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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.07.2024

wenig anspruchsvoll

Ich lüge bis du stirbst: Thriller
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Der Thriller ist kurzweilig, da laufend etwas passiert und er sehr abwechslungsreich und temporeich ist. Inhaltlich ist er nicht besonders anspruchsvoll und auch das Thema ist nicht neu. Scarlett kommt ...

Der Thriller ist kurzweilig, da laufend etwas passiert und er sehr abwechslungsreich und temporeich ist. Inhaltlich ist er nicht besonders anspruchsvoll und auch das Thema ist nicht neu. Scarlett kommt an den Ort ihrer Kindheit zurück, niemand erkennt sie, da sie sich optisch so stark verändert hat und sie rächt sich an allen, die damals grausam zu ihr waren. Die Racheaktionen sind mehr oder weniger glaubwürdig und man weiß eigentlich auch schon im Vorhinein, was passieren wird. Den Thriller kann man lesen als leichte Kost für zwischendurch, anspruchsvoll ist er allerdings nicht.

Veröffentlicht am 24.06.2024

Verschwiegen, verdrängt oder gelogen?

Wenn sie lügt
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Optisch ist das Buch ein echter Eyecatcher, vor allem durch den Farbschnitt mit aufgedrucktem Titel in harmonischen und dennoch auffallenden Farben. Inhaltlich habe ich mir mehr erwartet, da ich auch andere ...

Optisch ist das Buch ein echter Eyecatcher, vor allem durch den Farbschnitt mit aufgedrucktem Titel in harmonischen und dennoch auffallenden Farben. Inhaltlich habe ich mir mehr erwartet, da ich auch andere Bücher des Autors schon gelesen habe. Diesmal waren für mich weniger Überraschungsmomente vorhanden, es war ziemlich vorhersehbar, wer als potenzieller Täter in Frage kommen könnte. Gut gelungen finde ich, dass die Ereignisse aus der Vergangenheit bis in die Gegenwart nachwirken und langsam eingestreut und aufgearbeitet wurden. Die Hauptcharaktere finde ich etwas einseitig und farblos dargestellt. Norah wirkt sehr naiv, damals wie heute, wobei sie damals wenigstens noch eine wichtige Rolle in der Freundesclique gespielt hat. Die kurzen Kapitel mit den Sichtweisen des Täters sind sehr allgemein gehalten und geben wenig Aufschluss über den Täter, wohl aber über die Hintergründe und die Absichten. Ein paar Situationen hätte man auch besser beschreiben oder lösen können, so haben mir beispielsweise die Kampfszenen mit Goran weniger gut gefallen und dass er über seinen Freund eine Pistole über WhatsApp bestellt und mit Paketdienst liefern lässt, ist auch nicht glaubwürdig. Die Hintergrundgeschichte über die damalige Freundesgruppe finde ich spannend, hiervon hätte ich gerne mehr gelesen.
In der Aufklärung hat mir der Überraschungseffekt gefehlt, es war zwar spannend, aber an sich nicht neu oder beeindruckend, daher hat mich das Buch zwar gut unterhalten, konnte aber leider keinen nachhaltigen, bleibenden Eindruck hinterlassen.

Veröffentlicht am 19.06.2024

coole Location - aber auch einige Ungereimtheiten

Küstenwahn
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Der Thriller spielt in einer sehr mysteriösen und abgeschotteten Location. Auch wenn die Idee dazu, eine Psychiatrische Einrichtung oder ein Gefängnis auf eine Insel abzuschotten nicht neu ist, so ist ...

Der Thriller spielt in einer sehr mysteriösen und abgeschotteten Location. Auch wenn die Idee dazu, eine Psychiatrische Einrichtung oder ein Gefängnis auf eine Insel abzuschotten nicht neu ist, so ist das Setting doch mehr als außergewöhnlich. Spannend finde ich, dass durch zahlreiche Wendungen und durch das Auftauchen von neuen Informationen, nicht durchgängig klar ist, wer zu den Guten oder wer zu den Bösen zählt. Somit ist es schwierig, Vertrauen aufzubauen. Zwischenzeitlich waren mir dann doch zu viele Tote, zu viele unbekannte Fluchtmöglichkeiten und versteckte Orte und die Suche nach den vermissten Personen war recht spontan und etwas zu unglaubwürdig dargestellt. Auch die Verbindung zur Außenwelt ist komplett abgebrochen, hier müsste es ein Sicherheitspaket geben, nicht nur eine Fähre, die ein Mal im Monat vorbei pendelt. Es gab ein paar Ungereimtheiten, die mich gestört haben, aber auch viele spannende Lesemomente. Der Schluss war mir dann etwas too much und zu künstlich herbeigeführt.

