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Veröffentlicht am 07.11.2017

Von einem der auszog, um die große Liebe zu finden.

Wer hier schlief
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Zum Inhalt
Philipp Kuhn ist eine Mann, der aus seinem alten Leben ausgebrochen ist. Für Myriam lässt er sein altes Leben zurück. Seinem guten Job, Ehefrau Vera und der Luxusvilla kehrt er den Rücken.
Doch, ...

Zum Inhalt
Philipp Kuhn ist eine Mann, der aus seinem alten Leben ausgebrochen ist. Für Myriam lässt er sein altes Leben zurück. Seinem guten Job, Ehefrau Vera und der Luxusvilla kehrt er den Rücken.
Doch, er kann Myriam nirgends mehr finden. Weder an ihrem Arbeitsplatz; noch in ihrer Wohnung. Sein Magen rebelliert noch mehr als sonst. Obdachlos und ohne finanzielle Mittel irrt er durch die Stadt.
Meine Meinung
Selten habe ich ein Buch gelesen, welches eine so düstere und doch auch wieder positive Atmosphäre verbreitet. Philipp Kuhn ist alles andere als ein Mann, der Frauenherzen höher schlagen lässt. Seine Magensäure quält ihn ständig. Er muss aufpassen was er isst. Er sucht eine Frau, die mit falschen Karten gespielt hat. Kann sie telefonisch nicht erreichen. Ihren Arbeitsplatz in einem Hotel hat sie auch nicht mehr. Ein fremde Frau wohnt nun in ihrer Wohnung. Sein Geld, welches in Myriams Wohnung war, ist weg. So wie Myriam halt auch.
Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie Philipp sich fühlte, als er feststellen musste, welches falsche Spiel seine große Liebe mit ihm gespielt hat. Von einem auf den anderen Tag obdachlos und ohne Job. Die Kreditkarte gesperrt und beide Frauen für ihn nicht mehr erreichbar. Trotzdem weint er seinem Job bei SECURELLA nicht nach. Wer braucht schon Sicherheitstüren, wenn er seine große Liebe sucht? Wer weint schon einer Frau nach, die mehr Geschäftspartnerin als Ehefrau war?
Im Fitnessstudio lernt er eine Mitarbeiterin kennen, die ihm Übernachtungen ermöglicht. Die Ideen, die Tamara und ihre Gruppe haben, fand ich sehr originell.
Im Hotel Krone lernt Philipp den alten Mann Solak kennen. Philipp erkundigt sich nach Myriam. Im gefällt nicht, was er dort zu hören bekommt. Aber, nun hat er einen betagten Freund, der ihn mit der Süßigkeit Lokum versorgt, die seinen Reflux auf Hochtouren bringt.

Alle Protagonisten in dieser Geschichte fand ich sehr speziell. Besonders die Wohnnomadengruppe, der sich Philipp anschloss. Für Philipp war das Leben auf einmal sehr schwer. Nicht einmal seine Mutter bot ihm einen Schlafplatz an. Sein Jugendzimmer hat sie untervermietet. Seine Schwester aus Amerika hat auch selten ein gutes Wort für ihn.

Die Geschichte wird aus der Sicht von Philipp erzählt. Der Schreibstil mutet verspielt und anspruchsvoll an. Nichts in dieser Story ist einfach nur ganz normal. Nein, Personen und Orte sind wirklich so ganz anders, als man es aus anderen Büchern mit Ehedramen kennt. Für mich ist es ein Ehedrama. Wenn jemand ohne mit der Wimper zu zucken alles hinter sich lässt, kann es doch keine gute Ehe gewesen sein. Philipp wusst oftmals nicht, wo er die kommende Nacht verbringen soll. Nicht einmal hat er mit dem Gedanken gespielt, zu seiner Frau zurückzukehren.
Sein Arbeitskollege und Freund Ben hat ihn auch im Stich gelassen.

