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Veröffentlicht am 01.11.2024

Hohes Potenzial, mittelmäßige Umsetzung

A Song to Drown Rivers
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Ann Liangs Buch hinterlässt bei mir gemischte Gefühle. Die Geschichte um Xishi, die sich gegen das Bild der bloßen Schönheit wehrt und tatsächlich aktiv etwas bewirken möchte, hat für mich Potenzial. Ich ...

Ann Liangs Buch hinterlässt bei mir gemischte Gefühle. Die Geschichte um Xishi, die sich gegen das Bild der bloßen Schönheit wehrt und tatsächlich aktiv etwas bewirken möchte, hat für mich Potenzial. Ich fand es nachvollziehbar, dass sie nach den Verlusten in ihrer Familie und den Gräueltaten an ihrem Volk den Wunsch verspürt, über sich hinauszuwachsen und (vermeintliche) Gerechtigkeit ausüben will. Doch trotz dieses interessanten Ansatzes konnte ich mich weder richtig in die Figuren hineinversetzen noch die Welt der Geschichte vor meinem inneren Auge lebendig werden lassen. Der Schreibstil ist (für mich) nicht bildgewaltig oder atmosphärisch stark genug, um eine greifbare Welt mit lebendigen Charakteren entstehen zu lassen. Die Charaktere bleiben oft flach, und ich hatte Schwierigkeiten, eine emotionale Bindung zu ihnen aufzubauen.

Ein Lichtblick war jedoch der Nebencharakter Luyi. Seine humorvolle Art sorgte für einige auflockernde Momente in einer Geschichte. Die Dynamik zwischen Xishi und anderen Figuren, besonders Fanli und Fuchai, deutet auf interessante Konflikte hin und bringt gelegentlich emotionale Tiefe. Fuchai entwickelt sich zu einem komplexen Charakter: Gebrochen und von Erwartungen getrieben, zeigt er Facetten, die ihn interessant und bedauernswert zugleich machen. Seine letztliche Entwicklung und seine Beziehung zu Xishi bringt einen emotionalen Höhepunkt, der durchaus berührt.

Trotz dieser Ansätze gibt es im Verlauf der Geschichte logische Brüche und Zeitsprünge, die mich immer wieder aus dem Lesefluss gerissen haben. Besonders irritiert haben mich einige Details, etwa die Verwendung englischer Begriffe, die aus dem historischen Kontext herausfallen und die Atmosphäre stören. Auch der Fantasytouch gegen Ende – Xishis Geist, der Fanli inspiriert – kam für mich ein wenig zu konstruiert rüber. Viele Fragen bleiben bis zum Ende des Buches unbeantwortet und lassen mich persönlich als Leser unbefriedigt zurück.

Im Großen und Ganzen gab es interessante Entwicklungen und Wendungen, und das Buch wurde für mich von Abschnitt zu Abschnitt besser. Dennoch bleibt es für mich hinter seinem Potenzial zurück. Ich hatte mir mehr Tiefe bei den Charakteren und eine konsistentere Handlung gewünscht. Die Geschichte hat zwar einige emotionale Momente, die mich bewegt haben, war aber letztlich oft vorhersehbar und in ihrer Gestaltung etwas oberflächlich. Mein Fazit: Ein durchaus unterhaltsames Buch, das jedoch in der sprachlichen Gestaltung und emotionalen Tiefe noch Raum nach oben lässt.

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Veröffentlicht am 16.07.2024

Lektüre zum runterkommen, aber kein literarisches Meisterwerk

Das Glück hat acht Arme
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Das Glück hat acht Arme ist ein Roman der Autorin Shelly van Pelt und wurde bereits vielfach als „Wohlfühlroman“ gelobt. Die Geschichte handelt von drei Charakteren, die unterschiedlicher nicht sein könnten, ...

