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Veröffentlicht am 19.02.2026

Gemütlicher Krimi aus dem Bonn der 70er-Jahre

Heiße Nächte im alten Bonn
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In diesem eher gemütlichen historischen Kriminalroman entführt uns die Autorin Gudrun Leyendecker in das Bonn des Jahres 1974 und lässt dort eine Hobby-Ermittlerin in zwei mysteriösen Mordfällen ermitteln.

Als ...

In diesem eher gemütlichen historischen Kriminalroman entführt uns die Autorin Gudrun Leyendecker in das Bonn des Jahres 1974 und lässt dort eine Hobby-Ermittlerin in zwei mysteriösen Mordfällen ermitteln.

Als die Buchbinderin Clio eher zufällig auf einen mysteriösen Papierschnipsel mit kryptischem Inhalt stößt, ist ihre Neugierde sofort geweckt. Da die Polizei aber zunächst wenig Interesse an ihrem Fund zeigt, macht sie sich selbst ans Werk, Licht ins Dunkel zu bringen. Und tatsächlich gab es gerade erst zwei ungeklärte Todesfälle, die durchaus in Verbindung zu ihrem Fund stehen könnten. Kommissar Horst Wintertag ist von der unerwünschten Einmischung zwar genervt, macht aber gute Miene zum bösen Spiel, da ausgerechnet Clios Freundin Anna seine Traumfrau ist und er diese nicht verschrecken will.

Mit einem durchaus packenden Schreibstil treibt die Autorin ihre gut aufgebaute Geschichte voran und lässt dabei das typische Lebensgefühl der 70er-Jahre vor unseren Augen auferstehen. Echte Spannung kommt dabei zwar erst beim Showdown auf, da die Ich-Erzählerin Clio eher über ihre Nachforschungen berichtet als uns Leser wirklich daran teilhaben zu lassen, die Geschichte punktet aber vor allem durch die stimmungsvolle Atmosphäre und die gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Geschickt baut sie dabei einige tatsächliche Ereignisse aus der damaligen Zeit in das Geschehen ein und sorgt so für eine stimmungsvolle Kulisse. Auch die Auflösung ist durchaus gelungen und lässt keine wesentlichen Fragen offen.

Wer auf historische Kriminalromane steht und es dabei eher gemütlich mag, wird hier gut bedient und unterhalten. In Sachen Spannung konnte mich das Buch allerdings nur bedingt überzeugen.

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Veröffentlicht am 09.09.2025

Solider Kriminalroman aus Südtirol

Teufel, tanz mit mir!
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In diesem Kriminalroman schickt die Autorin Simone Dark ihre beiden Ermittler Filippo Magnabosco und Carmela Pasqualina aus Bozen in ihren vierten Fall und konnte mich dabei leider nicht komplett überzeugen. ...

In diesem Kriminalroman schickt die Autorin Simone Dark ihre beiden Ermittler Filippo Magnabosco und Carmela Pasqualina aus Bozen in ihren vierten Fall und konnte mich dabei leider nicht komplett überzeugen. Dennoch bietet das Buch solide Krimiunterhaltung.

Für mich war es dabei die erste Begegnung mit den beiden Ermittlern und ich hatte nicht das Gefühl, dass mir hier Vorkenntnisse aus den ersten drei Bänden fehlen würden, auch wenn ich vielleicht nicht jede Anspielung auf vorherige Ereignisse direkt verstanden habe. Alle für das Verständnis erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören.

Nicht einmal auf ihrer eigenen Hochzeit werden Filippo und Carmela vom Verbrechen in Südtirol verschont. Als in einer Burgruine die Leiche eines jungen Mannes gefunden wird, können sich die beiden Ermittler nur noch schnell das Ja-Wort geben, bevor sie schon an den Tatort eilen. Die Mordmethode ähnelt einem alten Hexenritual und es mangelt auch nicht an Verdächtigen, einer davon ist sogar ein Nachfahre von Sigmund Freud.

Die Autorin verfügt über einen packenden Schreibstil und legt hier eine grundsätzlich gut aufgebaute Geschichte mit einigen überraschenden Wendungen vor. Zudem hat sie, wie das Literaturverzeichnis am Ende belegt, intensiv zum Thema der Hexenverfolgung und zu den drei Hexenmeistern aus Südtirol, die im Rahmen der Geschichte immer wieder auftauchen, recherchiert. Leider kommt dies aber auf den knapp über 200 Seiten des Buches nicht wirklich zum Tragen und wirkt so in der Summe ein wenig unausgegoren. Meiner Meinung wird hier einiges an Potential, dass in der Grundidee steckt, nicht genutzt. Die Hauptfiguren sind durchaus gut gezeichnet und vielschichtig angelegt, während es den Nebenfiguren doch so ein wenig an Tiefe fehlt. Im Showdown bekommen wir dann eine überraschende, aber dennoch schlüssige Auflösung präsentiert, die mich noch ein wenig mit dem Buch versöhnen konnte.

