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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.08.2024

Dubiose Geschehnisse am Gardasee

Was der See birgt
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Gianna Pitti ist Polizeireporterin der Lokalzeitung und deshalb sofort dabei, als im Jachthafen von Riva ein Toter aufgefunden wird. Umso größer ist ihr Entsetzen, als sie merkt, dass sie den Toten kennt. ...

Gianna Pitti ist Polizeireporterin der Lokalzeitung und deshalb sofort dabei, als im Jachthafen von Riva ein Toter aufgefunden wird. Umso größer ist ihr Entsetzen, als sie merkt, dass sie den Toten kennt. Wie selbstverständlich beginnt sie auf eigene Gefahr zu ermitteln. Dabei erhält sie unerwartet die Hilfe der Chefredakteurin Elvira wie auch ihres Onkels Francesco. Die Spuren führen zur ehemaligen Residenz des Schriftstellers Gabriele D‘Annunzio, dort scheint es nicht ganz mit rechten Dingen zuzugehen. Was Gianna bei ihren Recherchen ausgräbt, scheint zu immer mehr Rätseln zu führen. Sie muss sich bald fragen, was das alles mit ihrer eigenen Familie zu tun hat…

Das Buch ist der Auftakt einer Krimi-Reihe am Gardasee. Zunächst war es etwas weit hergeholt, dass nicht die Ermittlungen der Polizei im Mittelpunkt stehen, sondern die der Polizeireporterin. Doch genau das hat später den Blick geöffnet für all die Verwicklungen, die wohl auch Giannas Familie betreffen. Was anfangs ein bisschen dahin plätschert, nimmt aber bald Fahrt auf, der Spannungsbogen zieht an, so dass ich ab einem bestimmten Punkt das Buch nicht mehr aus der Hand legen wollte. Als weiterer Akteur erscheint die Gegend am Gardasee, hier kommen leichte Urlaubsgefühle auf.

Dieser Regionalkrimi erzählt einen Cosy Crime mit viel Gardasee-Atmosphäre und verwickelt einen Geheimbund in das Geschehen mit ein. Mit der Geschichte um das Verschwinden von Giannas Vater bleiben noch einige Fragen offen, die wohl in den weiteren Büchern der Reihe zum Tragen kommen. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 04.08.2024

Roman nach wahren Begebenheiten

Zeit zu verzeihen
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Zu Kriegsende werden deutsche Frauen und Kinder angeblich aus Ostpreußen nach Deutschland gebracht. Doch die Züge gehen tatsächlich nach Russland. Die junge Mutter Rosa versucht mit letzter Kraft, mit ...

Zu Kriegsende werden deutsche Frauen und Kinder angeblich aus Ostpreußen nach Deutschland gebracht. Doch die Züge gehen tatsächlich nach Russland. Die junge Mutter Rosa versucht mit letzter Kraft, mit ihren drei Söhnen zu fliegeh, ahnt jedoch, dass der Zug nicht wirklich in den Westen geht. Auf der Toilette findet sie ein Baby, das von seiner Mutter getrennt wurde, als sie in den Zug einsteigt. Das Baby findet neue Eltern. Jahre später treffen sich die inzwischen erwachsenen Kinder Clara und Viktor und verlieben sich ineinander. Doch Clara lebt in der DDR, Viktor im Westen. Clara möchte mit Viktor flüchten, doch das misslingt und Clara landet im Gefängnis Hoheneck. Dort erlebt sie furchtbare Monate und bringt ihr Baby auf die Welt. Es scheint, als ob den beiden Liebenden und ihrem Kind kein gemeinsames Leben gegönnt werden soll.

Die Bestseller-Autorin Hera Lind erzählt eine Geschichte über zwei Liebende, die schon als Kleinkind Furchtbares erleben mussten und in den Zeiten der DDR eine Familie gründen wollen. Doch sie stoßen auf größten Widerstand. Die Geschichte wird spannend erzählt, man fragt sich immer wieder, wieviel Leid ein Mensch ertragen kann und wie es weitergehen wird. In einem Nachwort schreibt die Autorin, dass sie den Plot der Geschichte aus wahren Erlebnissen mehrerer Personen gewebt hat. Das habe ich während des Lesens gespürt, mir war es fast zu viel Leid, das die Charaktere dieser Geschichte zu ertragen hatten. Die Geschehnisse werden in einer einfachen Sprache erzählt, man meint die Protagonisten selbst reden zu hören. Obwohl die Geschichte aus mehreren Sichtweisen erzählt wird, ist mir der Roman doch ein bisschen zu pathetisch erzählt und drückt m.E. etwas zu sehr auf die Tränendrüse. Dabei gibt es allerdings auch einige Passagen, die schwer zu lesen sind, wie z.B. die Erlebnisse von Claras Mutter in ihrer Verschleppung nach Russland oder Claras Zeit im Gefängnis Hoheneck. Es sind genau die Passagen, die so sehr realistisch erscheinen, dass sie erdrückend wirken.

Auch wenn es für mich ein paar Kritikpunkte gibt, hat mir der Roman äußerst spannende Lesestunden beschert. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 25.07.2024

Mord in Urlaubsgefilden

Dunkle Verwicklungen auf La Palma (Calderón und Rodriguez ermitteln 1)
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An einem entlegenen Strand von La Palma wird ein Toter aufgefunden. Nicht nur Kommissar Pedro Fernandez ist am Ermitteln, sondern auch sein Freund und Journalist Ben Rodriguez und Buchhändlerin Naira Calderon. ...

