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Veröffentlicht am 18.04.2025

Vielversprechender Auftakt zu einer fantastischen Reihe

Quicksilver - Tochter des Silbers. Gefangener der Schatten
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Bei dem Cover bin ich sehr zwiegespalten. Ich bin einfach nicht so ein großer Fan von Gesichtern auf einem Titel, obwohl die abgebildete Person sogar recht genau zu meiner Vorstellung von Kingfisher passt. ...

Bei dem Cover bin ich sehr zwiegespalten. Ich bin einfach nicht so ein großer Fan von Gesichtern auf einem Titel, obwohl die abgebildete Person sogar recht genau zu meiner Vorstellung von Kingfisher passt. Dafür liebe ich aber die Gestaltung des Buches ohne den Schutzumschlag. Das dunkle Lila mit der Gestaltung des Schwertes und der Schmetterlinge passt, meiner Meinung nach, noch einmal deutlich besser zur Story und macht sich hervorragend im Regal.

Die Story hat mich ebenfalls direkt gereizt: Saeris lebt in einer Welt, in der Welt, in der Wasser extrem knapp ist und die Menschen in der Stadt Zilvaren um jeden Tropfen kämpfen müssen. Aus Verzweiflung bestiehlt sie eine der königlichen Wachen und wird dafür zum Tode verurteilt. Auf der Schwelle des Todes gelingt es ihr aus Versehen ein altes Quicksilver-Portal zu öffnen, durch das der atemberaubende Fae-Krieger Kingfisher erscheint und sie rettet. Als erster Mensch seit Jahrhunderten betritt Saeris Yvelia, wo sie mitten in einen blutigen Krieg landet. Mit Hilfe von Fisher soll Saeris ihre machtvolle Alchemistenfähigkeiten unter Kontrolle bringen, die eine entscheidende Rolle in dem Krieg spielen könnten. Doch sie hätte nicht gedacht, wie nah sie dem mysteriösen Fisher kommen würde, obwohl der alles für sein Volk opfern würde, auch Saeris‘ Herz.

Ich war wirklich gespannt auf dieses Buch, weil ich schon unglaublich viel davon gehört habe und gespannt war, ob es dem Hype gerecht wird. Zum Glück hat es mich größtenteils wirklich überzeugen können und ich kann die Obsession mit Kingfisher jetzt besser verstehen. Aber auch der Schreibstil trägt dazu bei. Ich habe zwar etwas gebraucht, um so richtig in die Geschichte zu finden, aber der leichte, mitreißenden Schreibstil hat dennoch dafür gesorgt, dass ich in kürzester Zeit durch die Geschichte geflogen bin und vor allem zum Ende hin kaum aufhören konnte.

