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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.10.2024

Fürs Herz

Sterne sieht man nur im Dunkeln
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Inhalt:
Anni steht an einem Wendepunkt in ihrem Leben. Eigentlich hat sie alles, was sie sich immer erträumt hat; einen liebevollen Freund, ihren Traumjob und ein schönes Zuhause. Nur fühlt sich dieses ...

Inhalt:
Anni steht an einem Wendepunkt in ihrem Leben. Eigentlich hat sie alles, was sie sich immer erträumt hat; einen liebevollen Freund, ihren Traumjob und ein schönes Zuhause. Nur fühlt sich dieses Leben, das sie gerade führt, ein wenig aufgesetzt an und Anni beginnt, ihre Fühler nach neuen Herausforderungen und Zielen auszustrecken.

Meine Meinung:
Im Dezember vor einem Jahr habe ich die Fortsetzung dieses Romans gelesen, "Sterne glitzern auch im Schnee". Das Buch hat mir so gut gefallen, dass ich unbedingt viele weitere Bücher der Autorin lesen wollte und das habe ich nun endlich geschafft.
Ganz am Anfang von "Sterne sieht man nur im Dunkeln" befürchtete ich, eine ähnliche Handlung wie in "Wachstumsschmerz" von Sarah Kuttner anzutreffen und hätte das Buch fast weggelegt... Dann aber habe ich weitergelesen und entdeckte eine berührende Geschichte, welche ermutigt, die Chancen im Leben zu ergreifen, Fehler zu verzeihen und immer wieder neuen Träumen nachzujagen.
Besonders gefallen hat mir, dass Anni ihrer Freundschaft zu ihrer Jugendfreundin Maria noch einmal eine Chance gibt. Werkmeister gelingt es dabei - und generell beim Beschreiben aller Beziehungen und Familienkonstrukte - dass die Figuren Ecken und Kanten haben, dass sich Konflikte und Diskussionen anbahnen und dass auch einmal gestritten und getobt wird.

Schreibstil und Aufbau:
Erfrischend anders kommt auch die Entwicklung der Beziehung zwischen Anni und Thies daher. Für einmal haben wir es nämlich in diesem Buch nicht mit einer frisch getrennten/verwitweten Protagonistin zu tun, die vielleicht zufällig auch noch ganz unerwartet ein Café auf einer Insel/eine Bücherei/einen Blumenladen erbt, sondern wir begleiten Anni und Thies durch eine Beziehungs- und Lebenskrise, die viele Veränderungen und Entscheidungen mit sich bringt und die Figuren um so nahbarer und die Handlung authentischer macht.
Ein besonderes Plus sind dabei die vielen motivierenden und humorvollen Sprüche, welche sich im Buch und dann auch noch in bunter Ausführung im Anhang finden.

Meine Empfehlung:
"Sterne sieht man nur im Dunkeln" ist ein ermutigendes Buch fürs Herz und die Seele, das ganz viel Nordsee- und Sommerfeeling versprüht, authentische Beziehungen und Figuren beinhaltet und einfach nur schön erzählt ist. Von mir gibt es eine sehr herzliche Empfehlung.

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Veröffentlicht am 06.08.2024

Scharfsinnige Kolumnen

Die letzten Tage des Patriarchats
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Inhalt:
In zehn Kapiteln versammelt Margarete Stokowski zahlreiche ihrer in der taz und im Spiegel Online erschienenen Kolumnen und versieht einige davon mit Anmerkungen, was das Gelesene noch besser einordnen ...

Inhalt:
In zehn Kapiteln versammelt Margarete Stokowski zahlreiche ihrer in der taz und im Spiegel Online erschienenen Kolumnen und versieht einige davon mit Anmerkungen, was das Gelesene noch besser einordnen lässt. Grosse gesellschaftliche und politische Themen der heutigen Zeit finden sich genauso in diesem Buch, wie sehr humorvolle Alltagsbeobachtungen.

