Profilbild von Wolly

Wolly

Lesejury Star
offline

Wolly ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Wolly über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.03.2025

Spannend aber mit Schwächen

Seven Ways to Tell a Lie
0

Mit Seven Ways to Tell a Lie greift Autor Colin Hadler die Möglichkeiten moderner Computertechnologie auf, um sie mit Thrillerelemten zu verbinden. Dabei erzäht er die Geschichte einer ehemaligen Clique ...

Mit Seven Ways to Tell a Lie greift Autor Colin Hadler die Möglichkeiten moderner Computertechnologie auf, um sie mit Thrillerelemten zu verbinden. Dabei erzäht er die Geschichte einer ehemaligen Clique Jugendlicher, bei der vor einem Jahr ein Mädchen spurlos verschwand. Durch gefakte Videos wird die Vergangenheit wieder ans Tageslicht gebracht und tief verborgene Geheimnisse kommen ans Tageslicht.

Ich mochte die Idee insbesondere jüngeren Lesern vor Augen zu führen, was für eine Gefahr KI sein. Das nahezu alles vorgegaukelt werden kann und die Menschen unheimlich leicht von generierten Bildern zu überzeugen sind. Trotz der tollen Chancen die KI auf der anderen Seite bietet, sollte man gerade diesen Aspekt niemals aus den Augen verlieren. Daher schonmal ein großes Plus für das Thema.
Auch die Spannung war durchgängig gut, sodass der Thrilleranteil gepasst hat.
Weniger gut haben mir sowohl die meisten Charaktere als auch die komplette Übertreibung gefallen. Mal im Ernst, wie hoch ist die Chance das bei einer Clique von 7 Jugendlichen jeder ein wirklich tiefschürfendes Geheimnis hat. Dabei ist tatsächlich nicht von Banalitäten die Rede, sondern Geheimnissen der Art, wo es schon verwunderlich wäre, wenn es 2 betreffen würde. Von 3 oder mehr oder gar 7 ganz zu schweigen.
Dadurch hat der Autor für mich weit über das Ziel hinaus geschossen. Schade, denn die Idee war super und auch der Schreibstil hat für mich gepasst.

Fazit:
Leider zu viel des Guten.

Veröffentlicht am 13.03.2025

Zu viel des Guten

Lehrerkind
0

Ich mag Bastian Bielendorfer grundsätzlich gern. Daher war ich auch neugierig was er als Schreiberling so zu bieten hat. Leider muss ich sagen, das mir seine Auftritte deutlich besser gefallen. In Lehrerkind ...

Ich mag Bastian Bielendorfer grundsätzlich gern. Daher war ich auch neugierig was er als Schreiberling so zu bieten hat. Leider muss ich sagen, das mir seine Auftritte deutlich besser gefallen. In Lehrerkind reiht sich ein Gag an den nächsten. Statt gut gesetzten Pointen gibt es Dauerbeschallung. Das nimmt selbst guten Gags einfach etwas vom Witz, was sehr schade ist. Denn der ein oder andere Satz ist wirklich lustig.
Hier muss ich nach der Lektüre aber ganz klar sagen, das nicht bei allem das Buch besser ist. Als Unterhaltung fürs Bahnfahren zum Beispiel nebenbei und in einzelnen Häppchen okay, für gemütliche Stunden auf der Couch nicht das Richtige.

Veröffentlicht am 14.12.2024

Es fehlt ein bisschen was

Meck und Schneck. Meck ist weg!
0

Meck und Schneck sind auf den ersten Blick wirklich niedlich.
Besonders die Schnecke gefällt mir optisch wirklich gut. Beim Kind kam die Geschichte aber leider trotzdem nicht so gut an. Es fehlte an Illustration ...

Meck und Schneck sind auf den ersten Blick wirklich niedlich.
Besonders die Schnecke gefällt mir optisch wirklich gut. Beim Kind kam die Geschichte aber leider trotzdem nicht so gut an. Es fehlte an Illustration auf den meisten Seiten, sodass es hier wenig zu entdecken gab. Okay für mich als Erwachsene, eher langweilig für Kinder in dem Alter. Dadurch wurden hier sogar zwei Anläufe gebraucht um das Buch bis zum Ende anzuschauen.
Schön fand ich aber, das beide trotzdem in jeder Szene zu sehen waren. So konnte man den verschwundenen Meck immer selbst suchen. Das macht den Kleinen natürlich immer Spaß. Etwas mehr Ausgestaltung hätte dem Werk aber besser getan.

Die Geschichte selbst ist ganz nett, aber nichts was mir lange im Gedächtnis bleiben wird. Gut gefallen haben mir dagegen das Format und die Griffigkeit des Buches. Prima für Kinderhände geeignet.

Veröffentlicht am 18.10.2024

Teilweise tolle Ideen

Die Goldene Schreibmaschine
0

Die goldene Schreibmaschine ist auf meine Wunschliste gewandert, sobald ich das erste Mal das Cover gesehen habe. Einfach nur schön und verheißungsvoll für eine magische Geschichte. Diese habe ich auch ...