Das liegt auch und vielleicht sogar vor allem an den Charakteren. Ich mochte Saeris von Anfang an, aber ich habe dennoch ein bisschen gebraucht, um sie so richtig ins Herz zu schließen, weil sie einfach schon durch ihr Leben in Zilvaren sehr hart sein muss und niemandem vertraut. Ich kann das absolut verstehen, schließlich kann das Vertrauen in die falschen Menschen sie ihr Leben kosten. Dass sie in Yvelia dementsprechend braucht, um aufzutauen und den Fae um sich herum offen zu begegnen, selbst wenn sie ihr gegenüber nur freundlich sind. Auch bei Kingfisher war ich, abgesehen davon, dass ich mich an seinen Namen gewöhnen musste, mir zunächst ein wenig unsicher. Natürlich war mir klar, dass mehr hinter seinem Verhalten steckt und er nicht einfach ein gemeiner Mensch ist, der besonders Saeris nicht mag. Es dauert erstaunlich lange, bis man einen Blick hinter seine kalte Fassade bekommt, was ein bisschen dazu geführt hat, dass ich manchmal nicht so ganz verstehen konnte, warum Saeris sich von ihm so angezogen fühlt. Das ändert sich, als er dann offener wird und man auch ein wenig erfährt, was er in der Vergangenheit durchmachen musste und warum er selbst seine Freunde oft nicht an sich heranlässt, obwohl das in der Vergangenheit anders war. Obwohl es mir die Protagonisten zumindest zu Beginn ein bisschen schwerer gemacht haben, sind die Nebencharaktere, wenn man sie überhaupt so nennen will, meine absoluten Highlights. Ich liebe sowohl Everlayne und Renfis, besonders in mein Herz geschlossen habe ich aber Lorreth und Carrion. Beide tragen wesentlich dazu bei, dass die Geschichte nicht nur düster und ernst ist, sondern auch unterhaltsam. Carrion schafft es so gut wie jede Situation durch einen unangebrachten Spruch oder Witz aufzulockern. Zu Beginn fand ich ihn unglaublich anstrengend und hätte niemals gedacht, dass er einer meiner Lieblingscharaktere werden würde, zumal mehr hinter ihm steckt als man zu Beginn denkt und ich extrem gespannt bin, mehr zu erfahren. Lorreth ist eher derjenige, der durch seine empathische Art mehr Tiefe in die Geschichte bringt und Saeris eine andere Art von Sicherheit gibt, die gleichzeitig auch dazu führt, dass sie sich der ganzen Gruppe mehr öffnet. Dabei ist er für sie da, hört ihr zu und erklärt ihr immer verschiedene Dinge, damit sie einfach die Welt besser begreifen kann. Gleichzeitig ist er aber auch immer Fishers Freund, der fest zu ihm steht und oft erklärt, warum er sich auf bestimmte Arten verhält, damit Saeris in ihm mehr sieht, als den eiskalten Krieger, als der er oft erscheint.

Die Story und das World-Building fand ich manchmal ein bisschen schwierig nachzuvollziehen. Das lag nicht daran, dass es schlecht war, sondern vielmehr weil es zum Teil einfach etwas viel war. Gerade als ich die Gesetze und Umstände in Zilvaren einigermaßen verstanden habe, wurde Saeris nach Yvelia gebracht, was auf eine ganz andere Art funktioniert als Zilvaren. Dazu kommt noch, dass niemand Saeris zu Beginn so richtig die Umstände der Welt erklärt. Everlayne versucht es zwar im Winterpalast zunächst, aber da Fisher komplett andere Pläne hat, passiert das nur eingeschränkt. Dadurch hatte ich manchmal das Gefühl, etwas hinterher zu hängen und die Auswirkungen gewisser Handlungen oft erst begreifen zu können, wenn sie mir genau erklärt worden sind.

Alles in allem hat mich das Buch trotz kleinerer Kritikpunkte durchaus begeistern können. Zwar wirkt es manchmal ein bisschen, als würde man alle Handlungsstränge und Elemente aus verschiedenen erfolgreichen Fantasybüchern der letzten Jahre in eine Geschichte packen und einmal kräftig durchschütteln, damit etwas Neues dabei rauskommt, aber es funktioniert erstaunlich gut. Das liegt nicht zuletzt an den wirklich tollen Charakteren, die ich wirklich fest ins Herz geschlossen habe. Dennoch hängt meine abschließende Betrachtung dieser Reihe sehr davon ab, wie gut der zweite Teil die Handlung wieder einfängt, weil es oft nah an der Grenze zur Übertreibung agiert und immer die Gefahr besteht, dass es in eine Richtung kippt.

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Veröffentlicht am 31.03.2025

Emotionale Geschichte über die Schönheit von Büchern

Beneath Broken Skies
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Ich liebe die Gestaltung des Buches. Es passt einfach hervorragend zu Maddies Leidenschaft, schöne Bücher für die Leser ihres Verlags herzustellen. Zudem macht es sich einfach toll im Regal.

Madelyn ...

Ich liebe die Gestaltung des Buches. Es passt einfach hervorragend zu Maddies Leidenschaft, schöne Bücher für die Leser ihres Verlags herzustellen. Zudem macht es sich einfach toll im Regal.