Das Glück hat acht Arme ist ein Roman der Autorin Shelly van Pelt und wurde bereits vielfach als „Wohlfühlroman“ gelobt. Die Geschichte handelt von drei Charakteren, die unterschiedlicher nicht sein könnten, aber das Schicksal verbindet. Die gutmütige Witwe Tove, die schon viel in ihrem Leben durchmachen musste, der Junge Cameron der vom Leben enttäuscht ist aber nie die Chance bei sich sieht das Ruder rumzureißen und der in Gefangenschaft lebende Marcellus - ein Oktopus.
Der Schreibstil des Buches ist sehr angenehm, man kommt in einen guten Lesefluss. Die Geschichte ist weder zu ausladend, detailreich formuliert noch zu kurz oder flach. Selbst Spannung kommt im letzten Drittel des Buches auf, obwohl dies wahrlich nicht das Hauptaugenmerk des Buches ist.
Die Figuren haben mir zum Teil leider nicht ganz so gut gefallen. Viele haben mich leider mit ihren Eigenheiten und Ansichten immer mal wieder „genervt“. Am schlimmsten war für mich Cameron, der jeden Missstand in seinem Leben in seiner schweren Kindheit und bei anderen Leuten sah, aber bloß nicht bei sich selbst. Dieses Selbstmitleid fand ich irgendwann tatsächlich ziemlich störend. Außerdem hätte ich mir gewünscht, noch mehr von Marcellus Sicht zu sehen. Wenn man schon dem Oktopus ein menschliches Bewusstsein gibt, hätte dies intensiver dargestellt werden sollen. Insbesondere im fortgeschrittenen Teil des Buches ist seine Sicht sehr rar geworden.
Die Idee des Buches die Verbindung zwischen Tova und Cameron herzustellen und die Rätsel der Familie zu Lößen auf so eine besondere Art darzustellen hat mir jedoch sehr gut gefallen. Es war mal etwas komplett anderes und mir hat gefallen wie ein tierisches Bewusstsein dargestellt wurde. Viel komplexer als es vielleicht zuerst den Anschein macht.
Insgesamt eine gute Geschichte mit traurigen und lustigen Momenten und auch mal etwas Spannung. Eine einfache Lektüre zum runterkommen, aber kein literarisches Meisterwerk.

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Veröffentlicht am 20.07.2025

Vom Glanz enttäuscht ⚜️😮‍💨

Gilded – Die Versuchung des Goldes (Gilded 1)
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"Gilded - Die Versuchung des Goldes" von Marissa Meyer klang wie ein vielversprechendes Märchen-Retelling. Doch leider muss ich nach Abschluss dieses Buches und auch nach dem letzten Viertel, das immerhin ...

"Gilded - Die Versuchung des Goldes" von Marissa Meyer klang wie ein vielversprechendes Märchen-Retelling. Doch leider muss ich nach Abschluss dieses Buches und auch nach dem letzten Viertel, das immerhin etwas besser war, feststellen, dass die ersten drei Viertel für mich so schwach waren, dass ich nicht über 2,5 von 5 Sternen hinauskomme. Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, warum dieses Buch so viele gute Bewertungen hat. 🤷🏽‍♀️

Mein größtes Problem mit "Gilded" war das World Building inklusive Storyaufbau. Von Anfang an fehlte mir ein klarer roter Faden, der mich durch die Geschichte führt. Ich habe bis zum Schluss nicht 100 % verstanden, wo wir uns überhaupt befinden – in welcher Art von Welt, welche Regeln dort gelten, wie die Gesellschaft aufgebaut ist. Die verschiedenen Welten und Wesen aber auch Handlungen der Charaktere wirkten viel zu zusammengewürfelt, was ein Eintauchen in die Geschichte leider unmöglich machte. Versteht mich nicht falsch, ich weiß schon was in dem Buch abgegangen ist, ich bin ja nicht doof 😂, aber es war einfach alles viel zu konfus.🌫️😵‍💫

Auch die Charaktere konnten mich leider nicht vollends überzeugen. Ich konnte mit keinem von ihnen wirklich connecten. Für mich hatten alle nicht wirklich Tiefe oder einen eigenständigen Charakter. Am Ende des Buches mochte ich Gild zwar ganz gerne, aber das war es dann auch schon.
Besonders nervig und für mich unlogisch war Serildas Verhalten. Sie beschwert sich ständig darüber, dass sie niemand mag und alle sie meiden. Aber sie lügt ja auch die ganze Zeit! Was erwartet sie denn?! Jesus…. 🤦🏽‍♀️ Und es ist ja nicht so, als könnte sie die Wahrheit nicht sagen. Dieses Merkmal ihres Charakters wirkte nicht nur frustrierend, sondern auch sehr konstruiert für die Geschichte.

