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Veröffentlicht am 15.06.2025

Vieles ist vorhersehbar

Eine von uns
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Nach dem Brand ihres Hauses findet Gina mit ihrer Familie Unterschlupf bei ihrer Freundin Annie. Diese ist gerade verreist und so können Gina, Matt und die beiden kleinen Kinder in das große alte Haus ...

Nach dem Brand ihres Hauses findet Gina mit ihrer Familie Unterschlupf bei ihrer Freundin Annie. Diese ist gerade verreist und so können Gina, Matt und die beiden kleinen Kinder in das große alte Haus einziehen. Sogar eine Haushälterin namens Mary gibt es, die sich kurz nach dem Einzug bei der Familie vorstellt. Da Gina anfänglich gegenüber Mary misstrauisch ist, fragt sie bei Annie nach. Doch die lobt Mary in den höchsten Tönen und kurz darauf zieht Mary sogar mit ihrem Sohn Tyler ein. Doch ist Mary wirklich die, die sie vorgibt zu sein?
Der Einstieg in das Buch ist sehr leserfreundlich. Man lernt erst einmal Gina mitsamt ihrer Lebensgeschichte kennen. Erzählt wird wechselweise aus der Perspektive von Gina und Mary. Dadurch erfährt man immer ein bisschen mehr und kann natürlich schön miträtseln wer genau sich hinter Mary verbergen könnte und was ihre Absichten sind. Dazu gibt es noch Abschnitte, die mit „Damals“ gekennzeichnet sind. Hier erfährt man nach und nach die Geschichte von Gina und ihren Jugendfreundinnen. Ein bisschen gestört hat mich die Naivität von Gina. Zwar holt sie sich immer wieder eine Bestätigung in Form von Kurznachrichten bei Annie, doch so richtig hinterfragen tut sie nichts. Manchmal hätte ich Gina am liebsten ein wenig wachgerüttelt.
Für den erfahrenen Leser ist die Geschichte ziemlich vorhersehbar und verliert dadurch an Spannung. Das Ende hingegen fand ich sehr überraschend und die Autorin konnte hier mit einigen unvorhersehbaren twists bei mir punkten.
Insgesamt ein unterhaltsamer, aber nur mäßig spannender Thriller, da vieles vorhersehbar ist.

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Veröffentlicht am 10.06.2025

Kriminalroman - nur anders

Der letzte Mord am Ende der Welt
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Ein giftiger Nebel hat das Leben auf der Erde ausgelöscht. Lediglich eine kleine Insel im griechischen Mittelmeer ist die letzte Bastion. Abgeschirmt durch eine Art Schutzschild leben hier noch 122 Bewohner. ...

Ein giftiger Nebel hat das Leben auf der Erde ausgelöscht. Lediglich eine kleine Insel im griechischen Mittelmeer ist die letzte Bastion. Abgeschirmt durch eine Art Schutzschild leben hier noch 122 Bewohner. Drei davon sind Wissenschaftler und auch gleichzeitig die Ältesten, sie sorgen für Ordnung und Sicherheit der kleinen Gemeinschaft. Doch dann geschieht das Unfassbare. Eine der Wissenschaftlerinnen wird ermordet und dadurch der Schutzmechanismus ausgesetzt. Nur wenn der Mord innerhalb von 107 Stunden aufgeklärt wird, kann der Nebel der sich nun unaufhaltsam auf die Insel zu bewegt, gestoppt werden. Das Fatale ist, dass die Erinnerungen der Dorfbewohner gelöscht wurden. Ein tödlicher Countdown beginnt.

Der Einstieg in das Buch ist alles andere als rasant. Der Autor nimmt sich viel Zeit, um das Leben der Menschen zu beschreiben. Man lernt eine Menge über deren strukturierten Tageablauf. Jeder hat seine Aufgaben und erfüllt diese pflichtbewusst. Selbst der Zeitpunkt des Todes ist schon vorherbestimmt. Die Bewohner haben auch nie gelernt ihr Leben zu hinterfragen. Nur Emory, die Protagonistin des Buches, stellt immer wieder kritische Fragen und macht sich deshalb mit ihrer Tochter Clara an die Ermittlungen. Erzählt wird auch viel über eine Stimme aus dem off, die mit allen Dorfbewohnern verbunden ist und deren Gedanken lesen kann.
Es handelt sich also nicht um einen Kriminalroman im klassischen Sinn. Viel Raum nimmt die Beschreibung der dystopischen Welt ein und auch die gedankenlesende KI ist wohl eher dem Genre Science fiction zuzuordnen. Doch ab der Mitte nimmt die Geschichte an Fahrt auf. Je näher man sich dem countdown nähert, desto spannender wird es und man rätselt eifrig mit. Ob dabei alles logisch und rational ist, würde ich nicht unbedingt unterschreiben. Unterhaltsam war es auf jeden Fall.

