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Veröffentlicht am 11.08.2024

Seelische Abgründe und panische Krähen

Krähentage
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Meine Meinung:

Seelische Abgründe und panische Krähen

Das Ermittlerduo Jakob Krogh und Mila Weiss, aus der Ermittlergruppe 4, haben wahrlich nicht genug Zeit, sich erstmal richtig kennenzulernen. Ein ...

Meine Meinung:

Seelische Abgründe und panische Krähen

Das Ermittlerduo Jakob Krogh und Mila Weiss, aus der Ermittlergruppe 4, haben wahrlich nicht genug Zeit, sich erstmal richtig kennenzulernen. Ein Serienmörder treibt sein Unwesen. Seine Opfer bekommen erst K.-o.-Tropfen, bevor sie bestialisch ermordet werden. Bei jedem Mordopfer befinden sich Krähen, die total verzweifelt in den Wohnungen der Opfer herumflattern. Sie versuchen auch die Ermittler anzugreifen. Aber warum wird jedes Todesopfer von sämtlichen Menschen nach ihrem Tod gesehen? Warum verhalten sich Krähen dermaßen panisch?

Der Schreibstil liest sich wie Butter. Von Anfang herrscht eine düstere Atmosphäre. Man weiß von Anfang an, wer die Verbrechen begangen hat. Das Wieso treibt einen durch die Seiten. Jakob und Mila haben beide ihr Päckchen zu tragen. Das fand ich sehr klischeehaft, da fast in jedem Thriller oder Krimi Ermittler ihre geheimen Sorgen haben, die sie erstmal verschweigen.
Jakobs Frau ist Künstlerin und lebt mit ihrem gemeinsamen Sohn in seinem Haus am Meer. Beide akzeptieren eine vorübergehende Trennung, um ihren Berufen nachzugehen. Telefonieren fast täglich miteinander. Mila hat im Kofferraum ihres Autos ein Cello. Seiner Frage, ob sie darauf noch spielt, weicht sie aus. Viel Zeit für persönliche Belange bleibt eh nicht, da sich die grausamen Mordfälle häufen. Mit immer mehr Krähen ...

Es gab einige Szenen, die mir das Blut in den Adern gefrieren lassen haben. Manchmal wurde mir richtig übel. Es scheint sich um einen Verwandlungskünstler zu handeln. Ein Mensch, der jedem seiner Opfer bis aufs Haar gleicht und exakt ihre Stimmen imitieren kann. Ein Muster ist bei den Morden erstmal nicht zu erkennen. Derdie Täterin scheint unwillkürlich auszuwählen.

Die Auflösung der Morde ist superspannend. Die Geschichte entwickelt eine Eigendynamik, der ich mich nicht mehr entziehen konnte. Doch nicht alles kam so, wie ich vermutet hätte. Die Auflösung könnte raffinierter nicht sein. Einzig Jakob hat mich ziemlich am Ende sehr enttäuscht. Ich fand seine persönliche Geschichte an den Haaren herbeigezogen.

Fazit:

Ein rasanter Thriller, auf dessen Fortsetzung ich sehr gespannt bin. Danke Benjamin Cors.

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Veröffentlicht am 11.08.2024

Tiefgreifende Geschichte

Demon Copperhead
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Meine Meinung:

Tiefgreifende Geschichte

Es gibt Bücher, um die kommt man irgendwie nicht herum. Demon Copperhead gehört definitiv dazu. Mag ich Geschichten über Football? Eigentlich nicht. Es kommen ...

Meine Meinung:

Tiefgreifende Geschichte

Es gibt Bücher, um die kommt man irgendwie nicht herum. Demon Copperhead gehört definitiv dazu. Mag ich Geschichten über Football? Eigentlich nicht. Es kommen jedoch viele andere Themen hinzu, die mich absolut fesseln konnten. Demons Geschichte, was Football betrifft, wurde in epischer Breite dargestellt. Sein Schicksal hat mich dennoch sehr berührt. Man nannte die Bewohner von Virginia Hillbillys. Der politische Hintergrund dazu findet im späteren Verlauf Beachtung.

Demons Geburt findet auf dem Fußboden eines Trailers statt. Mitten in den Wäldern Virginias führt er ein trostloses Leben mit seiner drogensüchtigen Mutter. Als diese stirbt, kommt er in eine Pflegefamilie. Vom Regen in die Traufe. Stets hungrig und grenzenlos alleine.