Veröffentlicht am 18.06.2024

Abhängigkeit

Ein klarer Fall von Schicksal
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Der Roman ist aus der Sichtweise von Hera geschrieben, die sich in einen älteren, verheirateten Mann verliebt und mit ihm eine Affäre beginnt. Das Thema an sich ist nicht neu und auch die Probleme, die ...

Der Roman ist aus der Sichtweise von Hera geschrieben, die sich in einen älteren, verheirateten Mann verliebt und mit ihm eine Affäre beginnt. Das Thema an sich ist nicht neu und auch die Probleme, die damit verbunden sind, altbekannt. Trotzdem kann man Heras Gefühlswelt und das Chaos in ihrem Inneren sehr gut nachvollziehen. Mal hofft sie, dass ihr Geliebter seine Frau verlässt, dann will sie selbst einen Schlussstrich ziehen, von ihrem Umfeld zieht sie sich fast komplett zurück, Schamgefühl und Trauer sind häufiger vorhanden als das kurze Glücksgefühl, wenn sie gestohlene Momente miteinander verbringen. Der Roman kommt mit relativ wenigen Charakteren aus und konzentriert sich stark auf Hera. Die Grundstimmung ist Großteils traurig, fremdbestimmt, hoffnungslos, aussichtslos, unterbrochen durch kurze glückliche Momente. Zusätzlich kommt dann auch noch Corona ins Spiel und Hera fühlt sich noch eingegrenzter und eingesperrt, alleine mit ihren Gedanken, Hoffnungen und ihrem Gefühlschaos. Hera, die beruflich wenig Ehrgeiz zeigt und auch nur mit Widerwillen einer Arbeit nachkommt, steckt all ihre Energie in den verheirateten Mann und verändert sich für ihn, in der Hoffnung, ihn für sich zu gewinnen. Von seinem anderen Leben weiß sie zwar, blendet dies aber bewusst aus. Es ist erschütternd und traurig zu lesen, in welche Abhängigkeit sich Hera begibt. Sie wartet abends stundenlang auf eine Nachricht von Arthur, um sich dann auf Abruf für einen kurzen Moment im Park mit ihm zu treffen und er versetzt oder vertröstet sie immer wieder auf später. Wie die Geschichte für Hera ausgeht, möchte ich an dieser Stelle nicht verraten.

Veröffentlicht am 21.05.2024

etwas vereinfacht dargestellt

In dunklen Wäldern
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Der Kriminalroman mit der sympathischen Ermittlerin Lodi in einfacher und lockerer Sprache geschrieben. Lodi zeigt viele authentische Seiten, stellt sich ihren Ängsten und ist eine unkonventionelle Ermittlerin, ...

Der Kriminalroman mit der sympathischen Ermittlerin Lodi in einfacher und lockerer Sprache geschrieben. Lodi zeigt viele authentische Seiten, stellt sich ihren Ängsten und ist eine unkonventionelle Ermittlerin, die sehr gut mit Thomas, aber auch alleine arbeiten kann. Der Ermittlungsfall erinnert Lodi an ihr Kindheitstrauma, es gibt Ähnlichkeiten, aber im Endeffekt war dies nur eine Nebengeschichte und steht in keinem Zusammenhang zum aktuellen Fall. Im aktuellen Ermittlungsfall tappen sie teilweise im Dunkeln, verdächtigen fast willkürlich Personen aus dem Umfeld des Mordopfers und eine leicht zu überzeugende Staatsanwältin erteilt Bescheide und Durchsuchungsbeschlüsse aufgrund von minimalen Indizien, und das in einer Rekordzeit, wie es in realen Situationen kaum üblich ist. Leider verliert Lodi beruflich eine wichtige Bezugsperson, die inhaltlich und persönlich eine Bereicherung war.
Gut finde ich, dass Lodi erkennt, dass sie sich ihren Ängsten stellen muss und sich professionelle Hilfe sucht, wobei professionell hier auch wiederum nicht ganz richtig ausgedrückt ist. Ihr Psychologe oder Psychotherapeut arbeitet zuhause und inoffiziell, ich vermute, dass er wahrscheinlich seine Zulassung verloren hat. Trotzdem finde ich es gut, dass das Thema rund um Depressionen und Angststörungen angesprochen wird.