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Veröffentlicht am 05.11.2017

Ganz zauberhafte Geschichte

Der kleine Laden der einsamen Herzen
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Protagonistin
Posy Morland ist Ende 20 und lebt mit ihrem minderjährigen Bruder Sam über dem Buchladen „Bookends“, wo sie sich schon als Kind am liebsten aufgehalten hat und seit einigen Jahren auch arbeitet. ...

Protagonistin
Posy Morland ist Ende 20 und lebt mit ihrem minderjährigen Bruder Sam über dem Buchladen „Bookends“, wo sie sich schon als Kind am liebsten aufgehalten hat und seit einigen Jahren auch arbeitet. Die Besitzerin des Hauses, Lavinia, ist verstorben und hat Posy den Buchladen vererbt, allerdings muss sie einige Bedingungen erfüllen, um ihn auch behalten zu dürfen. Um schwarze Zahlen schreiben zu können, beschließt Posy, sich auf Liebesromane mit Happy End zu spezialisieren.

Posy ist schon ein wenig damit überfordert, nach dem Tod der Eltern für Sam verantwortlich zu sein, dass sie nun auch noch für einen Buchladen und die Mitarbeiter die Verantwortung trägt, ist eine weitere schwere Last. Und Lavinias Haupterbe, ihr Enkel Sebastian, macht ihr das Leben noch schwerer. Doch die Protagonistin entwickelt sich im Laufe der Geschichte weiter, schmiedet Pläne und kann mit der Vergangenheit abschließen.

Sebastian ist anfangs sehr unsympathisch. Von der Regenbogenpresse zum Bad Boy abgestempelt, gibt er sich große Mühe, dieser Rolle auch gerecht zu werden.

Posy hat als Kind schon für Sebastian geschwärmt und auch jetzt fühlt sie sich noch zu ihm hingezogen, obwohl er eher gegen sie arbeitet, als mit ihr. Ihre widersprüchlichen Gefühle ihm gegenüber verarbeitet sie in ihrem historischen Roman „Der Wüstling, der mein Herz stahl“.

Gedanken zum Buch
Annie Darling verwendet in ihrem Roman Zitate aus bekannten Werken und lässt ihre Protagonistin ein „Buch im Buch“ schreiben. Auch wenn ich kein Fan von historischen Romanen bin, haben mir die Kapitel aus Posys Buch gut gefallen.

Den Ort der Handlung beschränkt die Autorin fast ausschließlich auf den Buchladen und die darüberliegende Wohnung von Posy und Sam. Gerade weil der Rahmen so eng gesteckt ist, beschreibt sie den Laden liebevoll bis ins kleinste Detail.

Die Geschichte ist unterhaltsam und romantisch, hat mich aber auch zum Schmunzeln gebracht. Das letzte Kapitel besteht nur aus einem einzigen Satz, der mir aber ans Herz gegangen ist und mich das Buch mit einem Seufzer hat zuschlagen lassen – bitte jetzt nicht auf die Idee kommen und das Ende zuerst lesen!

An der einen oder anderen Stelle hätte ich mir gewünscht, dass die Protagonisten nicht alles in sich hinein frisst, sondern irgendwann auch mal vor Wut platzt. Aber alles in allem ist „Der kleine Laden der einsamen Herzen “ eine ganz zauberhafte Geschichte, die ich gerne weiter empfehle.

Veröffentlicht am 05.11.2017

Chapeau, Ursula Poznanski!

Schatten
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Inhalt
Die Ermittlerin Beatrice Kaspary wird zu einem grausamen Mord gerufen. Der Name des Toten ist ihr ein Begriff und während die Kollegen um Florin Wenninger mit den Ermittlungen starten, hängt Beatrice ...

