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Veröffentlicht am 29.01.2025

Der bisher schwächste Band der Reihe

Grenzfall – Ihre Spur in den Flammen
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Bei Bad Tölz kommt ein Wagen von der Straße ab und brennt völlig aus. Eine Zeugin will gesehen haben, dass sich noch eine Frau aus dem Fahrzeug retten konnte und weglief. Für den Fahrer hingegen kommt ...

Bei Bad Tölz kommt ein Wagen von der Straße ab und brennt völlig aus. Eine Zeugin will gesehen haben, dass sich noch eine Frau aus dem Fahrzeug retten konnte und weglief. Für den Fahrer hingegen kommt jede Hilfe zu spät. Weitere Brandanschläge mit tödlichem Ausgang folgen. Nicht nur auf der deutschen, sondern auch auf der österreichischen Seite. Wo ist der Zusammenhang? Oberkommissarin Alexa Jahn und Chefinspektor Bernhard Krammer stehen zunächst vor einem Rätsel.
Es ist bereits der fünfte grenzübergreifende Fall für das mittlerweile liebgewonnene und vertraute Team Alexa und Krammer. Leider ist es auch der bisher schwächste Band der sonst großartigen Reihe. Der Fall knüpft wie gewohnt wieder direkt an die Ereignisse seines Vorgängers an. Dabei werden noch einige Fragen beantwortet, die im vierten Fall offengeblieben sind. Quereinsteiger der Reihe, die mit den Ereignissen und Figuren nicht vertraut sind, werden hier ein paar Probleme mit dem Verständnis bekommen. Der Fall selbst ist aber in sich geschlossen, sodass hier wenigstens der Lesespaß erhalten bleibt.
Bei diesem Band reihen sich die Brandanschläge zwar zügig aneinander, doch so richtige Spannung will dabei nicht aufkommen. Es gibt zwar immer wieder kleine Einschübe aus der Zeit „Zuvor“, aber auch hier kann man sich lange keinen Reim auf deren Bedeutung machen. Auch die Auflösung konnte mich auch nicht so recht überzeugen. Diese war zwar schlüssig, kam mir dann aber doch irgendwie zu schnell. Ein sechster Band ist bereits in Arbeit, ich hoffe er kann an die früheren Bände anknüpfen.

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Veröffentlicht am 12.01.2025

Vom Traum zum Albtraum

One Perfect Couple
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Das Angebot als Paar bei einer Reality-Show auf einer tropischen Insel mitzumachen, klingt unglaublich verlockend. Nico verspricht sich davon seinen Durchbruch als Schauspieler. Ganz anders sieht es seine ...

Das Angebot als Paar bei einer Reality-Show auf einer tropischen Insel mitzumachen, klingt unglaublich verlockend. Nico verspricht sich davon seinen Durchbruch als Schauspieler. Ganz anders sieht es seine Freundin, die Wissenschaftlerin Lyla, die von der Idee nicht so ganz begeistert ist. Doch da es beruflich für sie gerade nicht gut läuft, sagt sie Nico zuliebe zu. Gemeinsam mit vier anderen Paaren treten sie auf einer Insel im Indischen Ozean gegeneinander an. Doch als ein zerstörerischer Sturm aufzieht und die Kandidaten von Kommunikation und Zivilisation trennt, gerät der Traum schnell zu einem Albtraum.
Der Einstieg in das Buch ist etwas mühsam und zäh, da man erst einmal die vielen Figuren kennenlernen muss. Unterschiedliche Charaktere, die mal mehr und mal weniger gut ausgearbeitet wurden. Doch spätestens nach dem Sturm zeigen sich ganz andere Seiten und Charakterzüge der einzelnen Figuren. Aus dem anfänglichen Konkurrenzdenken wird ein nackter Kampf ums Überleben. Den Großteil der Handlung erfährt man aus der Perspektive Lylas, die man somit auch am besten kennenlernt. Zudem unterscheidet sie sich mit ihrer eher analytischen Denkweise von den anderen Teilnehmern, die eher auf youTube oder social media zu finden sind.
Gelungen fand ich auch die anfangs immer wiederkehrenden kleinen Einschübe der abgesetzten Notrufe, die schon einen Ausblick auf das geben, was die Gruppe erleben wird. Dies baute die Spannung sehr gut auf. Etwas rätselhaft hingegen waren die Tagebucheinträge einer Teilnehmerin, doch auch hier findet sich die Auflösung am Ende des Buches.
Ruth Ware ist eine begnadete Erzählerin, deren Schreibstil mir sehr gut gefallen hat. Spätestens nach der Sturmkatastrophe passiert ständig etwas. Es geht sehr temporeich zu und man ist fasziniert von dem was Menschen zu leisten im Stande sind. Mit der Auflösung am Ende erkennt man erst wie gut konstruiert dieses Buch war. Auch wenn mir der Ausgang ein klein wenig zu überhastet schien.