Madelyn Prince liebt ihren Job bei Prince Publishing, dem Verlag ihres Großvaters. Als neu ernannte Leiterin der Herstellung ist sie dafür verantwortlich, dass ihre Bücher toll aussehen und zu echten Lieblingsstücken werden. Doch dann wird der Verlag von einem auf den anderen Tag verkauft und Maddie soll den neuen Geschäftsführer einarbeiten. Dabei handelt es sich ausgerechnet um Wesley Knight. Zu Schulzeiten waren die beiden noch enge Freunde, doch dann änderte sich alles und sie haben seit Jahren nicht mehr miteinander gesprochen. Widerwillig hilft Maddie Wes, damit die Werte des Verlags erhalten bleiben können und dabei kommen sie sich immer näher, bis die Vergangenheit sie einholt.

Ich liebe die Art, wie Anna Savas Geschichten schreibt. Der Schreibstil ist ruhig und unaufgeregt, dabei aber dennoch mitreißend, sodass ich das Buch kaum weglegen konnte.

Dazu tragen auch die Charaktere viel bei, die ab den ersten Seiten ins Herz geschlossen habe, obwohl ich fast sagen muss, dass es mir Wes da leichter gemacht hat, als Maddie. Sie ist einfach generell ein verschlossener Mensch, die sehr lange braucht, um mit anderen warm zu werden und so ähnlich hat es sich auch als Leser angefühlt, als würde sie sich nur sehr langsam öffnen. Gerade deswegen habe ich geliebt, wie offen sie Wes ihre Meinung gesagt hat, obwohl er nicht mehr ihr Freund ist und zusätzlich auch noch ihr neuer Chef. Wes hingegen habe ich von Anfang an, deutlich besser verstehen können. Obwohl er nach außen hin, immer eine Maske trägt, die sogar Maddie erst nach und nach durchschauen kann, hat mich das Wissen um seine Unsicherheit mitgenommen. Sein Bild von sich ist selten positiv, obwohl man merkt, dass er trotz seiner Abneigung gegen die Rolle als Erbe des Verlags, wirkliches Interesse an Menschen hat und ein grandioses Gespür dafür, sie für sich einzunehmen. Ich fand unglaublich spannend, dass beide die Stärken des jeweils anderen so glasklar erkennen können, die eigenen aber gar nicht.

Die Story lebt vor allem von den Charaktere und weniger von extremen Wendungen oder einer unaushaltbaren Spannung. Das finde ich aber sehr für das Buch passend und hat mich hier gar nicht gestört, sondern vielmehr dafür gesorgt, dass es noch mehr genossen habe. Ich wollte natürlich wissen, was zwischen Wes und Adam genau passiert ist und wohin er gegangen ist, vielmehr interessiert hat mich aber dennoch die Dynamik zwischen Maddie und Wes. Ich mochte, die kleinen „Dates“, in denen sie versucht, ihm Bücher näher zu bringen, damit er versteht, warum ihr der Verlag so wichtig ist. Während er sie dadurch immer mehr aus ihrem Schneckenhaus holt und dafür sorgt, dass sie Menschen wieder mehr in ihr Leben lässt.

Alles in allem habe ich das Buch wirklich unglaublich gerne gelesen. Ich mochte Maddie und Wes von Anfang an unglaublich gerne und bin sehr gespannt auf den zweiten Teil der Reihe.

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Veröffentlicht am 14.03.2025

Emotionale Liebesgeschichte mit tollen Charakteren

Was wir verloren glaubten
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Die generelle Gestaltung dieser Reihe gefällt mir ausgesprochen gut und auch dieser Band stellt dabei keine Ausnahme dar. Die Darstellung eines Nachthimmels in Dunkelblau und Lila mit einigen Sternen ist ...

Die generelle Gestaltung dieser Reihe gefällt mir ausgesprochen gut und auch dieser Band stellt dabei keine Ausnahme dar. Die Darstellung eines Nachthimmels in Dunkelblau und Lila mit einigen Sternen ist einfach wunderschön, selbst wenn er nicht perfekt zum Inhalt des Buches passt.