Die Vermieter wohnen nebenan und sind stets für ihn da. Jedoch können die Peggots ihn nicht ganz bei sich aufnehmen, da sie sich dafür zu alt fühlten.

Sehr detailliert lässt uns Barbara Kingsolvers an Demons Leben teilnehmen. Es ist von Schmerz und Drogen geprägt. Seine große Liebe steht unter einem schlechten Stern. Dennoch gibt es immer wieder Hoffnung auf ein besseres Leben für Demon. Beim Comic zeichnen ist er ein Genie. Eine Knieverletzung führt ihn in die Tabletten und Drogensucht. Er vergisst zeitweise Menschen, die ihm nur Gutes wollen. Wie sollte es auch anders sein. Zu oft muss er alleine klarkommen und verliert Menschen, die er liebt. Eine toxische Freundschaft stürzt Menschen ins Unglück, an denen Demon sehr viel liegt. Er wird beklaut und an verschiedenen Arbeitsplätzen ausgenutzt. Schmeißt die Schule und verrichtet Hilfsarbeiten. Sein Vater starb vor seiner Geburt. Seine Mutter vertraute auch oftmals den falschen Menschen. Devils Bathub ist ein magischer Ort, der ihm seinen Vater genommen hat. Ich konnte mir die Wälder, Seen, Felsen und den Wasserfall bildlich vorstellen. Was im späteren Verlauf an diesem wunderschönen Ort passiert, hat mich fassungslos gemacht.

Demons Kampf um ein besseres Leben hat mich nicht kaltgelassen. Was er in jungen Jahren schon erleben musste, würde für drei weitere Leben reichen. Demon geht durch die Hölle. Doch immer wieder kommt auch ein Stück blauer Himmel zum Vorschein. Ich habe mit Demon gebangt und gehofft. War mir bis zum Ende nicht sicher, ob er sein Leben in den Griff bekommen wird.

Das Buch enthält viele wichtige Themen. Vorurteile, Drogensucht und ein System, das verwaisten Kindern und Jugendlichen keine richtige Hilfe bietet. Der Schreibstil ist sehr bildlich und leicht zu lesen. Für meinen Geschmack hätten es 200 Seiten weniger interessanter gemacht. Manches wurde unnötig in die Länge gezogen. Dennoch hat mich die Geschichte sehr berührt.

Fazit:

Die Geschichte spielt überwiegend in den Wäldern Virginias. Demon kommt in den Genuss von Nachbarschaftshilfe. Dennoch muss er seinen Weg alleine finden.

Es ist die Geschichte von einem jungen Mann, der verzweifelt nach der Berechtigung seines Daseins sucht. Die Frage, ob er sie findet, macht den Reiz dieses Buches aus. Seine Verluste sind tragisch. Sein gutes Herz berührt. Von mir, trotz Kritikpunkte, eine Empfehlung. Danke Barbara Kingsolvers.

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Veröffentlicht am 06.07.2024

Ein Ende, das mir im Gedächtnis bleiben wird

Insight – Dein Leben gehört mir
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Meine Meinung:
Ein Ende, das mir im Gedächtnis bleiben wird
Mit Valerie Sophie hat die Autorin eine innerlich zerrissene junge Frau geschaffen. Ich konnte sie gut leiden. Das dürfte ...

Meine Meinung:
Ein Ende, das mir im Gedächtnis bleiben wird
Mit Valerie Sophie hat die Autorin eine innerlich zerrissene junge Frau geschaffen. Ich konnte sie gut leiden. Das dürfte schon alleine der innigen Liebe zu ihrer Dackel Hündin Bella geschuldet sein.

Was Valerie erleben musste ist der Albtraum jeder Influencerin. Erst klaut ihr eine andere Influencerin ihre Idee für eine neue Cosmetic Line und dann erscheint auch noch ein Deepfake von ihr, bei dem sie zugibt, selbst die Idee geklaut zu haben.

