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Veröffentlicht am 30.09.2018

Fast perfekt

Chase
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Inhalt

Enrique „Rique“ Allmers ist der Chef einer kleinen Security-Firma in Hamburg. Als er eines Tages von einer jungen Frau umgerannt wird und diese vor ihren Verfolgern beschützt, hat er sich selbst ...

Inhalt

Enrique „Rique“ Allmers ist der Chef einer kleinen Security-Firma in Hamburg. Als er eines Tages von einer jungen Frau umgerannt wird und diese vor ihren Verfolgern beschützt, hat er sich selbst einen neuen Fall beschert, denn Katja, die junge Frau, braucht offensichtlich Schutz. Doch dies kann Rique zunächst nur vermuten, denn sie spricht nicht mit ihm.


Protagonisten

Riques Security-Firma „CHASE“ lebt davon, dass bekannt ist, dass sie gerade die schwierigen Fälle übernimmt, bislang aber niemand weiß, wer hinter der Firma steckt, bzw. wer dort beschäftigt ist. Wo den Behörden Grenzen gesetzt sind, kann Rique mit seinem Team in Grauzonen arbeiten. Er hat verschiedene Menschen um sich geschart, von denen jeder ein Profi auf seinem Gebiet ist.

Katja ist Anfang 20 und seit frühester Kindheit taubstumm. Ihre Gefühle drückt sie in Gedichten aus, die auch schon als Sammelband veröffentlicht wurden. Sie weiß, dass ihre Mutter bei einem Überfall getötet wurde, hat aber keine Ahnung, wer sie verfolgt.#


Meine Meinung

Die Geschichte beginnt direkt spannend nämlich in de Moment, in dem Katja vor ihren Verfolgern flüchtet und in Rique hinein rennt. Danach überschlagen sich die Ereignisse und der Leser lernt nach und nach Riques Team und die jeweiligen Besonderheiten der Mitglieder kennen. Gemeinsam setzen sie Puzzleteil für Puzzleteil zusammen, um gegen Ende herauszufinden, wieso Katja in Gefahr ist.

Das Buch ist als „Kopfkino in Spielfilmlänge“ konzipiert, daher hält sich die Handlung nicht mit Details auf, sondern es geht tatsächlich Schlag auf Schlag. Es ist kurzweilig und vom Anfang bis zum Ende spannend.

Was ich nicht gebraucht hätte, war der „Gefühle“-Aspekt: eine Liebesbezeugung kam für mich völlig überraschend und aus dem Nichts.

Veröffentlicht am 31.05.2018

Überraschende Wendungen

Oxen. Der dunkle Mann
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Der Protagonist und seine Geschichte
Der hochdekorierte Ex-Elitesoldat Niels Oxen leidet an einer posttraumatischen Belastungsstörung und hat sieben immer wiederkehrende Alpträume.

In Band 1 hatte er ...

Der Protagonist und seine Geschichte
Der hochdekorierte Ex-Elitesoldat Niels Oxen leidet an einer posttraumatischen Belastungsstörung und hat sieben immer wiederkehrende Alpträume.

In Band 1 hatte er sich in der Einsamkeit der dänischen Wälder verkrochen um seinen Frieden zu finden. Doch als er bei einem seiner Streifzüge auf einen Toten stieß, geriet er in die Schusslinie von Polizei und Geheimdienst. Gezwungenermaßen arbeitete er anschließend mit der Agentin Margrethe Franck zusammen und konnte sich von den Anschuldigungen entlasten. In diesem Zusammenhang kamen sie auf die Spur des Danehofes, einer Art mitteralterlichem Parlament, das es eigentlich gar nicht mehr geben dürfte. Am Ende von Band 1 übergibt Oxen dem Historiker Malte Bulbjerg, der über den Danehof recherchiert, verschiedene Unterlagen. Danach verschwindet er wieder spurlos.