Mein Fazit

Ein flüssiger Schreibstil mit mit wunderschönen Zitaten macht diese Geschichte zu etwas Besonderen. Die Protagonisten sind sehr speziell. Viele neue Menschen kreuzen Philipps Wege. Wege, die er so eigentlich nicht gehen wollte.

Drei Worte, mit denen ich diese Geschichte beschreiben kann: Traurig, witzig, speziell.

Meine Lieblingszitate

>>Lob war wie Truthahn, einmal im Jahr war genug.<< (Pos.602 - Kapitel 5)

>>Wenn man nicht weiß, ob man möglicherweise vergeblich wartet, ist die Gegenwart ausgelöscht. Eine Zeit ohne Substanz.<<

>>Idealismus entsteht im Mangel, nicht im Überfluss.<< (Pos. 2048 - Kapitel 7)

>>Wenn einer stirbt, hinterlässt er Waisen, und das müssen keine Menschen sein, dachte er. Das konnte ein Spiegel sein, ein Buch, das man berührt, eine Pflanze, die man gegossen, eine Marotte, die man gepflegt hat.<< (Pos. 3401 - Kapitel 4)

Ich empfehle das Buch an alle, die mal eine außergewöhnliche Geschichte lesen möchten.

Danke Isabella Straub

Veröffentlicht am 31.10.2017

Geschichten aus dem Alltag

Kleine Fluchten
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Zum Inhalt

Beim Stöbern habe ich dieses Büchlein mit Kurzgeschichten entdeckt. Die Geschichten regen zum Nachdenken an und lassen einen des öfteren Schmunzeln. Alle Kurzgeschichten haben mir gefallen. ...

Zum Inhalt

Beim Stöbern habe ich dieses Büchlein mit Kurzgeschichten entdeckt. Die Geschichten regen zum Nachdenken an und lassen einen des öfteren Schmunzeln. Alle Kurzgeschichten haben mir gefallen. Vier davon haben den größten Eindruck bei mir hinterlassen.

Evie entdeckt in einer schicken Boutique einen teuren Mantel, den sie sich nicht leisten kann. Evies Mann ist arbeitslos. Die Raten für das Haus müssen noch abgezahlt werden. Die Kinder versorgt werden. In ihrem Bürojob ist sie jeden Tag den Luxusgütern ihrer Freundinnen ausgesetzt. Bei jeder Mittagspause präsentieren sie neue Errungenschaften. Mal eine Handtasche, mal teure Schuhe usw. In der Mittagspause gehen sie gerne schick essen. Evie bleibt ihm Büro und verzehrt ihr Käsebrot. Doch, dann macht sie eine Entdeckung, die ihr Käsebrot zu einer Delikatesse werden lässt ....
Evies Geschichte hat mir besonders gut gefallen; zeigt sie doch, dass nicht alles so ist, wie es scheint.

Chrissies Geschichte ist auch etwas Besonderes. Sie muss für ihre Schwiegermutter ein teures Parfum kaufen, welches nicht überall erhältlich ist. Ihr Mann David und seine Mutter setzten Chrissie stets unter Druck. Da begegnet sie einem verständnisvollen Taxifahrer ....

Sam sagt ihren Fettpölsterchen in einem Fitnesscenter den Kampf an. Versehentlich nimmt jemand ihre Sporttasche mit heim. Sam hat nun eine Tasche mit roten Krokodilschuhen, die ihr eine Nummer zu groß sind. Und doch sollen diese Luxustreter ihr Leben verändern .....

Alice Herring ist wirklich eine Wucht. Bei dieser Geschichte musste ich oft grinsen. Sie arbeitet in einem Schmuckgeschäft, welches überfallen wird. Der Verbrecher, der sie in Schach hält, muss bald erkennen, das sie auf ihn aufpasst. KÖSTLICH!