Die Story hat mich ebenfalls direkt abgeholt: Avery Kennedy hat ein Ziel, endlich als Headcoach das Baseball-Team ihrer Schule trainieren. Doch als sie sich endlich am Ziel wähnt, wird der ehemalige Baseball-Profi Nathan Pierce als Averys Assistenzcoach eingestellt. Ausgerechnet Nathan, der für einen Sommer ihre große Liebe war und dem sie es noch nicht verziehen hat, dass er sie damals verlassen hat. Doch obwohl sie mit Wesley verlobt ist und ihn in zwei Wochen heiraten will, kann sie nicht verleugnen, dass Nathan noch immer etwas in ihr berührt, zumal sie eng zusammenarbeiten müssen, um den Jungs des Teams zu einer erfolgreichen Saison zu verhelfen. Außerdem hat Nathan als Baseball-Spieler gelernt, nie aufzugeben und immer auf sein Herz zu hören und das sagt ihm, dass er noch immer etwas für Avery empfindet, egal wie abweisend sie ist.

Ich liebe einfach, wie Brittainy Cherry schreibt. Sie hat einen unvergleichlich poetischen Stil, der jedes Mal wieder dafür sorgt, dass ich ab der ersten Seite in der Geschichte gefangen bin und einfach durch sie hindurch fliege, weil ich unbedingt wissen will, wie sie ausgeht.

Dazu tragen aber auch die Charaktere ihren Teil zu bei. Man kennt beide schon aus dem ersten Teil der Reihe, auch wenn Avery da deutlich präsenter war als Nathan. Aber schon da war mir klar, dass ich die Geschichte der beiden unbedingt lesen wollte, weil ich schon wissen wollte, was damals zwischen ihnen vorgefallen ist. Ich habe die beiden auch in Rekordzeit in mein Herz geschlossen. Es ist schnell deutlich, wie sehr Nathan Avery damals verletzt hat, obwohl sie noch gar nicht lange zusammen waren, aber auch dass es für ihn wahrscheinlich keine andere Möglichkeit gab. Gerade dies sorgt dafür, dass man beide verstehen kann und es weh tat, zu sehen, dass vor allem Avery es nicht schafft, mit ihm befreundet zu sein, obwohl sie sich mal so gut verstanden haben. Vor allem bei ihr tat es mir unglaublich weh zu sehen, wie schwer es ihr, ihre Depressionen manchmal machen, morgens aufzustehen und dass niemand (außer vielleicht in begrenzter Kapazität ihr Vater) zu sehen scheint, wie sehr Avery strugglet. Die Momente mitzuerleben, wie sie sich quält, aus dem Bett zu kommen, sich selbst dafür fertig macht, dass sie es nicht schafft und der Fakt, dass ihr Verlobter Wesley es nie mitbekommt, haben mich mitten ins Herz getroffen. Wahrscheinlich auch deswegen habe ich Nathan direkt liebgewonnen, weil er erkennt, dass sie nicht immer so stark ist, wie es den Eindruck macht, sondern zwischendurch auch mal jemanden braucht, der sich um sie kümmert. Mir gefiel, dass sie einander nichts vormachen können, sondern immer erkennen, wie es dem anderen geht und müssen fast schon ehrlich zueinander sein, egal wie hart es ist.

Die Story als solche war nicht besonders außergewöhnlich und zumindest der grobe Verlauf war recht schnell klar, aber das hat mich bei diesem Buch nicht gestört. Ich mochte das cosy Setting in Honey Creek unglaublich gerne. Ich liebe die Familien der beiden, weil sie sich zwar extrem in deren Leben einmischen, aber dabei immer sehr unterstützend sind. Schon im ersten Teil haben ich den Vater von Yara, Avery und Willow geliebt, weil er so eine ruhige Präsenz ist, der immer für seine Töchter da ist, ohne sie unter Druck zu setzen. Das wird im Umgang mit Avery noch einmal sehr deutlich, weil er ihr zwar auch sagt, wenn sie falsch liegt, aber sie aber ihre Entscheidungen alleine treffen lässt und sie immer in allem unterstützt. Genauso ist es auch bei Nathan und seiner Mutter. Auch wenn bei ihm in der Vergangenheit nicht immer alles glatt gelaufen ist, fand ich es trotzdem schön zu sehen, wie eine gesunde Familiendynamik aussehen kann, selbst wenn sie manchmal ungewöhnlich ist.

