Ein Café, als neues Zuhause
Café Hawelka1968 Wien
Das Café Hawelka ist über Grenzen hinaus bekannt. Hier treffen sich nicht nur Maler, Literaten und Schauspieler, sondern auch Studenten und die Reichen und Mächtigen. Für Jutta und ihre Mutter ...
1968 Wien
Das Café Hawelka ist über Grenzen hinaus bekannt. Hier treffen sich nicht nur Maler, Literaten und Schauspieler, sondern auch Studenten und die Reichen und Mächtigen. Für Jutta und ihre Mutter Elsa ist dieses Café wie ein zweites Zuhause. Jutta studiert Jura, sie möchte einmal Richterin werden. Nebenbei arbeitet sie als Sekretärin in einer Anwaltskanzlei. Sie lernt Bodo kennen und verliebt sich in ihn. Bei einem Abendessen mit den Eltern beidseits, kommt es zu Unstimmigkeiten. Jutta äußerte ihre Meinung, den sie mag diese Ungerechtigkeiten die im 2. Weltkrieg abgelaufen nicht. Bodos Eltern, haben da sicherlich auch eine dunkle Vergangenheit. Nach diesem Treffen distanziert sich Bodo, warum auch immer. Die Beziehung droht zu zerbrechen.
Die ganze Geschichte wird in zwei Ebenen erzählt.
Wien 1939-1945
Elsa muss ihre kleine Schwester Fritzi großziehen, die Mutter kurz nach der Geburt gestorben, ein Bruder der psychisch auffällig ist und in derAbteilung Heilpädagogische Kinderpsychatrie landet, ein Vater der das alles nur schlecht verarbeiten kann. Er entscheidet sich in den Krieg zu ziehen, da er als Polizist ein gutes Angebot erhielt und somit finanziell gut für die Kinder sorgen konnte. Kurz vor Kriegsende verschwindet Fritzi, nach einem Aufenthalt im Luftschutzbunker. Die halbe Stadt ist zerbombt, selbst das Haus in dem sie lebten. Jutta war verzweifelt. Wo sollte sie jetzt anfangen zu suchen? Sie lernt auf der Suche nach Fritzi, Josephine Hawelka kennen, die sie vorerst bei sich aufnimmt, bei ihr schöpft sie Kraft. Die Hawelkas möchten so schnell wie möglich ihr Café wieder eröffnen, dieser Weg ist steinig, Elsa arbeitet tatkräftig mit. In dieser Zeit bietet das Café Hawelka für sie ein neues Zuhause.
Die Autorin nimmt uns mit nach Wien. Die Orte der Handlung, werden in den zwei Ebenen sehr gut beschrieben. Gerade in die Ebene der Nachkriegszeit und des Wiederaufbaus, so das man direkt ein Bild vor Augen hat. Kriegsverbrechen von damals werden auf beiden Ebenen sehr gut beschrieben und eindringlich erläutert. Der Schreibstil ist fließend, auch den Dialogen kann man sehr gut folgen. Die Protagonisten, vielschichtig gezeichnet. Jutta und Elsa Weden hier besonders hervorgehoben, gerade bei den beiden, kann man sich sehr gut in die Gedanken und Gefühle hineinversetzen.
Insgesamt ist "Café Hawelka", ein tiefgreifender historischer Roman, den ich sehr gerne weiter empfehle. Ich selber, habe dieses Buch an einem Tag gelesen, da ich es nicht mehr aus der Hand legen konnte. Hier denke ich mal, besonders gut geeignet, für Leser die sich mit unserer Geschichte auseinandersetzen. Das Happy End ist hier natürlich sehr positiv, ich denke vielen Menschen war das nicht vergönnt. Wäre aber schön wenn es für viele so ausgegangen wäre.