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Eine Geschichte des Römischen Reiches in 21 FrauenIch hatte das Buch angefordert, weil ich mich seit der Schule nicht mehr mit Rom beschäftigt hatte und den Ansatz, dabei die Frauen zu betrachten, interessant fand. Mein Problem mit dem Buch liegt weniger ...
Ich hatte das Buch angefordert, weil ich mich seit der Schule nicht mehr mit Rom beschäftigt hatte und den Ansatz, dabei die Frauen zu betrachten, interessant fand. Mein Problem mit dem Buch liegt weniger am Schreibstil als an der Materie selbst - denn es gibt nur wenige Informationen über die Frauen. Was die Autorin auch ständig betont.
Worum geht es?
Das Buch beleuchtet die Leben von 21 Frau im alten Rom zwischen Beginn und Untergang. Den Anfang bildet Romulus' Frau, das Ende die Tochter des letzten Kaisers, Placidia Galla.
Wie hat mir das Buch gefallen?
Die Auswahl ist dabei vielfältig: Wir sehen Rebellinnen in Britanien, Dichterinnen, eine Leiterin eines Vergnügungszentrums bzw. Bades in Pompei und viele Frauen der Oberschicht. Auch das Christentum und die Kritik daran findet im letzten Viertel Platz. Das fand ich gut.
Außerdem habe ich einen guten Einblick bekommen in eine Welt, die so weit weg ist.
Ich hatte aber große Probleme, die Informationen festzuhalten. Das liegt zum einen an der Materie: Die meisten Namen kommen aus einer Sprachregion, die mir nicht vertraut ist - Latein. ES fiel mir schwer, mir die Namen einzuprägen, besonders, wenn Mutter und Tochter ähnliche Namen haben. Oder wenn die Autorin zwei Frauen gegenüber stellt und zwischen beiden wechselt. Außerdem hätte ich mir einen kurzen historischen Abriss pro Abschnitt gewünscht - die Autorin gibt hier nur sehr wenige Informationen. Mein größtes Problem ist aber, dass von all den Frauen nur wenige Informationen existieren. Sie duften nicht selbst schreiben, stattdessen haben Männer ÜBER sie geschrieben, manchmal Jahrzehnte später. Die Autorin beleuchtet gut, wie der jeweilige Autor der Bild auf die Frau verzerrt und hinterfragt, warum. Das wird häufig betont und lenkt vom Geschehen ab. An anderen Stellen füllt die Autorin die Leere mit seitenlangen Umgebungsbeschreibungen oder der Interpretation eines Gedichtes.
Ich hatte das Gefühl, dass die Autorin sehr, sehr viele Informationen hat und möglichst viele dieser in das Buch einbringen wollte. Ich fühlte mich aber erschlagen von all diesen Fakten. Obwohl vieles davon interessant ist.
Der Schreibstil ist, wie in solchen Büchern typisch, eher locker. An seltenen Stellen verrennt sich die Autorin in ihrem Humor z.B. 31 % "Kaum hatte Caesar Italien hinter sich gelassen, um Pompeius in Mazedonien zu stellen, da carpe-ten Milo und Caellius den diem und versuchten, ganz Italien zu einer Rebellion anzustacheln."
Ein nettes Gimmick in der Danksagung war aber der Verweis auf die Dragqueens Trixie Mattel und Katya.
Fazit
Es gibt Menschen, die all die schillernden Puzzelteilchen dieses Buches mögen, mir war die Informationsflut im Buch aber zuviel. Wer schon mit der Materie vertraut ist, wird hier eine tolle Ergänzung finden. Ich habe als Anfängerin leider nur wenig mitgenommen.