Alles in allem habe ich das Buch unglaublich gerne gelesen. Ich liebe, wie Brittainy Cherry ihre Geschichten erzählt und es jedes Mal wieder schafft, mich vollkommen in das Buch zu ziehen und die Charaktere in mein Herz zu schließen. Aus diesem Grund freue ich mich auch schon darauf, noch einmal nach Honey Creek zurückzukehren und Willows Geschichte mitzuerleben.

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Veröffentlicht am 19.10.2024

Emotionales Wohlfühlbuch mit tollem Setting

Was wir im Stillen fühlten
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Ich liebe die Gestaltung des Buches. Der dunkle Sternenhimmel, der sich über die Ränder des Buches bis auf die Seiten des Buches erstreckt, macht sich einfach hervorragend im Regal, selbst wenn dieser ...

Ich liebe die Gestaltung des Buches. Der dunkle Sternenhimmel, der sich über die Ränder des Buches bis auf die Seiten des Buches erstreckt, macht sich einfach hervorragend im Regal, selbst wenn dieser nicht so ganz zur Geschichte passt.

Diese ist aber dennoch sehr reizvoll: Yara Kingsley hat eine furchtbare Scheidung hinter sich und würde ihren Ex-Mann am liebsten nie wieder sehen. Doch dummerweise ist Cole der Polizeichef der Kleinstadt Honey Creek, in der Yara lebt und ihre Hundetagesstätte betreibt. Zudem macht er keinen Hehl daraus, dass er seine Frau zurückhaben will und taucht dauernd dort auf, wo Yara sich gerade aufhält. Da hat sie keine Energie dafür, sich auch noch mit dem abweisenden Sternekoch Alex abzugeben, der direkt gegenüber ihrer Arbeitsstelle ein neues Restaurant eröffnet hat. Doch fast schon Widerwillen kommen sich Alex und Yara doch näher und sie willigt ein, ihn zu einer Hochzeit zu begleiten, damit er seiner Ex-Freundin aus dem Weg gehen kann, während er zustimmt, ihren Freund vor Cole zu spielen. Doch sie haben nicht damit gerechnet, dass zwischen ihnen mehr sein könnte und dass es ein Geheimnis gibt, das die beiden verbindet.

Ich liebe die Bücher von Brittainy Cherry, vergesse aber jedes Mal wie sehr, bis ich wieder in einem versinke. Sie hat eine so besondere Art zu schreiben, die jedes Mal wieder dafür sorgt, dass man komplett in die Geschichte eintaucht und dann das Buch innerhalb kürzester Zeit durchlesen kann. Diesmal hat es bei mir zwar ein bisschen länger gedauert, bis sie mich so richtig gefesselt hat, aber das liegt vor allem daran, dass dieses Mal auch Yaras Schwestern in dem kommenden Bände die Hauptrolle spielen werden und deswegen Honey Creek und seine Bewohner genauer beschrieben und vorgestellt werden mussten. Dies hat zu Beginn des Buches die Handlung ein wenig hinausgezögert, aber wenn man erst einmal an den Punkt gelangt ist, an dem man das Gefühl hat, die Stadt zu kennen, kann man kaum noch aufhören zu lesen.
Dabei ist diese Geschichte teilweise etwas leichter und weniger tiefgründig als ihre vorherigen Romane, das ist aber perfekt für diese Jahreszeit, zumal ich Honey Creek und seine Bewohner wirklich schon jetzt fest ins Herz geschlossen habe. Vor allem mag ich aber Yara und ihre Familie. Sie ist einfach ein guter Mensch, auch wenn ihr das immer wieder zum Verhängnis wird und einige Menschen das ausnutzen, glaubt sie immer an das Gute in den Menschen. Außer, ironischerweise, bei Alex, der zugegebenermaßen bei ihren ersten Begegnungen nicht besonders nett zu ihr oder seinen Mitmenschen ist. Allerdings sind seine Beweggründe durchaus nachvollziehbar, weil er eine wirklich harte Zeit durchmacht und Honey Creek ihn nicht gerade freundlich aufnimmt. Ich an seiner Stelle würde Menschen, die tatenlos zusehen, wie sein Restaurant mehrfach beschädigt wird, auch nicht gerade positiv gegenübertreten. Außerdem war sein Leben auch nicht immer ganz einfach und dass man da nicht auf alle Menschen offen zugehen kann und will, verstehe ich gut. Gerade deswegen mochte ich ihn in Kombination mit Yara so gerne. Während er dafür sorgt, dass sie sich nicht alles gefallen lässt, nur damit sie von allen geliebt wird, unterstützt sie ihn beim Umgang mit anderen Menschen und zeigt ihm, dass nicht alle etwas Böses wollen. Ich habe so gerne gelesen, wie sie es schaffen, sich einander zu öffnen und füreinander da zu sein, selbst wenn man den anderen an seinen absoluten Tiefpunkten erleben muss.