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Veröffentlicht am 27.05.2025

Cosy crime am Gardasee

Was am Ufer lauert
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„Was am Ufer lauert“ ist bereits der zweite Fall für die Polizeireporterin Gianna Pitti. Wie schon der Vorgängerband „Was der See birgt“ ist die Handlung rund um den malerischen Gardasee verortet.

Gianna ...

„Was am Ufer lauert“ ist bereits der zweite Fall für die Polizeireporterin Gianna Pitti. Wie schon der Vorgängerband „Was der See birgt“ ist die Handlung rund um den malerischen Gardasee verortet.

Gianna soll im Auftrag ihres Vaters eine Informantin am See treffen. Doch als sie ankommt, findet sie nur eine tote Frau und eine leere CD-Hülle im Wasser. Kurze Zeit später ist sogar die Leiche der Frau verschwunden. Zudem gibt es Hinweise auf verschwundene Briefe Churchills, der in den 30 Jahren viel Zeit am Gardasee verbrachte, unter anderem auch mit Giannas Urgroßvater. Sollte deren Inhalt so brisant sein, dass die Geschichte umgeschrieben werden müsste? Involviert in die Ermittlungen ist nicht nur Gianna und ihr Vater, sondern auch ihr Onkel und ihre Chefin Elvira.
Es geht recht turbulent in dem Buch zu. Gianna ermittelt meist Seite an Seite mit ihrem Vater Arnaldo und die beiden bringen sich in so manche brenzlige Situation. Aber auch Giannas Onkel, der Marchese Francesco, der mit beginnender Demenz kämpft, mischt die Handlung ordentlich auf. Mir persönlich hat ein wenig die Spannung gefehlt. Auch wenn die Erzählperspektiven ständig wechseln, empfand ich das Geschehen nicht unbedingt als hochgradig spannend. Gekonnt hingegen ist das Gardasee-Feeling bzw. überhaupt das italienische Flair eingefangen. Selbst wenn man noch nicht am Gardasee gewesen ist, konnte man sich unglaublich gut in die Szenen hineinversetzen, denn das Buch besitzt jede Menge Lokalkolorit. Meisterhaft gelungen ist auch das Cover. Die Uferlandschaft des Gardasees ist einfach unglaublich schön dargestellt und somit die perfekte Einladung für einen Besuch dort.
Insgesamt also eher ein cosy-crime als ein spannender Krimi. Aber als Urlaubslektüre nicht nur für den Gardasee absolut geeignet. Ein paar Fragen sind am Ende noch offengeblieben und natürlich möchte man wissen, wie es nun weitergeht. Ich bin daher gespannt auf den dritten Fall mit Gianna und ihrer Familie.

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Veröffentlicht am 23.02.2025

Atmosphärisch dicht mit unsympathischen Figuren

Die blaue Stunde
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Schon zu Lebzeiten machte die exzentrische Künstlerin Vanessa Chapman von sich reden. Doch nun Jahre nach ihrem Tod ist die Aufregung noch größer. In einer Kunstausstellung wurden in einer ihrer Skulpturen ...