In Band 2 arbeitet Niels Oxen unter falschem Namen bei einem Fischzüchter in der Abgeschiedenheit Jütlands. Ohne Anschluss an die Zivilisation hört er zunächst nichts darüber, dass Malte Bulbjerg ermordet wurde. Als die Fischzucht überfallen wird, muss flüchtet Oxen zu Margrethe Franck. Die beiden recherchieren erneut gegen den Danehof, doch dann stellt man ihnen eine Falle und sie geraten einmal mehr in Gefahr.

Meine Gedanken zum Buch
Wer Niels Oxen noch nicht kennt, sollte unbedingt zunächst den ersten Band lesen, um alle Zusammenhänge zu verstehen.

Jens Henrik Jensen hat sich für ungewöhnliche Protagonisten entschieden. Während Oxen psychische Probleme aus dem Krieg mit nach Hause gebracht hat, hat Margrethe Franck mit einer körperlichen Einschränkung zu kämpfen, die sie sich ebenfalls im Einsatz zugezogen hat. In einem Interview hat Jens Henrik Jensen erzählt, dass er Oxen bewusst so dargestellt hat, dass man erst zur Mitte des ersten Bandes mit ihm warm wird. Das kann ich bestätigen, anfangs war er mir suspekt, doch von Seite zu Seite ist er mir mehr ans Herz gewachsen. In Band 2 erhält der Leser nun weiteren Einblick in die Psyche der beiden Protagonisten.

Auch in diesem Band hat der Autor wieder auf wahre Ereignisse um den Einsatz dänischer Soldaten im Balkankrieg in seine Geschichte eingebaut. Auch hierzu hat sich der Autor in einem Interview geäußert. Er bezeichnet den Balkankrieg als schwarzes Kapitel der europäischen Geschichte, das in Vergessenheit geraten ist. Und wenn ich ehrlich bin, muss ich ihm recht geben, die Kenntnisse und Erinnerungen an die Kriege in Ex-Jugoslawien sind mir lange nicht mehr so präsent wie 9/11, Enduring Freedom oder der Golfkrieg. Jensen möchte nicht nur gute Geschichten schreiben, sondern auch wesentliche Geschichten erzählen und das ist ihm hier wieder gelungen.

Erneut dreht sich vieles um den Danehof, der scheinbar über Jahrhunderte weg eine Art Schattenregierung gebildet hat und das Land aus dem Hintergrund hinaus lenkt. Während man sich als Leser noch die Verbindungen zusammenreimt, überrascht der Autor mit Wendungen, die so nicht zu erwarten waren und die das ganze Konstrukt, dass man sich im Kopf zusammengereimt hat, zum Einsturz bringen.

Mir hat der erste Band einen Ticken besser gefallen, da ich bei „Der dunkle Mann“ mit ein paar Längen zu kämpfen hatte, dennoch konnte mich auch Band 2 überzeugen. Im Sommer 2018 erscheint der Abschluss dieser Trilogie und ich bin sehr gespannt, wie Jens Henrik Jensen die Ereignisse um den Danehof zu Ende bringen wird.

Veröffentlicht am 23.12.2017

Brisantes Thema sehr gut umgesetzt

Cold Case – Spurlos
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Die Protagonisten und ihre Geschichte
Hannah Bindhoffer hat sich vor einiger Zeit aus persönlichen Gründen von Hamburg ins Rhein-Main-Gebiet versetzen lassen. Aus dem ersten Band der Serie hat der Leser ...

Die Protagonisten und ihre Geschichte
Hannah Bindhoffer hat sich vor einiger Zeit aus persönlichen Gründen von Hamburg ins Rhein-Main-Gebiet versetzen lassen. Aus dem ersten Band der Serie hat der Leser bisher nur entnehmen könne, dass sie räumlichen Abstand zu einem Kollegen und zum ehemaligen Lebensgefährten gesucht hat.