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Veröffentlicht am 11.10.2024

Spannender Kriminalroman aus dem Ruhrgebiet

Eric Holler: Blau und Weiß
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Mit diesem Kriminalroman legt der Autor Roman Just den zweiten Band der 2. Staffel und damit den insgesamt achten Band seiner Gelsenkrimi-Reihe um den Ermittler Eric Holler vor, einen ehemaligen CIA-Agenten, ...

Mit diesem Kriminalroman legt der Autor Roman Just den zweiten Band der 2. Staffel und damit den insgesamt achten Band seiner Gelsenkrimi-Reihe um den Ermittler Eric Holler vor, einen ehemaligen CIA-Agenten, der sich nun als Privatdetektiv in Gelsenkirchen niedergelassen hat. Dabei konnte er mich zwar nicht komplett überzeugen, unter dem Strich aber doch gut und spannend unterhalten.

Für mich war es die zweite Begegnung mit dem unkonventionellen Ermittler und ich hatte nicht das Gefühl, dass mir hier wesentliche Vorkenntnisse aus den weiteren Bänden der Reihe fehlen würden, auch wenn ich sicherlich nicht jede Anspielung auf vorangegangene Ereignisse direkt verstanden habe. Grundsätzlich werden aber alle für das Verständnis erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Zudem beginnt das Buch mit einer kleinen Rückblende auf den letzten Fall, bevor dann die neue Ermittlung in den Vordergrund rückt.

Diesmal lässt sich Eric Holler von Georg Himmelreich, dem neuen Kommissariatsleiter in Gelsenkirchen-Buer, zu einem riskanten Undercover-Einsatz überreden. Er soll sich in den Fanclub „Blau-Weiß-Schützenfest“ einschleusen, der im Verdacht steht, in allerlei kriminelle Aktivitäten verwickelt zu sein. Verbindungsbeamter soll sein alter Bekannter, der derzeit noch vom Dienst freigestellte Kriminalhauptkommissar Manfred Werthofen sein. Als bekennender Fan des FC Schalke 04 stellt die Aufgabe für Eric eigentlich kein großes Problem dar. Wenn er allerdings geahnt hätte, dass Himmelreich durchaus eigene Interesse mit dem Auftrag verbindet, hätte er vielleicht doch die Finger davongelassen.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und liefert am Ende eine schlüssige Auflösung, die keine wesentlichen Fragen offenlässt. Während es ihm dabei schnell gelingt, Spannung aufzubauen, bleibt die Figurenzeichnung auf den 146 Seiten des Buches etwas auf der Strecke. Nur bei den wesentlichen Hauptfiguren gelingt es ihm, ihnen Kontur zu verleihen, die übrigen Protagonisten bleiben dagegen ziemlich schablonenhaft und es fehlt auch deutlich an Tiefe. Ein gelungenes Gimmick stellt der Aufbau des Buches dar, dass in vier Akte eingeteilt ist und in den jeweiligen Kapitelüberschriften Begriffe aus der Welt des Fußballs und der von klassischen Vereinen im Allgemeinen verwendet.

Trotz der angesprochenen Kritikpunkte bleibt unter dem Strich aber ein kurzweiliger Kriminalroman, der mit seinem doch vergleichsweise eher geringen Umfang eine ordentliche Portion Spannung für Zwischendurch liefert und sich gut an ein oder zwei Abenden weglesen lässt.

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Veröffentlicht am 12.08.2024

Packender Roman rund um eine Ausbildungseinheit der Polizei

Der Alphabulle
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Mit diesem Buch legt Jo Harper (Ob es sich hier um eine Autorin oder einen Autor handelt, liegt noch im Dunkeln.) einen spannenden Roman vor, der im Dreiländereck Bayern, Hessen und Thüringen angesiedelt ...

Mit diesem Buch legt Jo Harper (Ob es sich hier um eine Autorin oder einen Autor handelt, liegt noch im Dunkeln.) einen spannenden Roman vor, der im Dreiländereck Bayern, Hessen und Thüringen angesiedelt ist. Der Ort Schwarzborn und die Ausbildungseinheit der Polizei sind allerdings fiktiv, nur das Schwarze Moor existiert tatsächlich

Als Informationen durchsickern, dass die Ausbildungseinheit auf der politischen Streichliste steht, sucht die Führungsgruppe der Abteilung nach einem Weg, das Aus noch abzuwenden. Besonders Juliane Schulze, die einzige Frau in der Runde, versucht, die verkrusteten Strukturen aufzubrechen und neue Wege zu gehen, stößt dabei aber auf erbitterten Widerstand der älteren Kollegen. Als der Doktorant Jonas Tiedgen aus dem Bereich Medienmanagement, der ihnen zur Unterstützung zugeteilt wurde, eine Strategie entwickelt, in der ihr Kollege Rick Bär als AlphaBulle aufgebaut werden soll, ist Juliane skeptisch. Wird sich Rick wirklich darauf einlassen ? Und ziehen die Mitglieder der Gruppe überhaupt an einem Strang oder verfolgen einige ihre ganz eigenen Ziele ?