Ich muss es leider auch ansprechen, und ich bin unsicher, ob es am Originaltext oder an der Übersetzung liegt: Aber was sind das bitte für Namen in diesem Buch? Die Namen für Orte wie "Märchenfeld" finde ich schon mal extrem einfallslos. Aber auch die Charakternamen! Dass Gild im Deutschen "Vergoldetgeist" genannt wird, finde ich absolut lächerlich. 😂 Genauso wie "Fräulein Sauer" und für mich das Allerschlimmste: Der Erlkönig wird mit "Eure Grimmigkeit" angesprochen. Diese ganzen Namen hören sich für mich wie 1A aus einem Kinderbuch an. 🤦🏽‍♀️
Des Weiteren wirkten viele Dinge, wie die Abgabe und das Versprechen des ersten Kindes gegenüber Gild (ich hoffe, das empfindet jetzt niemand als Spoiler - es ist halt die Rumpelstilzchen Geschichte), sehr konstruiert. Natürlich muss man das irgendwie beibehalten, da es zum Ursprungsmärchen gehört. Aber die Art und Weise, wie es ausgearbeitet wurde – in einer bloßen Spaßsituation, weil man nichts anderes anbieten konnte, einfach mal das Kind anzubieten – war für mich absolut schwach.

Leider konnte mich "Gilded - Die Versuchung des Goldes" nicht überzeugen. Obwohl am Ende sogar ein paar Fragen offen geblieben sind, die ich gerne beantwortet hätte, hatte ich so wenig Spaß am ersten Teil, dass ich den zweiten Teil wohl nicht lesen werde. Meinerseits gibt es daher leider keine Leseempfehlung.

Rage-Modus Ende 😤🔥

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Veröffentlicht am 12.11.2024

Gewöhnungsbedürftig

Die Unmöglichkeit des Lebens
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Die Unmöglichkeit des Lebens von Matt Haig erzählt die Geschichte von Grace Winters, einer ehemaligen Mathematiklehrerin, die nach dem Verlust ihres Sohnes und Ehemannes ein einsames Dasein fristet. Eines ...

Die Unmöglichkeit des Lebens von Matt Haig erzählt die Geschichte von Grace Winters, einer ehemaligen Mathematiklehrerin, die nach dem Verlust ihres Sohnes und Ehemannes ein einsames Dasein fristet. Eines Tages erhält sie unerwartet die Nachricht, dass sie ein Haus auf Ibiza geerbt hat, was ihr Leben völlig durcheinander bringt.

Grace reist nach Ibiza, um das Haus zu begutachten und erfährt, dass ihre Freundin Christina, die ihr das Haus vermacht hat, unter mysteriösen Umständen verschwunden ist und für tot erklärt wurde. Trotz ihrer Skepsis versucht Grace, mehr herauszufinden. Dabei begibt sie sich auf eine Reise voller paranormaler Fähigkeiten und spiritueller Erlebnisse, die nicht nur das Geheimnis um ihre Freundin lüften sollen, sondern auch die gesamte Insel beschützen.

Leider konnte mich die Geschichte nicht fesseln und den Hype um dieses Buch kann ich nicht nachvollziehen. Es behandelt viele ernste und wahre Themen wie das Überwinden einer Depression, die Schönheit der kleinen Dinge und der Natur, die Zerstörung der Umwelt und den notwendigen Widerstand dagegen. Doch diese wichtigen Themen wurden meiner Meinung nach durch die Einführung von Multiversen, Aliens, Raum-Zeit-Reisen, Telepathie und Ähnlichem zu stark überlagert – fast schon ins Lächerliche gezogen. Warum diese Elemente notwendig sind, um die wesentlichen Themen zu beleuchten, bleibt mir unverständlich.

Ich habe das Buch als Hörbuch gehört und selbst da fiel es mir schwer, weiterzuhören, weil die Handlung oft paradox und manchmal lächerlich wirkte. Dadurch erschien mir das Buch insgesamt zu langatmig. Spannung war für mich über den gesamten Verlauf hinweg kaum vorhanden.

Ich muss aber zugeben, dass der Schreibstil der schön ist. Er führt zu einer sehr bildlichen Darstellung und Vorstellung und die Charatere sind realistisch und menschlich geschrieben, sodass man prinzipiell schnell eine Bindung zu ihnen aufbaut.