Meine Meinung:
Vor vier Jahren habe ich "Untenrum frei" gelesen und geliebt und hätte dieses grandiose Buch am liebsten schon als Teenagerin gelesen. "Die letzten Tage des Patriarchats" ist sofort auf meine Wunschliste gewandert, nun hat es aber leider doch ein paar Jahre gedauert, bis es endlich hier eingezogen ist.
Stokowski nimmt auch in ihren Kolumnen kein Blatt vor den Mund und schreibt schonungslos gegen Rassisten, Sexisten und Verschwörungstheoretiker an. Dies geschieht stets sehr scharfsinnig und zeigt auch immer auf, dass die Autorin einer Diskussion auf Augenhöhe nicht abgeneigt ist. Die leicht überarbeiteten und teilweise kommentierten Texte lassen aber darauf schliessen, dass sich in der Kommentarspalte von Stokowskis Kolumne oft vor allem Menschen tummeln, die kein Problem damit haben einer Frau den Tod zu wünschen und sie auch aktiv zu bedrohen. Und doch lässt sie sich nicht beirren und nutzt ihre Kolumne nicht selten dazu, um diesen Menschen die Konsequenzen ihrer Handlungen aufzuzeigen oder auch um Kollegen eine Stellungsnahme entgegenzuschmettern, die sich gewaschen hat.
Es liegt in der Natur der Sache, dass mich nicht alle Texte gleich gut unterhalten und/oder zum Nachdenken gebracht haben, die Sammlung ist aber äusserst kurzweilig, spannend und gesellschaftskritisch und lädt zum weiteren Diskutieren und Sinnieren ein.

Meine Empfehlung:
"Die letzten Tage des Patriarchats" lässt sich nicht nur ideal nebenher lesen, es regt auch zum Nachdenken an und hat mir einige Male ein Schmunzeln entlockt. Die Sammlung zeigt das ganze Können der Philosophin und Sozialwissenschaftlerin Margarete Stokowski auf und ich hoffe sehr, bald wieder Texte aus ihrer Feder lesen zu dürfen.

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Veröffentlicht am 05.08.2024

Enge in der Brust, Ideen im Kopf

Herzblut
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Inhalt:
Während im Vorgängerband der Schwerpunkt auf den Ermittlungsarbeiten lag, begleiten wir in diesem 7. Band der Reihe unseren mürrischen Lieblingskommissar auf einer eigenartigen (bewusst nicht "einzigartigen") ...

Inhalt:
Während im Vorgängerband der Schwerpunkt auf den Ermittlungsarbeiten lag, begleiten wir in diesem 7. Band der Reihe unseren mürrischen Lieblingskommissar auf einer eigenartigen (bewusst nicht "einzigartigen") Reise zu sich selbst. Nachdem ein anhaltender Druck in der Brust und ein missverständliches Gespräch mit Freund und Feind Doktor Langhammer ihm Angst eingejagt haben, arbeitet Kluftinger auf eine gesunde Entwicklung hin, stellt seine Ernährung um und versucht sich in Achtsamkeitsübungen. Gleichzeitig geht er einem verzwickten Mordfall nach, der immer wieder den Fokus auf das Herz und herzkranke Menschen lenkt und die Enge in Kluftingers Brustkorb täglich intensiviert.

Meine Meinung:
Einmal mehr habe ich mich in Kluftingers Welt gewagt und mich bestens vom kauzig-unbeholfenen Kommissar mit dem ungeschlagenen Riecher für verborgene Spuren unterhalten lassen. Nicht nur einmal habe ich laut aufgelacht aber auch eine sonderbare Rührung beim Gedanken an Kluftingers vermeintlich nahendes Ableben verspürt.
Der Fokus wurde in meinen Augen zurecht nicht auf die Verstrickungen in diesem Fall gelegt, dafür haben Kluftinger, sein Privatleben und seine Lieben eine viel grössere Rolle gespielt, als auch schon, was mir persönlich sehr gut gefallen hat. Diese Abwechslung macht die Reihe in meinen Augen erst so richtig sympathisch und sorgt für sehr viel Unterhaltung, lässt tief ins Leben des Protagonisten blicken und bietet trotzdem ganz unterschiedliche, spannend und klug aufgebaute Fälle.

Meine Empfehlung:
Meine Sympathie für diese Reihe und Kommissar Kluftinger wächst und ich freue mich, dass ich noch einige weitere Bände vor mir habe. Es scheint, als würde das Autorenduo mit jedem Band mehr zusammenwachsen, was für immer runder erzählte Krimis sorgt, weiter so!

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Veröffentlicht am 24.07.2024

Unterhaltsam und ausgeklügelt aufgebaut

Schutzpatron
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Inhalt:
Diesmal hat es Klufti mit ganz grossen Fischen zu tun. Erfahrene Kunstdiebe planen, den berühmten Altusrieder Burgschatz zu stehlen. Bereits vor zwanzig Jahren hatte Kluftinger mit diesem Schatz ...