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt Jo Harper die gut aufgebaute Geschichte voran. Obwohl diese im Umfeld der Polizei angesiedelt ist, handelt es sich hier nicht um einen Krimi im herkömmlichen Sinne. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Charakteren in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Da es sich hier ganz offensichtlich um den Auftaktband einer neuen Reihe handelt, werden bei der Vorstellung der Protagonisten viele Dinge nur angerissen und es bleiben einige Hintergründe im Dunkeln. Dies konnte mich aber durchaus auf weitere Romane aus diesem Setting neugierig machen. Die allzu heroische Darstellung der Polizeiarbeit erinnert stellenweise aber doch etwas zu sehr an einen Werbefilm oder einen typischen Hollywood-Blockbuster, der das amerikanische Militär glorifiziert. Hier würde ich mir für nachfolgende Bände doch einen etwas realistischeren Umgang mit der Arbeit der Polizei wünschen. Auch die oberflächlichen und allzu stereotypen Beschreibungen der Klimaaktivisten haben bei mir für ein gewisses Stirnrunzeln gesorgt, auch hier erhoffe ich mir zukünftig einen etwas differenzierteren Blickwinkel. Am grundsätzlich hohen Unterhaltungswert der Geschichte ändern diese Aspekte aber nur wenig.

Wer Gefallen an Romanen aus dem Umfeld der Polizei findet, wird hier insgesamt gut bedient und spannend unterhalten. Für die weiteren Bände bleibt aber durchaus noch ein wenig Luft nach oben.

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Veröffentlicht am 28.03.2024

Rasanter Krimi vom Wörthersee, der aber nicht ganz frei von Schwächen ist

Starmord am Wörthersee
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In diesem Kriminalroman schickt der Autor Roland Zingerle seinen Berufsermittler Heinz Sabladnig in einen rasanten Fall, der mich trotz leichter Schwächen unter dem Strich doch gut und spannend unterhalten ...

In diesem Kriminalroman schickt der Autor Roland Zingerle seinen Berufsermittler Heinz Sabladnig in einen rasanten Fall, der mich trotz leichter Schwächen unter dem Strich doch gut und spannend unterhalten konnte.

Dabei handelt es sich um eine Neuausgabe des Buches „Starmord am Wörthersee“, das bereits 2019 im Nova-Verlag veröffentlicht wurde. Obwohl das Ganze in der Neuauflage als Band 1 einer Reihe untertitelt ist, hat der Detektiv hier, wie man beim Lesen auch schnell merkt, nicht seinen ersten Auftritt. Bei der Erstausgabe findet sich dann auch die Angabe, dass es sich um Band 3 der Reihe handelt. Dennoch hatte ich beim Lesen nicht das Gefühl, dass mir wichtige Vorkenntnisse fehlen. Alle für das Verständnis nötigen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören.

Bei der bevorstehenden Starnacht am Wörthersee soll auch die erfolgreiche deutsche Schlagersängerin Saskia Frenzen auftreten. Dies scheint jemandem aber nicht zu gefallen und so gibt es einen Drohbrief mit einer deutlichen Warnung an die Sängerin. Heinz Sabladnig wird von der Versicherung des Veranstalters beauftragt, den Schreiber des Drohbriefes ausfindig zu machen. Er hört sich unter den Angestellten des Hotels, in dem die Sängerin untergebracht werden soll, um und hat auch schnell eine heiße Spur. Doch als er feststellt, dass die Gefahr aus einer ganz anderen Richtung kommt, sind Heinz, Saskia und ihre Visasgistin Anne schon in der Gewalt eines mysteriösen Entführers.

Mit einem hohen Erzähltempo und einigen überraschenden Wendungen treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und bietet am Ende eine verblüffende Auflösung, die keine wesentlichen Fragen offenlässt. Der lockere, bisweilen auch etwas flapsige Schreibstil lässt einen nur so durch die Seiten fliegen. Die Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen sind zwar grundsätzlich gut gezeichnet und vielschichtig angelegt, es fehlt ihnen aber dennoch so ein wenig an der erforderlichen Tiefe, so dass ich nicht wirklich mit ihnen mitfiebern konnte. Insbesondere aus dem Trauma, das der Detektiv nach einem Aufenthalt in Südamerika mit sich herumschleppt und das erst kurz vor Schluss in aller Eile aufgelöst wird, hätte man meiner Meinung nach noch einiges mehr herausholen können. Auch die ach so heile Schlagerwelt, in der das Geschehen angesiedelt ist, hätte durchaus noch Potential für eine stärkere Würdigung geboten.

Trotz seiner leichten Schwächen bietet dieser Kriminalroman am Ende aber doch gute und spannende Unterhaltung.


Diese Rezension bezieht sich auf die Neuausgabe, die unter dem Titel "Die Tote im Rampenlicht" beim Empire-Verlag erschienen ist.

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