An einem entlegenen Strand von La Palma wird ein Toter aufgefunden. Nicht nur Kommissar Pedro Fernandez ist am Ermitteln, sondern auch sein Freund und Journalist Ben Rodriguez und Buchhändlerin Naira Calderon. Dabei entdecken sie einige Ungereimtheiten. Es gibt verschiedene Verdächtige…

Das Buch ist der erste Band einer Krimi-Reihe auf der Kanaren-Insel La Palma. Nicht nur der Kriminalfall steht im Zentrum der Lektüre, auch die Landschaft wie auch kulinarische Delikatessen locken die Aufmerksamkeit des Lesers. Es ist ein eher ruhiger Krimi, wenig blutig, mit wechselnden Verdächtigen. Die Ermittler sind sympathisch, bleiben aber dennoch ein bisschen blass. Der Krimi könnte durchaus noch etwas mehr Spannung vertragen, vielleicht findet sich davon mehr in den nachfolgenden Bänden.

Das Buch weckt Urlaubsgefühle mit all dem geschilderten Lokalkolorit. Ich empfehle das Buch gerne weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 23.07.2024

Eine Ork-Kriegerin zwischen Büchern und Kämpfen

Bücher und Barbaren
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Ork-Kriegerin Viv wird bei einem Kampf verletzt und muss zwangsläufig einen Gang zurückschalten. Das soll sie in der Küstenstadt Murk machen. Was aber macht eine Kriegerin, die nicht kämpfen darf? Viv ...

Ork-Kriegerin Viv wird bei einem Kampf verletzt und muss zwangsläufig einen Gang zurückschalten. Das soll sie in der Küstenstadt Murk machen. Was aber macht eine Kriegerin, die nicht kämpfen darf? Viv entdeckt die örtliche Buchhandlung und darin die Rättin Fern, der es gelingt, sie in die Welt der Bücher zu entführen. Und so findet Viv neben den Büchern noch ein anderes Projekt: die Erneuerung des heruntergekommenen Bücherladens. Außerdem ist da noch die schnuckelige Bäckerin Maylee. Doch da gibt es auch die Gnomin Gallina, die durch Viv als Söldnerin bei Rackam landen will. Und vor allem gibt es noch die untergründige Gefahr, die Viv als Kriegerin begleitet…

Eine Ork-Kriegerin, die das Lesen entdeckt und somit in einer gänzlich unkriegerischen Welt landet – das ist eine Geschichte, die ich mir zunächst gar nicht vorstellen konnte. Schon das Coverbild vereint Gegensätze, die kaum vorstellbar sind. Die Geschichte nimmt sich Zeit, um sich zu entwickeln. Dafür bleibt mehr Raum für die verschiedenen, äußerst originellen Figuren, die zu entdecken eine Menge Spaß macht. Aber auch die Spannung kommt nicht zu kurz, denn letztendlich ist Viv immer noch Kriegerin, und die Gefahr ist auch in ihrer Auszeit nicht allzu weit weg von ihr. Ich habe entdeckt, dass es um Viv bereits einen Roman gibt, der über sie in späterer Lebenszeit erzählt. Obwohl „Magie & Milchschaum“ zuerst erschienen ist und das vorliegende Buch als Prequel dazu dient, kann man diesen Band der Viv-Chroniken gut ohne weitere Vorkenntnisse lesen.

Mir hat diese unübliche Fantasy-Geschichte einige überraschende Lesestunden geschenkt. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 23.07.2024

Besondere Mischung aus Roman und Manga-Comic

CAT GIRLS Band 1 – Nice to miez you
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Minous Familie ist umgezogen: neue Stadt, neue Schule. Während es ihren Geschwistern ohne Probleme gelingt, sich in das neue Umfeld einzufügen, tut Minou sich eher schwer. Ihr erster Schultag wird zu einer ...

Minous Familie ist umgezogen: neue Stadt, neue Schule. Während es ihren Geschwistern ohne Probleme gelingt, sich in das neue Umfeld einzufügen, tut Minou sich eher schwer. Ihr erster Schultag wird zu einer Herausforderung. Und dann erfährt sie noch Unglaubliches: Sie ist ein Cat Girl. Denn sie hat katzenartige Fähigkeiten: Sie kann höher springen, feiner hören und besser sehen als andere. Doch auf den Cat Girls lastet ein uralter Fluch.

Das Buch ist eine Mischung aus Erzählung und Manga-Comic. Mit letzterem bin ich nicht ganz so bewandert, und ich fand die Übergänge zwischen der Erzählung und dem Manga nicht immer einfach. Nun bin ich als Elternteil nicht ganz die Zielgruppe für diese Geschichte, meine Kinder (Teenies im Alter von 13 und 17) sind mächtig auf dieses Buch abgefahren. Schon allein das Cover ist ansprechend, und auch die Illustrationen im Buch sind gut gelungen, lediglich die verschiedenen Personen finde ich zu gleich gezeichnet (und tat mich manchmal schwer darin, sie zu unterscheiden). Die angesprochenen Themen des Romans – Freundschaft, Familie, Schule, Liebe – entsprechen der Lebenswelt junger Leserinnen (ab ca. 11 Jahren), Minou bietet sich gut als Identifikationsfigur an: Das Leben als 13jähriger Teenie ist nun mal nicht ganz einfach. Die versprochene Fortsetzung macht junge Leserinnen sicherlich neugierig auf die weiteren Abenteuer mit Minou.

Das Buch mit seiner besonderen Mischung habe ich in kürzester Zeit durchgelesen. Es ist ein Eye-Catcher für junge Leserinnen und sicherlich eine gute Empfehlung an alle, die gerne Mangas lesen. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

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