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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.09.2024

Alice und die sprechenden Tiere

Die außergewöhnlichen Abenteuer der Alice Tonks
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Ein Buch mit einem sehr schön gestalteten Cover; bunt, ein bisschen frech aber nicht überladen. Die Umrahmung zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Buch und hat natürlich eine Bedeutung ...

Ein Buch mit einem sehr schön gestalteten Cover; bunt, ein bisschen frech aber nicht überladen. Die Umrahmung zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Buch und hat natürlich eine Bedeutung die hier aber nicht verraten wird. Eine Geschichte die sowohl für Jungs als Mädchen interessant und geeignet ist. Lesealter von 10 Jahren ist hier gut gewählt, ist aber auch für ein bisschen Ältere bestens geeignet. Schon ein bisschen anspruchsvoller geschrieben aber trotz allen eine schöne kindgerechte Sprache mit nicht zu langen Kapiteln welche die Spannung über die gesamte Länge des Buches aufrecht erhalten.

Heldin des Buches ist ein autistisches Mädchen , deren Autismus aber nicht vordergründig zur Sprache gebracht wird sondern eher als anders dargestellt wird. Und dieses Anderssein wird hier sehr positiv, sehr authentisch und unheimlich liebenswert und "normal" dargestellt. Aber auch andere schwerwiegende Erkrankungen (Depressionen einer Mutter eines Mitschülers), Mobbing und das Leben als Außenseiter in einer Klassengemeinschaft werden thematisiert. Zwar sehr unterschwellig, so dass es den kleinen Lesern gar nicht unbedingt bewusst wird, aber so, dass sich das ein oder andere Kind hier gut wiederfinden kann. Sehr einfühlsam gelöst.

Die Geschichte selbst ist in sich stimmig, kindgerecht und spannend. Gerne würden wir ein weiteres spannendes Abenteuer mit Alice erleben wollen und würden uns über eine Fortsetzung sehr freuen.

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Veröffentlicht am 10.08.2024

Spannend und solide

Glutmoor (Janosch Janssen ermittelt 2)
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Ich habe Teil 1 mit diesem Ermittlerduo nicht gelesen, bin aber trotzdem schnell mit den Figuren warm geworden; ich hatte auch nicht das Gefühl, dass mir wichtige Hintergrundinformationen fehlen. ...

Ich habe Teil 1 mit diesem Ermittlerduo nicht gelesen, bin aber trotzdem schnell mit den Figuren warm geworden; ich hatte auch nicht das Gefühl, dass mir wichtige Hintergrundinformationen fehlen. Die Bücher können also unabhängig voneinander gelesen werden. Band 1 werde ich mir aber trotzdem noch holen, einfach weil der Autor einen schönen, klaren und mitreißenden Schreibstil hat.
Die Geschichte wird sehr realistisch dargestellt, genau mit dem richtigen Spannungsaufbau, so dass es von Anfang bis Ende glaubwürdig bleibt. Immer wieder wird man mit kleinen Ausflügen in die Vergangenheit auf eine neue Spur geführt. Der "Fall" nimmt dadurch einige nicht vorhersehbare Wendungen, welche aber immer begründet und nachvollziehbar dargestellt werden. Das Ende hat mich dann doch etwas überrascht - hatte ich so nicht auf dem Schirm; aber gut gelöst.
Sämtliche Protagonisten agieren mit dem richtigen Maß an Einfühlsamkeit und Professionalität und wirken dadurch sehr menschlich.
Für diesen gelungenen soliden Krimi mit dem nötigen Spannungsfeld möchte ich daher eine klare Leseempfehlung geben.

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Veröffentlicht am 04.08.2024

Büchermagie

Die magische Bibliothek der Buks 1: Das Verrückte Orakel
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Vorweggenommen muss ich sagen, dass dieses Kinder-/Jugendbuch mein bisheriges Lesehighlight für dieses Jahr war. Spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Aber auch eine erschreckende Vorstellung ...

Vorweggenommen muss ich sagen, dass dieses Kinder-/Jugendbuch mein bisheriges Lesehighlight für dieses Jahr war. Spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Aber auch eine erschreckende Vorstellung wenn ein derartiges Szenario, eine Welt ohne Bücher, Wirklichkeit wird. Am Rande davon bewegen wir uns ja schon - alles digital und mit absoluter Kontrolle. Selbst meine Enkeltochter fand die Vorstellung so zu leben wie die 4 Protagonisten - ohne Bücher und alles am Handy überwacht - gruselig.
Die Geschichte der 4 Freunde die sich etwas rebellisch gegen diese Kontrolle auflehnen und die Magie der Bücher in einem von Menschen verlassenen und von Bücherbuks bewachten alten Haus kennenlernen wird auf eine eigene spannende und magische Art und Weise erzählt. Immer wieder werden die kleinen Leser mit Anspielungen auf bekannte Bücher sowie Buchklassiker konfrontiert die einem erwachsenen Leser natürlich sofort ins Auge springen aber die jungen Leser auch zum Nachfragen anregen. Auch die Namen der kleinen Buchbuks sind lustig und äußerst passend gewählt.

