Ich mag die Bücher der Autorin sehr, aber dieses leider nicht.
Funkenmagie„Funkenmagie“ war eine der ersten Veröffentlichungen von Liane Mars und bekam nun eine äußerliche Auffrischung.
Obwohl ich bisher jedes einzelne Buch der Autorin – egal, in welchem Genre es angesiedelt ...
„Funkenmagie“ war eine der ersten Veröffentlichungen von Liane Mars und bekam nun eine äußerliche Auffrischung.
Obwohl ich bisher jedes einzelne Buch der Autorin – egal, in welchem Genre es angesiedelt oder unter welchem Pseudonym es veröffentlicht wurde – sehr genossen und gerne empfohlen habe, bin ich mit Ineas und Eamons Story nicht warm geworden.
Inea, aus deren Sicht wir die Geschehnisse verfolgen, ist eine taffe, eigensinnige und manches Mal vorlaute Frau, die selbst in der gegenwärtigen Situation einen gewissen Optimismus und Kampfeswillen aufweist. Im Verlauf muss die Arven einiges einstecken und Verluste verkraften, Niederlagen akzeptieren und Opfer bringen. Alles, weil der Mann, den sie liebt, nicht nur für die Feinde ein Dorn im Auge ist. Auch für ihr Volk könnte der neue Fy-Riad das Ende bedeuten.
Dabei war Eamon, trotz seiner gewaltigen Macht und seiner Position innerhalb einer veralteten Hierarchie, anders als seine Vorgänger: Er will seine begrenzte Amtszeit nutzen – sich der Konsequenzen und Gefahren bewusst –, um Veränderungen herbeizuführen. Gerechtigkeit, Gleichgewicht und ein Leben ohne Tyrannei. Aber Misstrauen in den eigenen Reihen, Krieg im Nacken sowie unbändige Magie und Brutalität in sich lassen sein Vorhaben in weite Ferne rücken.
Einzig die Liebe schafft es, den Kriegsfürsten zu erden. Doch diese macht ihn angreifbar – und Inea damit zum perfekten Ziel…
Theoretisch liebe ich High-Fantasy/Romantasy; mag es, komplexe, neue Welten und (Magie)Systeme zu ergründen, jedoch fehlten mir hier im Worldbuilding greifbare Details. Die unterschiedlichen Völker, diverse Fähigkeiten und die Bürde, die mit Eamons Stellung einhergeht, wurden erwähnt und angerissen, doch so wirklich schlüssig, ausreichend und zuletzt auch stimmig empfand ich diese Ausarbeitung nicht.
Hingegen warten in der Storyline zahlreiche Nebensächlichkeiten – Kapitel, in denen geputzt, geschlafen, gewartet und nachgedacht wird, ziehen das Buch unnötig in die Länge und sorgen gemeinsam mit zahlreichen Nebenfiguren und immer wiederkehrenden, ausufernden Diskussionen dafür, dass die Handlung auf der Stelle tritt.
Liane schlägt einen deutlich ernsteren Ton an als gewohnt und unterstreicht damit den Fokus des Romans – der Krieg zwischen Tul Dalla und Tul Curragh, Politik inkl. Intrigen und dem Wandel einer festgefahrenen Struktur. Dennoch gab es Dialoge und Monologe, die überraschend modern und humorvoll waren und ein wenig Leichtigkeit brachten.
Leider fand die zwischenmenschliche Komponente bei mir keinerlei Anklang, was an dem Insta-Love-Trope lag – weder gab es zu Beginn eine Basis, die etwaige Empfindungen rechtfertigt, noch im Verlauf Raum für ein wirkliches Kennenlernen oder sich Verlieben. Bis zum Schluss blieben Szenen, die die intensiven Gefühle zumindest authentisch darlegen könnten, aus.
Abgesehen von der obigen Kritik beinhaltet „Funkenmagie“ spannende, blutige Sequenzen, tragische Twists und den einen oder anderen intimen Augenblick. Mars griff verschiedene Wesenheiten und Magieformen auf, sorgte für brisante Themen – bspw. Unterdrückung und Ausbeutung von Minderheiten –, und untermalte ihre Fantasy-Geschichte – der kriegerischen Situation des Landes entsprechend – mit einer bedrohlichen Stimmung. Armut, Angst und Wut waren ebenso allgegenwärtig wie Misstrauen, Unsicherheit und Anspannung. Es brodelt – und mehr als einmal schien alle Hoffnung verloren, Verzweiflung auf dem Vormarsch. In den letzten Kapiteln steigt die Ereignisrate samt dem Tempo, bevor die Story zu einem guten Abschluss kommt.