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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.04.2025

Mordermittlung therapiert Depression

Miss Merkel: Mord in der Therapie
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Ich habe diesen 4. Miss-Merkel-Band auch als Hardcover zu Weihnachten geschenkt bekommen, aber bei dieser Reihe greife ich viel lieber zum Hörbuch. Die Sprecherin Nana Spier kann nämlich fantastisch die ...

Ich habe diesen 4. Miss-Merkel-Band auch als Hardcover zu Weihnachten geschenkt bekommen, aber bei dieser Reihe greife ich viel lieber zum Hörbuch. Die Sprecherin Nana Spier kann nämlich fantastisch die verschiedenen Charaktere stimmlich darstellen, und am allerbesten gelingt ihr das bei der Protagonistin Angela Merkel. Deshalb war es wie immer ein Genuss, Miss Merkel bei der Aufklärung des neuesten Falles zu begleiten.

Dass der eher skurril ist und nicht so voller Nervenkitzel ist wie das, was ich gerade erst bei Nele Neuhaus gelesen habe, ist dabei gar nicht schlimm. Hier kommt es mir weniger auf das Hinfiebern zur Klärung des Falles an als auf die Unterhaltung während der Lösungsphase, die vor allem durch den trockenen Humor von Miss Merkel hergestellt wird. Mal lässt sie Spitzen fallen gegen ehemalige Politikerkollegen (und ja, hier wird absichtlich nicht gegendert!), ein anderes Mal befindet sie sich in einem geistreichen Schlagabtausch mit ihrem neuen 'Gegenspieler' Hannemann, der ebenfalls in keinem Miss Merkel Fall fehlen darf. Oder es gibt niedliche Dialoge mit ihrem Puffel Achim.

Die alten Figuren treten also auch hier wieder auf, hinzu kommt noch eine gute Handvoll neuer Charaktere mit den Therapiemitgliedern und auch den Eltern von Bodyguard Mike. Bei den PatientInnen des Psychologen habe ich mir anfangs kurze Notizen gemacht, um sie alle auseinanderzuhalten. Und auch um vielleicht eine Chance zu haben, zusammen mit Miss Merkel den Fall zu lösen und kleine Hinweise gleichzeitig mit ihr aufzudecken. Aber dazu hatte ich eh keine Chance, am Ende kommt es sowieso anders als man denkt (bzw. hatte ich die meiste Zeit auch gar keine Ahnung).

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Veröffentlicht am 09.03.2025

Rom-Com mit ernsten Themen

Zwei vernünftige Erwachsene, die sich mal nackt gesehen haben
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Nachdem ich das erste Kapitel gelesen hatte, hatte ich eine genaue Vorstellung auf wen sich der Titel bezieht und worum es im Buch so gehen wird. Meiner Meinung nach um Nina und ihren Ex Phil. Dann entwickelte ...

Nachdem ich das erste Kapitel gelesen hatte, hatte ich eine genaue Vorstellung auf wen sich der Titel bezieht und worum es im Buch so gehen wird. Meiner Meinung nach um Nina und ihren Ex Phil. Dann entwickelte es sich aber sehr schnell in eine ganz andere Richtung, nämlich um die Liebe mit knapp 50, um Liebe auf den fast ersten Blick, um eine komplizierte Liebe, um Liebe mit einem großen Altersunterschied. Diese Thematik gefiel mir auch deutlich besser, und für mein Geschmack hätte es auch gar nicht viel mehr gebraucht.

Doch wer Anika Decker kennt weiß, dass ihre Geschichten gern vielschichtiger sind. Und so bekam auch #metoo Thema eine Hauptrolle, hier im Umfeld einer Fernsehproduktion. Dazu kam dann auch noch die Beziehung von Nina zu ihren Familienmitgliedern, besonders zur Mutter und Schwester Lena.

Lena bekam auch recht schnell schon "eigene" Kapitel. Das wurde mir dann ehrlich gesagt zu viel schon, das hätte ich nicht gebraucht. Mir hätte ein Buch, das nur von Nina erzählt wird und nicht noch von diversen anderen Charakteren, vollkommen gereicht. Vielleicht aber auch weil mir Lena recht unsympathisch war, was sich erst ganz am Schluss änderte. Es kamen dann ja auch noch Kapitel von/über Flori und David hinzu, aber alles in allem hielten sich diese Abschweifungen zum Glück auch in Grenzen. Doch insgesamt waren es für mich doch zu viele Themen und zu viele Blickwinkel.

Denn ich hab am liebsten Nina begleitet, war glücklich mit ihr und David, war erstaunt und vor allem unglaublich wütend wenn sie auf auf ihrer Arbeit krasse Geschichten gehört hab, war gut gelaunt wenn sie mir Zeynep unterwegs war, war mit ihr traurig wenn sie an ihre Kindheit dachte, war mit ihr besorgt wenn es um ihre Mutter ging. Ich wünsche mir für sie, dass sie am Ende des Buches nun wirklich angekommen ist.

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Veröffentlicht am 18.11.2024

Haig meets King

Die Unmöglichkeit des Lebens
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Die Bücher von Matt Haig sind immer sehr ungewöhnlich, aber dieses hier ist bisher das ungewöhnlichste. Hier kann ich mich selbst noch nichtmal auf ein Genre einigen.