Inhalt
Die Ermittlerin Beatrice Kaspary wird zu einem grausamen Mord gerufen. Der Name des Toten ist ihr ein Begriff und während die Kollegen um Florin Wenninger mit den Ermittlungen starten, hängt Beatrice mit ihren Gedanken in der Vergangenheit fest. Als dann die Leiche einer Frau gefunden wird, die Beatrice ebenfalls kannte und die sie genauso wenig leiden konnte, wie den ersten Toten, verstärkt sich ihr Verdacht, dass die Morde mit ihr selbst zusammenhängen könnten. Doch ihr bleibt keine Zeit für weitere Ermittlungen, denn nun hat der Täter es direkt auf sie und ihr engstes privates und berufliches Umfeld abgesehen…

Protagonisten
Beatrice Kaspary ist Mutter von zwei Kindern und lebt in Salzburg. Sie hat mit ihrem Ex-Mann zu kämpfen, muss ihre Kinder und den Beruf unter einen Hut bringen und hat zu allem Überfluss einen Chef, der scheinbar ein Problem mit starken Frauen hat.

Seit Band 3 ist sie mit ihrem Kollegen Florin Wenninger liiert, wobei Beatrice die bereits angeschlagene Beziehung zu ihrer Tochter nicht noch weiter verschlechtern möchte und sich daher nur heimlich mit Florin trifft. Das Team um die beiden Ermittler ahnt von der Verbindung, aber auch im Dezernat haben die beiden ihre Beziehung nicht offiziell gemacht.

Während ich nach Band 3 noch bemängelt habe, dass das Privatleben der beiden kaum Raum eingenommen hat, ist es in Band 4 genau umgekehrt: das Privatleben von Beatrice und Florin nimmt viel Raum ein, was aber darin begründet ist, dass der Fall privates und berufliches vermischt.

Ja, man kann Band 4 lesen, ohne die Bände 1 bis 3 zu kennen. Aber gerade weil in „Schatten“ das Privatleben eine wesentliche Rolle spielt, rate ich dazu, zunächst die Vorgänger zu lesen.

Meine Gedanken zum Buch
Ursula Poznanski hat mich mit dem Plot zu diesem vierten Band absolut überzeugt, Sie hat Beatrice Vergangenheit komplett aufgerollt und in einen erstklassig konstruierten Fall integriert.

Die Autorin serviert dem Leser einen Thriller, dessen Spannungsbogen sie von der ersten bis zur letzten Seite halten kann. Sie überrascht mit Opfern, denen ich diese Rolle niemals zugedacht hätte und agiert mit Psychospielchen, die auf diesem Niveau nicht viele deutschsprachige Autoren beherrschen.

Veröffentlicht am 05.11.2017

Wundervolle Reise durch Südfrankreich

Mitternachtstango
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Inhalt
Amelie betreut als Klinikclown Dr. Pampelmuse in der Onkologie den kleinen Miro, der einen großen Wunsch hat: ein Autogramm seines Lieblingsstars „Union Jack“. Amelie, die aus familiären Gründen ...

Inhalt
Amelie betreut als Klinikclown Dr. Pampelmuse in der Onkologie den kleinen Miro, der einen großen Wunsch hat: ein Autogramm seines Lieblingsstars „Union Jack“. Amelie, die aus familiären Gründen nach Südfrankreich reisen muss, verspricht Miro, bei den Filmfestspielen in Cannes vorbeizufahren, wo „Union Jack“ alias Nik von Hohenstein als ernstzunehmender Kandidat für eine Goldene Palme gehandelt und deswegen dort persönlich erwartet wird.

Sie hat sich eine besondere Überraschung für Miro ausgedacht, doch Nik von Hohenstein verdirbt in seiner Unachtsamkeit alles. Amelie hat sich aber in den Kopf gesetzt, den Wunsch des Jungen zu erfüllen. Sie bleibt ihm auf den Fersen und bringt damit ihr Herz von Tag zu Tag mehr in Gefahr, denn das wollte sie nie mehr an etwas hängen, von dem sie nicht ertragen könnte, es wieder zu verlieren.

Das Mädchen von nebenan und der berühmte Schauspieler und Regisseur – solche Geschichten funktionieren in der Realität nicht. (Kapitel 27)

Protagonisten
Amelie Schneider ist hauptberufliche Journalistin. Nach einem schweren Schicksalsschlag hat sie sich vor einigen Jahren als Klinikclown ausbilden lassen und geht dieser Arbeit auch in ihrer Freizeit nach. Sie trägt Altlasten mit sich herum, die das Verhältnis zu ihrer Mutter seit Jahren haben abkühlen lassen, dabei ist sie durch und durch ein Familienmensch.

