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Veröffentlicht am 14.07.2024

Die Intrigen spitzen sich zu

Schloss Liebenberg. Hinter dem goldenen Schatten
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Auch mit dem dritten Teil entführt uns Hanna Caspian wieder nach Brandenburg zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Intrige um den Fürsten zu Eulenburg spitzt sich immer weiter zu und auch die Geschehnisse ...

Auch mit dem dritten Teil entführt uns Hanna Caspian wieder nach Brandenburg zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Intrige um den Fürsten zu Eulenburg spitzt sich immer weiter zu und auch die Geschehnisse im Dienstbotentrakt werden immer verworrener.

Zeitweise hatte ich das Gefühl, dass ich gar nicht mehr wusste, wer auf welcher Seite steht, sondern dass es allen nur darum geht ihre eigenen Schäfchen ins trockene zu bringen. Viele lassen sich nicht in die Karten schauen.

Wir begegnen vielen Figuren aus den ersten beiden Bänden wieder, so nicht nur der fürstlichen Familie, sondern auch der Dienerschaft, ob nun Adelheid, Hedda, Novak oder Opitz, wobei letzterer definitiv meine “Antifigur” ist. Ich konnte ihn noch nie leiden, aber hier habe ich dann einen regelrechten Hass auf ihn entwickelt.

Der Roman wird aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt und so bekommt man gerade von der Dienerschaft einen sehr guten Eindruck. Die Gedankenwelt war doch eine andere.

Es gibt immer wieder Zeitsprünge in dem Roman, wohin gegen die gesamte Erzählung chronologisch ist. Insgesamt umfasst der Erzählzeitraum ziemlich genau ein Jahr.

Der Schreibstil der Autorin ist angenehm zu lesen, mir persönlich waren die Kapitel wieder einmal zu lang, sodass ich oft schon bei Abschnitten unterbrochen habe, obwohl ich sonst immer bis zum Kapitelende lese.

Es wird dramatisch und spannend, obwohl man schon sehr aufpassen muss, um den Faden nicht zu verlieren. Die Sprache ist der Zeit und dem Milieu angepasst, genau dies macht den Roman recht überzeugend.

Der Abschluss der Schloss Liebenberg-Reihe wartet mit allem auf, was wir schon in den ersten beiden Bänden gemocht haben.

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Veröffentlicht am 14.07.2024

Der Milchhof in Schwierigkeiten

Der Milchhof – Das Flüstern der Gezeiten
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Wir machen wieder einen Ausflug an die schöne Nordsee, diesmal in den 1920er und 1930er Jahren. Der Meeresbriese weht uns um die Ohren, die Möwen kreischen und der unvergleichliche Duft von Milch steigt ...

Wir machen wieder einen Ausflug an die schöne Nordsee, diesmal in den 1920er und 1930er Jahren. Der Meeresbriese weht uns um die Ohren, die Möwen kreischen und der unvergleichliche Duft von Milch steigt uns in die Nase. Wir befinden uns wieder auf dem Milchhof, Lina und ihre Tochter Alea leiten gemeinsam den Milchhof, aber die Zeiten sind sehr schwierig geworden.

Sie müssen nicht nur finanziell kämpfen, auch die politische Lage wird in den kommenden Jahren immer schwieriger für das Unternehmen.

Die Figurenkonstellation wird schwieriger, aufgrund der angespannten finanziellen Situation geht Lina eine Ehe mit einem wohlhabenden Bankier ein. Derk und Lina können somit ihre Liebe immer noch nicht leben. Auch die Kinder von Lina wandeln nun auf Freiersfüßen und gründen ihre eigenen Familien, doch auch hier ist nicht alles in Ordnung. Aber in welcher Familie ist das schon?

Themen des Romans sind zum einen die politische und wirtschaftliche Situation in dieser Zeit, aber auch die Folgen des ersten Weltkrieges für die Menschen, besonders die der heimkommenden Soldaten.

Der Roman ist gewohnt flüssig geschrieben und Dialoge und erzählende Passagen wechseln sich ab, der Roman wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, sodass wir als Lesende ein umfassendes Bild bekommen.

Wer die Bücher der Autorin mag, wird das Heimkommen an die Nordsee sicherlich mögen.