Insgesamt ist Die Unmöglichkeit des Lebens ein (für mich) durchschnittlicher Roman, der zwar zum Nachdenken anregen kann, wenn man die vielen paranormalen Passagen und Inhalte akzeptieren kann, aber ich würde ihn nicht weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 11.07.2025

Ein schmerzhaftes Leseerlebnis 🤕🦈

DOES IT HURT?
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Ich muss ehrlich sagen: Dieses Buch zu lesen, hat (Achtung, Wortwitz! 😉) wirklich wehgetan.
Ich möchte niemandem zu nahe treten, der dieses Buch mochte, aber meine Güte, ich frage mich wirklich: Was. ...

Ich muss ehrlich sagen: Dieses Buch zu lesen, hat (Achtung, Wortwitz! 😉) wirklich wehgetan.
Ich möchte niemandem zu nahe treten, der dieses Buch mochte, aber meine Güte, ich frage mich wirklich: Was. Zur. Hölle. War. Das?! 🤯 "Does it hurt?" war mein allererstes Dark Romance Buch, und nach dieser Achterbahnfahrt muss ich gestehen: Es wird wohl auch das letzte gewesen sein. Tschüss, Dark Romance! 👋

Klar, der Spice ist in der Geschichte oft vorhanden, damit habe ich gerechnet. Und er ist auch definitiv nicht ohne, aber das ist gar nicht mein Hauptkritikpunkt. Denn wie gesagt, in einem Dark Romance Buch erwartet man das ja. Mein größtes Problem war die Identität des Buches. 🤔 Okay, Dark Romance Elemente sind verstanden und gefunden. Aber gefühlt die Hälfte des Buches könnte auch ein Thriller sein! 🕵️‍♀️ Die Kombination von Genres kann ja manchmal super funktionieren, aber hier fühlte es sich eher wie ein Kompromiss an, der keinem der beiden Genres gerecht wurde. Weder die Spannung eines guten Thrillers noch die emotionale Tiefe einer überzeugenden Dark Romance kam richtig zur Geltung. Stattdessen bekam ich eine Art "Thriller light", dessen Auflösung vorhersehbar war und dessen "schockierende" Elemente irgendwie deplatziert wirkten. Es fühlte sich an, als wären sie nur eingebaut worden, um irgendwie extrem zu sein, nicht weil sie wirklich zur Story passten. Das fand ich echt schade und ein bisschen billig. 😬

Zurück zum Spice: Ich verstehe natürlich, dass er in der Geschichte eine große Rolle spielt. Aber in weiten Teilen des Buches dachte ich mir einfach nur: "Wann hört es endlich auf?!" Von einem Kapitel zum nächsten wurde nur 🍆🍑, dann wieder und wieder. 🔁 Es war extrem wiederholend und bot ewig lange einfach nichts Neues. Es fühlte sich an wie ein endloser Loop, der weder die Handlung voranbrachte noch die Charaktere vertiefte. 😫

Und als dann doch mal etwas Neues kam und sich Enzos Charakter – sagen wir mal – "entwickelt" hat, konnte ich das absolut nicht nachvollziehen. Ich kann die anfängliche, toxische Beziehung der beiden zueinander noch einigermaßen verstehen, weil sie beide schwer traumatisiert sind und das auf eine verrückte Weise vielleicht ihre Art von Zuneigung ist. Aber warum ändert sich Enzos Charakter auf einmal um fast 180 Grad?! 🔄 Plötzlich ist er gefühlt ein "Golden Retriever Boyfriend" (abgesehen von den Sexsituationen 😂), und das wirkte für mich einfach komplett unrealistisch. Eine solche plötzliche Wandlung ohne glaubhafte interne oder externe Auslöser macht eine Figur unglaubwürdig. Ich hab's nicht kapiert! 🤯

Ich gebe dem Buch zwei von fünf Sternen ⭐⭐. Das liegt daran, dass ich den Schreibstil eigentlich ganz angenehm fand. Man konnte das Buch gut und schnell lesen, und die Thriller-Elemente fand ich anfangs in Teilen gar nicht so schlecht. Aber unterm Strich hat mich das Gesamtpaket einfach nicht überzeugt. Das war nix für mich. 🙅‍♀️

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