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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.06.2025

Wenn die fabrizierte Social Media Persönlichkeit das Leben übernimmt ...

Like / Hate
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Die Influencerin hier ist einerseits besonders, weil den “hässlichen Schein” wahrt, nicht den schönen! Sie ist ordentlich, würde gerne abnehmen sowie ihre Ansätze regelmäßig färben, doch sie gibt sich ...

Die Influencerin hier ist einerseits besonders, weil den “hässlichen Schein” wahrt, nicht den schönen! Sie ist ordentlich, würde gerne abnehmen sowie ihre Ansätze regelmäßig färben, doch sie gibt sich gezielt chaotischer und nachlässiger, um DIE nahbare Mama zu sein! Ihr Markenzeichen ist es, das Unperfekte zu zelebrieren und für alle Probleme Verständnis inklusive Trost oder Rat parat zu haben. Ich fand ihr kühles Kalkül dabei faszinierend verstörend! Andererseits sie typisch, weil sie sich ständig verbiegt, denn sie ist vom Wohlwollen ihrer Community bzw. Sponsoren abhängig! All das wird ausführlich geschildert, genau wie die Anforderzungen, die Mutterschaft, Ehe sowie Familie mit sich bringen, was psychologisch interessant und gesellschaftskritisch gestaltet ist – es sind nur keine Themen, die mich besonders interessieren.

Bei der Widersacherin handelt es sich auch um eine Mutter, die ebenfalls von Muttergefühlen und dem Familienleben erzählt, bei ihr geht es allerdings um Trauer, Verlust sowie damit verbundene Rachegelüste. Dieser Erzählstrang ist zwar rätselhaft, aber für mich irgendwie, so als würde eine Person es “unnötig spannend machen”, indem sie lange nicht zum Wesentlichen kommt.

Etwas Abwechslung gibt es durch den Ehemann der Influencerin, einen hadernden Schriftsteller, der, neben Ehe- sowie Familienherausforderungen auch von seinen Schreibproblemen berichtet.

“Like/Hate” ist lebendig und ausdrucksstark geschrieben, die Charaktere sind toll gezeichnet und die Handlung ist vielschichtig sowie raffiniert. Ich finde jedoch, dass sie oft schleppend voranschreitet, die Spannung kommt mMn viel zu kurz (nervenaufreibend wurde es für mich erst zum Ende hin) und das Motiv der Widersacherin empfand ich als wenig überzeugend, weshalb dieser Thriller meinen Geschmack nicht traf.

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Veröffentlicht am 13.11.2024

Originell, cool & herrlich düster, aber mir fehlte es an Spannung

Hard Liquor – Der Geschmack der Nacht
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Die unmotivierte Studentin Tycho wird von Alkohol übermenschlich stark. Da sie als Barkeeperin in NYC arbeitet, kommt ihr das entgegen, denn Halbstrake, die es auf Schwächere abgesehen haben, gibt es dort, ...

Die unmotivierte Studentin Tycho wird von Alkohol übermenschlich stark. Da sie als Barkeeperin in NYC arbeitet, kommt ihr das entgegen, denn Halbstrake, die es auf Schwächere abgesehen haben, gibt es dort, gerade nachts auf ihrem Heimweg, zuhauf. Sie betätigt sich heimlich als selbstjustizübende Rächerin, nicht einmal ihr bester Freund Logan weiß davon. Sie fühlt sich oft einsam, weil sie ihre Nachtaktivitäten mit niemandem teilen kann, zudem plagen sie die Dämonen ihrer dunklen Vergangenheit ...

Doch plötzlich wird sie zu dem Thema in den Medien, unter dem Namen Captain Wodka, wird sie zum Stadtgespräch. Ihre Superkraft wird schließlich zum existentiellen Problem, denn gleich zwei Organisationen, mit entgegengesetzten Zielen, haben es auf sie abgesehen ...

Ich mochte die Prämisse, die düstere Protagonistin, die Figurendynamiken, den intensiven Schreibstil und die einfallsreiche, wendungsreiche Geschichte rund um die coole, starke sowie gleichermaßen verletzliche Tycho sehr – aber da ich den Handlungsverlauf als unnötig in die Länge gezogen empfand, kam für mich kaum Spannung auf.

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Veröffentlicht am 22.07.2024

Für mich eher ein Psychodrama, kein Thriller

Die Erbin
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Als die Geschwister Finn und Jess vom Unfalltod ihres Vaters erfahren, lässt sie das eher kalt, denn die Scheidung ihrer Eltern liegt sehr lange zurück, und sie hatten seither keinen Kontakt zum egozentrischen ...

Als die Geschwister Finn und Jess vom Unfalltod ihres Vaters erfahren, lässt sie das eher kalt, denn die Scheidung ihrer Eltern liegt sehr lange zurück, und sie hatten seither keinen Kontakt zum egozentrischen Vater, der auf Mallorca ein chaotisches Hippie-Leben führte. Sie erben seine Finca, allerdings leben die 3. Ehefrau ihres Vaters sowie ihre erwachsene Tochter noch dort. Finn reist also nach Mallorca, um alles zu klären, doch was er dort erfährt und erlebt, verkompliziert alles...

Gleichzeitig ermittelt die Polizei und konfrontiert Finn mit den Gegebenheiten zum “vermeidbaren” Tod seines Vaters, die ihn weiter verunsichern.