Jens „Hardy“ Hartmann ist seither der Partner an ihrer Seite und die beiden sind schon ein eingespieltes Team. Seinen Spitznamen verdankt Hardy der Tatsache, dass er beharrlich seine Meinung vertritt, dennoch ist er offen für Hannahs Vorgehensweise, die gefühlsbetonter agiert als er.

Verbal stehen die beiden sich in nichts nach. Sie bieten mit ihren Wortgefechten einen unterhaltsamen Kontrast zum Kriminalfall. Und der hat es auch dieses Mal in sich. Da das Verbrechen im Rhein-Main-Gebiet scheinbar eine kleine Pause eingelegt hat, beschäftigt sich das Team um Hannah und Hardy mit einem Cold Case, einem alten Fall, der nie abgeschlossen werden konnte.

Vor 30 Jahren ist ein Junge spurlos verschwunden. Auf einem Spielplatz wurde lediglich sein T-Shirt gefunden. Da sich die Ermittlungstechniken weiter entwickelt haben, wird das T-Shirt auf DNA-Spuren untersucht. Mit einem überraschenden Ergebnis, denn die Ermittler finden nicht nur eine Spur in dem alten Fall, sondern können Verbindungen zu einem aktuellen Fall herstellen.

Meine Gedanken zum eBook
Die Krimiserie von Sandra Hausser spielt zwischen Mainz und Frankfurt, einer Gegend, die ich zumindest vom Durchfahren gut kenne. Mir gefällt, dass Sandra Hausser heimatbezogen agiert und z.B. Straßen und Firmen einfließen lässt, die man tatsächlich dort findet, wo die Autorin sie einbaut.

Mit „Spurlos“ öffnet sie eine Fallakte zum Thema Kindesentführung und Missbrauch von Kindern. Auch wenn ich schon etliche Krimis und Thriller gelesen habe, sind Kinder als Opfer in meinen Augen ein sehr heikles Thema. Ich ziehe meinen Hut, denn Sandra Hausser hat das sehr gut umgesetzt. Sie wird nie ganz konkret und lässt dem Leser damit die Möglichkeit, entweder seine eigenen Schlüsse zu ziehen oder sich in diesem Moment auszublenden.

Während ich beim ersten Band noch etwas bemängelt hatte, dass mir das Motiv des Täters nicht schlüssig und der Plot so konstruiert war, dass man als Leser kaum eine Chance hatte, den Täter vorab ins Visier zu nehmen, ist der zweite Band ganz anders aufgebaut. Das Motiv ist von Beginn an deutlich zu erkennen und der Leser identifiziert auch sehr schnell den Täter. Doch dahinter verbirgt sich eine unglaubliche Geschichte, die so spannend ist, dass ich meinen Reader nicht aus der Hand legen wollte, denn da ist einiges nicht so, wie es auf den ersten Blick scheint.

Das Cover des Buches passt perfekt zur Handlung. Gut gefallen hat mir außerdem, dass Sandra Hausser das Vorleben ihrer Protagonistin weiter aufdeckt und am Ende darauf hoffen lässt, dass Hannah mit ihrer Vergangenheit abschließen kann.

Ich ziehe einen halben Stern ab, weil der Zufall den Ermittlern beim aktuellen Fall stellenweise arg in die Hände spielt, aber der Cold Case selbst ist perfekt konstruiert und daher gibt es eine klare Leseempfehlung und 4,5 von fünf Sterne.

Veröffentlicht am 05.11.2017

Hat mich zum Teil auch nachdenklich zurück gelassen

Meerblick inklusive
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Meine Gedanken zum Buch
Die Protagonistin Meike lebt seit der Trennung von ihrem Freund wieder bei ihren Eltern und versucht, die Familie zusammen zu halten. Zu ihrer Oma hat sie ein inniges Verhältnis, ...