Sie erhält Briefe und Mails, bei der ihr immer wieder gedroht wird mit den Worten: >>Ich kenne dein kleines Geheimnis!<<

Die Polizei und auch ihr Manager sind der Meinung, dass solche Dinge bei einer Berühmtheit im Netz ganz normal sind. So schön, berühmt und beliebt wie Valerie, möchte wohl fast jeder gerne sein. Viele Follower, Kommentare und die für Instagram so beliebten Herzchen, lassen Bloggerherzen höher schlagen. In dieser Geschichte kommt jedoch klar zum Vorschein, wie oberflächlich Internet sein kann. Wie die große Beliebtheit wegen eines gefakten Videos total ins Gegenteil umschlägt.

Auf den verschiedensten Plattformen zeigte Valerie nur Beiträge, die sie als glückliche und vom Erfolg verwöhnte junge Frau darstellen. Eine Frau, die Hilfe bei dem ehemaligen Mitschüler und Polizisten Paul sucht, nachdem sie auch noch gestalkt wird. Dabei kommen sie sich näher, als für die momentane Situation gut ist ....

Ich habe dieses Buch wahnsinnig gerne gelesen. Es gibt für mich jedoch einen Wermutstropfen, den ich gleich noch erwähnen werde. Der Schreibstil ist einfach und flüssig gehalten. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen. Noch nie habe ich bei einem Thriller so viele Protagonisten verdächtigt. Beinahe wäre ich als Leserin die einzige Nicht-Verdächtige gewesen. Der gesamte Aufbau der Geschichte ist total raffiniert. Die Ängste von Valerie sind zwischen den Zeilen spürbar. Ihre Geheimnisse aus der Vergangenheit geben der Geschichte einen zusätzlichen Kick. Die Trennung von ihrem Freund und Mitblogger Alex, macht sie zusätzlich verletzbar. Die Personen kommen authentisch daher. Das Setting spiegelt das wunderschöne Köln wider. Die Geschichte hätte aber auch gut in New York spielen können.

Nun zu meinem Kritikpunkt. Die Liebesszenen fand ich größtenteils unpassend. Sie haben stellenweise, (für meinen Geschmack) nicht ins Geschehen gepasst. Bis auf eine Einzige, die sich im Nachhinein als wirklich raffinierter Schachzug erweisen sollte. Nicht alles erscheint logisch. Aber mal ehrlich, wann ist das bei einem Thriller schon der Fall? Und nun lehne ich mal ganz weit aus dem Fenster heraus. Als Thriller, mit einer kleinen Liebesromanze, hätte mir das Buch wesentlich besser gefallen. Antonia Wesseling hat das Zeug dazu, einen Thriller ala Fitzek zu schreiben. Mir ist natürlich schon klar, die Zielgruppe ist hauptsächlich eine jüngere Leserschaft.

Insgesamt kann ich eine Empfehlung aussprechen. Viele wichtige Themen rund ums Internet und Journalismus werden auf interessante Art und Weise beleuchtet. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt. Mein absoluter Liebling ist die Dackel Hündin Bella. Das Cover und der wunderschöne Buchschnitt sind erwähnenswert, beeinflussen aber meine Bewertung nicht. Das Nachwort macht mir die Autorin sehr sympathisch. Gerne vergebe ich knappe 4 Sterne.

Danke Antonia Wesseling. Ich hatte spannende Lesestunden.

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Veröffentlicht am 26.05.2024

Wie würde ich mich entscheiden?

Wir werden jung sein
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Meine Meinung:
Wie würde ich mich entscheiden?

Dieses Buch hat mich mit voller Wucht mitgerissen. Ich bin ja ein absoluter Gegner der Genmanipulation. Doch, wie würde ich mich entscheiden, wenn dadurch ...

Meine Meinung:
Wie würde ich mich entscheiden?

Dieses Buch hat mich mit voller Wucht mitgerissen. Ich bin ja ein absoluter Gegner der Genmanipulation. Doch, wie würde ich mich entscheiden, wenn dadurch mein eigenes Leben gerettet würde?

Wir erleben jedes Kapitel aus der Sicht einer anderen Person. Besonders die Kapitel der Probanden fand ich spannend. Was das Buch jedoch ausmacht, ist der Stoff zum diskutieren und Gedanken machen.


Die Erlebnisse der vier Probanden scheinen nicht aus dieser Welt zu sein. Oder doch? Die Forschung ist ja mit der Gentechnik schon ziemlich weit vorangekommen. Könnte man vielleicht Herzkrankheiten, Krebs und andere Krankheiten schon längst heilen? Sämtliche Organe verjüngen?Ließe sich die Gentechnik nutzbringend anwenden? So meine Gedanken. Aber wäre dann die überbevölkerte Erde nicht zusätzlich strapaziert? Fragen über Fragen, die so einfach nicht zu beantworten sind.