Miranda Lewis führt ein Leben, welches ziemlich langweilig ist. Ihr Mann braucht zum Glück eigentlich nur sein Essen und den Sportkanal. Da findet Miranda auf offener Straße ein Handy. Eigentlich wollte sie es gleich zurückgeben. Aber, was machen, wenn die Kommunikation mit einem Fremden das Leben bereichert? Ist es schlimm, wenn der Fremde nicht ahnt, wem er heiße SMS sendet?


Meine Meinung

Die Autorin präsentiert acht schöne Geschichten. Mal besinnlich,- mal lustig. Es handelt sich dabei um Ereignisse mitten aus dem Alltag.
Dieses kurzweilige Büchlein habe ich sehr gerne gelesen. Es enthält viele Wahrheiten. Greift alltägliche Probleme auf. Dies stets mit einem Zwinkern.
Ist es Magie? Ist es Zufall? Bei einigen Geschichten war ich mir da nicht mehr so sicher.

Mein Fazit

Kleine Fluchten passt gut zur Vorweihnachtszeit. Es zeigt Fluchtwege, um den oftmals tristen Alltag zu entrinnen. Lädt zum Träumen und erzählt von Frauen, die so sind wie du und ich.

Der gewohnt magische Schreibstil von Jojo Moyes, und ihre liebenswerten Protagonistinnen, machen dieses Büchlein zu etwas Besonderen. Erwähnenswert sind die schönen Illustrationen im Buch.

Eine absolute Empfehlung von mir.

Danke Jojo Moyes

Veröffentlicht am 31.10.2017

Hannas Leben

Hanas Koffer
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Meine Meinung

Das Thema Holocaust ist nicht tot zu kriegen. Das ist auch gut so. Unsere momentane Politik braucht Auffrischung dieser Art.
Mich hat diese Geschichte um Hanna sehr berührt. Was sie und ...

Meine Meinung

Das Thema Holocaust ist nicht tot zu kriegen. Das ist auch gut so. Unsere momentane Politik braucht Auffrischung dieser Art.
Mich hat diese Geschichte um Hanna sehr berührt. Was sie und ihr Bruder George mitmachen mussten, ist Wahnsinn pur. Noch mehr Wahnsinn ist jedoch, dass dies ja kein Einzelschicksal war. Über die Ausmaße dieses Wahnsinns wissen wir ja alle Bescheid.

Nun zu der Geschichte selber. Ich habe schon sehr oft zu dieser Thematik Romane gelesen. Hier handelt es sich um eine Biographie. Sie erzählt von der kleinen Hannah und ihrem Bruder George. Zwei Kinder, die bei liebevollen Eltern aufwachsen durften. Aufwachsen ist nicht ganz richtig. Man hat ihnen ihre Eltern weggenommen. Dann ihr Zuhause. Die Kindheit endete radikal. Weil Hitler es so wollte!

Viele dieser Menschen, die so etwas mitgemacht haben, geraten in Vergessenheit. Hanna lebt weiter. Fumiko Ishoka leitet in Tokio eine Holocaust-Museum. Sie hat ihr ganzes Herzblut in dieses Museum hineingesteckt. Bringt den japanischen Schülern den Holocaust näher. Lernt ihnen ein Gefühl zu entwickeln, für die dramatischen Ereignisse, damals in Europa.
Mit viel Engagement ergattert die freundliche Japanerin Museumsstücke von Kindern. Darunter der Koffer von Hanna.


Bild aus dem Buch. (Reader 5%)

Die Kinder aus Japan wollen nun mehr über das Mädchen Hanna wissen. Wer war sie? Was hat sie für Spiele gespielt? Wo war sie Zuhause? Lebt sie noch?

Alleine dieser Koffer rührt schon zu Tränen. Ein glückliches Mädchen, von dem heute noch ein Koffer übrig ist.
Fumika nimmt eine lange Flugreise in Kauf, um mehr über Hanna zu erfahren. Sie und ihre Schulkinder sollen wissen, wer Hanna war. Ihre Recherchen führen sie zu Hannas Bruder George in Toronto. Der überlässt dem Museum Bilder von sich und seiner Familie. Er besucht das Museum in Tokio. Nun hat der Koffer ein Gesicht und eine Geschichte. Hanna lebt weiter! Keiner wird sie jemals wieder vergessen.
George konnte das Versprechen, seine Schwester zu beschützen, nicht einhalten. Wie denn. er war doch selber noch ein Kind!!!