Der Schreibstil ist flüssig sowie bildstark, es gibt vieeel Lokalkolorit, die Charaktere sind gut ausgearbeitet und die Handlung ist rätselhaft - aber spannend wird sie mMn erst während der letzten 60 Seiten, im Rahmen einer tollen Wendung!

Das Ende bzw. die Auflösung finde jedoch wenig überzeugend und für mich ist das Buch insgesamt eine Enttäuschung.

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Veröffentlicht am 15.07.2024

Die Umsetzung war nicht mein Fall

The Woman in the Window - Was hat sie wirklich gesehen?
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Inhalt:

Anna hat Agoraphobie – sie kann ihr Haus nach einem traumatischen Erlebnis nicht mehr verlassen. Sie verbringt ihre Tage bzw. Nächte damit ihre Nachbarn zu beobachten, sich alte schwarz-weiß ...

Inhalt:

Anna hat Agoraphobie – sie kann ihr Haus nach einem traumatischen Erlebnis nicht mehr verlassen. Sie verbringt ihre Tage bzw. Nächte damit ihre Nachbarn zu beobachten, sich alte schwarz-weiß Thriller anzusehen und sie nimmt viele verschiedene Tabletten, die sie mit Alkohol runterspült.

Als sie eines Abends durchs Fenster sieht, dass ihre neue Nachbarin Jane erstochen zu Boden fällt, wählt sie den Notruf, dann wird sie bei dem Versuch das Haus zu verlassen, um zu helfen, ohnmächtig. Am nächsten Tag denken alle, dass sie sich das eingebildet hat, denn der Nachbarin geht es bestens. Doch die Frau, die Anna zum Beweis ihrer Unversehrtheit präsentiert wird, ist nicht Jane - Anna hat diese Frau noch nie gesehen...

Meine Meinung:

Das ist das 2. Buch des Autors für mich und ich finde den Schreibstil in “End of Story” sehr eigenwillig, aber auch atmosphärisch sowie geistreich. Hier ist der Erzählstil meiner Meinung nach weitaus spezieller, teilweise etwas unverständlich und die meisten der vielen Film Noir-Bezüge demonstrativ, unnötig...

Zudem verlieren sich die Schilderungen für meinen Geschmack sehr oft in Banalitäten. Ja, das trägt zur Stimmung bei, ja man erfährt dadurch ganz genau wie Anna drauf ist – weniger würde meiner Ansicht nach jedoch auch reichen, um all das zu transportieren.

Knapp 200 Seiten lang passiert nichts Relevantes, man lernt lediglich Annas Innenleben und ihren Alltag bis ins letzte Detail kennen. Das Trauma, dass zu ihrem Zustand geführt hat, wird nur vage angedeutet.

Die Figurenzeichnung finde ich gelungen und nach dem “Mord” nimmt die Geschichte an Fahrt auf, wird ereignisreicher sowie interessanter, aber ich fand die Beschreibungen weiterhin eher zäh.

Zum Ende hin geht es endlich richtig zur Sache: Es gibt viele Enthüllungen, raffinierte Wendungen und Spannung!

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Veröffentlicht am 12.07.2024

Konnte mich nicht begeistern...

Tote klagen an
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Worum geht’s:

Die Sektionsassistentin Cassie steckt in einer tiefen Krise:

Sie hat ihre Verbindung zu den Toten verloren – sie “sprechen” nicht mehr zu ihr, sagen ihr nicht mehr wonach sie suchen soll ...

Worum geht’s:

Die Sektionsassistentin Cassie steckt in einer tiefen Krise:

Sie hat ihre Verbindung zu den Toten verloren – sie “sprechen” nicht mehr zu ihr, sagen ihr nicht mehr wonach sie suchen soll – sodass sie das Interesse an ihrer Arbeit verliert.

Die Beziehung zu ihrem “wiedergefundenen” Vater erweist sich als holprig.

Einige Mitmenschen schmieren ihr aufs Brot, dass sie ihre non-konforme Art für befremdlich halten.

Dann ist da noch ein höchst mysteriöser Fall: Eine nicht-identifizierte Leiche verwest schneller als sie sollte. Cassie hat einen Verdacht, der sich allerdings nicht auf offiziellem Weg bestätigen lässt.

Meine Meinung:

Der Schreibstil, die Charakterzeichnungen und die, meiner Meinung nach zumeist klugen, gesellschaftlichen Betrachtungen, die in die Handlung einfließen, sind interessant gestaltet. Die privaten Probleme von Cassie sowie DS Phyllida Flyte, die sich teilweise auf ihre Arbeit auswirken, sind bewegend und sorgen für Abwechslung.

Den Anfang von “Tote klagen an” fand ich mitreißend, während des Mittelteils wird der Fall immer komplexer, ich empfand die Ermittlungen dennoch als langatmig. Zum Ende hin fand ich die Geschehnisse wieder etwas packender, aber für meinen Geschmack lösen sich die Gefahren zu schnell und einfach auf.

Band 3 der Reihe, die mir bisher sehr gut gefallen hat, konnte mich leider nicht begeistern. In Band 1+2 haben die Fälle, die es aufzuklären gilt, einen sehr persönlichen Bezug zu Cassies Leben. Der Fall hier ist eher allgemein und ich bin der Themen, die daran hängen mittlerweile überdrüssig.

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