Meine Gedanken zum Buch
Die Protagonistin Meike lebt seit der Trennung von ihrem Freund wieder bei ihren Eltern und versucht, die Familie zusammen zu halten. Zu ihrer Oma hat sie ein inniges Verhältnis, so dass sie nach deren Verschwinden nicht lange zögert und sich auf die Suche macht. Doch war als Suche nach der Oma beginnt, entwickelt sich für Meike zu einer zukunftsweisende Reise.

Anna Rosendahl hat viele wunderbare Charakter in dieses Buch eingebaut, die Meike ein Stück weit auf der Reise begleiten und sie unterstützen. Ihre Landschaftsbeschreibungen fügen sich vor dem inneren Auge zu einem Bild zusammen und den Charme von Amrum vervollständigt sie mit der Verwendung des insel-eigenen Dialekts.

Was mir ein wenig gefehlt hat, ist die Durchgängigkeit von Meikes Bloggerei, die gerade am Anfang eine größere Rolle einnimmt, aber später für mein Empfinden doch stark verloren geht. Auch die Begegnung mit einem Menschen aus ihrer Vergangenheit bzw. das was sich daraus innerhalb kürzester Zeit entwickelt war für meine Begriffe zuviel des Guten.

Insgesamt ist die Geschichte kurzweilig und humorvoll, aber auch romantisch und sie hat mich zum Teil auch nachdenklich zurück gelassen. Das Ende hat Anna Rosendahl relativ offen gestaltet, aber das hat mich nicht gestört.

Veröffentlicht am 05.11.2017

Spannender Plot

Rachesommer
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Inhalt
Die Wiener Anwältin Evelyn Meyers sieht Verbindungen bei verunfallten Todesopfern, die außer ihr niemand sehen möchte, schon gar nicht ihr Chef. Deswegen stellt sie auf eigene Faust Ermittlungen ...

Inhalt
Die Wiener Anwältin Evelyn Meyers sieht Verbindungen bei verunfallten Todesopfern, die außer ihr niemand sehen möchte, schon gar nicht ihr Chef. Deswegen stellt sie auf eigene Faust Ermittlungen an.

Der Leipziger Emittler Walter Pulaski hat Zweifel an einem Selbstmord und weil er sich sicher ist, dass der Fall bei den Kollegen keine hohe Priorität haben wird, stellt auch er eigene Ermittlungen an.

Unabhängig voneinander stoßen Meyers und Pulaski auf eine Schiffahrt, die tragisch geendet hat und die jetzt Nachwirkungen hat.



Meine Gedanken zum Buch
Die beiden Protagonisten werden jeweils alleine gelassen. Evelyn Meyers erhält scharfen Gegenwind als sie ihren Verdacht äussert und Walter Pulaski wird von vielen Kollegen mehr belächelt als Ernst genommen, seit dem er sich hat degradieren lassen, weil er als alleinerziehender Vater mehr Zeit für seine Tochter haben wollte.

Wie aus dem Inhalt nicht schwer zu schliessen ist, laufen die beiden Handlungsstränge, die zunächst unabhängig voneinander in Wien und Leipzig beginnen, nach und nach zusammen. Neben dem Handlungsablauf lässt Andreas Gruber noch Rückblicke auf verschiedene Todesfälle einfliessen, die dem Leser verdeutlichen, dass Evelyn Meyers recht hat, wenn sie nicht an Unfälle glaubt.

Der Autor hat einen spannenden Plot geschaffen, wobei er mit vielen kleinen Verästelungen gespielt hat, durch die er Fragen aufwirft, Verdachtsmomente verwirft und die Neugier des Lesers weckt.

Mir hat dieser Thriller sehr gut gefallen und eigentlich würde ich nun fünf Sterne vergeben. Aber ich habe andere Bücher von Andreas Gruber gelesen, die mir besser gefallen haben. Da ich dies bei der Bewertung berücksichtigen möchte, ziehe ich einen halben Stern ab.