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Veröffentlicht am 09.10.2024

Wunderbares und spannendes Buch

Der Teepalast
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Der Teepalast von Elisabeth Herrmann ist mir auf einem Wühltisch von Thalia in die Hände gefallen. Das Cover hat mich direkt gelockt und nach der Inhaltsangabe auf der Rückseite war mir klar, das dieses ...

Der Teepalast von Elisabeth Herrmann ist mir auf einem Wühltisch von Thalia in die Hände gefallen. Das Cover hat mich direkt gelockt und nach der Inhaltsangabe auf der Rückseite war mir klar, das dieses Buch genau in mein Beuteschema, historischer Roman mit starker Frauenfigur fällt.

Die Geschichte spielt im 19. Jahrhundert und handelt von einer jungen Frau aus Friesland, die der Armut und Ungerechtigkeit in ihrer Heimat entfliehen will. Da sie durch einen Zufall an eine Münze geriet, mit der sie angeblich Teehandel mit China betreiben kann, macht sie sich auf den Weg ins Abenteuer in einer neue Welt.

Lene Vosskamp, die Teekönigin, wie sie von ihren Bewunderern genannt wird, berichtet im Prolog ihrer Enkelin Bettina von den Ursprüngen ihrer Leidenschaft für den Tee.

Durch ihre Erinnerungen zurück ins Jahr 1834 getragen, erfahren wir als Leser, wie alles in einer stürmischen Märznacht angefangen hat.
Schon gleich geht es spannend und dramatisch zu und für die junge Lene mit ihren knapp 18 Jahren wird sich das Leben drastisch verändern.
Doch allen Schicksalsschlägen zum Trotz, kämpft sie sich durch die Widrigkeiten.
Lernt neue Menschen, neue Orte, sogar neue Länder und deren Lebensweisen kennen und die Autorin lässt uns durch begeisternde Bilder, die vor dem inneren Auge entstehen, daran teilhaben.

Durch den Prolog wusste ich, das jedes der Abenteuer von Lene gut ausgehen muss, da sie sonst ihrer Enkelin nicht hätte davon berichten können. Das tat der Spannung jedoch keinen Abbruch, sondern schenkte mir eher die Zuversicht beim Lesen, das sie auch aus jedweder kritischen Situation wieder gesund hervor geht.

Toll fand ich die Szenen in China, die mir wirklich sehr viel Spannung brachten.

Leider kam mir das Ende zu abrupt. Ich hätte noch stundenlang weiter lesen können, um genauer zu erfahren was zwischen den Ursprüngen und der Gegenwart Lenes noch alles passiert war,

Ein Roman der mich regelrecht gefesselt hat.
Definitiv eines meiner Buchhighlights für 2024.

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Veröffentlicht am 17.09.2024

Ein zauberhaftes Buch

Der kleine Laden der unerfüllten Wünsche
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Nora löst den Haushalt ihrer Großeltern auf. Damit sie ordentlich viel Geld für ihre Mutter dabei herausschlagen kann beschließt sie im Erdgeschoss den Laden zu reaktivieren und gestaltet Schaufenster, ...

Nora löst den Haushalt ihrer Großeltern auf. Damit sie ordentlich viel Geld für ihre Mutter dabei herausschlagen kann beschließt sie im Erdgeschoss den Laden zu reaktivieren und gestaltet Schaufenster, die die Menschen verzaubern und in ihren Laden strömen lassen.

Mich hat der Titel gelockt. Wie kann ein Laden unerfüllte Wünsche wahr werden lassen, denn dann sind sie ja erfüllt,dachte ich mir.
Aber so wie Nora die Erinnerungen ihrer Großmutter und deren unerfüllte Wünsche in ihrem Laden präsentiert ist schon toll.

In diesem Buch scheint es in den einzelnen Kapiteln jeweils eigene Geschichten zu jedem Teil im Laden zu geben und doch sind sie , wie durch ein unsichtbares Band, alle miteinander verbunden.