Die Story als solche war gar nicht so besonders ausgefallen, hatte aber dennoch immer wieder kleinere überraschende Wendungen und war gewohnt emotional-poetisch erzählt, dass mich das gar nicht gestört hat. Zumal das Setting einfach wunderbar zum Herbst passt und ich mich schon darauf freue, Honey Creek und seine Bewohner im nächsten Band wiedersehen zu dürfen. Vielleicht auch wegen der Jahreszeit hat mich die Kleinstadt ein bisschen an Stars Hollow erinnert und die Charaktere, die dort leben, sind zum Teil ebenso verschroben. Genau das macht das Buch aber so lesens- und liebenswert.

Alles in allem habe ich das Buch unglaublich gerne gelesen, auch wenn ich diesmal etwas länger gebraucht habe, um so richtig in die Geschichte zu finden. Der Schreibstil und vor allem die hervorragend gestalteten Charaktere haben es aber dennoch sehr schnell geschafft, mich zu begeistern. Ich freue mich schon richtig auf Avery und Parkers Geschichte, weil man bei ihnen schon in diesem Teil gemerkt hat, wie viel Ungesagtes noch zwischen ihnen ist

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Veröffentlicht am 05.08.2024

Paradiesisches Setting und tolle Charaktere

This could be love
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Die Gestaltung des Buches gefällt mir ausgesprochen gut. Sowohl die Farbe als auch die Gestaltung ist wirklich schön und macht sich hervorragend im Regal, allerdings hätte ich es wahrscheinlich besser ...

Die Gestaltung des Buches gefällt mir ausgesprochen gut. Sowohl die Farbe als auch die Gestaltung ist wirklich schön und macht sich hervorragend im Regal, allerdings hätte ich es wahrscheinlich besser gefunden, wenn eine Pflanze gewählt worden wäre, die Hawaii repräsentiert. Dafür muss man nicht die typischen Hibiskusblüten nehmen, aber es würde besser zum Setting passen.

Die Story hat mich direkt gereizt: Nach einem Unfall muss sich die 17-jährige Louisa Herzog-Riggs zurück auf den Tennisplatz kämpfen. Doch in Deutschland scheint sie nicht vorwärts zu kommen, also schlägt ihre Mutter, ebenfalls eine erfolgreiche Tennisspielerin, ihr vor, den Sommer bei ihrer Patentante Kay auf Hawaii zu verbringen, die eine Tennisschule betreibt. Dort will sich Lou jeden Tag komplett aufopfern, um ihr Ziel zu erreichen, die US Open zu gewinnen und die Weltranglisten-Erste zu werden. Doch direkt am ersten Tag übernimmt sie sich bei ihrer Jogging-Runde am Strand und wird ohnmächtig, dort findet sie der heiße Surfer Vince und bietet ihr was zu trinken an. Sie ist sofort fasziniert von ihm und freundet sich sogar mit seiner Schwester Laurie an. Doch dann erfährt sie, dass Kay mit Vince im Streit liegt und obwohl sie versucht, sich auf ihr Comeback vorzubereiten, zieht Vince sie magisch an. Sie genießt es, Surfen zu lernen und ein bisschen mehr von der Insel zu sehen, doch dann erfährt sie, dass Vince ihr nicht alles erzählt hat und sie muss sich entscheiden, was ihr wirklich wichtig ist.