Insgesamt ein sehr guter Spannungsroman, bei dem mir ein bisschen der Thrillfaktor fehlte. Dennoch eine rasant erzählte Story, die auf jeden Fall sehr unterhaltsam war.

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Veröffentlicht am 30.12.2024

Was geschah am Wochenende?

Das Wochenende
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Zur Einweihung ihres glamourösen Campingplatzes in Cornwell haben Annie und Max ihre Freunde aus Studienzeiten eingeladen. Mit der Aussicht auf ein schönes Wochenende reisen insgesamt drei weitere Familien ...

Zur Einweihung ihres glamourösen Campingplatzes in Cornwell haben Annie und Max ihre Freunde aus Studienzeiten eingeladen. Mit der Aussicht auf ein schönes Wochenende reisen insgesamt drei weitere Familien samt ihren Kindern an. Doch schon am ersten Abend kommt es zum Streit. Als am nächsten Tag ein Unwetter aufzieht und eines der Kinder nicht zum Lager zurückkehrt eskaliert die Situation. Alte Konflikte brechen auf, dunkle Geheimnisse treten zu Tage. Ein Wochenende mit einem tödlichen Ausgang…
Der Einstieg in das Buch ist nicht gerade einfach. Man wird direkt mit den vielen Figuren der vier Familien konfrontiert. Als sehr hilfreich erweist sich hier ein Namensverzeichnis gleich zu Beginn des Buches, ebenso wie eine Skizze der Örtlichkeiten. Zudem werden im Verlauf der Handlung die Figuren immer vertrauter und lassen sich leichter zuordnen. Die Charaktere der einzelnen Familienmitglieder sind sehr unterschiedlich und auch mehr oder weniger sympathisch. Fast jeder der Anwesenden trägt ein Geheimnis mit sich, das im Verlauf des Wochenendes gelüftet wird.
Der angenehme Schreibstil der Autorin lässt einen nur so durch das Buch fliegen. Hannah Richell wechselt in diesem Buch sehr häufig die Erzählperspektive. Viele der Familienmitglieder kommen zu Wort und schildern die Situation aus ihrer Sicht. Zudem springt die Geschichte auch noch zeitlich hin und her. Ein ständiger Wechsel vom Eintreffen der Familien am Freitagnachmittag, als noch alles gut ist, bis hin zum desaströsen Ende am Sonntagnachmittag. Was genau dazwischen geschieht bleibt erst einmal sehr mysteriös und geheimnisvoll, aber auch sehr spannend. Der Aufbau der Geschichte hat mir richtig gut gefallen. Das Unwissen um das Dazwischen und wer überhaupt sein Leben lassen musste, machen die Spannung aus.
Auf jeden Fall kann man kann dabei gut miträtseln und versuchen herauszufinden was passiert ist. Erst nach und nach formt sich ein Gesamtbild. Einige überraschende Wendungen runden das Ganze ab. Gerade zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse und es bleibt bis zur letzten Seite spannend.
Für mich war es das erste Buch von Hannah Richell, aber bestimmt nicht das letzte. Die Autorin konnte mich mit ihrem Schreibstil und dem Aufbau der Geschichte voll überzeugen. Daher kann ich dieses Buch jedem Thrillerliebhaber gerne weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 22.08.2024

Schachspiel mit tödlichem Ausgang

Schwarze Dame
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SCHWARZE DAME ist bereits der 24. Fall rund um die Kommissarin Julia Durant. Für mich war es der erste Band. Da aber die Fälle in sich geschlossen sind, konnte ich problemlos in die Geschichte eintauchen. ...