Hier treffen wir auf Nora selbst, deren Mutter in der Weltgeschichte herum reist, um sich selbst zu finden.
Die ihre Großeltern schmerzlich vermisst und von ihren Freunden übel hintergangen wird.

Da ist Gemma, die das gleiche Schicksal wie Nora teilt. Deren Bruder Will, der seine große Liebe nicht vergessen kann und große Sorgen um seine pubertäre Tochter hat.

Dann sind da noch Fiona und ihr Koch Adonis, die Retter in der Not, die sich auch noch selbst retten müssen.

Michelle und Luke, deren Beziehung auch durch ein Trauma stark leidet.

Lukes Mutter, die mit ihrer Wohltätigkeit durch Nora an den Rand ihrer Möglichkeiten kommt.

Und so viele kleine Schicksalsgeschichten, die einen im Herz berühren und doch meist eine schöne, glückliche Wendung erfahren.

Ein Buch fürs Herz, so richtig zum dahinschmelzen.
Mir hat es sehr gut gefallen.

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Veröffentlicht am 18.08.2024

Zwei Leben

Und dahinter das Meer
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Beatrix wächst im London des zweiten Weltkriegs auf. Ihr Vater beschließt sie, während der Krieg tobt, zu einer fremden Familie in die USA zu geben. Eine Situation, die nicht nur Beatrix, sondern auch ...

Beatrix wächst im London des zweiten Weltkriegs auf. Ihr Vater beschließt sie, während der Krieg tobt, zu einer fremden Familie in die USA zu geben. Eine Situation, die nicht nur Beatrix, sondern auch ihren Eltern viel abverlangt.

Der Debütroman der Autorin konnte mich voll und ganz überzeugen.
Einfühlsam beschriebt sie die Zerrissenheit aller Betroffenen. Zum einen die Sorge von Beatrix Eltern das Richtige getan zu haben und auch in den Augen ihres Kindes bestehen zu können.
Zum anderen Beatrix, die sich in der neuen Welt schnell aufgenommen fühlt und Angst hat ihr altes Leben zu vergessen.

Dann die Gefühle ihrer Gastfamilie.
Mrs. G. , die sich neben ihren beiden Söhnen sehnlichst eine Tochter gewünscht hat und die in den Augen ihres Mannes Ethan Beatrix zu sehr vereinnahmt.

Mr.G. ,der auf seine Stille, besonnene Art Beatrix den Vater ersetzt, den sie schmerzlich vermisst.

Ihre Ersatzbrüder William und Gerald, die nicht nur ihren Alltag mit ihr Teilen, sondern ihr in den Sommermonaten, die die Familie auf einer eigenen Insel in Maine verbringt, zauberhafte Jugenderinnerungen schenken.

Der Roman springt aus der Gegenwart immer wieder in die Vergangenheit.
Diese Übergänge hat die Autorin geschickt gewählt, so das es ein perfekt abgerundeter Roman geworden ist.

Gerade gegen Ende hat er mich zu Tränen gerührt. Wenn ein Buch das schafft hat es von mir fünf Sterne verdient.

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Veröffentlicht am 07.08.2024

Ein Lebensrückblick

Die Schwestern von Marienfehn
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Hannah trifft im Altenheim auf ihre Vergangenheit in Form ihrer Schwester Rosie, mit der sie sich einst zerstritten hatte. So schwelgt sie in Erinnerungen und nimmt den Leser mit auf eine Reise in die ...

Hannah trifft im Altenheim auf ihre Vergangenheit in Form ihrer Schwester Rosie, mit der sie sich einst zerstritten hatte. So schwelgt sie in Erinnerungen und nimmt den Leser mit auf eine Reise in die Nachkriegsjahre und ihren Kampf in einer von Männern dominierten Zeit.

Das Cover zeigt schon gleich auf, das es sich um einen Roman aus der nahen Vergangenheit handelt. Zwei Frauen im Look der 50 er Jahre, unterwegs mit ihren Rädern. Da war ich sofort angefixt, da es genau meinem Lieblingsgenre zu entsprechen schien.
Nach dem Klappentext war mir klar, dass ich es lesen wollte.