Schade fanden wir, dass das Ende so sehr offen gelassen wird da es bis zum erscheinen von Band 2 im Frühjahr 2025 doch noch recht lange ist. Wir erwarten die Fortsetzung der Geschichte auf alle Fälle mit viel Spannung.
Wir vergeben fünf Sterne plus.


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Veröffentlicht am 01.08.2024

Schwere Zeiten für Frauen

Im Nordwind
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Und wieder ein gewaltiger und mitreißender Roman der Autorin der uns in die Anfänge des letzten Jahrhunderts schickt. In gewohnt ausführlich und gut recherchierter Miriam-Georg-Manier werden ...

Und wieder ein gewaltiger und mitreißender Roman der Autorin der uns in die Anfänge des letzten Jahrhunderts schickt. In gewohnt ausführlich und gut recherchierter Miriam-Georg-Manier werden wir ins traditionelle hanseatische Hamburg entführt. Sehr lebendig und atmosphärisch wechselt sie im Leben der Hauptprotagonistin immer wieder in deren Kindheit auf dem Land zurück. So ergibt sich ein umfassendes Bild von Alice mit all ihren Problemen, ihrer Sturheit aber auch ihren Hoffnungen und Sehnsüchten. Aber auch die Problematiken der damaligen Gesellschaftsschichten - gebildet/ungebildet, arm/reich, herrschaftlich/untertänig, städtisch/ländlich und nicht zuletzt sesshaft/fahrendes Volk - werden thematisiert und stellen dies sehr anschaulich, und in vielen Nebencharakteren, dar. Sehr lebendige Figuren werden gezeichnet und runden diesen Roman sehr authentisch ab.
Geschichte in vielen Facetten wird hier mal wieder aufgezeigt, allen voran: die Rechte der Frauen, juristische Geschichte des Scheidungsrechts, Brauereigeschichte sowie die Geschichte des Hamburger Doms ohne dies alles zu beschönigen.

Miriam Georg ist hier wieder einmal ein aufschlussreicher, dramatischer und bildgewaltiger Roman der den Alltag wiederspiegelt gelungen, den man nicht aus der Hand legen kann und sehnsüchtig den Oktober herbeisehnt um in Band 2 zu erfahren wie sich das Leben von Alice, John, Rosa, Henk und den andern (auch vor dem Hintergrund des drohenden bevorstehenden 1. Weltkrieges) weiterentwickelt;

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Veröffentlicht am 20.06.2024

Das andere Bullerbü

Das Baumhaus
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Ein Buch bei dem bereits das Cover sehr atmosphärisch ist - Schriftzug/Titel sowie die Buchseiten in neongrün machen dieses Buch zu einem Hingucker im Regal zu dem man einfach greifen muss. Und ...

Ein Buch bei dem bereits das Cover sehr atmosphärisch ist - Schriftzug/Titel sowie die Buchseiten in neongrün machen dieses Buch zu einem Hingucker im Regal zu dem man einfach greifen muss. Und dieser Griff hat sich (für mich) definitiv gelohnt.

Vollkommen harmlos fängt die Autorin mit 3 verschiedenen Erzählsträngen an, diese haben erst mal gar nichts gemeinsam.
Auf allen Erzählsträngen werden sämtliche Charaktere, auch die etwas Ungewöhnlichen, sehr facettenreich dargestellt. Und ganz allmählich, ganz ruhig - fast unsichtbar - werden die Kreise mit einigen Überschneidungen der einzelnen Stränge miteinander verwoben. Gleichzeitig zieht sich die Schlinge um den/die Täter immer enger zu.
Die Autorin schafft es sehr atmosphärisch, mit vielen Zwischentönen, einem Umeinanderkreisen und verweben, geschickt, ohne aufgesetzt oder gar realitätsfremd zu wirken, immer mehr Spannung aufzubauen.

Aber wirklich erst gegen Ende fügen sich die Stränge zu einem starken Tau zusammen und alles ist auf einmal vollkommen logisch. Trotzdem dürfte den einen oder anderen das Ende überraschen.

Die Autorin hat es mit ihrem leichten Schreibstil (wieder einmal) geschafft ein schwieriges Thema in einen ungewöhnlichen Thriller mit Gänsehautfeeling zu packen.
Für mich mein bisheriges diesjähriges Lesehighlight.


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