Es fängt schon damit mal an, dass ...

Die Bücher von Matt Haig sind immer sehr ungewöhnlich, aber dieses hier ist bisher das ungewöhnlichste. Hier kann ich mich selbst noch nichtmal auf ein Genre einigen.

Es fängt schon damit mal an, dass die komplette Handlung in Form eines Briefes einer pensionierten Mathelehrerin an ihren ehemaligen Schüler erzählt wird. Oftmals vergaß ich das beim Lesen, doch Haig streut immer kleine Momente ein, wo die Erzählerin Grace ihren Adressaten direkt anspricht.

Dann wirkte es für ca. das erste Viertel des Buches wie ein Drama, verwoben mit der Lebensgeschichte von Grace, die vor vielen Jahren einen tragischen Verlust erlitten hat, worauf sie immer wieder Bezug nimmt.

Doch dann wirkte das Buch auf einmal wie etwas, was Stephen King aus den Finger schütteln würde. Denn "la presencia" betritt die Bühne, und bringt eine bahnbrechende Veränderung für Grace mit sich. Und nebenbei ist es auch ein bisschen Detektiv-Thriller, denn sie will ja nach wie vor rausfinden was genau nun mit ihrer Freundin Christina geschehen ist (und wieso diese sich nach so langer Zeit überhaupt an sie erinnert hat).

Ich mag es, wenn ich beim Lesen überrascht werde. Und ich mochte Grace sehr. Ein bisschen hat mir der "Fluss" in der Geschichte gefehlt. Es ist zwar alles zusammenhängend erzählt, aber dann schweift sie doch immer wieder ab, greift etwas Nebensächliches auf - wie z.B. Orangensaft oder Lichtteilchen und die Quantenphysik - und referiert etwas darüber. Für mich stoppte das die eigentliche Erzählung immer ein bisschen.

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Veröffentlicht am 14.07.2024

2 Fälle in einem

Die Vergessene
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Meine Gefühle zu "Die Vergessene" von Karin Slaughter sind ein kleines bisschen zwiegespalten.

Zum einen hat mich die Geschichte wahnsinnig interessiert, andererseits hab ich mich auch immer etwas gefürchtet ...

Meine Gefühle zu "Die Vergessene" von Karin Slaughter sind ein kleines bisschen zwiegespalten.

Zum einen hat mich die Geschichte wahnsinnig interessiert, andererseits hab ich mich auch immer etwas gefürchtet vor den Zeitsprüngen in die Vergangenheit, aus Angst was Emily jetzt schon wieder ertragen muss. Ich fand es fürchterlich, wie sie ihre besten Freunde behandelt haben. Oder auch wie Erwachsene behandelt haben, und ihr die Schuld an einfach allem gaben. Absolut erschreckend!

Der nicht-chronologische Aufbau der Geschichte bewirkte bei mir allerdings auch, dass ich nach ca. einem Drittel des Buches nochmal ganz von vorn begonnen habe, weil ich mich frage ob ich in der "Beweisführung" schon irgendwas übersehen habe, was auf den Täter schließen könnte. Also hab ich alles nochmal gelesen und besonderes Augenmerk auf gewisse Szenen gelegt. Schlauer geworden bin ich dadurch allerdings nicht, ich tappte weiterhin im Dunkeln - so auch wie unsere Protagonistin in der Gegenwart Andrea Oliver.

Die beschäftigt sich allerdings nicht nur mit dem Fall, der 40 Jahre zurück liegt, sondern auch mit ganz aktuellen Vorkommnissen. Womöglich hängt ja auch beides zusammen?
Ich fand die finale Auflösung ein bisschen unspektakulär und deshalb vielleicht auch ein bisschen unbefriedigend. Zu verschiedenen Dingen hätte ich mehr Info gewollt, oder als Leserin "live" dabei sein wollen.
Vielleicht gibt es ja auch noch eine Fortsetzung, die letzten paar Seiten deuten nämlich an, dass die Geschichte um Andrea noch nicht auserzählt ist.

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Veröffentlicht am 14.07.2024

Amüsante Anekdoten aus der Lebensmitte

LEBENSMITTEALLERGIE
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Der Titel ist so ein geniales Wortspiel, das hat mich wirklich gecatched und neugierig gemacht auf das Buch. Und ich wurde nicht enttäuscht. Susanne M. Riedel erzählt unterhaltsam geschriebene Anekdoten ...

Der Titel ist so ein geniales Wortspiel, das hat mich wirklich gecatched und neugierig gemacht auf das Buch. Und ich wurde nicht enttäuscht. Susanne M. Riedel erzählt unterhaltsam geschriebene Anekdoten aus ihrer 'Lebensmitte', oder beschreibt manchmal auch nur ihre Gedanken oder kleinen Glücksmomente. Man hört ja immer wieder, wenn jemand sagt, dass man auch die "kleinen Dinge im Leben" genießen oder wertschätzen soll, aber tatsächlich tut es dann im Alltag doch kaum jemand.

Viele Dinge konnte ich nachvollziehen und in einigen mich auch wiedererkennen. Besonders amüsant fand ich ihre Bahnfahrt nach Schweden.

Die kurzen Geschichten eignen sich auch perfekt als Lesestoff für zwischendurch mal, oder als "Klo-Lektüre".

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