Inhalt:
Diesmal hat es Klufti mit ganz grossen Fischen zu tun. Erfahrene Kunstdiebe planen, den berühmten Altusrieder Burgschatz zu stehlen. Bereits vor zwanzig Jahren hatte Kluftinger mit diesem Schatz und berüchtigten Ganoven aus der Region zu tun.
Ausserdem wird bei einer routinemässiger Obduktion einer alten Dame festgestellt, dass sie keines natürlichen Todes gestorben ist und schon bald stellt sich die Frage, wie und ob diese Fälle zusammenhängen. Als auch noch Kluftingers Auto verschwindet und es in seinem Privatleben ebenfalls turbulenter wird, hat er alle Hände voll zu tun.

Meine Meinung:
Einmal mehr hat mich das Autorenduo mit einer äusserst spannenden und unterhaltsamen Geschichte beeindruckt. Besonders gut gefallen haben mir die ausgeklügelten Beschreibungen des im Stile von Ocean’s Eleven konzipierten Coups sowie die Irrungen und Wirrungen um Kluftingers Auto. Auch hat sich einmal mehr gezeigt, dass der Kommissar aller Eigenheiten sowie seiner Abneigung gegen die Errungenschaften der Technik und seiner teilweise sehr konservativen Weltanschauungen zum Trotz ein grandioser Ermittler mit einem hervorragenden sechsten Sinn ist. Ausserdem macht er sich so langsam und wird hoffentlich in den nächsten Bänden noch ein wenig aufgeschlossener und vorurteilsfreier ihm fremden Menschen und Kulturen gegenüber.

Meine Empfehlung:
Die Reihe überrascht mich immer wieder mit einem ganz neuen, aussergewöhnlichen Fall und einem einzigartigen, im schönen Allgäu gelegenen Setting. In diesem Band besonders unterhaltsam gestaltet ist Kluftis geheime Jagd nach dem Dieb seines Autos.

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Veröffentlicht am 09.06.2024

Ein ganz anderer Krimi

Morden mit Maud
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Inhalt:
Dieser lose an die Kurzgeschichtensammlung "Alter schützt vor Morden nicht" anschliessende Erzählband lässt die neunundachtzigjährige Schwedin Maud in sechs aufeinander aufbauenden Geschichten ...

Inhalt:
Dieser lose an die Kurzgeschichtensammlung "Alter schützt vor Morden nicht" anschliessende Erzählband lässt die neunundachtzigjährige Schwedin Maud in sechs aufeinander aufbauenden Geschichten auf ihr bewegtes Leben zurückblicken. Schnell wird klar, dass unsere Protagonistin zwar alt, aber noch lange nicht senil ist. Vielmehr nimmt sie ihr Leben (und das Leben und Sterben anderer Menschen manchmal auch) selbst in die Hand und reist im abschliessenden und längsten Text nach Südafrika, wo sie ein wenig zufällig und unfreiwillig in eine Ermittlung gerät, mit der sie ausnahmsweise einmal (fast) nichts zu tun hat.

Meine Meinung:
Auch dieses Buch habe ich von der lieber Irene vom Blog Igelabooks erhalten und mit sehr viel Vergnügen gelesen. Es ist definitiv ein ganz aussergewöhnlicher Krimi mit einer sympathischen Protagonistin, die es faustdick hinter den Ohren hat. Und ja, auch wenn Maud immer mal wieder ein Verbrechen begeht, so tut sie dies doch immer irgendwie einem ganz strengen moralischen Kompass folgend.
Den ersten Band - von dem ich lange gar nichts wuste - habe ich nicht gelesen, das ist aber sicher auch gar nicht nötig, da darin wohl nicht nur Geschichten mit Maud, sondern auch mit anderen Figuren vorkommen. Ich habe ihn mir aber bereits auf die Wunschliste gepackt, da ich die kurzweilig erzählende Sprache von Helene Tursten sowie ihre genau beobachtenden Beschreibungen - unter anderem der Landschaft und Tierwelt Südafrikas - sehr mochte.

Meine Empfehlung:
Dieser Krimi ist wirklich einmal ganz etwas anderes und die unterhaltsamen und teilweise auch spannenden und kritischen Geschichten lassen sich sehr gut nebenher lesen. Von mir gibt es eine herzliche Empfehlung, ich werde auf jeden Fall weitere Bücher der Autorin lesen.

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