Der Schreibstil von Lilly Lucas ist auch in diesem Buch wieder fantastisch. Sie schafft es jedes Mal, dass ich direkt in die Geschichte finden kann und das Buch danach kaum mehr aus der Hand legen kann. Dies ist auch hier der Fall, ich wollte nur einmal kurz die Geschichte reinlesen und hab dann doch direkt einige Kapitel am Stück gelesen. Der Schreibstil ist leicht und locker, aber nicht oberflächlich, sondern sorgt dafür, dass man die Charaktere direkt ins Herz schließt.

Dies fiel mir aber nicht nur wegen des tollen Schreibstils sehr leicht, sondern auch weil sie einfach sympathisch sind. Ich mochte, dass Lou sehr ehrgeizig ist, aber dennoch nicht eiskalt oder komplett verbissen. Sie hat klare Ziele und dementsprechende Ideale, die sie nicht so einfach ablegen will. Ich fand es aber gut, dass sie trotz ihrer neuen Freundschaften dabei bleibt, früh ins Bett zu gehen und keinen Alkohol zu trinken. Gleichzeitig fand ich auch gut, dass alle aus ihrer neuen Freundesgruppe diese Grenzen akzeptieren, zwar machen sie sich manchmal darüber lustig, aber sie versuchen sie nie zu überzeugen, sich zu ändern. Außerdem gefiel mir Louisas Verhältnis zu ihren Eltern. Diese waren beide sehr erfolgreiche Tennisspieler, versuchen aber nie ihre Tochter zu irgendetwas zu drängen, sondern unterstützen sie und sind sogar froh, wenn sie sich eine Auszeit nimmt und nicht zu viel trainiert. Auch Vince ist ein toller Kerl, der vor allem Lou gegenüber immer sehr aufmerksam und respektvoll ist. Zwar ist er nicht immer ganz offen zu ihr, das hat aber durchaus Gründe, die zumindest für mich sehr nachvollziehbar waren. Zudem ist er nicht der coole, abgeklärte Surfer, für den man ihn zu Beginn hält, sondern ist bei den Dates oft ebenso unsicher wie Lou und gibt das auch ganz offen zu. Das macht die Story sehr authentisch, weil die meisten bei ersten Dates sehr nervös und unsicher sind, dass das bei Vince und Louisa ebenso ist, kann man dadurch einfach zu gut verstehen. Die Nebencharaktere haben ebenso sehr für sie einnehmen können. Ich mochte Laurie direkt richtig gerne, weil man merkt, wie wichtig ihr ihr Bruder ist und sie setzt sich selbst dann für ihn ein, wenn es ihm nicht gefällt, während Chip, Vince’ Freund wirkt erstmal wie ein Poser, es wird aber schon hier deutlich, dass hinter ihm viel mehr steckt, als man zunächst denkt.

Die Story als solche ist recht vorhersehbar und es gibt kaum neue Aspekte, aber das hat mich ehrlich gesagt nicht gestört, weil zum einen die Charaktere so gut gestaltet sind und zum anderen das Setting einfach nur traumhaft klingt. Mein einziges Problem war, dass ich das Ende ein bisschen abrupt fand. Erst waren bestimmte Dinge noch ein Problem, diese wurden nur teilweise geklärt und trotzdem ist am Ende alles gut. Das war mir einfach zu einfach, ich hätte es besser gefunden, wenn darüber noch einmal mehr gesprochen worden wäre und man noch zumindest eine Andeutung der Lösung bekommen hätte. Ich bin mir sicher, dass das im nächsten Teil, wenn es um Laurie geht, noch eine Rolle spielen wird, ich hätte aber gerne noch einen richtigen Abschluss gehabt.

Alles in allem habe ich dieses Buch wirklich gerne gelesen und sehr genossen. Ich habe die Protagonisten ab dem ersten Moment fest ins Herz geschlossen und freue mich schon sehr auf den nächsten Band der Reihe.

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