Bild aus dem Buch. (19% auf dem Reader) Hanna und George.


Mein Fazit

Bitte lest dieses Buch. Die Geschichte wird zwar nüchtern erzählt, berührt einen aber dennoch wahnsinnig. Wir erleben die glückliche Zeit der Kinder in Nove Mesto (Tschechoslowakei) mit. Die Ängste der beiden, als ihnen Stück für Stück ihr Leben weggenommen wird. Viele Bilder im Buch lassen uns am Leben der Familie Brady teilhaben. Bei Hanna und George habe ich nun wirklich das Gefühl, beide zu kennen.
Besonders die Zeichnungen von Hanna gehen einem zu Herzen.

Ich möchte nicht mehr erzählen. Lest dieses Buch.
Danke Fumika Ishoka. Durch sie lebt Hanna in unseren Herzen weiter.

Danke Karen Leve

Veröffentlicht am 28.10.2017

Es gibt viele Ängste ....

Flugangst 7A
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Zum Inhalt
Mats Krüger ist ein Psychiater, der an Flugangst leidet. Dennoch steigt er in einen Flieger, um seiner schwangeren Tochter beizustehen, die kurz vor der Niederkunft steht. Der lange Flug von ...

Zum Inhalt
Mats Krüger ist ein Psychiater, der an Flugangst leidet. Dennoch steigt er in einen Flieger, um seiner schwangeren Tochter beizustehen, die kurz vor der Niederkunft steht. Der lange Flug von Buenus Aires nach Berlin hält jedoch ganz andere, böse Überraschungen für Mats bereit, die ihn zeitweise sogar seine Flugangst vergessen lassen. Ein Anrufer erpresst ihn. Er soll dafür sorgen, dass das Flugzeug abstürzt. Einen Passagier dazu bringen, dass er Amok läuft. Ansonsten wird seine schwangere Tochter nicht überleben.