SCHWARZE DAME ist bereits der 24. Fall rund um die Kommissarin Julia Durant. Für mich war es der erste Band. Da aber die Fälle in sich geschlossen sind, konnte ich problemlos in die Geschichte eintauchen. Nur wer die Entwicklungen in Julias Privatleben genau verfolgen möchte, der sollte sich besser an die chronologische Reihenfolge halten.
In Frankfurt geschehen zwei Morde, bei denen die Opfer mit einem Hammer erschlagen wurden. Zufall oder stehen die Taten in einem Zusammenhang? Das Ganze erinnert an eine Serie vor bereits 30 Jahre bei denen die Opfer ebenfalls auf die gleiche Weise ums Leben kamen. Doch der Täter von damals wurde verhaftet und verstarb mittlerweile. Handelt es sich hier also um einen Nachahmungstäter? Doch dann wird Julia ein merkwürdiger Stadtplan von Frankfurt zugespielt. Dieser ist wie bei einem Schachbrett in 64 Felder unterteilt. Zudem tauchen bei weiteren Opfern, die nun auf andere Weise ums Leben kommen, Schachfiguren auf oder weisen einen Bezug zu dem königlichen Spiel auf. Ein Serientäter spielt ein blutiges Schachspiel…
Der Einstieg in das Buch war für mich etwas holprig. Prolog und erste Kapitel konnte ich anfänglich nicht ganz zuordnen. Doch nach ein paar weiteren Kapiteln war der Zusammenhang endlich erkennbar und von da an wurde es spannender. Auch die Kommissarin war mir von Beginn an sympathisch und man erfährt einiges aus ihrem Privatleben. Der Schauplatz Frankfurt wurde gut in die Handlung eingebracht und man hatte direkt die Bilder dazu im Kopf.
Was den Täter angeht, so tappt man lange Zeit im Dunkeln und rätselt wer dahinterstecken könnte. Dabei gibt es mehrere mögliche Verdächtige. Der Ausgang des Falls war dann für mich dennoch überraschend, denn damit hatte ich absolut nicht gerechnet. Letztendlich hätte man mit einer passenden Begründung aber wahrscheinlich jeden der Verdächtigen als den wahren Täter präsentieren können. Gefehlt hat nach meiner Meinung auch etwas mehr aus der Täterperspektive zu erfahren und dessen Motiv.
Insgesamt solide Krimikost mit genügend Lokalkolorit und einer sympathischen Protagonistin. Es war bestimmt nicht mein letztes Buch mit Julia Durant.

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Veröffentlicht am 12.08.2024

Nicht der große Wurf

Hast du Zeit?
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Wenn es einen Preis gäbe für den besten Bezug zwischen Inhalt und Cover, dann hätte dieses Buch ihn auf jeden Fall verdient. Denn das große Thema in dem neuesten Thriller von Andreas Winkelmann ist die ...

Wenn es einen Preis gäbe für den besten Bezug zwischen Inhalt und Cover, dann hätte dieses Buch ihn auf jeden Fall verdient. Denn das große Thema in dem neuesten Thriller von Andreas Winkelmann ist die Zeit. Und nichts symbolisiert verrinnende Zeit besser als eine Sanduhr.
Ein psychotischer Täter will sich seine Zeit zurückholen. Zeit, die ihm andere Menschen „gestohlen“ haben und nun dafür mit ihrem Leben bezahlen sollen. Zwei Angehörige der Opfer machen sich auf die Suche nach den Vermissten. Lilly telefonierte gerade mit ihrer Partnerin Felicitas, als diese entführt wurde und versucht nun verzweifelt sie zu finden. Auch Lars Erik Grotheer hat es sich zur Aufgabe gemacht den Täter zu finden. Zum einen, weil der ehemalige Bundestagspolizist ein Opfer nicht schützen konnte und der Täter zudem noch in seinem persönlichen Umfeld ein zweites Mal zuschlägt.

Da ich bisher alle Bücher von Andreas Winkelmann mit Begeisterung gelesen haben, war ich sehr gespannt auf sein neuestes Werk. Das Buch beginnt auch wirklich spektakulär, doch nach wenigen Seiten nahm der Spannungsbogen rapide ab. Man erfährt zwar als Leser von den verschiedenen Entführungen und Morden, doch ein Zusammenhang ist überhaupt nicht erkennbar. Erst als endlich die sympathische Fotografin Lilly und Grotheer sich kennenlernen, kommt langsam Licht ins Dunkel.
Die beiden nehmen auch praktisch die Ermittlerrolle ein, denn die Polizei sieht weder einen Zusammenhang zwischen den verschwundenen Personen, noch werden Ermittlungen vorangetrieben.
Die Kapitel fand ich angenehm kurz, die aus der Täterperspektive waren immer durch ihre Überschrift klar gekennzeichnet.
Etwas genervt haben auch die vielen Redewendungen und Sprüche, die das Thema Zeit beinhalten. Egal ob gestohlene Zeit, Zeitverschwendung oder verlorene Zeit. Irgendwie wurde versucht so viel wie möglich dieser Redewendungen in dem Text unterzubringen.
Zum Ende hin offenbart sich eine etwas traurige Geschichte, die mir eher wie eine Notlösung vorkam.

Insgesamt war „Hast du Zeit?“ nicht der große Wurf. Da ich aber die anderen Bücher des Autors immer gefeiert habe, weiß ich, dass es auch anders geht und freue mich einfach auf das nächste Buch von ihm.

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