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Veröffentlicht am 14.07.2024

Mücken sorgen für Chaos in Florida

Der Stich
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Das Mücken mal ein Hauptthema für einen Roman sein könnten, war für mich bisher nur sehr schwer vorstellbar. In diesem Wissenschaftsthriller sorgen diese kleinen Insekten für viel Chaos in Key West. In ...

Das Mücken mal ein Hauptthema für einen Roman sein könnten, war für mich bisher nur sehr schwer vorstellbar. In diesem Wissenschaftsthriller sorgen diese kleinen Insekten für viel Chaos in Key West. In der Handlung lernen wir Quito Matezza kennen. Dieser versucht mit einer Klage vor Gericht gegen das Ende seines Stipendiums an einem College zu verhindern. Während der Verhandlung bricht sein Anwalt nach einem Mückenstich tot zusammen. Auch die Richterin wird nach einem weiteren Mückenstich ohnmächtig. Quito hat einen schrecklichen Verdacht gegen das Unternehmen DANN Artist. Diese sorgen mit ihren Versuchen an Mücken nicht nur für positive Resonanz in der Presse. Doch Quito steht fast allein da mit seinen Vorwürfen, welche er nicht beweisen kann. Zusammen mit der flüchtigen Inez steht er einer Übermacht gegenüber. Wird er eine Lösung finden oder geht seine Heimat endgültig zu Grunde?

Quito ist ein junger Mann, dem der Umweltschutz über alles geht. Er genießt den Aufenthalt in der Natur und der Schutz der Tiere und Pflanzen aus seiner Umgebung ist für ihn ein Lebenselixier. Neben Quito können Inez, sein Vater Roberto, dessen Kollege Randy Ferris sowie die Unternehmerin Madeleine genannt werden. Gerade zwischen Roberto und Randy gibt es so einige Zwistigkeiten, welche dem Roman eine gewisse dauerhafte Spannung geben.

Der Schreibstil des Autors ist flüssig, gehoben und sehr gut lesbar. Eine Stärke des Romans ist die gute detaillierte sehr einfach gehaltene Beschreibung der biologischen Fakten rund um die Mückenwelt bzw. ihre gentechnischen Veränderungen. Ich konnte mich sehr gut in die Problematik beim Lesen einfinden. Einzig und allein in der Schlussphase der Erzählung nimmt die Dynamik des Romans etwas abrupt ab. Ich hätte mir ein etwas anderes Ende gewünscht. Im Vergleich zu den ersten 80% des Romans gibt es einen kleinen Bruch was die Spannung und die Thematik Tiefe betrifft, welche mich etwas gestört hat.

Als Fazit kann, festgehalten werden, dass ein interessantes noch nicht oft behandeltes Thema spannend bis zu einem gewissen Punkt aufbereitet wurde. Eine Leseempfehlung für alle Freunde von Wissenschaftsthrillern.

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Veröffentlicht am 14.07.2024

Lustiger Lokalkolorit

Prost, auf die Pfennigfuchser
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Sehr lustig und mit viel Lokalkolorit ist auch dieser Tischler-Krimi wie im Flug vergangen. Diesmal ermittelt der charismatische Kommissar zusammen mit seinem Team im lokalen Bankgewerbe. Die Filialleiterin ...

Sehr lustig und mit viel Lokalkolorit ist auch dieser Tischler-Krimi wie im Flug vergangen. Diesmal ermittelt der charismatische Kommissar zusammen mit seinem Team im lokalen Bankgewerbe. Die Filialleiterin einer renommierten Bank wird tot in ihrem Wohnhaus aufgefunden. Schnell ist nach ersten spurentechnischen Untersuchungen klar, dass es sich um ein Kapitalverbrechen handelt. Wer hatte einen Grund, die auch in der Gemeinde sehr engagierte Frau umzubringen?