Hannah hat es nicht leicht im Leben. Schon wieder ein Mädchen, dachten ihre Eltern, die eigentlich auf einen Hoferben gehofft hatten. Damit groß zu werden war für die kluge Hannah nicht einfach. Und trotzdem ging sie ihren Weg.
Leider war es für Frauen in der damaligen Zeit noch nicht einfach zu studieren und einen Beruf frei nach Wunsch zu wählen. So war es für Hannah typisch sich mit dem zweitbesten abzugeben. Das zog sich symptomatisch auch durch ihr Leben.

Ihre Schwester Rosie war da von ganz anderem Schlag. Sie versuchte ihre Sorgen immer wegzulachen. Ob sie damit glücklicher wurde müsst ihr selbst lesen.

Ich fand das Buch sehr unterhaltsam. Gut gewählt waren die Abschnitte der Vergangenheit in die Gegenwartsgeschichte eingewoben. So erfuhr ich als Leserin sehr viel aus der Vergangenheit der beiden Frauen.

Manches spannende, aber auch manches schockierende. Auch ein Bild der damaligen Zeit wurde gemalt, das mich auch in meine früheste Kindheit zurück versetze.

Mich hat der Roman gut unterhalten und ich konnte mich mit Hannah über kleine Siege freuen und mit ihr weinen, wenn sich die Welt mal wieder gegen sie verschworen hatte.

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Veröffentlicht am 24.07.2024

Man kann nie sämtliche Konsequenzen einer Entscheidung überblicken

Baskerville Hall - Das geheimnisvolle Internat der besonderen Talente
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Arthur Conan Doyle lebt mit seiner Familie in Edinburgh. Sein Vater ist Alkoholiker, weshalb Arthur sich als Ältester in der Pflicht sieht die Familie zu ernähren. Nach einer tollen Rettungsaktion bekommt ...

Arthur Conan Doyle lebt mit seiner Familie in Edinburgh. Sein Vater ist Alkoholiker, weshalb Arthur sich als Ältester in der Pflicht sieht die Familie zu ernähren. Nach einer tollen Rettungsaktion bekommt er aber die Gelegenheit die Weichen neu zu stellen. Er wird im Internat Bakerville Hall aufgenommen. Hier findet er nicht nur fünf tolle Freunde, die unterschiedlicher nicht sein könnten, sondern auch eine ganz andere Art des Lebens, einen Geheimbund, Feinde und vor allen Dingen keine ruhige Minute.

Das Cover hätte mich ehrlich gesagt als junger Leser nicht gelockt, da es zwar der Zeit der Handlung entspricht, aber deshalb auch etwas altbacken wirkt.

Dieses Kinderbuch für Menschen ab 10 Jahren konnte mich beim Lesen aber gleich packen und begeistern. Es erinnerte mich ein klein wenig an Harry Potter, wenn es auch hier im Internat nicht magisch, sondern eher phantastisch zugeht.



Arthur lernt den ruhigen Jimmie kennen, der nicht viel von seiner Vergangenheit Preis gibt. Außerdem trifft er auf Pocket, die die Taschen voll unterschiedlicher Sachen hat und eine Begeisterung für Elektrizität an den Tag legt, die sogar ihre Professorin begeistert. Dann wäre da noch Irene, deren Eltern angeblich Opernsänger sein sollen und die mehr weiß, als es auf den ersten Blick scheint. Und last but not least Grover, der ein morbides Hobby vorzuweisen hat und die Flöhe husten hören kann.

Diese fünf ganz unterschiedlichen Charaktere mischen die erste Klasse der Bakerville Hall ordentlich auf. Sie erleben ein Abenteuer nach dem anderen und machen sich auf ihrem Weg gewaltige Feinde.

Ich habe den ersten Band regelrecht durchsuchtet und konnte gar nicht aufhören. Immer getrieben von der Angst am Ende einen Cliffhanger zu erleben. Aber nein, es klärt sich alles weitestgehend auf , und doch bleibt ausreichend offen, um gespannt auf den zweiten Teil zu warten, der im Frühjahr 25 erscheinen soll.

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