Die goldene Schreibmaschine ist auf meine Wunschliste gewandert, sobald ich das erste Mal das Cover gesehen habe. Einfach nur schön und verheißungsvoll für eine magische Geschichte. Diese habe ich auch stellenweise vorgefunden, leider gab es aber auch Mißtöne. Im Endeffekt lande ich so bei einer mittleren Bewertung, wobei die Grundidee mehr Sterne verdient gehabt hätte.

Besonders gefallen haben mir neben der Idee, fast alle Nebenfiguren. Ich mochte Emilys Freunde und habe den Opa komplett in mein Herz geschlossen. Eine sehr warmherzige Figur, die ich wunderbar platziert fand. Emily hat mir zu großen Teilen auch zugesagt, aber ihre zwischenzeitliche Wandlung zur eifersüchtigen Egoistin fand ich nicht so doll. Hat im Sinne der Geschichte aber bestimmt auch seinen Platz.

Wer mir hingegen überhaupt nicht gefiel war der Antagonist. Am Anfang nicht mehr wie ein fieser Lehrer - von dessen Sorte wir vermutlich alle einen kennen - bis hin zu einer Figur die ohne Probleme einem Roman über das 3. Reich entsprungen sein könnte. Das ist mir für das empfohlene Lesealter zu viel des Guten. Abgesehen davon halte ich selbst die magische Schreibmaschine für realistischer, als die Machenschaften von Dresskau von denen ihn keiner abhält. Hier wurde für mich deutlich zu dick aufgetragen. Das Schüler mit ihm sogar Bereit sind in Gräber einzubrechen gehört für mich absolut nicht in ein Kinderbuch.

Jetzt aber genug gemotzt und zurück zum Positiven. Neben den schönen Figuren und einem tollen Hintergrund durch die Bibliothek(en) fand ich einige Details sehr schön. Kleine hübsche Botschaften und Weisheiten die Werte vermitteln und durchaus auch berühren können.

Fazit:
Eine tolle Idee, die manchmal über ihr Ziel hinaus schießt.

Veröffentlicht am 13.08.2024

Wenig sympathisch

Das größte Rätsel aller Zeiten
0

Vorab muss ich sagen das mich das Buch auf den ersten Blick sofort angesprochen hat. Das schlichte aber elegante Cover finde ich nach wie vor toll und auch die Idee des Buches hat mich gefesselt. Leider ...

Vorab muss ich sagen das mich das Buch auf den ersten Blick sofort angesprochen hat. Das schlichte aber elegante Cover finde ich nach wie vor toll und auch die Idee des Buches hat mich gefesselt. Leider muss ich aber nach dem Lesen feststellen, das von der ursprünglichen Euphorie nicht mehr so viel übrig ist. Lob und Kritik halten sich fast die Waage, sodass hier nicht mehr als 3 Sterne übrig bleiben.

Auf der Habenliste steht für mich die Idee und Umsetzung der Gemeinschaft der Rätselmacher. Eine Kommune intelligenter Köpfe die alle ihre Talente in individuelle Rätsel stecken. Ob Labyrinthe, Puzzle oder Kreuzworträtsel, alle Arten von Rätseln sind hier zu Hause. Das fand ich originell, da bisher so noch nicht gelesen.
Gefallen hat mir auch die dazu passende Schnitzeljagd um Claytons Vergangenheit.
Ihm gegenüber eigentlich unfair, denn er selbst ist den Rätsel eingentlich nicht großartig zugetan und er hätte schlicht Antworten verdient gehabt. Zu der Idee des Buches machte dieser Schritt aber Sinn.
Ebenso gefallen haben mir die zwei Erzählzeiten. Das sorgt immer für mehr Abwechselung in Büchern.

Dem Entgegen steht die Liste mit kritischen Punkten. Allen voran war das die Irreführung des Klappentextes. An dem im Grunde "Seniorenheim" ist gar nichts mysteriös. Hier haben Menschen ein gemeinsames Hobby/Beruf und haben sich zusammen getan. Punkt. Da suggeriert die Beschreibung des Buches Geheimnisse wo keine sind. Statt also viel mysteriöses gab es eine klassische Coming of Age Geschichte, auch wenn der Protagonist dafür eigentlich schon zu alt ist. Durch seine Lebensumstände in Abgeschiedenheit, zwischen ausschließlich deutlich älteren Menschen, hat er aber eine Menge Selbstfindung nachzuholen. Das macht er auf mehr oder weniger interessante Art und Weise. Clayton ist genau wie der Rest der Figuren ein wenig verstaubt und sehr altmodisch. Ihm geht die Jugend völlig ab. Wahrscheinlich eine Nebenwirkung seines bisherigen Lebens. Auch die anderen Charaktere sind sehr eigenwillig und nicht zwingend sympathisch, sodass das Mitfühlen nur begrenzt geklappt hat.

Fazit:
Stärken und Schwächen und leider nicht das was man erwarten würde. Für Fans von ruhigen Romanen im altenglischen Stil aber bestimmt das Richtige.