sich erstmal durcharbeiten. Aber es lohnt sich, denn hier erwartet und eine spektakuläre Reihe, da bin ich sicher.

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Veröffentlicht am 12.07.2024

Lovestory zu Lasten des Worldbuildings?

How to Seduce a Sorcerer
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Der Start in das Buch ist zunächst extrem düster und damit vielleicht nicht für jedermann. Es geht um eine Gesellschafts in der Hunger und Gewalt den Alltag bestimmen. Wie das Leben der Menschen im Krieg ...

Der Start in das Buch ist zunächst extrem düster und damit vielleicht nicht für jedermann. Es geht um eine Gesellschafts in der Hunger und Gewalt den Alltag bestimmen. Wie das Leben der Menschen im Krieg beschrieben wird, verursacht echt eine Gänsehaut.
Die düstere verwandelt sich jedoch in eine eher mysteriöse Stimmung als wir Jaro kennenlernen. Auch wenn er uns zunächst einige Rätsel aufgibt bringen seine Fabelwesen Spannung, Witz und ganz viel Neues. Das Lesen macht von Anfang bis Ende wirklich Spaß. Die Geschichte von Liora und Jaro ist etwas, was ich so noch nie gelesen habe, insbesondere durch die Einflüsse der slawischen Mythologie.
Leider lag für mich in diesem großen Plus wohl auch die größte Schwäche des Buches. Denn dieses einzigartige Worldbuilding kommt im Laufe der Geschichte doch schlicht zu kurz. Es stellen sich dem Leser am Ende doch noch zu viele Fragen und nicht alles macht Sinn ohne die wichtigen Hintergründe. Da es sich hier um einen Einzelband handelt, ist es klar, dass man Abstriche machen muss, zusätzliche 100 Seiten wären aber sicher hilfreich gewesen sich noch besser in der neuen Welt zurecht zu finden.

Alles in allem für mich jedoch ein wirklich guter Read. Nur einen Stern Abzug für das unfertige Worldbuilding.

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Veröffentlicht am 01.07.2024

Kleine Stadt, großes Ambiente

Sterne, die im Sommer tanzen
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Sage und Fisher. Hobbygärtnerin, Tierretterin und Kleinstadt-Darling und Städter, Sternekoch, Ersatzpapa. Zwei Gegensätze, die sich anziehen.

In "Sterne, die im Sommer tanzen" taucht man als Leser ab, ...

Sage und Fisher. Hobbygärtnerin, Tierretterin und Kleinstadt-Darling und Städter, Sternekoch, Ersatzpapa. Zwei Gegensätze, die sich anziehen.

In "Sterne, die im Sommer tanzen" taucht man als Leser ab, in eine wunderbar idyllische, romantische und zutiefst friedliche Geschichte. Fishers leben steht Kopf. In seinem Job als Sternekoch kann er nicht mehr punkten, seine Schwester ist gestorben und seine Nichte, die bei ihm lebt scheint kein bisschen Glück zu empfinden. Doch ein unfreiwilliger Tapetenwechsel bietet ganz neue Perspektiven für beide.

Ich fand die Charaktere so extrem sympathisch und zwar alle - das ist selten, dass es mir wirklich ein Fest war immer mehr über sie zu erfahren. Auch die vielen tierischen Nebendarsteller sind einfach niedlich. Tarah De Witt schafft es wirklich, dass man sich als Leser ein kleines bisschen miverliebt. Besonders in die leicht chaotische, aber wunderbar offene und empathische Sage.

Die Thematik des verzweifelten Sternekochs auf der Suche nach neuer Inspiration hätte mir persönlich gerne etwas stärker ausgeprägt sein können. Besonders im Zusammenspiel mit Sages Garten. Es zog sich jedoch in kleinen Sequenzen wie ein roter Faden durch das Buch. Genauso wie der Wettbewerb, an dem Sage und Fisher gemeinsam teilnehmen, um der Ortsgemeinschaft den Sieg gegen die Auswärtigen zu sicher (irgendwie ironisch, aber süß). Hier kommen sich die Neu-Nachbarn Stück für Stück immer näher. Auch die Abschnitte, in denen es um Fishers Nichte ging, die den Tod ihrer Mutter verarbeiten muss und in Sage eine Leidensgenossin findet, geht ans Herz. Auch hier hätte ich mir etwas mehr von gewünscht.

Trotz der vielen abgeschnittenen Themen ist die Balance sehr gut gelungen, sodass es wunderbar entspannend zu lesen ist und einen sogar etwas zum Träumen bringt. Über Ferien auf dem Land und große Katzen und kleine Ziegen.

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