Im Laufe der Ermittlungen müssen Tischler und Fink feststellen, dass es mehr Kandidaten oder Kandidatinnen gibt als ihnen lieb ist. Eine spannende Suche nach den Tätern beginnt. Constantin Tischler ist ein charismatischer Kommissar, der sein Herz am rechten Fleck hat. Er ist sehr zufrieden mit seinem Privatleben und nach seiner Meinung sollte sich an den gelebten Gewohnheiten am besten nichts ändern. Doch seine Freundin Britta drängt auf Veränderungen, die ihn ins Grübeln bringen. Erneut selbstlos hütet er die Dackeldame Resi, weil ihr Herrchen gesundheitlich etwas angeschlagen ist. Auch sein Kollege Fink hat mir erneut sehr gut gefallen. Im Vergleich zu früheren Fällen hat sich sein Charakter gut und interessant weiterentwickelt was mir sehr gut gefallen hat. Auch die vielen zahlreichen Nebencharaktere sorgen für stete Abwechslung in diesem Fall.

Sehr gut hat der Autor verschiedene Spuren zu Verdächtigen gelegt, was die Suche nach den eigentlichen Tätern spannend gemacht hat. Der Schreibstil des Autors ist sehr humorvoll und mit einem typischen bayerischen Unterton versehen, was den Umgebungsort sehr authentisch erscheinen lässt. Die Spannung ist stetig auf einem guten Niveau und die Auflösung des Falls war ebenfalls gut beschrieben worden. Ich bin erneut gut unterhalten worden und bin traurig das ich noch ein wenig auf den nächsten Fall von Kommissar Tischler warten muss.

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Veröffentlicht am 17.03.2024

Ein Roman übers Eislaufen

Der Eispalast
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Ich muss gestehen, dass dieser Roman mich erst ab der Mitte des Buches vollends gepackt hat. Aber dann hat die Autorin mich mit dem Eiskunstlauf-Fieber infiziert.

Schon als Kind habe ich im Fernsehen ...

Ich muss gestehen, dass dieser Roman mich erst ab der Mitte des Buches vollends gepackt hat. Aber dann hat die Autorin mich mit dem Eiskunstlauf-Fieber infiziert.

Schon als Kind habe ich im Fernsehen gerne Eiskunstlauf gesehen, ich war fasziniert von der Bewegung zur Musik und das ganze so anmutig auf dem Eis. Als ich dann das Buch in der Buchhandlung sah und es dazu noch in Wien spielte, wollte ich es lesen.

In dem Roman geht es um Nikolett, Julianna, Leopold und Jackson, vier junge Menschen, die das Eislaufen lieben und doch nicht unterschiedlicher sein könnten. Nikolett, die Comtesse, das Waisenmädchen Julianna, Leopold der Sohn eines wohlhabenden Fabrikbesitzers und Jackson, der Balletttänzer auf dem Eis. Alle vier erzählen die Geschichte aus ihrer Perspektive. Und genau diese vier Ich-Perspektiven haben es mir in der ersten Hälfte des Romans schwer gemacht. Ich gestehe, dass die Ich-Perspektive nicht zu meinen favorisierten Erzählperspektiven gehört, doch gleich viermal war eine echte Herausforderung für mich. Ich kann das Motiv der Autorin verstehen, so eine ungeheure Nähe zwischen den Figuren und dem Leser zu schaffen, dennoch konnte sich genau dies erstmal bei mir nicht einstellen. Aber der Mitte des Buches, wo der Roman so richtig Fahrt aufnimmt, wurde es immer besser und am Ende habe ich mit den vieren einfach nur noch mitgefiebert.

Was mir sehr gut gefallen hat ist die Atmosphäre in dem Roman. Dieser ist ein wunderbarer Winterroman und ich stelle mir Wien im Schnee sehr schön vor. Die verschiedenen gesellschaftlichen Schichten der Protagonisten sorgen für ein umfassendes Bild der Wiener Bevölkerung zu dieser Zeit. Der Spannungsbogen nimmt immer mehr zu und ich konnte das Buch gerade zum Ende hin kaum aus der Hand legen.

Die Zeichnung der Charaktere ist der Autorin sehr gut gelungen und ich konnte mich mit allen identifizieren, meine Lieblingsfigur hingegen ist allerdings János. Aber vielleicht wird er in einem der kommenden Bände eine größte Rolle einnehmen.

Auf die weiteren Bände, der nächste Bande soll im Winter 2024 erscheinen, freue ich mich sehr, denn ich bin schon gespannt, wie es mit den Vier weitergeht und wie der neue Eislauf-Stil weiter die Runde machen wird.

Ein Leseempfehlung für alle die das Eislaufen mögen und der Stadt Wien nicht abgeneigt sind!

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