Meine Meinung
Vor dem Fliegen braucht man keine Angst haben. Bisher ist noch jeder runter gekommen. Diesen Spruch habe ich schon oft gehört. Aber, wenn man selbst dafür sorgen soll, dass das Flugzeug abstürzt? Wenn man einen Menschen dazu bringen soll, dass er durchdreht und zum Amokläufer wird? Wie soll man sich aus so einer Affäre ziehen, wenn das Leben der eigenen Tochter auf dem Spiel steht? So oder so. Was von Mats verlangt wird, verwehrt ihm den Genuss, sein Enkelkind in den Armen zu halten. Entweder er oder die schwangere Tochter sollen in diesem grausamen Spiel mit dem Leben bezahlen.
Ich wusste nicht, was ich von Mats halten soll. Ich finde es menschlich, dass auch ein Psychiater Ängste hat. Jedoch ist Flugangst nicht seine einzige Macke. Er lief vor seinen Problemen weg, indem er auswanderte. Wie er sich seiner Frau gegenüber verhalten hatte, kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. Seine Tochter hat er sich selbst überlassen. Das Bild, welches Mats von sich vermittelt, macht ihn irgendwie selber zu einem Psycho.
Dieser vielschichtige Thriller hat mich von der ersten Silbe an gefangen genommen. Ein Wettlauf auf Leben und Tod, welcher im Flugzeug und in den Straßen Berlins stattfindet. Nach dem Prolog ist man kaum in der Lage, das Buch zur Seite zu legen.
Ein Psychiater, der selbst zum Verdächtigen wird. Ist es wirklich Flugangst, die ihn dazu gebracht, hat mehrere Plätze zu buchen? 7A ist der tödlichste Platz, im Falle eines Absturzes.
Die Passagiere und das Bordpersonal muten auch sonderbar an. Die Qualen denen Mats Tochter ausgesetzt ist, lassen einem das Blut in den Adern gefrieren.
Mein Fazit
Sebastian Fitzek hat mit "Flugangst 7A" einen Thriller hingelegt, der wieder einmal zu Recht die Bestsellerliste stürmt. Er vermittelt ein genaues Bild von Umgebungen und Personen. Er spielt gekonnt mit den Urängsten der Menschen. Besten Dank Herr Fitzek. Ich schwinge mich weiterhin lieber aufs Fahrrad oder fahre mit dem Auto in Urlaub.
Es reicht ja noch nicht, dass meine kleine Flugangst sich nun zu einer Phobie ausbreitet, die sich gewaschen hat. Nervenfutter wie Schokolade, Vollmilch und Joghurt lösen nun auch keine Begeisterungsstürme mehr bei mir aus. Zumindest hatte ich ca. 400 Seiten lang Bedenken. Tierquälerei findet auf eine Art und Weise Beachtung, die an psychische Grenzen stößt.
Sebastian erwähnt in seinem Nachwort, dass jede seiner Geschichten etwas ganz Eigenes ist. Das kann ich bestätigen. Nach "Das Paket"und "AchtNacht" ist "Flugangst 7A" das dritte Buch, innerhalb zwei Jahren, welches ich von ihm gelesen habe. Weder Personen noch Handlungen haben Gemeinsamkeiten. Moment .... da war doch noch was!!! Da gibt es eine Gemeinsamkeit, die sich durch all seine Bücher zieht. Er verschafft sich Zugang in die Psyche seiner Leser. Er spielt mit ihren Ängsten. Er treibt sie in den Wahnsinn! Na, zumindest 400 Seiten lang.
Der Schreibstil ist gewohnt flüssig. Es wird jeweils aus der Sicht der verschiedenen Protagonisten erzählt. Das Augenmerk liegt hauptsächlich auf Mats und seiner Tochter Nele. Das Ende hätte ich so nicht erwartet.
Ich empfehle diesen vielschichtigen Thriller, der mit vielen überraschenden Wendungen, ein richtiger Pageturner ist.
Danke Sebastian Fitzek.

Veröffentlicht am 25.10.2017

Actionreich und emotional

Das Lied der Krähen
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Zum Inhalt

Die Geschichte spielt in Ketterdam, einer zwielichtigen Handelsmetropole. Grischas werden versklavt und gefügig gemacht. Ihre natürlichen, magischen Begabungen werden wie Waffen eingesetzt.
Kaz ...

Zum Inhalt

Die Geschichte spielt in Ketterdam, einer zwielichtigen Handelsmetropole. Grischas werden versklavt und gefügig gemacht. Ihre natürlichen, magischen Begabungen werden wie Waffen eingesetzt.
Kaz Brekker ist ein Junge, der viel älter wirkt. Er gilt als skrupellos und mit allen Wassern gewaschen. Er bekommt ein Jobangebot, welches eigentlich zum Scheitern verurteilt ist. Er soll in das Eistribunal einbrechen, um den Magier Bo Yul-Bayur zu befreien. Niemand hat bisher geschafft, in das Eistribunal einzudringen.
Kaz hat jedoch auch noch persönliche Gründe. Er will mit jemanden abrechnen.
Er stellt eine Gruppe zusammen, wie sie schräger nicht sein könnte. Sie verlassen mit einem Schiff die Hafenstadt, um das Eistribunal zu stürmen .....

Meine Meinung

Ich habe das Buch auf einem Bücherblog entdeckt. Um den Hype dieses Fantasyromans wusste ich da noch nichts. Somit ging ich ohne große Erwartungen an die Geschichte ran.