Nik von Hohenstein hat sich seinen Erfolg hart erarbeitet. Als „Union Jack“ hat er in den USA seinen Durchbruch geschafft, doch zwischenzeitlich hat er weitere Filme als Schauspieler und Regisseur gedreht und hasst es, wenn er auf seine Rolle als Superheld im Ganzkörperanzug reduziert wird. Er steht mit beiden Beinen fest auf dem Boden und ist darum bemüht, dass auch seine Darsteller genau dort bleiben. Ausgerechnet vor der Preisverleihung stolpert der Saubermann mehr als einmal in eine pikante Situation, die ihn um die erhoffte Auszeichnung bringen kann. Auch er hat so eine Probleme mit seinem Elternhaus und muss erst auf Amelie treffen, bevor ihm bewusst wird, dass auch er auf seine Eltern zugehen muss.

Meine Gedanken zum Buch
Katrin Koppold hat mit diesem Buch den Spagat zwischen humorvoller Unterhaltung, den ganz großen Gefühlen und einem sehr ernsten Thema geschafft.

Neben einer pinkfarbenen Ente und einer Wünschelrute namens Herbert, die für den Unterhaltungseffekt sorgen, beschert sie ihren Lesern mit viel Romantik, einem Mitternachtstango und einem überfälligen Geständnis eine emotionale Achterbahnfahrt. Sie hat mich mehr als einmal zum Lachen, aber auch zum Weinen gebracht. Das Buch beschäftigt sich außerdem in Nebenhandlungen mit der Stammzellenspende.

Die Autorin hat mich mit ihren wundervollen Beschreibungen mitgenommen auf eine Reise durch Südfrankreich, die emotionale Handlung hat mich berührt und ich wurde wieder einmal gut unterhalten. Daher gibt es von mir eine Leseempfehlung für Fans wunderbarer Frauenromane,

Veröffentlicht am 05.11.2017

Menschliche Abgründe

AchtNacht
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Inhalt:
Es war ein Experiment, das aus dem Ruder gelaufen ist. Die Menschen in Deutschland waren aufgerufen, einen Namen auf eine Liste zu setzen, doch nicht irgendeinen Namen, sondern den Namen der Person, ...

Inhalt:
Es war ein Experiment, das aus dem Ruder gelaufen ist. Die Menschen in Deutschland waren aufgerufen, einen Namen auf eine Liste zu setzen, doch nicht irgendeinen Namen, sondern den Namen der Person, der sie den Tod wünschen.

Am 8.8. soll ein Name aus dem Topf gezogen werden. Ein Mensch, der in der AchtNacht zwischen 8.08 Uhr abends und 8.08 Uhr morgens getötet werden darf, ohne, dass der Täter bestraft wird. Und nicht nur das. Derjenige, der es schafft, den AchtNächter zu töten, erhält 10 Millionen Euro.

Protagonist
Benjamin „Ben“ Rühmann ist derjenige, dessen Name gezogen wird. Von der AchtNacht hat er nur ganz nebenbei schon gehört und hat zu diesem Zeitpunkt keine Ahnung, was ihn erwartet.

Nicht nur, dass er 12 Stunden lang ums Überleben kämpft, kommt die AchtNacht auch zum völlig falschen Zeitpunkt. Denn anstatt sich zu verstecken, müsste Ben am Krankenbett seiner Tochter Jule sitzen, die angeblich einen Selbstmordversuch unternommen hat, was Ben aber bezweifelt.

Ben ist ein erfolgloser Musiker. Vor Jahren hat er etwas verschuldet, was dazu führte, dass seine Tochter im Rollstuhl gelandet ist, dass er seine aussichtsreiche Karriere als Musiker geopfert hat und seine Ehe den Bach herunter gegangen sind. Dennoch war er mir von Anfang an sympathisch, vielleicht gerade, weil er diese Zentnerlast seither mit sich herum schleppt und nie darüber hinweg gekommen ist.