Schon zu Lebzeiten machte die exzentrische Künstlerin Vanessa Chapman von sich reden. Doch nun Jahre nach ihrem Tod ist die Aufregung noch größer. In einer Kunstausstellung wurden in einer ihrer Skulpturen menschliche Knochen gefunden. Der Kurator des Museums, James Becker will der Sache auf den Grund gehen. Dazu sucht er die Nachlassverwalterin Grace Haswell auf, die noch immer einen Teil der Werke Chapman zurückhält, die eigentlich dem Museum vermacht wurden. Grace lebt einsam auf der kleinen Gezeiteninsel, die nur bei Ebbe erreichbar ist. Und Grace trägt so manches Geheimnis mit sich.
Paula Hawkins hatte mich bereits mit ihrem Roman GIRL ON A TRAIN begeistert. Auch DIE BLAUE STUNDE ist kein Thriller, sondern eben ein Roman mit Spannungselementen. Die meisten der Figuren darin sind eher unsympathisch. Über die Künstlerin Vanessa Chapman erfährt man aus Erzählungen durch Grace, aber auch durch Zeitungsartikel und ein von Chapman geführtes Tagebuch etwas. Daraus formt sich langsam ein Bild der Künstlerin zu Lebzeiten. Anders sieht es bei Grace aus. Diese wirkt anfänglich ziemlich sympathisch und man hat fast ein wenig Mitleid mit ihr, weil sie sich so sehr für Vanessa aufopferte. Doch im Verlauf der Handlung tritt so manch dunkles Geheimnis zu Tage.
Gut eingefangen fand ich die Atmosphäre, die auf der Gezeiteninsel herrscht. Die Abgeschiedenheit, das tosende Meer und keine Möglichkeit die Insel bei Flut zu verlassen, wirkten irgendwie beklemmend und unterstrichen nochmals die Einsamkeit in der Grace hier lebt. Die Handlung selbst nimmt kaum an Fahrt auf, es gibt eher viele Rückblicke, die Erklärungen liefern. Damit blieb das Spannungsniveau ziemlich am Boden. Erst zum Finale wurde es dann doch noch einmal spannend. Vor allem das Ende hat mich vollkommen überrascht, denn mit so einem Ausgang hatte ich absolut nicht gerechnet.
Der Schreibstil hingegen war äußerst flüssig, beim Lesen flog man nur so durch die Seiten. Hier zeigt sich das erzählerische Können von Paula Hawkins.
Insgesamt ein gelungener Spannungsroman, der vor allem durch die Beschreibungen der Atmosphäre bei mir punkten konnte. Mit den Figuren konnte ich leider nicht warm werden.

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Veröffentlicht am 29.01.2025

Der bisher schwächste Band der Reihe

Grenzfall – Ihre Spur in den Flammen
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Bei Bad Tölz kommt ein Wagen von der Straße ab und brennt völlig aus. Eine Zeugin will gesehen haben, dass sich noch eine Frau aus dem Fahrzeug retten konnte und weglief. Für den Fahrer hingegen kommt ...

Bei Bad Tölz kommt ein Wagen von der Straße ab und brennt völlig aus. Eine Zeugin will gesehen haben, dass sich noch eine Frau aus dem Fahrzeug retten konnte und weglief. Für den Fahrer hingegen kommt jede Hilfe zu spät. Weitere Brandanschläge mit tödlichem Ausgang folgen. Nicht nur auf der deutschen, sondern auch auf der österreichischen Seite. Wo ist der Zusammenhang? Oberkommissarin Alexa Jahn und Chefinspektor Bernhard Krammer stehen zunächst vor einem Rätsel.
Es ist bereits der fünfte grenzübergreifende Fall für das mittlerweile liebgewonnene und vertraute Team Alexa und Krammer. Leider ist es auch der bisher schwächste Band der sonst großartigen Reihe. Der Fall knüpft wie gewohnt wieder direkt an die Ereignisse seines Vorgängers an. Dabei werden noch einige Fragen beantwortet, die im vierten Fall offengeblieben sind. Quereinsteiger der Reihe, die mit den Ereignissen und Figuren nicht vertraut sind, werden hier ein paar Probleme mit dem Verständnis bekommen. Der Fall selbst ist aber in sich geschlossen, sodass hier wenigstens der Lesespaß erhalten bleibt.
Bei diesem Band reihen sich die Brandanschläge zwar zügig aneinander, doch so richtige Spannung will dabei nicht aufkommen. Es gibt zwar immer wieder kleine Einschübe aus der Zeit „Zuvor“, aber auch hier kann man sich lange keinen Reim auf deren Bedeutung machen. Auch die Auflösung konnte mich auch nicht so recht überzeugen. Diese war zwar schlüssig, kam mir dann aber doch irgendwie zu schnell. Ein sechster Band ist bereits in Arbeit, ich hoffe er kann an die früheren Bände anknüpfen.

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