Der Prolog ist spannend. Diese Spannung nimmt im Lauf der Story immer mehr an Fahrt auf. Auch ruhigere Passagen wissen gut zu unterhalten.
Die Protagonisten sind einzigartig. Kaz ist ein Junge, der viel älter rüberkommt. Ich hatte auch bei seinen Gefährten nicht das Gefühl, es mit jungen Menschen zu tun zu haben.
Kaz wirkt sehr schroff und skrupellos. Dieser Eindruck bleibt aber nicht bestehen. Vielmehr weckt Kaz das Bedürfnis, ihn zu trösten. Mir kamen die Tränen, als in Rückblenden immer wieder von seinem Leben erzählt wurde. Stets in einem tadellosen Anzug, mit schwarzen Handschuhen und einem Gehstock, wirkt Kaz wie der größte Gauner. Kaz humpelt. Injey ist ein Mädchen, welches auch einen langen Leidensweg hinter sich hat. Sie ist eine Meisterin im Anschleichen. Kaz weiß die Fähigkeiten von Injey zu schätzen. Sie ist unentbehrlich für seinen großen Auftrag.
Injey träumt davon, wieder in ihre Heimat zurückzukehren.
Wylan ist ein reicher Krämersohn, der sich der Gruppe anschließt. Schnell merkt man, dass der Junge sich zu behaupten weiß und sich prima in die Gruppe einfügt. Seine Fähigkeiten sind unbezahlbar.
Jesper ist ein Spieler, der dringend Geld braucht, um seine Spielschulden zu begleichen. Der Auftrag komm ihm sehr gelegen. Kaz traut ihm nicht über den Weg. Zu Wylan hat er einen besonders guten Draht. Jesper hat jedoch Fähigkeiten, die für den Auftrag unverzichtbar sind.
Nina beherrscht das Heilen. Sie hat einem Menschen großes Unrecht zugefügt. Sie will eine Aussage zurückziehen.
Matthias wurde von der seltsamen Gang aus dem brutalen Gefängnis Höllenschlund befreit. Er ist für den Auftrag von großem Nutzen. Jedoch hat er noch eine Rechnung offen.

Diese skurrile sechs-köpfige Gruppe hat sich regelrecht in meine Herz geschlichen. Es handelt sich um Aussenseiter, die kein leichtes Leben haben. Kaz ist der Boss. Zusammen muten sie wie eine Familie an. Kaz schmiedet Pläne. Jeder weiß genau, was er zu tun hat. Einer steht für den anderen ein, obwohl nicht jeder jedem über den Weg traut.

Eine Welt voller Magie und Brutalität, lässt einem mehr wie einmal den Atem anhalten.
Der Einfallsreichtum der Sechs kennt keine Grenzen. Nichts läuft wie erhofft.
Das Eistribunal hält viele Überraschungen bereit.
Der Schreibstil ist flüssig. Es wird abwechselnd aus der Sicht der einzelnen Gefährten erzählt. Mal in der Gegenwart, - mal in der Vergangenheit.

Mein Fazit

Dieser abenteuerliche Fantasyroman punktet mit tiefgründigen Protagonisten.
Kaz und seine Kämpfer entführen den Leser in ein eine Welt, voller Magie und Mysthik.
Oberflächlichkeit findet keinen Platz.
Sechs Jugendliche behaupten sich in einer kommerziellen Welt, die keinen Platz für Gerechtigkeit, Toleranz und Andersartigkeit hat. Begabungen werden bestraft. Emotionen unterdrückt, die jedoch ihren Weg nach außen finden .....
Die Besonderheit dieser Saga ist besonders den großen Gefühlen und der traurigen Vergangenheit der Kämpfer geschuldet.
Ob mir das Ende gefallen hat? NEIN!!! Der fiese Cliffhanger hat mich ratlos zurückgelassen. Ich habe um jemanden Angst ...

Eine absolute Empfehlung von mir.

Mein Lieblingszitat

>>Injey!<<, jauchzte Jesper. >>Du bist nicht tot!<< Sie lächelt schwach. >>Nicht mehr als andere auch.<< (Seite 253)