Meine Gedanken zum Buch
Wem der Plot zu diesem Buch bekannt vorkommt, dem sei gesagt, dass sich Sebastian Fitzek durch den Film „The Purge“ hat inspirieren lassen.

Die AchtNacht war ein Experiment, das nie hätte umgesetzt werden sollen, doch es hat sich verselbständigt und tatsächlich gibt es genug Verrückte, die die 10 Millionen Euro für sich beanspruchen und sich auf die Jagd machen. Gleichzeitig gibt es auch Menschen, die sich die Aktion zunutze machen, um selbst Profit aus der Sache schlagen zu können. Fake-News, Social Media, GPS-Überwachung, Gaffer mit dem Handy im Anschlag und Videoportale, die für jeden Abnehmer etwas bereithalten – näher an der Gegenwart könnte Fitzek kaum sein.

Der Autor führt seinen Leser in die AchtNacht ein und nimmt ihn auf eine zwölfstündige Reise durchs nächtliche Berlin, auf der er seine Kreativität einmal mehr auslebt. Er konstruiert eine Hetzjagd, durch die er Ben die Möglichkeit nimmt, sich einfach zu verstecken. Im Vorfeld habe ich in Rezensionen gelesen, dass einiges zu unrealistisch wirkt. Dazu muss ich sagen, dass ich das nicht so empfunden habe. Sicherlich ist einiges übertrieben, manches Verhalten nur schwer verständlich, doch gerade diese Hetzjagd, die Spannung so hoch hält, ist es, die ich für absolut realistisch halte. So tief die menschlichen Abgründe auch sind, in die ich dadurch blicke, unvorstellbar ist es für mich nicht.

Mich konnte der Thriller jedenfalls fesseln, er hat mich begeistert zurückgelassen

Veröffentlicht am 05.11.2017

Emotional und spannend

5 Tage im April
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Inhalt
Jack Fallons Mutter liegt nach einem schweren Unfall im Krankenhaus. Als er zuhause ihre Sachen sortiert, findet er einen Brief an einen gewissen John Gilbert, den sie noch nicht abgesendet hat. ...

Inhalt
Jack Fallons Mutter liegt nach einem schweren Unfall im Krankenhaus. Als er zuhause ihre Sachen sortiert, findet er einen Brief an einen gewissen John Gilbert, den sie noch nicht abgesendet hat. Aus einer Eingebung heraus beschließt er, den Brief persönlich abzugeben und fährt von Boston an der Küste entlang Richtung Seals Head Harbor in Maine.

Jacks Mutter hatte nie viel aus ihrer Vergangenheit erzählt, so weiß er nur, dass sein Vater die kleine Familie hat sitzen lassen. Doch er weiß nichts über seine Großeltern und somit auch nichts über die Herkunft seiner Mutter. Um so erstaunter ist er, als die Menschen in Seals Head Harbor seine Eltern gekannt haben, allerdings sind sie in dem kleinen Ort in keiner guten Erinnerung geblieben.

Eigentlich hat Jack keinen Grund, zu bleiben, wäre da nicht Sadie, die ihn vom ersten Augenblick an bezaubert. Mit ihr verbringt er fünf Tage, die ihm seiner Vergangenheit näher bringen und sein Leben nachhaltig verändern.



Meine Gedanken zum Buch
Christoph Marzi hat hier ein Jugendbuch geschaffen, das mit einem empfohlenen Lesealter von 14-17 Jahren ausgewiesen wird. Doch auch mich, die ich Kinder habe, die in diese Zielgruppe passen, hat dieses Buch fasziniert.

Der Protagonist Jack Fallon ist ein authentischer Teenager, der nicht das beste Verhältnis zu seiner Mutter hat und mit deren Freund er gar nicht klar kommen will, der Autor hat ihn dennoch sehr sympathisch gezeichnet. Seine Geschichte ist eine Reise in die Vergangenheit, Jack entdeckt seine Wurzeln und muss erfahren, wie Intrigen dafür sorgen, dass Menschen, die tiefe wahre Liebe verwehrt geblieben ist.

Die Geschichte ist genau so emotional wie spannend. Vor allem das letzte Drittel hat mich in den Bann gezogen und ich wollte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.