Vor allem, wären solche Medikamente für jeden Menschen mit Sicherheit nicht zugänglich. Würden sie doch unsere Zweiklassenmedizin eventuell noch stärker zum Vorschein bringen.


Wie die vier Probanden in der Berliner Charité zueinander finden, ist ein sehr emotionaler und spannender Bestandteil der Geschichte. Der Schreibstil ist sehr flüssig. Auch wenn ich das Buch mal für einige Stunden aus der Hand gelegt habe, war ich dennoch mitten im Geschehen. Der Autor bringt die Hoffnungen und Ängste der Menschen klar zum Ausdruck. Ethische Fragen werden aufgeworfen. Vor allem bleibt man als Leser nicht verschont. Jedes gesundheitliche Problem der Probanden könnte ja das Eigene sein.

Fast alles in diesem Buch klang für mich sehr einleuchtend. Eine Szene fand ich jedoch total an den Haaren herbei gezogen. Ich möchte darauf nicht näher eingehen, da ich sonst spoilern würde.

Trotz meines Kritikpunktes kann ich eine absolute Empfehlung aussprechen und 4 1/2 Sterne vergeben.


Danke Maxim Leo. Ich hatte total spannende und emotionale Lesestunden.

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Veröffentlicht am 16.05.2024

Bezaubernde Geschichte und das Cover ist eine Sünde wert

Das Mondscheincafé
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Meine Meinung
Bezaubernde Geschichte und das Cover ist eine Sünde wert
Ich bin keine Katzenhalterin. Mit Astrologie befasse ich mich auch sehr wenig. Mir ist nur aufgefallen, dass Menschen, mit den gleichen ...

Meine Meinung
Bezaubernde Geschichte und das Cover ist eine Sünde wert
Ich bin keine Katzenhalterin. Mit Astrologie befasse ich mich auch sehr wenig. Mir ist nur aufgefallen, dass Menschen, mit den gleichen Sternzeichen, sämtliche Eigenschaften gemeinsam haben. Habt Ihr euch eigentlich schon mal gefragt, warum sämtliche Dinge jahrelang total angesagt sind und dann von niemandem mehr gewollt? Ihr werdet jetzt bestimmt sagen; der Mensch will Abwechslung. Das stimmt schon. Aber nicht nur der ....

Die Sterne spielen eine große Rolle. Die Erklärungen dazu lest Ihr am besten selber. Die Autorin kann das viel besser als ich, da sie Astrologie studiert hat. Dann erfahrt Ihr auch, welchem Planeten ihr zugeordnet seid. Die Geschichte ist einfach nur bezaubernd. Das Mondscheincafé hat keinen festen Stammplatz. Es taucht völlig unerwartet irgendwo auf, wo es ein Mensch dringend braucht. Dort kann nichts bestellt werden. Im Mondscheincafé arbeiten große Katzen, die jedem die für ihn passenden Speisen und Getränke servieren. Mit ihren Weisheiten helfen die Katzen Menschen, die in ihrem Leben in einer Sackgasse stecken.

Die Protagonisten kommen alle sehr sympathisch und authentisch daher. Der Schreibstil unterstreicht die märchenhafte Atmosphäre, die das Mondscheincafé ausstrahlt. Der erste Besuch im Café konnte mich richtig verzaubern. Alle weiteren Besuche fand ich auch gut, obwohl mich da die Astrologie ein kleines bisschen überfordert hat. Da macht ein zweites mal lesen auf alle Fälle Sinn.

Richtig gut fand ich, wie alle Café Besucher miteinander verbunden sind. Ein richtig schönes Ende, das mich mit meinem Mangel an Astrologie Kenntnissen, wieder versöhnt hat. Pianoklänge unterm Sternenhimmel haben mir Gänsehaut beschert.

Von mir eine absolute Empfehlung und 4.1/2 Sterne. Auch Leser ohne Katzen und Interesse an Astrologie, werden eine wahre Freude mit dieser bezaubernden Geschichte haben. Danke Mai Mochizuki. Liebe Grüße vom Saturn ❤️

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